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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Brauche dringend eure Hilfe/Rat-eventuell Abbruch des Studiums



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agouti_lilac
04.06.2008, 20:34
Bist du in Behandlung? Du schreibst nur, dass du bei einem Psychologen warst, um deine Vermutung bestätigt zu bekommen.

Kann dir "nur" berichten, dass eine Freundin auch unter Zwangshandlungen leidet. Sie hat sich in Behandlung begeben (erst Klinik, dann ~ 2 Jahre ambulante Psychotherapie und Medis) und jetzt geht es ihr gut. Sie studiert zwar nicht Medizin, hat aber ihr Studium jetz beendet und fängt demnächst an zu arbeiten. Sie hat alles soweit im Griff.

Viel Glück bei deiner Entscheidungsfindung!

LasseReinböng
04.06.2008, 20:41
@Unsicherer: Ich bezweifele, daß ein Studienfachwechsel in Deinem Fall eine Lösung wäre. Mit einer Zwangsstörung hätte man sicherlich auch in den meisten anderen Berufen Probleme...sei es in der Wirtschaft oder in der Juristerei, eine (hohe) Verantwortung trägt man so oder so. Ich habe mich mit dem Thema Zwangsstörung nie auseinandergesetzt, aber wäre es nicht sehr wahrscheinlich, daß sich beispielsweise bei einem Wechsel zu Jura neue Zwangsgedanken ergäben ?

Da Du anscheinend mit dem Lernen keine Probleme hast...wie sieht es mit der Option einer Therapie begleitend zum Studium aus ?

Viele Grüße,
Lasse

Unsicherer
04.06.2008, 21:05
Danke für eure Antworten, ich muss allerdings dazu zu berücksichtigen geben das ich zur Schulzeit nie oder fast nie Zwangsgedanken hatte. Ich hatte immer nur eine große Angst---und zwar vor Krankheit---ich denke das das durch das Studium möglicherweise getriggert wurde und sich so die Zwangsgedanken ergeben haben.

Versuche es vielleicht mit einer Behandlung aber ich verliere mehr und mehr den Lebensmut und scheine in Depressionen zu verfallen.

Unsicherer
04.06.2008, 21:06
ich hätte niemals auf meine Eltern hören sollen und mein eigenes Ding durchziehen sollen---kann mir kaum vorstellen das es mir schlechter gehen würde als jetzt.

blubb
04.06.2008, 21:27
Wenn du dir nicht 100% sicher bist zu wechseln, mach' es nicht - ich denke, es wäre ein größerer "Stabilitätsverlust" ganz bei Null anzufangen, als wenn du jetzt mit Medizin weitermachst. Ich würde nicht ausschließen, dass du dir nach einem Wechsel bspw. zu Jura die Fragen stellst "War das jetzt richtig? usw..." und solche Fragen können gemein hinderlich sein.
Ich habe selbst von Jura von Medizin gewechselt und mir während der paar Semester ständig ähnliche quälende Gedanken gehabt (kein "Krankenhausliebhaber" usw., ganz im Gegenteil, wo komme ich alleine schon beim Pflegepraktikum am wenigsten mit solchen Problemen in Kontakt, habs dann in ner Psychosomatik gemacht). Allerdings war ich nicht so weit wie du jetzt in der Medizin, als ich wechselte. Ich rate dir, bleib bei der Medizin! Lass dich nicht abschrecken von der praktischen Seite, dem KH usw. Eine Freundin von mir, die bei der Juristerei geblieben ist, und stets top im Studium war und jetzt in vollem Gange das 1. Stex gemacht hat, leidet bspw. sehr darunter, dass sie bei Jura geblieben ist damals, unheimlich großer Konkurrenzdruck, hohe Arbeitslosigkeit usw. Sie steckt also ein wenig in der umgekehrten Situation wie du.

Unsicherer
05.06.2008, 20:56
Vielen Dank Leute. Ich freu mich über jeden Gedanken den ihr mir mitteilt. Ich hoffe die richtige Entscheidung zu treffen---in den letzten Tagen hab ich häufiger einfach so gezittert weil ich nicht mehr weiter wußte.


Übrigens eine Entscheidung hab ich bereits getroffen: Falls ich mich zu einem Wechsel durchringen sollte dann werd ich (viele werden jetzt die Augen verdrehen) etwas wirtschaftliches studieren--BWL/Management. Jura scheidet aus--dauert zu lange,Aussichten nicht gut,Druck enorm.
Ich bin mathematisch gott sei dank ziemlich gut und laut einigen Freunden könnte ich BWL mit dem nötigen Einsatz in 4 Jahren durchgezogen haben,dass bestandene Physikum stellt alles andere als eine Lücke im Lebenslauf dar und ich hätte wohl (obwohl älter) nicht so schlechte Karten.



Weitere Meinungen sind herzlichst Willkommen.

Unsicherer
05.06.2008, 21:18
Übrigens bin ich zur Zeit nicht in Behandlung , werde das aber vielleicht wirklich machen.

flopipop
05.06.2008, 22:20
du kannst ja medizin zu ende studieren, dann bwl dranhängen und dann einen job als kv-vorsitzender machen.

Strodti
05.06.2008, 22:30
Kannst ja auch ein Masterstudium im betriebswirtschaftlichem Bereich oder Public Health nach einer Approbation anstreben. Dauert imo nur 2 Jahre.

Kajana79
06.06.2008, 14:37
also, dass mit der Angst vor Krankheiten kenne ich uebrigens auch nur zu gut. Ist wahrscheinlich auch so eine Komponente der Zwangsstoerung. Lasse mich andauernd auf Infektionskrankheiten testen, obwohl ich weiss, dass das totaler Bloedsinn ist. Habe auch noch nie was gehabt. Ich habe mich einfach damit abgefunden, dass ich nicht ganz so normal bin wie andere, und meine Umwelt hat sich damit abgefunden, dass ich nur mit Handschuhen durch die Gegend renne. Es hilft meinem Seelenfrieden aber ganz ungemein. Aber auch diese Infektionsaengste werden mi der Zeit besser. Kriege jetzt jedenfalls nicht mehr gleich nen Heulkrampf, wenn mir ein Spritzer Blut auf die Hand kommt (was nicht bedeutet, dass dann nicht trotzdem eine stundenlange Wasch-Arie folgt).
Wenn Du aber denkst, Du packst das nicht, dann machst Du halt was anderes, ist doch auch kein Beinbruch. Notfalls kannst Du ja immer noch wieder zurueckwechseln...

Hannah79
10.06.2008, 10:17
Hallo!

Ich hatte in meinem Studium damals genau solche Ängste - was, wenn ich jemand umbringe oder schwer schädige?? Damit könnte ich niemals ruhig weiterleben.. Was, wenn mir ein Fehler passiert und ich verklagt werde und den Rest meines Lebens mit der Abzahlung von Schadenersatz verbringe?? Was, wenn ich ich selbst schwer anstecke.. interessant, dass es anscheinend noch mehreren Leuten so geht!

Das waren damals nicht die einzigen Gründe, aber ich habe dann letzendlich nach dem Physikum abgebrochen. Gereizt hat es mich aber die ganze Zeit weiter, und jetzt überlege ich wieder anzufangen (hoffe ich bin in der Zwischenzeit etwas stabiler und reifer geworden). Also an deiner Stelle würde ich mir das mit dem Aufhören gut überlegen.. ich hab´s zwar nicht wirklich bereut, aber vielleicht hätte ich diese Sorgen auch anders in den Griff kriegen können und wäre jetzt fertige Ärztin. Man sollte wohl sein Leben nicht so sehr von den Ängsten bestimmen lassen (leicht gesagt, ich weiß..)

Dazu würde mich übrigens auch mal die Meinung von fertigen Ärzten interessieren, wie die mit solchen Fragen umgehen.. ich meine, jeder der arbeitet weiss, dass immer wieder Fehler passieren, und wenn die direkt am Patienten passieren ist es ja doch etwas anderes, als wenn (wie bei mir) mal aus Versehen eine Sendung etwas zu spät eintrifft etc...

Naja in dem Sinne, liebe Grüße
Hannah