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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berufsstart: städtisches Kleinkrankenhaus oder Rehaklinik?



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habichnicht
02.07.2008, 20:32
3200 Euro Brutto ohne Dienste ist durchaus normal im Osten,Nö, normal ist das auch imOsten nicht. 3200 €/Monat für 42 h/Woche gibt es auch dort nur an Unikliniken.

Da scheint Dir die letzte MB-VKA-Tarifrunde entgangen zu sein: An kommunalen Krankenhäusern hat die Angleichung der Tarifgehälter bereits zum 1.4.2008 stattgefunden. Seither gibt es auch im Osten an kommunalen Krankenhäusern -sofern sie nicht kurz vor der Pleite stehen - 3529 €/Monat für 40 h/Woche und ab dem 1.1.2009 dann 3 663 Euro für 40 h/Woche.

Ein Tarif an kommunalen Krankenhäusern, bei dem die Regelarbeitszeit 42 h/Woche (noch dazu für nur 3200 €/Monat) betragen soll, ist mir nicht bekannt. So etwas gibt es m. W. nur an Ost-Unikliniken.

Welchen Tarif hat Dir denn dieses kleine städtische Krankenhaus, an dem Du nun doch nicht arbeiten wirst, genannt?



Ebenfalls habe ich eine Zusage von einer Rehaklinik 40h-Woche, Grundgehalt 3000 Euro brutto (Und nach welchemTarif soll dort bezahlt werden?

Tibia
02.07.2008, 20:45
Genaue Tarife wurden mir diesbezüglich nicht genannt, es hieß dann immer nur - "wir haben einen neu ausgearbeiteten hauseigenen Tarif", mit dem Zusatz - "Dadurch, dass Sie hier ca 6 Dienste/Monat machen, die extra vergütet werden, haben Sie dann ein ganz ordentliches Gehalt" oder so ähnlich...
Die REHA-klinik meinte gleich, 3000 Euro brutto - mehr können wir Ihnen nicht zahlen. Auch hier wurde ich getröstet mit den Worten: dies entspricht ja einem normalen Gehalt eines Berufsanfängers. :-nix
Klar, gut bezahlt, sieht anders aus. :-((

alley_cat75
03.07.2008, 12:08
Hallo alley cat,
hast Du schon mal in einer Rehaklinik gearbeitet? Auch in diesen Kliniken gibt es Stress.

Gut, dann formuliere ich das mal anders. Kennst Du Eustress und Distress? In der REHA-Klinik gibt es zwar Eustress, aber sicher keinen Distress. Im Übrigen wollte ich damit nicht sagen, dass die Kollegen sich dort den Hintern platt sitzen. :-)

Alzheimer
03.07.2008, 16:32
Ja ich kenne diese Stressformen. :-stud
Woher willst Du wissen wie es in einer Rehaklinik läuft, wenn Du nie in einer gearbeitet hast? Die Zeiten der Kurmedizin sind seit Jahren vorbei. Ich habe ganz bestimmt nicht nur Eustress in der Klinik und bei einer Reanimation, kardiogenem Schock oder Sepsis ... entsteht bei mir eher Distress. Diverse Notfälle (damit meine ich nicht nur Kleinkram) oder auch Akuteinweisungen als Notfall werden bei uns behandelt und nicht verlegt. Vielleichtsolltest Du mal bei uns reinschauen, dann revidierst Du vielleicht Deine Meinung und siehst die Realität.

alley_cat75
04.07.2008, 09:37
Woher willst Du wissen wie es in einer Rehaklinik läuft, wenn Du nie in einer gearbeitet hast?

Woher willst Du wissen, dass ich nie in einer gearbeitet habe? ;-) Habe ich und das war das Softeste, was ich bisher erlebt habe. Wobei das sicher nicht pathogonomisch für alle Kliniken sein soll. Jedoch meine Erfahrung... In der Frühbesprechung saßen wir alle mit Brötchen und einem Glas Sekt und haben dem Diensthabenden gelauscht, der mit Streifen im Gesicht immer eine gute Nacht hatte. :-)) Die Mittagspause war eine Stunde lang und Überstunden kannten die Kollegen nicht. Ganz ehrlich: das war eine 6wöchige Famulatur und wie Urlaub. Ich habe noch heute Kontakt zu den Leuten, die noch immer sehr entspannt dort arbeiten. :-party

Tibia
04.07.2008, 11:22
In der Frühbesprechung saßen wir alle mit Brötchen und einem Glas Sekt und haben dem Diensthabenden gelauscht, der mit Streifen im Gesicht immer eine gute Nacht hatte. :-)) Die Mittagspause war eine Stunde lang und Überstunden kannten die Kollegen nicht. Ganz ehrlich: das war eine 6wöchige Famulatur und wie Urlaub. Ich habe noch heute Kontakt zu den Leuten, die noch immer sehr entspannt dort arbeiten. :-party

Na das klingt doch nach der ultimativen Arbeitsalternative, wenn man nach geschätzten 11 Monaten Fronterfahrung vor dem sicheren Burnout steht :-))

freestyler
04.07.2008, 17:27
Nö, normal ist das auch imOsten nicht. 3200 €/Monat für 42 h/Woche gibt es auch dort nur an Unikliniken.

Da scheint Dir die letzte MB-VKA-Tarifrunde entgangen zu sein: An kommunalen Krankenhäusern hat die Angleichung der Tarifgehälter bereits zum 1.4.2008 stattgefunden. Seither gibt es auch im Osten an kommunalen Krankenhäusern -sofern sie nicht kurz vor der Pleite stehen - 3529 €/Monat für 40 h/Woche und ab dem 1.1.2009 dann 3 663 Euro für 40 h/Woche.

Ein Tarif an kommunalen Krankenhäusern, bei dem die Regelarbeitszeit 42 h/Woche (noch dazu für nur 3200 €/Monat) betragen soll, ist mir nicht bekannt. So etwas gibt es m. W. nur an Ost-Unikliniken.

Welchen Tarif hat Dir denn dieses kleine städtische Krankenhaus, an dem Du nun doch nicht arbeiten wirst, genannt?


Und nach welchemTarif soll dort bezahlt werden?

An öffentlichen Kommunalen Krankenhäusern vielleicht...aber davon gibts nicht allzu viele. 3500€ Brutto Grundgehalt gibts hier nur in ganz wenigen Kliniken.

habichnicht
04.07.2008, 20:23
An öffentlichen Kommunalen Krankenhäusern vielleicht...aber davon gibts nicht allzu viele. Hm, vielleicht hast Du da Recht. Ich hab gerade mal im Ärzteblatt die Stellenangebote aus den Postleitzahlbereichen 0.... und 1.... überflogen.
Da sind halt nicht so viele Angebote von Häusern in kommunaler Trägerschaft dabei, weil im Osten relativ viele Häuser von privaten Klinikketten (z. B. Helios) betrieben werden, aber die zahlen auch nicht schlechter als öffentliche Arbeitgeber. Ich habe jetzt zwar nicht nachgesehen, ob private Klinikketten im Osten nach einem anderen Tarif zahlen als im Westen, aber meines Wissens tun sie das nicht.


Was mir beim Durchsehen der Angebote aus den Postleitzahlbereichen 0... und 1.... übrigens vor allem aufgefallen ist, das sind relativ viele Stellenausschreibungen von Rehakliniken. Bei Stellenangeboten aus dem Westen ist mir das noch nicht aufgefallen. Machen Rehakliniken im Osten eigentlich einen höheren Anteil an den Kliniken aus als im Westen?

Kathibaby
04.07.2008, 21:26
An öffentlichen Kommunalen Krankenhäusern vielleicht...aber davon gibts nicht allzu viele. 3500€ Brutto Grundgehalt gibts hier nur in ganz wenigen Kliniken.
Ich habe im Osten damals mit TVÖD für 2922 Euro/40 h Woche im 1.WBJ gearbeitet. Dann gab es einen mit dem MB ausgearbeiteten Tarif (die Brandenburger kommunalen Häuser sind nämlich damals aus dem Tarifverbund ausgetreten, daher nach langen Verhandlungen ein an den VKA-Tarif angelehnter Vertrag) und da gab es dann im 1.WBJ 3200 Euro. Und so ist es in diesen Häusern immer noch, weil bei denen der "normale" VKA-Tarif nicht gilt. Und das waren m.E. so 11 Kliniken in Brandenburg. Gibt es also doch im Osten.

habichnicht
05.07.2008, 03:11
Ich habe jetzt zwar nicht nachgesehen, ob private Klinikketten im Osten nach einem anderen Tarif zahlen als im Westen,
[/QUOTE]Nun hab ich doch noch mal im Helios-Tarifvertrag nachgesehen. Da gibt es zur Zeit noch einen Ost-Abschlag von 50 Euro/Monat, aber trotzdem sind es im 1. Jahr 3550 Euro/Monat bei 40 h/Woche und in den folgenden Jahren dann jeweils 100 Euro mehr.
Zur Zeit laufen Verhandlungen mit dem MB zwecks Abschaffung dieses (minmalen) Ost-West-Unterschieds.

In einigen Stellenausschreibung von Vivantes aus dem Berlin/Brandenburger Raum steht allerdings "Bezahlung nach BAT-O".:-((

Alzheimer
05.07.2008, 08:29
@alley cat 75
Ichwürde Dich bitten, nicht alles zu pauschalisierenund von einer Rehaklinik auf alle zu schließen. Ich hatte letzen Nacht Dienst und die war alles andere als ruhig. Gestern kamen 2 Patienten direkt von Intensiv zu uns. Eine davon wurde per Intensivtransport mit NA zu uns verlegt. Beide sind in einem schlechten Zustand und haben mich die ganze Nacht beschäftigt. Dann hatte ich einen Pat. mit akutem Koronarsyndrom und viel Kleinkram. Zum Glück kam mal keine Akuteinweisung durch den KV oder einen Hausarzt, aber auch das kommt oft genug vor.

alley_cat75
06.07.2008, 10:34
Zur Zeit laufen Verhandlungen mit dem MB zwecks Abschaffung dieses (minmalen) Ost-West-Unterschieds.

Wir hier bekommen zum 01.09.08 Anpassung an West-Tarif. :-top

alley_cat75
06.07.2008, 10:37
Gestern kamen 2 Patienten direkt von Intensiv zu uns. Dann hatte ich einen Pat. mit akutem Koronarsyndrom und viel Kleinkram.

:-wow

Niemand behauptet, dass Kollegen in der REHA-Kliniken den ganzen Dienst über nur Tee trinken würden, aber mal ganz ehrlich: Du möchtest sicher nicht wissen, was den Kollegen aus den Akuthäusern beim Lesen Deiner Zeilen durch den Kopf geht...

Rugger
08.07.2008, 19:04
....zum Vergleich: ich bekomme an der Uniklinik (Osten) nach TV-Ä auch nur 3295 Euro brutto ohne Dienste im 1 WBJ. Kleiner Lichtblick, ab 01.01.2009 wird der Tarif dort endlich dem Weststandard angeglichen, dann gibt es gleich mal 3795 Euro im 1. WBJ - echt krasse Unterschiede.Diese Angleichung wurde hier ja schon mehrfach erwähnt, auch an anderer Stelle ist sie mir gegenüber erwähnt worden, bloß kann ich nirgends Belege dafür finden... Hat hier jemand genauere Infos zur Situation?

BTW: auf der Suche nach den Fakten habe ich eine schöne Zusammenstellung der verschiedenen Tarifverträge gefunden. Das Dokument findet ihr
hier (http://www.hb-saarland.web-blasche.de/merkblaetter/2007-06_I3_TV_Uebersicht.pdf).

R.

habichnicht
08.07.2008, 19:24
Diese Angleichung wurde hier ja schon mehrfach erwähnt, auch an anderer Stelle ist sie mir gegenüber erwähnt worden, bloß kann ich nirgends Belege dafür finden... Hat hier jemand genauere Infos zur Situation?
Schau mal dort unter 'Tarifverträge des Marburger Bunds' nach.

http://www.marburger-bund.de/marburgerbund/bundesverband/unsere_themen/tarifpolitik/tarifvertraege.php

Die Gehälter für Unikliniken stehen dort unter TdL (Vetrag vom Mai/Juni 2006. Endgültige redaktionelle Fassung vom vom 30. 10.2006). Da stehen Tabellen mit allen Ost- und Westgehältern drin und auch die damals bereits festgelegten Gehaltserhöhungen und Angleichungen der Ostgehälter.

Tarifverträge zwischen dem MB und einigen privaten Klinik(ketten) findest Du zum Teil auch auf den Homepages von MB-Landesverbänden.

Dann gibt es noch den Vetrag zwischen Verdi und der TdL, aber der ist inhaltlich zu 99,9 % identisch mit dem Tarifvertrag zwischen dem MB und der TdL.

Links zu den kirchlichen Tarifen stehen auch schon mehrfach hier in den Foren.



BTW: auf der Suche nach den Fakten habe ich eine schöne Zusammenstellung der verschiedenen Tarifverträge gefunden. Das Dokument findet ihr
hier (http://www.hb-saarland.web-blasche.de/merkblaetter/2007-06_I3_TV_Uebersicht.pdf).

R.Die ist aber schon von 2006. Da hat sich inzwischen doch einiges geändert.

Rugger
08.07.2008, 21:05
Die Gehälter für Unikliniken stehen dort unter TdL (Vetrag vom Mai/Juni 2006. Endgültige redaktionelle Fassung vom vom 30. 10.2006). Da stehen Tabellen mit allen Ost- und Westgehältern drin und auch die damals bereits festgelegten Gehaltserhöhungen und Angleichungen der Ostgehälter.Da steht aber nix von einer 100%igen Angleichung zu 2009 - oder habe ich da was überlesen???

R.

habichnicht
08.07.2008, 22:15
Da steht aber nix von einer 100%igen Angleichung zu 2009 - oder habe ich da was überlesen???

R.Dort finde ich es gerade auch nicht, aber der Vertrag zwischen dem MB und der TdL ist ja ein Ersatz für den BAT.
Als der BAT-Ost eingeführt worden ist, hat man festgelegt, wie lange der gelten soll bzw. ab wann es im BAT keinen Ost-West-Unterschied mehr geben soll. Dieser Stichtag muss auch für den TV-Ä/TdL gelten. Hab das genaue Datum mal gewusst, bin mir aber jetzt nicht mehr ganz sicher, es könnte aber der 1.1.2009 sein.

alley_cat75
09.07.2008, 08:45
Ich warte auf den Tag, an dem es einen einheitlichen Vertrag für angestellte Ärzte in (zumindestens kommunalen) Häusern gibt. Finde nur ich den Tarifdschungel bescheuert? :-nix

lutezia76
03.03.2013, 21:03
hi, ich hoffe du hast reha gewählt, ich stand genau vor der selben entscheidung, und hab mich dafür entschieden, aus folgenden aspekt

1. ich hatte pj in einer akutklinik innere kardio, die assistenzärzt, die dort anfingen, sind noch lange nicht mit der wirklichen klinik von notfällen in kontakt gekommen, die mussten ersteinmal 2 jahre stationsarbeit ableisten, die zu 80% aus papierkram bestand, notfälle wurden schon über die ärzte der rettungsstelle weitgehend stabilisert, so dass die station eigentlich nur noch die relativ erhohlten patienten bekam, die medikamentöse weiterbehandlung haben schon die ärzte der rettungsstelle aufgestellt die die stationsärzte nur noch weiterführen sollten, der papierkram auf station führte zu überstunden und nicht zu patientenbetreuung, dann wurden die patienten schon wieder nach 4 tagen entlassen, was in reha nicht der fall ist, so dass man da sehr gut eigentlich die medikamentöse einstellung zurückverfolgen kann, denn das ist es was man später als internist (Pillenverschreiber) wissen muss, wie wirkt ein bestimmtes medikament bei bestimmten konstellationen, ein facharzt für notfallmedizin muss sich mit notfällen wirklich gut auskennen, dass was du als assistenzarzt in einer rehaklinik machst, machst du auch nur in einem akutkrankenhaus, die assistenzärzte des akutkrankenhauses sind auch nicht an die funktionsdiagnostik gekommen, umso mehr papierkram konnten sie aber machen, das ist so aber in den ersten 2 jahren deiner ausbildung, deswegen egal wo man anfängt, bei mir bietet die reha sogar ein einstiegsgehalt von 3.700 Euro brutto, man wäre doch schön blöd so etwas auszuschlagen, man muss sich nicht für nichts ausbeuten und kaputt spielen lassen, dann macht der arztberuf nämlich auch kein spaß mehr, deine argumente sind schon richtig die assistenzärzte auf station im akutkrankenhaus machen auch nichts anderes außer blutzucker einstellen, papierkram, ekg auswerten an akute fälle kommen die auch nicht in den ersten 2 jahren ran, wenn jemand glaubt hexwissen reicht aus um menschenleben zu retten da reagieren chefärzte sehr allergisch drauf, denn selbst oberärzte brauchen 10 jahre klinische erfahrung, um es so zu beherrschen. deswegen reha ist ein sehr guter anfang für die klinischen grundlagen, die man niemals aus dem hex haben kann.