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astrophys
11.05.2008, 00:24
Ich fand den Spiegelartikel reichlich konstruiert. In einem EH Kurs mag das Interesse der Teilnehmer vielleicht noch vorhanden sein, in einem LSM Kurs hat man üblicherweise aber eine sehr heterogene Gruppe, die man alle mitnehmen muss. Üblicherweise wird deswegen z.B. im Kurs neben der "korrekten" Seitenlage auch mehrfach und ausdrücklich auf den Sinn derselben und damit auch auf die wichtigsten Punkte hingewiesen. Fragt sich, wann der Autor selbst zum letzten mal einen Kurs besucht hat.

_Garfield_
11.05.2008, 17:42
Selbst wenn das bei ihm 20 Jahre sein sollten (was ich nicht glaube): Bei den meisten anderen Menschen wirds genau so lang her sein. Und dann bleibt im Zweifelsfall nur noch das im Kopf hängen, was einen während der praktischen Übungen am meisten beschäftigt. Und zumindest bei dem LSM und EH-Grundkurs bei dem ich bisher (als Teilnehmer) dabei war, kreisten die häufig gestellten Fragen bei der Seitenlage alle um "Äääh, welches Bein muss ich jetzt da wie anfassen?!".

christo
12.05.2008, 07:34
Bei den 50-100 präklinischen Reas die ich bis jetzt gesehen habe wurde kein einziges mal von Laien reanimiert. Ergo hat kein einziger das KHS lebend verlassen.
Fand den Spiegelartikel toll, denke aber nicht das sich da was tut. Zumal beim DRK die Ausbildung eh grad komplett den Bach runtergeht.

astrophys
12.05.2008, 09:01
Die Ausbilder kennen das Problem doch. Wenn bei der Seitenlage der Fokus auf die richtige Winkelstellung der Beine gelegt wird, dann ist das halt ein schlechter Kurs.
Und in einem solchen scheint der Spiegelredakteur gewesen zu sein.

synovia
13.05.2008, 08:38
Bei den 50-100 präklinischen Reas die ich bis jetzt gesehen habe wurde kein einziges mal von Laien reanimiert. Ergo hat kein einziger das KHS lebend verlassen.
Fand den Spiegelartikel toll, denke aber nicht das sich da was tut. Zumal beim DRK die Ausbildung eh grad komplett den Bach runtergeht.

Warum denn beim DRK? Die Ausbildungsinhalte sind doch bei allen HiOrgs und freien Anbietern ähnlich?!
Ich glaube auch nicht, dass jemand nach dem Besuch von 10 EH-Kursen sich eher trauen würde im privaten Umfeld zu reanimieren. Das ist für Medizin-Laien ohne Reanimationserfahrung einfach eine völlig ihre Fähigkeiten übersteigende Herausforderung. Nur vom Lernen des "technischen" Ablaufs her ist man ja noch lange niemand, der auch psychisch dazu in der Lage ist auch im echten Leben wirklich zu reanimieren :-meinung

christo
13.05.2008, 19:22
Warum denn beim DRK? Die Ausbildungsinhalte sind doch bei allen HiOrgs und freien Anbietern ähnlich?!
Das ist meine Meinung, vielleicht auch weil ich da selbst viel zu tief drinstecke.



Ich glaube auch nicht, dass jemand nach dem Besuch von 10 EH-Kursen sich eher trauen würde im privaten Umfeld zu reanimieren. Das ist für Medizin-Laien ohne Reanimationserfahrung einfach eine völlig ihre Fähigkeiten übersteigende Herausforderung. Nur vom Lernen des "technischen" Ablaufs her ist man ja noch lange niemand, der auch psychisch dazu in der Lage ist auch im echten Leben wirklich zu reanimieren :-meinung

Die Leute brauchen auch keine "Reanimationserfahrung".
Sie sollen einfach nur auf dem Brustkorb rumdrücken, das ist alles. Einmal alle zwei Jahre, und wenns nur 90 Minuten sind: Stabile Seitenlage und HLW.
In erster Linie ist es eine rein technische Maßnahme, und denkst du nicht das wenn dieses Wissen präsent wäre mehr Menschen anfangen würden?

synovia
16.05.2008, 21:08
Aus persönlicher Erfahrung: Nein. Erstmal fällt es ganz vielen "Laien" schon einmal sehr schwer zu beurteilen, ob die Person, die da liegt, wirklich reanimationsbedürftig ist. Die "technischen" Kenntnisse sind da das geringste Problem. Und mal ehrlich: Die meisten Reanimationen ereignen sich doch im häuslichen Umfeld und wenn dann plötzlich ein naher Angehöriger liegt ist man völlig blockiert im Kopf, selbst wenn man wöchentlich einen EH-Kurs besucht...

//stefan
16.05.2008, 22:05
vor 3 wochen während der rtw-schicht auf der straße reanimiert. laien rea (nur drücken) war im gang als wir ankamen... anfahrtszzeit. knapp 4 minuten anfahrtszeit (bin gefahren wie´n tiefergelegter bullterrier ;D ). cpr über knappe 10 minuten --> rosc. 3 wochen intubiert wegen ards ---> extubation ---> neurologisches outcome nicht eingeschränkt.
bin mir sicher das die laien rea ihm das leben gerettet hat. leider kommt man in solchen situationenn nicht dazu die leute zu fragen was ihr beweggründe/ängste etc gewesen sind...
war die erste laien-rea die ich gesehn hab. bisher hab ich erst 6 aber dafür 2 ohne folgeschäden. die andere ex... so kanns doch weitergehn (aber ohne kinder, eins hatt gereicht...)

ich denke nicht das da ne rea stattgefunden hätte ohne erste hilfe kurs. ich bin für jährliche pflichtschulungen für ALLE ab 18. egal ob führerschein oder nicht...

Hellequin
16.05.2008, 22:46
Aus persönlicher Erfahrung: Nein. Erstmal fällt es ganz vielen "Laien" schon einmal sehr schwer zu beurteilen, ob die Person, die da liegt, wirklich reanimationsbedürftig ist.
Das ist nach den neuen Leitlinien relativ einfach ... keine Atmung-> Rea. Und die Atmung kann auch ein Laie prüfen, wenn er weiß wie es geht.

christo
18.05.2008, 18:36
Aus persönlicher Erfahrung: Nein. Erstmal fällt es ganz vielen "Laien" schon einmal sehr schwer zu beurteilen, ob die Person, die da liegt, wirklich reanimationsbedürftig ist. Die "technischen" Kenntnisse sind da das geringste Problem. Und mal ehrlich: Die meisten Reanimationen ereignen sich doch im häuslichen Umfeld und wenn dann plötzlich ein naher Angehöriger liegt ist man völlig blockiert im Kopf, selbst wenn man wöchentlich einen EH-Kurs besucht...

Du traust dem Bürger relativ wenig zu. Er soll nur drücken. Das schafft jeder noch so traumatisierte, zumal er das leben eines nahestehenden Menschen rettet.

Zur Rea-Entscheidung: Nach den neuen Guidelines kannste bei nem Bewußtlosen schon fast das Drücken anfangen.