Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : neurokognitive Enhancer
Focus TV
28.08.2008, 16:27
Hallo zusammen,
euer Thread dreht sich genau um unser Thema: für eine TV-Reportage recherchieren wir gerade zum Thema „Alltagsdoping“ und sind noch auf der Suche nach Betroffenen im Weitesten Sinne -
es geht darum, dass wir uns alle immer mehr daran gewöhnen, unseren Alltag mit kleinen "Helferlein" zu überstehen, das beginnt bei der Tasse Kaffee oder dem Gingko-Präparat, um sich besser konzentrieren zu können, der Multivitamintablette zum Frühstück, der doppelten täglichen Aspirin zur Blutverdünnung, Johanniskraut-Präparaten zur Stimmungsaufhellung, der Baldrian-Kapsel zum Einschlafen, bis hin zu synthetischen Psychopharmaka wie Ritalin/Modafinil und Co. im Sinne von Neuro-Enhancement - ohne das werten zu wollen bin ich der Meinung, dass das ein großer Markt ist und viele Menschen diesen Weg gehen, sei es der Manager unter Druck im Beruf, der Student vor der Prüfung oder die Mutter, die gefordert ist von Kindern, Haushalt/Job und Mann.
Ich würde mich freuen, hierzu eure Meinung zu hören, wie verbreitet ist dieses Phänomen tatsächlich, wie geht ihr damit um, wie leicht kommt man unter Umständen an die jeweiligen Präparate ran?
Ich freue mich sehr über Rückmeldung,
Danke für eure Hilfe,
Alex
HonorisCausa
28.08.2008, 16:40
Habe zu diesem Thema kürzlich ein Essay für ein Ethik-Wahlfach erstellen müssen: Dazu habe ich Aussagen und die hier dargestellte Umfrage zwischen Medizinstudenten und Lehramtsstudenten verglichen.... Auch wenn die Umfrage, allein aufgrund der dürftigen Teilnehmerzahl, wenig repräsentativ ist, so zeigte sich trotzdem als Ergebnis, dass Medizinstudenten dem Thema durchaus offener zugewand sind, als es bei den Lehramtsstudenten schien... Eigentlich verwunderlich im Bezug auf typische Gesundheitsverhalten, wenn man bedenkt, dass die Gruppe der Raucher unter Mediziner ehr gering ist, die Offenheit zu Medikamenten, die eventuell der Gesundheit schaden, aber vorhanden scheint.
Sebastian1
28.08.2008, 23:57
Ich würde mich freuen, hierzu eure Meinung zu hören, wie verbreitet ist dieses Phänomen tatsächlich, wie geht ihr damit um, wie leicht kommt man unter Umständen an die jeweiligen Präparate ran?
Ich freue mich sehr über Rückmeldung,
Das Deutsche Ärzteblatt (www.aerzteblatt.de) hatte dazu vor wenigen Wochen einen längeren Artikel veröffentlicht, und zwar
hier (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&id=58756).
Zum Thema "wie leicht kommt man an Präparate" ist ein Forum für MEdizinstudenten und junge Ärzte ggfs. die falsche PLattform, da man als Arzt in der Apotheke völlig legal - BTM-pflichtige Substanzen mal aussen vor - gegen Vorlage des Arztausweises jegliche verschreibungspflichtige Medikamente beziehen kann.
Aus meinem persönlichen Umfeld wüsste ich es zumindest von niemandem, der wirklich aus Gründen der vermeintlichen Steigerung der Leistungsfähigkeit diese "neurokognitiven Enhancer" schluckt. Übrigens eine Wortkreation, bei der sich der Werbefachmann einen Wolf schrubben dürfte... so schön positiv besetzte Wörter...
Ich würde mich freuen, hierzu eure Meinung zu hören, wie verbreitet ist dieses Phänomen tatsächlich, ...
Alex
Auweia. Diese Frage laesst sich ganz bestimmt mit ein paar beitraegen in einem anonymen internetforum klaeren. :-top :-peng
Auch hier gibt es gerade einen Artikel:
InFo Neurologie & Psychiatrie, 28.08.2008
Gehirn-Doping bei Akademikern
Focus TV
29.08.2008, 14:12
Auweia. Diese Frage laesst sich ganz bestimmt mit ein paar beitraegen in einem anonymen internetforum klaeren. :-top :-peng
Hallo Jemand,
klar, diese Frage lässt sich bestimmt nicht umfassend mit Hilfe eines Internetforums klären, aber das ist ein Teil von vielen - ich kann nicht ausschließlich mit Ärzten, Krankenkassen, Medizinethikern, Trendforschern, Buchautoren, Apothekern und Sachverständigenräten theoretisch debattieren; ich würde auch gerne die Meinung derer hören, um die es eigentlich geht - pushen die Medien hier ein Thema hoch, das gar nicht existent ist, oder lässt es sich tatsächlich mit Modafinil die Nacht ganz gut durchpauken?
Wer das hier nicht öffentlich diskutieren will, kann mich gerne kontaktieren:
[email protected][/email]
surfsmurf
29.08.2008, 19:44
Spannendes Thema, auch wenn ich - anscheinend wie viele hier - der Meinung bin, dass der Name "neurokognitive Enhancer" da doch etwas euphemistisch und sprachlich zudem unschön ist. Einwerfen in die Diskussion möchte ich zwei Aspekte:
1. Ich finde, man kann darüber streiten, inwieweit bspw. Koffein / Nikotin etc. nicht auch "enhancen". Worin besteht dann für Euch der qualitative Unterschied zu Ritalin und Co? In der Illegalität? Im Nebenwirkungsprofil? Würde sich eure Meinung ändern, wenn es in Zukunft nebenwirkungsarme oder -freie Medikamente gäbe?
2. Was anscheinend gerade in den USA heftig diskutiert wird, sind gedächtnismodifizierende Medikamente. Man hat herausgefunden, dass anscheinend die Einnahme von Beta-Blockern (insbesondere wohl Propanolol) kurz nach traumatischen Erlebnissen die Erinnerungsfähigkeit an eben jene Erlebnisse mindert. Man diskutiert nun, dies als eine Art "Pille danach" bspw. für Vergewaltigungen zu nutzen, um die Entstehung von PTSD zu verhindern. Was haltet ihr davon?
Hallo
Ich bin Filmemacher und arbeite an einem Film für den TV-Sender ARTE
mit dem Thema "Doping für den Job".
Dafür suche ich Interviewpartner, die Erfahrung mit diesem Thema haben und
Medikamente wie Ritalin, Modafinil oder ähnliche "Neuro-Enhancer" benutzen, um effektiver arbeiten/lernen zu können.
Die Interviews können auch anonym, z.B. von hinten gefilmt oder durch Verpixelung unkenntlich gemacht, stattfinden.
Über eine Antwort würde ich mich freuen. Bertram
[email protected]
Welche Substanzen werden denn als "neurokognitive Enhancer" verwendet?
Wenn ich mir ritalin und modafinil mit meinem lisenz besorge, wird da was eingetragen, kontrolliert, daten erhoben, wodurch man später schlüsse ziehen könnte, die mir vor dem gericht zu verhängnis werden kann? Wenn ich modafinil täglich nehme, und zolpidem um nnach dem job schlafen zu können, risikiere ich dann meinem beruf zu verlieren? Wie schauts aus wenn ich aranesp zum eigenbedarf/sportliche steigerung kaufe?
Nö, nur über BTMs wird Buch geführt.
Du kannst ruhig wie bisher einschmeißen, am besten alles zusammen in doppelter Höchstdosis!
Beide fallen aber unter das BTM-Gesetz, sofern sich da nichts geändert hat.
papiertiger
08.03.2009, 19:40
Ritalin ja, Modafinil seit Mitte 2008 nicht mehr.
ah, das war an mir vorbeigegangen, danke :-)
Keenacat
08.03.2009, 21:13
1. Ich finde, man kann darüber streiten, inwieweit bspw. Koffein / Nikotin etc. nicht auch "enhancen". Worin besteht dann für Euch der qualitative Unterschied zu Ritalin und Co? In der Illegalität? Im Nebenwirkungsprofil? Würde sich eure Meinung ändern, wenn es in Zukunft nebenwirkungsarme oder -freie Medikamente gäbe?
ich weiß, ist schon ein paar monate her, aber weil der thread jetzt wieder aus der versenkung kommt:
- ja, der qualitative unterschied liegt durchaus bei den nebenwirkungen. koffein hat soweit ich weiß praktisch keine schwerwiegenden oder langfristigen nebenwirkungen. dito bei nikotin - rauchen allerdings sollte man aus den bekannten gründen trotzdem nicht. ;-) babbt euch halt n pflaster drauf, wenn ihr meint, von nikotin was zu haben. beide stoffe sind jetzt wohl schon seit jahrhunderten im gebrauch, man muss wahrscheinlich auch nicht mit unerwarteten langzeitwirkungen rechnen.
im übrigen sind beide stoffe eher schwach wirksam und unterdrücken natürliche bedürfnisse (schlaf, nahrungsaufnahme) eher unzureichend.;-)
- "nebenwirkungsfreie medikamente" ist eigentlich ein oxymoron. aber um das nur mal theoretisch anzunehmen:
dann müsste man wohl versuchen, das zeug in einem umfeld, in dem es einen unfairen vorteil verschaffen würde, zu regulieren. so wie beim doping für sport halt auch. :-)
Keenacat
08.03.2009, 21:23
Wenn ich modafinil täglich nehme, und zolpidem um nnach dem job schlafen zu können, risikiere ich dann meinem beruf zu verlieren? Wie schauts aus wenn ich aranesp zum eigenbedarf/sportliche steigerung kaufe?
wenn du täglich modafinil und zolpidem nimmst, solltest du eventuell mal wegen burn-out krankgeschrieben werden.:-wow
Hi alle zusammen!
In den Medien ist ja immer mehr von der Akademikerdroge Ritalin die Rede. In der USA nimmt jeder 4te Student dieses Mittel. Auch in Deutschland ist aufgrund von Leistungsdruck Ritalin auf dem Vormarsch.
Ich denke das auch Ritalin beim TMS zum Einsatz kommt und das Ergebnis massiv verzerren wird. Zum größten Teil geht es bei dem Test nicht um wissen, sondern pure Konzentration und logisches Denken. Und gerade im Bereich Konzentration wird durch Ritalin eine immense Steigerung hervorgerufen.
Brauchen wir nur weil sich Leute unfair ihren Mitstreitern gegenüber verhlaten nun auch Antidopingtests and Unis oder beim TMS. Ich sehe hier eine große Gefahr. In den USA haben einige Unis ihre Klausuren schwerer gemacht anstatt die Ursache zu bekämpfen. Das kann es ja wohl nicht sein.
LG fuhl.
Coxy-Baby
28.04.2009, 09:48
Alter Hut wurde z.B. hier schon mal diskutiert:
http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=43622&highlight=Ritalin
Hattest du dazu jetzt noch ne Frage (konnte keine finden)...
Sollte das jetzt einfach nur ne Aussage sein, oder sollen wir
alle schreiben wie wir das finden, kurzum konnte die Absicht hinter
deinem Fred nicht so richtig erkennen.
fuhl. wollte bestimmt nur eine (für ihn) interessante diskussion starten und hat das vorhandensein eines passenden threads nicht erwartet...
man könnte ja einfach einen Mod bitten, diese beiträge in den alten thread zu verschieben
wer will kann dort ja antworten
meinemeinung ist, dass man als bewerber sich da keinen kopf drum machen sollte, denn auch das aufregen über unfaires lässt ja das unfaire nicht verschwinden und man regt sich nur noch mehr und sinnlos auf
ich weiss ja nicht, aber vielleicht kommt noch jemand hier auf die idee wettbewerbsausgleich vorzuschlagen....:-oopss:-wow
ja sry hab nicht nachgeschaut obs das schon mal gab. sollte nur ne anregung für ne diskussion sein, wie ihr darüber denkt.
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