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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie funktioniert das eigentlich mit den Diensten im KH?



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habichnicht
14.07.2008, 22:29
Such Dir ein Krankenhaus, an dem nach einem Schichtdienstmodell gearbeitet wird, dann hast Du immer 100 %igen Stundenlohn plus Schichtdienstzulage
Hier sind noch einige Zahlen aus Tarifverträgen des MB zu den Schichtzulagen und Zeitzuschlägen:

Demnach gibt es allgemeine Schichtzulagen und Zeitzuschläge für die Stunden, die man in Schichtarbeit bei Nacht, an Wochenenden und Feiertagen verbracht hat. Dadurch kommt man in diesen Schichten auf etwas mehr als 100 Prozent des regulären Stundenlohns:

Zitat aus dem TV-Ä für kommunale Kliniken: :

"§ 11
Ausgleich für Sonderformen der Arbeit

(1) 1Die Ärztin/ Der Arzt erhält neben dem Entgelt für die tatsächliche Arbeitsleistung
Zeitzuschläge.

²Die Zeitzuschläge betragen – auch bei teilzeitbeschäftigten
Ärztinnen und Ärzten – je Stunde

a) für Überstunden 15 v.H.,

b) für Sonntagsarbeit 25 v.H.,

c) bei Feiertagsarbeit
- ohne Freizeitausgleich 135 v.H.,
- mit Freizeitausgleich 35 v.H.,

d) für Arbeit am 24. Dezember und
am 31. Dezember jeweils ab 6 Uhr 35 v.H.,
des auf eine Stunde entfallenden Anteils des Tabellenentgelts der Stufe 3 der
jeweiligen Entgeltgruppe; bei Ärztinnen und Ärzten gemäß § 16 Buchst. c und d
der höchsten tariflichen Stufe.

3Die Zeitzuschläge betragen für Nachtarbeit 1,28
Euro
und für Arbeit an Samstagen von 13 bis 21 Uhr, soweit diese nicht im
Rahmen von Wechselschicht- oder Schichtarbeit anfällt 0,64 Euro je Stunde.

4Beim Zusammentreffen von Zeitzuschlägen nach Satz 2 Buchst. b bis d sowie
Satz 3 2. Alt. wird nur der höchste Zeitzuschlag gezahlt.


4) 1Ärztinnen und Ärzte, die ständig Wechselschichtarbeit leisten, erhalten eine
Wechselschichtzulage von 105 Euro monatlich.

2Ärztinnen und Ärzte, die nicht
ständig Wechselschichtarbeit leisten, erhalten eine Wechselschichtzulage von
0,63 Euro pro Stunde.

(5) 1Ärztinnen und Ärzte, die ständig Schichtarbeit leisten, erhalten eine Schichtzulage
von 40 Euro monatlich.

2Ärztinnen und Ärzte, die nicht ständig Schichtarbeit
leisten, erhalten eine Schichtzulage von 0,24 Euro pro Stunde."



Auszug aus dem Tarifvertrag des MB, der für die meisten Unikliniken gilt (TV-Ä/TdL):

"§ 8
Ausgleich für Sonderformen der Arbeit


(1) 1Ärzte erhalten neben dem Entgelt für die tatsächliche Arbeitsleistung Zeitzuschläge.

2Die Zeitzuschläge betragen - auch bei Teilzeitbeschäftigten - je Stunde

a) für Überstunden 15 v.H.,

b) für Nachtarbeit 1,28 €,

c) für Sonntagsarbeit 25 v.H.,

d) bei Feiertagsarbeit
- ohne Freizeitausgleich 135 v.H.,
- mit Freizeitausgleich 35 v.H.,

e) für Arbeit am 24. Dezember und
am 31. Dezember jeweils ab 6 Uhr 35 v.H.,

f) für Arbeit an Samstagen von
13 bis 21 Uhr 0,64 €;


(5) 1Ärzte, die ständig Wechselschichtarbeit leisten, erhalten eine Wechselschichtzulage
von 105 Euro monatlich.

2Ärzte, die nicht ständig Wechselschichtarbeit leisten,
erhalten eine Wechselschichtzulage von 0,63 Euro pro Stunde.

(6) 1Ärzte, die ständig Schichtarbeit leisten, erhalten eine Schichtzulage von 40 Euro
monatlich.

2Ärzte, die nicht ständig Schichtarbeit leisten, erhalten eine Schichtzulage
von 0,24 Euro pro Stunde."

DocEmmetBrown
25.07.2008, 12:01
War vor einigen Tagen mal einen Freund im Krankenhaus besuchen und konnte einen kurzen Blick auf den Dienstplan der dortigen Ärzte werfen, als ich auf eine Schwester wartete. Das Krankenhaus besitzt 3 chirurgische Abteilungen (Unfall, Allgemein, Gefäß) mit jeweils zwei Stationen. Der Plan, den ich gesehen hab, hing bei den Gefäßchirurgen. Bei den Assistendiensten standen pro Datum zwei Namen, einer als "A-Dienst", der andere als "B-Dienst". Bei den Oberarztdiensten gab es jedoch eine Einteilung in Abteilungen (Unfall, Allgemein, Gefäß), wo dann jeweils ein Name stand. Bei den Assi-Diensten fanden sich sowohl Namen von AÄ wie auch Fachärzten, bei den OA-Diensten Namen von Fachärzten, OÄ und des Ltd. OA. Sehen bei Euch die Pläne ähnlich aus? Was genau bedeuten die einzelnen Dienstypen?

MediHH
25.07.2008, 12:54
Sowie ich das kenne sieht es folgendermaßen aus,

A-Dienst ist derjenige der die Verantwortung hat und letztlich die Betreuung der Patienten auf allen Stationen durchführt. Oftmals sind es Fachärzte oder erfahrene Assistenten.

B-Dienst ist meist ein junger unerfahrerer Assi der die ganzen praktischen Tätigkeiten die so anfallen macht. ( EK's, zugänge, Antibiotika und solche Sachen).

Das jede Abteilung einen entsprechenden Oberarzt hat macht schon deshalb Sinn, das in chirurgischen Abteilungen oft auch Nachts notfallmäßig operiert werden muss, und ein Gefäßchirurg nicht umbedingt komplexe Frakturen zurechtzimmern kann. Und der Unfallchirurg, die verschlossenen Gefäße nicht wieder auf kriegt. (nur als Beispiel)

Hinzu kommt noch eine Notaufnahme, die aber bei einem so großen haus wie du es beschreibst wahrscheinlich nicht auch noch von den Diensthabenden beackert wird. Sonst müsste der A und B Arzt da auch noch arbeiten.

DocEmmetBrown
25.07.2008, 13:01
Zum Thema Notaufnahme fällt mir ein, dass ich auch mitbekommen habe, dass
es wohl in dem KH einen Hausdienst gibt. Wie passt das mit besagtem Dienstplan zusammen? Gibt es in der Regel für jede Fachrichtung einen Hausdienst? Die Oberarztdienste sind dann aber Rufbereitschaft von zu Hause?

Evil
25.07.2008, 17:46
Sowie ich das kenne sieht es folgendermaßen aus,

A-Dienst ist derjenige der die Verantwortung hat und letztlich die Betreuung der Patienten auf allen Stationen durchführt. Oftmals sind es Fachärzte oder erfahrene Assistenten.

B-Dienst ist meist ein junger unerfahrerer Assi der die ganzen praktischen Tätigkeiten die so anfallen macht. ( EK's, zugänge, Antibiotika und solche Sachen).

Das jede Abteilung einen entsprechenden Oberarzt hat macht schon deshalb Sinn, das in chirurgischen Abteilungen oft auch Nachts notfallmäßig operiert werden muss, und ein Gefäßchirurg nicht umbedingt komplexe Frakturen zurechtzimmern kann. Und der Unfallchirurg, die verschlossenen Gefäße nicht wieder auf kriegt. (nur als Beispiel)

Hinzu kommt noch eine Notaufnahme, die aber bei einem so großen haus wie du es beschreibst wahrscheinlich nicht auch noch von den Diensthabenden beackert wird. Sonst müsste der A und B Arzt da auch noch arbeiten.
Die Realität sieht meist etwas anders aus:
- A-Dienst ist der (meist alleinige) Anwesenheitsdienst, zuständig für Ambulanz und Stationen (außer Intensiv)
- B-Dienst ist der Hakenhalter für OPs
- die jeweiligen Fach-OAs kommen nur für ihre OPs rein

DocEmmetBrown
16.09.2008, 16:21
Wie schaut das eigentlich aus während der normalen Arbeitszeit? Wird da auch schon bei Problemen der Diensthabende gerufen? Eigentlich hat der ja während dieser Zeit noch mit seiner normalen Arbeit zu tun oder steht auch im OP. Gibt es eigentlich eine Übergabge zwischen den Diensten oder auch wenn die jeweiligen Stationsärzte heimgehen? Der Allgemeinchirurg der Station C1 hat ja wahrscheinlich keinen Überblick über die Patienten der Gefächchirurgischen Station GC3, muss diese aber ja wohl trotzdem im Dienst betreuen?

Etwas anderes: Ihr sprecht manchmal die Fachoberärzte an. Sind FOÄ das selbe wie Oberärzte oder gibt es da noch einen Unterschied?

Von wem werden eigentlich die Intensivstationen betreut? Oder gibt es z.B. immer einen Kardiologen, der dann zusätzlich zur Inneren Bereitschaft Dienst hat und dann die Kardiologische Intensiv betreut?

Haben die Diensthabenden eigentlich inzwischen überall Schnurlose Telefone oder gibt es immernoch Pieper?

Muriel
16.09.2008, 17:04
und wie immer gilt: Andere Häuser, andere Sitten

DocEmmetBrown
16.09.2008, 18:31
@Muriel
Wie wird das bei Euch gehandhabt?

Muriel
17.09.2008, 11:43
Da ich in der Augenheilkunde arbeite, ist unser Modell wohl nicht wirklich repräsentativ. Da die Augenheilkunde auch operativ einen Großteil ambulant macht, haben wir eine Station mit 32 Betten, also recht überschaubar, so dass auch der AvD, der eigentlich kein Stationsarzt ist, sich kurz vor Dienstbeginn mit dem Stationsarzt zusammensetzen kann und, falls irgendwelche Besonderheiten da sind, diese ansprechen kann. Es gibt einen AvD im Spätdienst und einen im Nachtdienst an Wochentagen, und zweimal 12h an Wochenenden. Der AvD hat die Ambulanz, die Station und Konsile zu machen. Der OA ist im Hintergrund bis auf eine OÄ, die im Personalwohheim wohnt und damit direkt nebenan ist, nicht im Haus, sondern kann gerufen werden. Anfahrtszeit je nach Hintergrund bis 1,5h, was aber völlig ok ist, da es in unserem Fach keine NF gibt, die akut schnell behandelt werden müssen, die man auch als Anfänger nicht beherrschen könnte. OP-Planungen haben ja sowieso immer einen gewissen Vorlauf.

Frau Betty Land
17.09.2008, 12:14
Wie schaut das eigentlich aus während der normalen Arbeitszeit? Wird da auch schon bei Problemen der Diensthabende gerufen?
Das muß jeder selbst entscheiden. Rechtlich gesehen ist der Diensthabende dafür ja da, wird dafür bezahlt !


Eigentlich hat der ja während dieser Zeit noch mit seiner normalen Arbeit zu tun oder steht auch im OP.
Das ist nicht Dein Problem, sondern jenes des Diensthabenden bzw. des Arbeitgebers (Ärztlichen Leiters), wenn etwas passieren sollte.


Gibt es eigentlich eine Übergabge zwischen den Diensten oder auch wenn die jeweiligen Stationsärzte heimgehen?

Je besser die Dienstübergabe formal durch den Arbeitgeber vorgegeben ist (Standard, SOP), umso besser für die Ärzte und die Patienten.
Wenn es keine formalisierten oder Dienstübergaben nach Urwald-Art gibt, haftet im Zweifelsfall der Ärztliche Leiter für die daraus entstehenden Schäden !
Das Problem ist meist: Wie weise ich nach, daß bestimmte Informationen (nicht) übergeben wurden ?


Der Allgemeinchirurg der Station C1 hat ja wahrscheinlich keinen Überblick über die Patienten der Gefächchirurgischen Station GC3, muss diese aber ja wohl trotzdem im Dienst betreuen?
Stichwort: Übernahmeverschulden.


Sind FOÄ das selbe wie Oberärzte oder gibt es da noch einen Unterschied?
Die Bezahlung.
Ich persönlich halte das Prinzip der FOÄ für (mehr als) kindisch und typisch medizinerlastig.
In manchen Kliniken werden diese Titel ohne Mittel eingeführt, um a) dem Chef noch eine Hierarchieebene mehr zu geben und b) die Abwanderung von Fachärzten (vermeintlich) zu stoppen - wobei damit dann auch irgendwelche oberarztähnliche Privilegien (Hintergrunddienst etc.) verbunden sein können.


Von wem werden eigentlich die Intensivstationen betreut?
Das muß der Ärztliche Leiter regeln, generell gilt: Ohne Facharztstandard (mit einschlägiger Zusatzquali) im Vordergrund ist man im Falle des Falles rechtlich zu 90% als Klinik verurteilt....


Haben die Diensthabenden eigentlich inzwischen überall Schnurlose Telefone oder gibt es immernoch Pieper?
Sache des Hauses, Pieper eher in zurückgebliebenen, unterfinanzierten Häusern, Telephone (meist irgendeine Billigversion) im Rest, wobei dies Telephone auch oftmals "instabil" zu sein scheinen.....

Kajana79
17.09.2008, 13:14
Ich bin an einem Haus der Maximalversorgung und wir haben alle diese gräßlichen PIEPSER! Vorher war ich an einem kleineren Haus, und die hatten vernünftige Telefone.