Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Muss man Familien- oder Kinderarzt werden?
pistonforlife
27.03.2008, 16:06
Hallo!
Zuerst moeche ich sagen, dass ich das Forum hier klasse finde!
Nun zu meiner Frage:
Wenn man, nach einem Medizinstudium in Deutschland, in den USA als Arzt arbeiten will und die ganzen Pruefungen besteht, was fuer ein Arzt wird man?
Das heisst: Auslaendische Medizinstudenten werden oft Familien- oder Kinderaerzte. Gibt es auch die Moeglichkeit Dermatologe oder Chirurg zu werden? Ich habe gehoert, dass es fuer Auslaender so gut wie unmoeglich ist. Stimmt das? Wie sind eure Erfahrungen?
Vielen Dank!
Pistonforlife
NIchts ist unmöglich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. ;-)
Die kompetitiven Fächer sind für Ausländer sicher schwerer zu erreichen, unmöglich ist es aber nicht. ;-)
LasseReinböng
27.03.2008, 17:44
Soweit ich gehört habe, muß man gegenüber den AMGs in den kompetitiven Fächern noch ein paar extra Qualis drauf legen...also bessere Scores und/oder Publikationen, am besten research in den USA. Ist halt die Frage, wie sehr man das Ganze will. Wenn einem das Fach so sehr Spaß macht, daß man völlig darin aufgeht und man über Jahre 60-80h-Wochen bei gleicher/geringerer Bezahlung abzureissen bereit ist, warum nicht.
Soweit ich gehört habe, muß man gegenüber den AMGs in den kompetitiven Fächern noch ein paar extra Qualis drauf legen...also bessere Scores und/oder Publikationen, am besten research in den USA. Ist halt die Frage, wie sehr man das Ganze will. Wenn einem das Fach so sehr Spaß macht, daß man völlig darin aufgeht und man über Jahre 60-80h-Wochen bei gleicher/geringerer Bezahlung abzureissen bereit ist, warum nicht.
Es gibt auch Fächer in denen man weniger Wochenstunden auch während der Residency hat. Und das gleiche oder schlechtere Gehalt während der Residency (3-7Jahre) relativiert sich dann ja durch das wesentlich bessere Facharztgehalt, was man, sofern man in USA bleibt, ja wesentlich länger kassiert als die paar Jahre vorher. :-meinung
LasseReinböng
27.03.2008, 19:17
Es gibt auch Fächer in denen man weniger Wochenstunden auch während der Residency hat. Und das gleiche oder schlechtere Gehalt während der Residency (3-7Jahre) relativiert sich dann ja durch das wesentlich bessere Facharztgehalt, was man, sofern man in USA bleibt, ja wesentlich länger kassiert als die paar Jahre vorher. :-meinung
Ja, völlig richtig. Piston fragte ja nach Derma und Chirurgie...für Derma trifft das bestimmt nicht zu, in der Chirurgie sollte man sich schon auf derartige Zeiten einstellen...Innere, das klassische IMG-Fach, ist wohl auch nicht gerade ein Spaziergang laut "scutwork".
Jo, und hinterher gibt's deutlich mehr.
swpollan
27.03.2008, 22:25
Hallo!
... Auslaendische Medizinstudenten werden oft Familien- oder Kinderaerzte. Gibt es auch die Moeglichkeit Dermatologe oder Chirurg zu werden? Ich habe gehoert, dass es fuer Auslaender so gut wie unmoeglich ist. Stimmt das?
Nein, stimmt nicht! Ich selbst mache eine residency in der Neurologie und an meiner Uni hier kenne ich Auslaender, die in der Chirurgie, Inneren, Urologie, und Neurochirurgie ihre residency machen.
Ja, völlig richtig. Piston fragte ja nach Derma und Chirurgie...für Derma trifft das bestimmt nicht zu, in der Chirurgie sollte man sich schon auf derartige Zeiten einstellen...Innere, das klassische IMG-Fach, ist wohl auch nicht gerade ein Spaziergang laut "scutwork".
Jo, und hinterher gibt's deutlich mehr.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Derma wesentlich entspannter als Innere ist. :-)) Da sind die Arbeitszeiten tatsächlich auch ziemlich hoch (oft um oder über 70h/Woche, 4 Tage im Monat frei).
pistonforlife
28.03.2008, 16:17
Vielen Dank fuer die vielen Antworten!
Im Moment bin ich in der 10.Klasse auf einer amerikanischen High School (Andover...ziemlich bekannte High School) und werde das High School Diploma in 2 Jahren in meinen Haenden halten. ;)
Mein Studium wuerde ich gerne in Deutschland absolvieren, da ich noch mal in D leben will und weil mein Vater glaubt, dass das Medizinstudium in D intensiver und "besser" ist als in den USA. Dazu kommen die niedrigeren Kosten in Deutschland. Das waere mir aber so oder so egal, da meine Eltern das Studium finanzieren wuerden und ich wahrscheinlich ein Schwimmscholarship bekommen koennte.
@swpollan
Wie hast du es geschafft ein Residencyplatz in der Neurologie zu bekommen? Du hast doch hoechstwahrscheinlich ein Abitur und das Studium in D absolviert, stimmts? Hast du irgendetwas besonderes gemacht? Forschung, Wettbewerb gewonnen, ...?
Ich wuerde mich freuen, wenn du mir ein bisschen mehr ueber dich erzaehlen koenntest.
Pistonforlife
@pistonforlife
Die Ausbildung in Deutschland ist sicherlich gut. Das schoene ist, dass Du durch die Famulaturen viel freiheiten hast, z.B. auch in den USA Deine Clerkships zu absolvieren.
Als US citizen mit auslaendischem Abschluss hast Du nachher fuer eine residency etwas schlechtere Karten als ein AMG aber besser als ein Auslaender.
Empfehlung: Die USMLE moeglichst zeitnah absolvieren. Viel Zeit in den USA verbringen. Forschung mit Publikation in deinem Wunschgebiet.
Kennst Du schon: http://forums.studentdoctor.net ?
Da gibts viel Infos auch fuer Situationen wie deine. Viel Glueck auf jeden fall!
pistonforlife
31.03.2008, 20:56
Vielen Dank fuer die Antwort!
Ich bin kein US Citizen. Da hast du mich falsch verstanden. Ich lebe nur in den USA.
Was ist die AMG???
Die Homepage kenne ich schon, aber trotzdem DANKE!
pistonforlife
Mein Studium wuerde ich gerne in Deutschland absolvieren, da ich noch mal in D leben will und weil mein Vater glaubt, dass das Medizinstudium in D intensiver und "besser" ist als in den USA. Dazu kommen die niedrigeren Kosten in Deutschland.
Wenn Du die Chance hast in den USA zu studieren, studier da. Natürlich ist es hier billiger, aber dafür bekommt man in den USA auch was für sein Geld.
Das waere mir aber so oder so egal, da meine Eltern das Studium finanzieren wuerden und ich wahrscheinlich ein Schwimmscholarship bekommen koennte.
Das mit dem Schwimmstipendium wird Dich wahrscheinlich nur durchs College tragen, das man so seinen graduate school finanziert bekommt hab ich bis jetzt eher nicht gehört, da würde ich mich auf jeden Fall mal schlau machen
@pistonforlife.
wenn du kein US citizen bist, wuerd ich definitiv in den Staaten studieren. Sonst sind Deine chancen auf eine Residency gerade in den chirurgischen Faechern deutlich schlechter. Und wenn's finanziell kein problem ist....
Gerade wenn Du auf jeden Fall in den Staaten arbeiten willst macht eigentlich nur das Sinn. Kannst ja schauen je nach dem in welchem programm du bist, ob du dann in D mal ein observership/internship oder whatsoever machst.
AMG sind die american medical graduates vs IMG international medical graduates.
pistonforlife
01.04.2008, 21:39
Das mit dem Schwimmstipendium wird Dich wahrscheinlich nur durchs College tragen, das man so seinen graduate school finanziert bekommt hab ich bis jetzt eher nicht gehört, da würde ich mich auf jeden Fall mal schlau machen
Ein Schwimmstipendium wuerde mich nur durchs College tragen. Ich dachte, ihr wuerdet es wiessen. Aber ich wuerde mir das College und die Medical School aber auch ohne Scholarships leisten koennen. Schulden werde ich, egal wo ich studiere, keine machen.
@blanko und ein bisschen fatman
Ihr seit nicht die ersten, die mir empfehlen, in den USA zu studieren. Ich will es aber ueberhaupt nicht. Ich habe auch keine Lust auf Geschichte oder Erdkunde im Studium. Ich will nur ein Fach studieren, so wie es in Deutschland ueblich ist.
In die Chirurgie will ich nicht wirklich. Ich will eher in Richtung Radiologie oder Dermatologie gehen. Ich weiss, als 10.Klaessler sowas zu wissen ist vielleicht etwas frueh, aber ich will, wie meine amerikanischen Freunde, meine Zukunft fruehzeitig planen oder besser gesagt mehr ueber meine Traumjobs erfahren.
Sorry dass der Text jetzt ein paar Fehler hat, aber ich muss hetzen, da ich jetzt zum Schwimmtraining muss ;)
Trotzdem, vielen Dank fuer die vielen Informationen!
Koennten wir jetzt vielleicht wieder zum eigentlichen Thema zurueckgehen? Wie sind meine Chancen Radiologe oder Dermatologe in den USA zu werden, wenn ich ein erfolgreiches Medizinstudium gehabt habe?
ClooneyGeorge
01.04.2008, 22:04
Hi Pistonforlife,
soweit ich weiss ist Dermatologie sehr kompetitiv und Radiologie mittel bis sehr kompetitiv, beides gilt auch für US-Studenten.
Das heißt konkret wenn du als IMG in einer der beiden Fachrichtungen später arbeiten möchtest, musst du einiges zu bieten haben und mit amerikanischen STudenten konkurrieren zu können, z.B. sehr gute USMLE Scores, USCE (United States Clinical Experience) mit guten Letter of Recommendation, am besten Forschung etc..
Denke mal das es möglich ist dort später zu arbeiten, wie Deine Chancen stehen kann Dir aber keiner Beantworten, zumal Du wenn Du gerade erst in der 10. Klasse bist, noch rund 10 Jahre vor Dir hast bevor Du an eine Bewerbung denken kannst.
Bis dahin kann sich viel geändert haben, wobei Dermatologie als kleineres Fach sicher immer kompetitiv sein wird.
Wenn Kohle für Dich keine Rolle spielt würde ich trotzdem nochmal ernsthaft überlegen in den USA zu studieren.
Gruß
Clooney
littlewood
01.04.2008, 23:19
Wie sind meine Chancen Radiologe oder Dermatologe in den USA zu werden, wenn ich ein erfolgreiches Medizinstudium gehabt habe?
Dermatologie und Radiologie kannst du vergessen wenn du in Deutschland studierst. Nicht nur das foreign medical graduates für diese Gebiete kaum berücksichtigt werden (gar nicht für Dermatologie und kaum für Radiologie) dazu kommt auch noch das du nach einem Studium in Deutschland beim board exam benachteiligt bist. US Studenten lernen schon in der gleichen Art und Weise wie die Prüfung aufgebaut ist, in Deutschland hast du das nicht.
Und Medizinstudium in Deutschland besser und intensiver? Wir hatten 3 Studenten per Tisch im Präpkurs. Frag mal hier wie das Verhältnis in Deutschland aussieht. Und das ist erst der Anfang...
Dermatologie und Radiologie kannst du vergessen wenn du in Deutschland studierst. Nicht nur das foreign medical graduates für diese Gebiete kaum berücksichtigt werden (gar nicht für Dermatologie und kaum für Radiologie) dazu kommt auch noch das du nach einem Studium in Deutschland beim board exam benachteiligt bist. US Studenten lernen schon in der gleichen Art und Weise wie die Prüfung aufgebaut ist, in Deutschland hast du das nicht.
Und Medizinstudium in Deutschland besser und intensiver? Wir hatten 3 Studenten per Tisch im Präpkurs. Frag mal hier wie das Verhältnis in Deutschland aussieht. Und das ist erst der Anfang...
Es ist auch in Dermatologie möglich als FMG reinzukommen und in Radiologie wohl sogar noch etwas weniger schwierig. Aber dafür muß man schon mehr zu bieten haben als die meisten US Studenten, was aber nicht unmöglich ist.
Wurde ja schon angesprochen: sehr hohe Scores, USCE, evtl. bisschen Forschung. Andererseits muß man natürlich aus als US Grad recht gut sein, um in die kompetitiven Fächer rein zu kommen. :-nix
John Silver
02.04.2008, 20:19
Um in Derma reinzukommen, muß man schon sehr gut sein, auch als Ami. Ausländer haben es in Fächern wie Derma oder HNO außerordentlich schwer. Radio ist nicht ganz so umkämpft, aber auch kein Spaziergang.
Daß das amerikanische Studium schlechter sein soll, als das deutsche, halte ich für ein unsinniges Gerücht. Es ist gut vergleichbar, und das amerikanische steht in meinen Augen etwas besser da.
Allerdings kann ich über die Vorstellungen eines Zehntklässlers, welche Fachrichtung er mal einschlagen will, nur amüsiert lächeln. Du hast ja keine Ahnung, wie oft sich Deine Meinung ändern wird. Welcher Facharzt Du wirst, weißt Du erst, wenn Du zwei-drei Jahre im Beruf bist, und keinen Deut früher.
Ich weiß nicht, wer schon alles versucht, "frühzeitig" die Zukunft zu planen, aber laß Dir von einem, der es aus eigener Erfahrung gut weiß, sagen, daß die Zukunft überhaupt nicht planbar ist. Wäre ja auch sterbenslangweilig.
el_corazón
03.04.2008, 08:09
Dermatologie und Radiologie kannst du vergessen wenn du in Deutschland studierst.
Sehe es wie test, Derma und Radio sind auch als FMG zu bekommen, natürlich ungleich schwerer als andere Fächer. Wenn man ein bischen im Internet googelt, findet man schon CV's von (deutschen) FMGs, die in solchen Fächern klinisch arbeiten. Aber die haben auch allerhand an Qualifikationen vorzuweisen wie z.B. langjährige US-Forschungserfahrung (vor residency), Publikationen, wahrscheinlich LORs von "gewichtigen" Personen, etc, etc...
@pistonforlife: An deiner Stelle würd ich auf alle Fälle fürs college rübergehen und danach versuchen, einen Platz in einer med school zu bekommen, damit hast du wesentlich besser Chancen auf eine US-residency. (Und außerdem ist Cancun zum spring break nicht weit. :-)) ) Parallel kannst dich ja hier in D bewerben und wenn es drüben nicht klappt, dann studierst halt hier. :-top
Aber das allerwichtigste (ohne besserwisserisch zu klingen): Mach erstmal dein Abi und bewirb dich fürs Studium/College, deine spätere Fachrichtung - sofern du bis dahin überhaupt noch Medizin studieren willst - wird sich eh noch 1000x ändern -glaubs mir. ;-)
LasseReinböng
03.04.2008, 12:23
Ihr seit nicht die ersten, die mir empfehlen, in den USA zu studieren. Ich will es aber ueberhaupt nicht. Ich habe auch keine Lust auf Geschichte oder Erdkunde im Studium. Ich will nur ein Fach studieren, so wie es in Deutschland ueblich ist.
In die Chirurgie will ich nicht wirklich. Ich will eher in Richtung Radiologie oder Dermatologie gehen.
Der Aufwand, den Du betrieben musst, um mit einem deutschen Medizinstudium eine kompetitive Residency (Rads, Derma, Augen ENT usw.) zu landen, ist sicherlich ungleich höher, als sich durch öde Geschichtsstunden im College zu quälen.
Der einzige Vorteil des deutschen Medizinstudiums sind die vergleichsweise niedrigen Kosten ( aus der Sicht eines Amerikaners: gratis) und die relativ ausgedehnten Semesterferien, danach fällt es steil ab.
pistonforlife
11.04.2008, 20:44
[QUOTE=el_corazón]Wenn man ein bischen im Internet googelt, findet man schon CV's von (deutschen) FMGs, die in solchen Fächern klinisch arbeiten. Aber die haben auch allerhand an Qualifikationen vorzuweisen wie z.B. langjährige US-Forschungserfahrung (vor residency), Publikationen, wahrscheinlich LORs von "gewichtigen" Personen, etc, etc...
QUOTE]
Ich finde die irgendwie nicht... Kannst du mir sagen, was ich googeln muss oder die Links geben?
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