anba
24.06.2008, 22:18
Nochmal: Ich will nicht in eine große Diskussion über Akupunktur einsteigen. Ich hatte die Geracstudien mal gelesen und auch einige Studien aus dem englischsprachigen Raum, mich aber nicht näher damit beschäftigt. Meine einzige eigene Erfahrung hab ich gemacht, als ich mir mal aus Neugier eine Nadel setzten ließ um zu testen, wie sich das anfühlt, und fand es einfach nur unangenehm.
denn die Eindringtiefe ist möglicherweise für die Wirkung nur wenig entscheidend. :-nix Scheint so.
Zur Tiefe des Einstechens hab ich gerade nochmal die Ergebnisse der Geracstudien rausgesucht: http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/pdf.asp?id=54179
.....Die Nadeln wurden 2 bis
40 mm tief eingestochen und manuell stimuliert, um ein
„De Qi“-Gefühl (Gefühl einer leichten Elektrisierung
am Akupunkturpunkt) auszulösen. (......)
Bei
der Shamakupunktur wurde nur oberflächlich (bis maximal
3 mm) und ohne Nadelstimulation (kein De Qi) an
Punkten gestochen, die im gleichen Körperbereich lagen,
aber entfernt von bekannten Meridian- oder erkrankungstypischen
Ahshi-(Locus dolendi)Punkten, sodass
keine punktspezifischen Effekte auftreten sollten ....Die reden von einem für Akupunktur typischen Qi-Gefühl, das bei der Sham-Akupunktur nicht auftrete.
Immerhin haben sie wenigstens ein bisschen eingestochen. Ich meine, mal etwas über Experimente mit speziellen Nadeln gelesen zu haben, die gar nicht eingestochen wurden, sondern die so präpariert waren, dass sie statt in die Haut einzudringen in die Nadelhülse zurückgingen. Auch damit hat die Akupunktur scheinbar (oder anscheinend?) funktioniert.
Übrigens argumentieren auch die Erfinder der Lasernadelakupunktur mit den Meridianen. Die behaupten dann zum Beispiel, in den Meridianen würden Biophotonen zwischen verschiedenen Körperbereichen transportiert. Störungen des Biophotonenflusses führten zu Krankheiten, und durch Lasernadelakupunktur würde der durch Biophotonen vermittelte Informationsfluss zwischen den Zellen wieder hergestellt. ;-)
Akupunktur ist eben in und so versuchen viele, von diesem Boom zu profitieren. ;-)
Wie gesagt: Wenn es zur Reduzierung des Schmerzmittelbedarfs beiträgt und so gearbeitet wird, dass dadurch niemand zu Schaden kommt (=> Hygiene etc.), interessiert mich der Mechanismus nur aus theoretischen Gründen. (Ich tippe auf einen starken Placebo-Effekt.)
Und ein eindeutiger methodischer Schwachpunkt der Studien ist natürlich, daß sie nicht doppelt verblindet sein können, denn der Akupunkteur weiß ja, wo er hinsticht.Neulich hab ich noch eine weitere ganz interessante Kritik an den Geracstudien gelesen: Dass die Akupunktur relativ gut bzw.die anderen Methoden im Vergleich zur Akupunktur schlechter als erwartet abgeschnitten haben, könne auch daran gelegen haben, dass die Patienten, die an diesen Studien beteiligt waren, eine positive Einstellung zur Akupunktur gehabt hätten und enttäuscht gewesen seien, wenn sie sich sich, statt die erhoffte (kostenlose) Akupunktur zu bekommen, mit anderen Therapien zufriedengeben mussten.
denn die Eindringtiefe ist möglicherweise für die Wirkung nur wenig entscheidend. :-nix Scheint so.
Zur Tiefe des Einstechens hab ich gerade nochmal die Ergebnisse der Geracstudien rausgesucht: http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/pdf.asp?id=54179
.....Die Nadeln wurden 2 bis
40 mm tief eingestochen und manuell stimuliert, um ein
„De Qi“-Gefühl (Gefühl einer leichten Elektrisierung
am Akupunkturpunkt) auszulösen. (......)
Bei
der Shamakupunktur wurde nur oberflächlich (bis maximal
3 mm) und ohne Nadelstimulation (kein De Qi) an
Punkten gestochen, die im gleichen Körperbereich lagen,
aber entfernt von bekannten Meridian- oder erkrankungstypischen
Ahshi-(Locus dolendi)Punkten, sodass
keine punktspezifischen Effekte auftreten sollten ....Die reden von einem für Akupunktur typischen Qi-Gefühl, das bei der Sham-Akupunktur nicht auftrete.
Immerhin haben sie wenigstens ein bisschen eingestochen. Ich meine, mal etwas über Experimente mit speziellen Nadeln gelesen zu haben, die gar nicht eingestochen wurden, sondern die so präpariert waren, dass sie statt in die Haut einzudringen in die Nadelhülse zurückgingen. Auch damit hat die Akupunktur scheinbar (oder anscheinend?) funktioniert.
Übrigens argumentieren auch die Erfinder der Lasernadelakupunktur mit den Meridianen. Die behaupten dann zum Beispiel, in den Meridianen würden Biophotonen zwischen verschiedenen Körperbereichen transportiert. Störungen des Biophotonenflusses führten zu Krankheiten, und durch Lasernadelakupunktur würde der durch Biophotonen vermittelte Informationsfluss zwischen den Zellen wieder hergestellt. ;-)
Akupunktur ist eben in und so versuchen viele, von diesem Boom zu profitieren. ;-)
Wie gesagt: Wenn es zur Reduzierung des Schmerzmittelbedarfs beiträgt und so gearbeitet wird, dass dadurch niemand zu Schaden kommt (=> Hygiene etc.), interessiert mich der Mechanismus nur aus theoretischen Gründen. (Ich tippe auf einen starken Placebo-Effekt.)
Und ein eindeutiger methodischer Schwachpunkt der Studien ist natürlich, daß sie nicht doppelt verblindet sein können, denn der Akupunkteur weiß ja, wo er hinsticht.Neulich hab ich noch eine weitere ganz interessante Kritik an den Geracstudien gelesen: Dass die Akupunktur relativ gut bzw.die anderen Methoden im Vergleich zur Akupunktur schlechter als erwartet abgeschnitten haben, könne auch daran gelegen haben, dass die Patienten, die an diesen Studien beteiligt waren, eine positive Einstellung zur Akupunktur gehabt hätten und enttäuscht gewesen seien, wenn sie sich sich, statt die erhoffte (kostenlose) Akupunktur zu bekommen, mit anderen Therapien zufriedengeben mussten.