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June
25.09.2002, 21:48
Ich schätze eher, mit dieser Wahl hat die CSU auf lange Jahre hinweg ihre Chance verspielt, einen Kanzlerkandidaten zu stellen.
Meint ihr nicht, bei dem knappen Ergebnis und den vielen Leuten, die unbedingt den Stoiber verhindern wollten, daß Frau Merkel es vielleicht sogar geschafft hätte? Nicht, daß ich das gut gefunden hätte! Bin sehr zufrieden mit dem Ausgang der Wahl! Aber ob das aus CDU/CSU-Sicht taktisch so klug war, den Stoiber zum Kandidaten zu nominieren?
Die June :-music

Rugger
25.09.2002, 21:52
Original geschrieben von Froschkönig
[BUnd zu Stoibers sich feiern lassen : Wer zugehört hat, hat gemerkt, daß er die CDU/CSU (ok, auch verfrüht) zur stärksten Fraktion erklärt hat, er hat aber auch gesagt, mit dem sekt würde er warten...und sätze wie "Ich bin fest davon üvberzeugt, daß wir gewinnen..." haben alle von sich gegeben...außer vielleicht FDP und PDS [/B]Was ich meinte, war auch nicht das "Wir haben gewonnen", sondern das übermäßig triumphale Auftreten, mit einem Grinsen, daß ich ihm gerne aus dem Frack geschlagen hätte ;-)
Man muß nicht nur verlieren, sondern auch gewinnen können...

R.

hobbes
25.09.2002, 21:59
sondern das übermäßig triumphale Auftreten, mit einem Grinsen, daß ich ihm gerne aus dem Frack geschlagen hätte

Ich glaube zwar auch dass es in der Politik keine echten Emotionen gibt, aber vielleicht war das eine bei Stoiber (er hat sich ja im Gegensatz zu Schröder auch während des Wahlkampfes nicht wie ein gekonnter Schauspieler emotional derart verstellt).
Allerdings hätte Stoiber mit Schröder'scher Schauspielerei gewonnen. Tja, er ist halt ein Mann der Sache.

Rugger
25.09.2002, 22:02
Original geschrieben von hobbes
Ich glaube zwar auch dass es in der Politik keine echten Emotionen gibt, aber vielleicht war das eine bei Stoiber (er hat sich ja im Gegensatz zu Schröder auch während des Wahlkampfes nicht wie ein gekonnter Schauspieler emotional derart verstellt). Ich glaube, da haben wir zum ersten Mal im Wahlkampf den echten Stoiber gesehen.

R.

June
25.09.2002, 22:11
er hat sich ja im Gegensatz zu Schröder auch während des Wahlkampfes nicht wie ein gekonnter Schauspieler emotional derart verstellt.
Eben, eher wie ein schlechter Schauspieler, der nicht weiß, welche Emotionen angemessen sind - um nur mal an sein eingefrorenes Grinsen im 1. TV-Duell beim Thema Flutkatastrophe zu erinnern!

hobbes
25.09.2002, 22:20
allemal lieber ein schlechter Schauspieler als Bundeskanzler als ein schlechter und verlogener Politiker.

Rugger
25.09.2002, 22:30
Original geschrieben von hobbes
allemal lieber ein schlechter Schauspieler als Bundeskanzler als ein schlechter und verlogener Politiker. Ohne Schauspielerei geht's heutzutage nimmer... Letztlich war Schröder in meinen Augen jedoch immer noch glaubwürdiger...

Rugger

Dr.Dolor
26.09.2002, 06:40
Es war knapp, natürlich bin ich froh über den Ausgang der Wahl, aber es war eine deutlich rote Karte für die SPD! In dieser Legislaturperiode muss deutlich mehr Engagement in die Arbeitsmarktpolitik gesteckt werden. Die CDU/CSU hat einerseits mit Stoiber, andererseits wegen mangelnder Konzepte viele Chancen verspielt.
Ich bin froh, mit 2x Grün am Wahlsieg der Grünen teilgehabt zu haben - die Grünen sind in dieser Wahl die Partei mit dem deutlichsten Sympathie- und Stimmenzuwachs. Offenbar sehen auch immer mehr Jungwähler die Notwendigkeit der ökologischen Vernunft bei wachsender Produktion & Technologie.

Nochmal FDP: Natürlich eine indiskutable Regierungspartei, aber bei aller Lächerlichkeit glaube ich, dass der Westerwelle noch ein Maximum an Ehrlichkeit und Souveräniät besitzt und Möllemann ... ja Möllemann; was hat der eigentlich genau getan? Die innenpolitischen Verfehlungen Sharons kritisiert. Ich bitte euch - dazu haben ir als Deutsche nicht nur das Recht sondern sogar die Pflicht! Die israelischen Hardliner führen sowas wie einen Vernichtungskrieg und provozieren wo es nur geht. Palästineser sind sicherlich keine Unschuldslämmer aber seit dem 11.Sept. lässt sich ja jede politische & militärische Massnahme mit Terrorismus rechtfertigen!
Ich denke, Möllemann sagt ehrlich und direkt was er denkt. Ob das im Wahlkampf so günstig ist und ob seine persönliche Feindschaft mit Friedmann so ausgetragen werden muss ist natürlich eine andere Frage.

:-meinung

Gruss, Daniel.

airmaria
26.09.2002, 09:46
Original geschrieben von Dr.Dolor
Ich denke, Möllemann sagt ehrlich und direkt was er denkt. Ob das im Wahlkampf so günstig ist ... ist natürlich eine andere Frage.

Na, wenigstens ein ehrlicher Politiker :-)) ... bin bestimmt kein Mölli-Fan, aber zu diesem Thema kann ich nur sagen:

die unehrlichste Partei sind wohl die Grünen, denn was die in den letzten Jahren an Idealen reihenweise versenkt haben - nur um an der Macht zu bleiben - ist schon arg verwunderlich!

"Mary" airmaria

Dr.Dolor
26.09.2002, 10:31
Naja... also sicherlich sind viele der grünen Inhalte (die ja zum Teil aus einer Umwelt- und Friedenspolitik der Mitt-80er entstanden) nicht mehr aktuell umsetzbar.
Ich rechne den Grünen hoch an, dass sie nicht zuletzt Dank einer innerparteilichen Diskussion grosse Aspekte ihrer ökologischen Prinzipien in der Regierung umsetzen konnte. Im Gegensatz zu CDU/CSU sind die Grünen flexibler und moderner - das hat leider auch manchmal zur Folge, das Standpunkte zB. zur Friedenspolitik umgedacht und angepasst werden müssen.
Natürlich ist es dramatisch, das die ersten BW-Mandate im Ausland gerade unter einer grünen Regierung notwendig wurden, aber ist kompromissloser Pazifismus heute noch anwendbar? Haben die Grünen damit ihre Ideale verraten oder nicht vielmehr die zwingend notwendige internationale Verantwortung übernommen und trotzdem Skepsis und Kritik bewahrt? (Stichwort: USA vs. Irak und die klare Aussage, keinen Angriffskrieg zu unterstützen)

Gruss, Daniel.

frerehugi
29.09.2002, 14:46
Original geschrieben von airmaria



die unehrlichste Partei sind wohl die Grünen, denn was die in den letzten Jahren an Idealen reihenweise versenkt haben - nur um an der Macht zu bleiben - ist schon arg verwunderlich!



So, welche denn? Ideale sind dafür da, um auf sie hinzuarbeiten; das heisst aber auch, dass man, zumal als kleinerer Koalitionspartner, zu Kompromissen bereit sein muss. Das diese Kompromissbereitschaft und die damit verbundenen Möglichkeiten grüne Konzepte an anderer Stelle auch gegen die ursprünglichen Pläne der SPD durchzusetzen immer als "Verrat an grünen Idealen" dargestellt wird, ist mir unbegreiflich. Die Ideale bleiben und werden im Laufe der Regierungsverantwortung nach und nach umgesetzt. Dass dieses Art und Weise zu regieren, nämlich kompromissbereit und nicht stur und mit dem Kopf durch die Wand, funktioniert, haben viele Wählerinnen und Wähler erkannt und letzten Sonntag belohnt. Ach ja...und nebenbei...der Wandel der Grünen von einer klaren Oppositionspartei in den 80ern, hin zu einer stabilen und kompetenten Regierungspartei, hat etwas mit einer Eigenschaft der Mitglieder und Funktionäre zu tun, die ich insbesondere bei CDU/CSU und weiten Teilen der FDP vermisse: Lernfähigkeit! vlg frerehugi :-meinung

airmaria
29.09.2002, 16:18
Original geschrieben von frerehugi
Ach ja...und nebenbei...der Wandel der Grünen von einer klaren Oppositionspartei in den 80ern, hin zu einer stabilen und kompetenten Regierungspartei, hat etwas mit einer Eigenschaft der Mitglieder und Funktionäre zu tun, die ich insbesondere bei CDU/CSU und weiten Teilen der FDP vermisse: Lernfähigkeit!


Hm, Du willst das Treiben in der letzten Legislaturperiode doch nicht ernsthaft als stabil bezeichnen?! Wieviele Minister waren das noch, die sich stabil verabschiedet haben???
"Kompetent" kommentier ich mal lieber net näher, da sprechen die Zahlen schwarz auf weiß ein eideutige Sprache (letzter Platz im WW...)

Jo, und Lernfähig sind sie insofern, daß sie alles darauf ausrichten, an der Macht zu bleiben (oder haben wir in Afghanistan z.B. mit Blümchen geschmissen???).

"Mary" airmaria

June
29.09.2002, 16:33
Original geschrieben von airmaria
Wieviele Minister waren das noch, die sich stabil verabschiedet haben???
Eine einzige grüne Ministerin, Mary...

Lion
29.09.2002, 16:38
Airmaria, meine Unterstützung hast du voll und ganz. Weiter so.

Es gibt zwar immer zwei Seiten einer Münze, man kann aber auch versuchen etwas rosig zu reden um von der Wahrheit abzulenken.

airmaria
29.09.2002, 17:56
Original geschrieben von June

Eine einzige grüne Ministerin, Mary...

Ich bin ja auch net nur gegen grün: ich bin gegen rot/grün :-))

"Mary" airmaria

frerehugi
29.09.2002, 22:10
Zu den verschütt gegangenen Ministern...erstens sind davon einige gegangen, weil sie andere Aufgaben bekommen haben und zweitens wäre es der schwarz-gelben Regierung auch ganz gut bekommen, ein Bischen mehr nach dem Motto "wers nicht bringt, fliegt" zu handeln (dann hätten wir nicht so lange mit Waigel und Seehofer auskommen müssen!)

frerehugi
29.09.2002, 22:28
By the way...das in letzter Zeit ständig gebrachte Beispiel vom "dänischen Wirtschaftswunder" (jede Menge freie Stellen, neue Technologieentwicklung und Produktion boomt, etc...) ist letztendlich die Folge einer konsequenten sozial-ökologischen Steuerreform mit einer hohen Steuer auf Energie und Kraftstoffe (ja, auch für die Großbetriebe), hohen Alkohol-und Tabaksteuern, kaum Ausnahmetatbeständen und demgegenüber geringen Lohnnebenkosten; et voila... Industrie und Mittelstand konnten wieder Leute einstellen und der hohe steuerliche Druck hat die Entwicklung und Produktion von energiesparsamen Maschinen, Wärmedämmstoffen etc. klasse belebt. Genau so werden rot-grün die deutsche Wirtschaft wiederbeleben und Arbeitsplätze schaffen (und mit starken Grünen klappt die Umsetzung auch garantiert viel schneller!) :-meinung

Christoph_A
30.09.2002, 19:17
Und ich bin ein Mainzelmännchen.
P.S.: Wenn Du eine vernünftige Wirtschaftspolitik sehen willst,dann schau Dir Spanien an-ein Land,das von der Größe uns ähnlich ist und das sich die letzten Jahre richtig gemausert hat. By the way-Dänemark hatte ja auch nicht die Kleinigkeit der Wiedervereinigung zu tragen und Grüne sind nicht gleich grüne-vergleiche hierzu doch mal Österreich und Deutschland-die Grünen in Öland sind um einiges realistischer und wirtschaftlich effektiver als bei uns-deshalb sind sie drüben auch für nicht ganz so progressive Menschen wie Dich wählbar.
P.P.S.: Airmaria,spätestens in vier Jahren,wenn sie dieses Land endgültig abgewirtschaftet haben und sich auch nicht mehr auf ihre kurze Amtszeit rausreden können,kommt die Stunde der Wahrheit,das können wir erwarten.

airmaria
30.09.2002, 19:24
Also was ich z.B. überhaupt nich begreifen kann is, daß die sich dahinstellen und sagen: "wir machen erstmal Kassensturz" oder "wir rechnen mit dem spitzen Bleistift nach"...

... ja was um himmelswillen haben die denn die letzten 4 Jahre gemacht?! Wolln die mich vereimern oder hat das Finanzministerium samt aller Regierungsverantwortlichen die ganze Zeit gepennt ???

"Mary" airmaria

Dr.Dolor
30.09.2002, 21:06
Jaja, es kommen harte Zeiten auf uns zu. Spätestens in 4 Jahren werden wir ALLE arbeitslos sein, Strom kommt nur noch aus der kalten Rotte und es gibt in Deutschland 3x soviele Türken wie Deutsche. Und die ganze Welt lacht über uns weil wir mit einem konsequenten Sparkurs richtig arme Säue geworden sind. Überhaupt - woanders ist alles besser und unter der CDU/CSU hätten wir alle wieder was zu lachen. Weil es im Pluralismus (vor allem bei einer fast 50:50-Aufteilung) ja nur die Guten und die Schlechten gibt. Und die einen machen alles ganz phantastisch, bringen Deutschland wieder an die Weltspitze, zaubern trotz Weltwirtschaftslage 4 Mio Arbeitsplätze aus dem Hut, steigern das Bruttoinlandsprodukt mit zunehmender ökologischer Stabilität & Verantwortung und senken alle Steuern. Die anderen sind Sozialdemokraten und können Deutschland offenbar nur schaden. Und das trotz der im Verhältnis mächtigen Opposition und deren jetzigen Mehrheit im Bundesrat...

Überlegt mal, was ihr sagt und hört auf, ständig in Gut & Böse, Kompetent & Inkompetent zu denken. Wenn Deutschland am Hungertuch nagt (was de facto weder momentan noch in 4 Jahren Blödsinn ist), dann ist das sicherlich nicht zuletzt auch ein Resultat von 16 Jahre Kohl. Und wenn in 4 Jahren alles wieder gut ist, dann wohl auch aufgrund einer vernüntigen Politik des GESAMTEN Bundestages, einschliesslich Opposition. Die hingegen sollte statt ständiger Nörgelei und Besserwisserei aufrichtig und ehrlich zum Wohle des Bürgers mithelfen und eine gute Opposition statt eine konzeptlose Kontraposition bieten.

Gruss, Daniel.