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birko
22.07.2008, 10:53
:-meinung

Lieber Birko,

Dein Problem ist glaube ich leider wirklich das simplifizieren von Dingen von denen Du leider nicht viel Ahnung hast. Du kannst doch nicht ernsthaft "alle Krebskranken" über einen Haufen scheren!!!

Das tue ich ja auch nicht. Ich rede von den Krebskranken, wo etliche Chemos nicht geholfen haben oder wo selbst durch Studien nachgewiesen werden konnte, dass die Chemo X bei Krankheit Y nicht hilft.

Man hört immer, dass viele Ärzte niemals eine Chemo über sich ergehen lassen würden.
Aber ich glaube die Pharmaindustrie spielt da auch eine ganz große Rolle und will liebend gerne mitverdienen.

Ich will auch nicht alle alten Leute über einen Kamm scheren. Ich will, dass man ab einem bestimmten Krankheitsgrad, der ein selbstbestimmtes Leben unmöglich macht, geschaut und abgewogen wird, ob es sinnvoll ist, eine Therapie weiterzuführen oder nicht.
Keinesfalls möchte ich, dass irgendjemand stirbt, obwohl er lieber leben möchte.

Aber ich habe selbst erlebt, wie manche Onkologen Patienten unnötig Hoffnung machen, indem sie die Patienten in ihrer Stärke bewundern, was totaler Quatsch ist und ihnen eine Chemo nach der anderen anlachen.

Peter_1
23.07.2008, 17:31
Ich will auch nicht alle alten Leute über einen Kamm scheren. Ich will, dass man ab einem bestimmten Krankheitsgrad, der ein selbstbestimmtes Leben unmöglich macht, geschaut und abgewogen wird, ob es sinnvoll ist, eine Therapie weiterzuführen oder nicht.
Keinesfalls möchte ich, dass irgendjemand stirbt, obwohl er lieber leben möchte.
Siehst Du und genau das machen verantwortungsvolle Ärzte heute schon ohne starre Leistungsbegrenzungen (mehr oder minder zumindest, viele Leistungen sind für GKV Patienten ja heute bereits eingeschränkt). Natürlich gibt es immer Gegenbeispiele, aber es gibt eben auch miese Ärzte genauso wie es in jedem anderen Beruf auch "Ausreisser nach unten" gibt.
Wie ich Dich verstanden habe möchtest Du doch gerade die Diskussion anzetteln ob es starre Leistungsbegrenzungen geben soll (Deine Beispiele waren ja Gallensteinoperationen bei alten Menschen etc.). Hier ist halt das Dilemma wieder: wer bestimmt ob ein Leben nicht mehr lebenswert ist oder ob eine "Investition" in einen kranken Menschen noch sinnvoll ist, oder nicht mehr? Konkret: wer soll denn schauen und entscheiden ab wann ein Mensch der nicht mehr "selbsbestimmt" ist keine Gallenoperation bekommt? Wenn es der Arzt macht ist es nicht notwendigerweise auch "ökonomisch", wenn es der "Gesundheitsökonom" macht ist es nicht notwendigerweise ethisch, wenn es Angehörige machen stecken vielleicht deren persönlichen Motive dahinter.
Auf der anderen Seite muss das System finanzierbar bleiben. Das ist das Dilemma in dem wir stecken. Leider sind da (meiner Meinung nach) einfache Lösungen wie "na ja dann kriegen halt alle ab 70 J. keine Dialyse mehr" nicht unbedingt die besten. Das Lied von der bösen Pharmaindustrie und den bösen "Chemos" anzustimmen (hier würde vielleicht mal eine besserer (fachlicher) Einblick in die Onkologie helfen) hilft dabei auch nicht unbedingt weiter sondern lenkt nur ab. Natürlich will die Industrie Geld verdienen, so wie die Kassen Geld sparen wollen und die Ärzte mehr Honorar haben wollen. Man fragt sich nur warum funktioniert die ausgewogene Steuerung dieses Systems (durch die Politik) so schlecht? Weil keiner wagt das Hauptdilemma zu benennen. Die Frage ist halt was wollen wir (die Gesellschaft) für ein zukünftiges System, wenn es gerecht sein soll und allen annähernd den gleichen Zugang gewähren soll (was ja heute schon nicht mehr so ist), dann müssen wir akzeptieren das dies nicht ganz billig ist, wollen wir sparen und Ausgaben senken dann wirds individuell schmerzhafte oder auch tragische Einschränkungen geben und das müsste man dann auch ganz deutlich so sagen!

EzRyder
24.07.2008, 21:34
Zurück zum Thema:

Gesundheitsökonomen meidet der Vorstand eines Uniklinikums wie die Pest.
Da wird ein BWler oder Geisteswissenschaftler vorgezogen. Das nur mal am Rande.(das als Mediziner noch zu studieren wäre absolut bescheuert weil abgespecktes ökonomieprogramm kombiniert mit krankenpflegehelfer anatomie und 11. klasse bio!)
Ein zusätzliches Studium sei es MBA oder BWL ist völlig überflüssig weil totale Zeit und Energieverschwendung. DIe zeit ist in eine herrvorragende Medizineraussbildung viel sinn- und zielführender investiert. Denn was alle Ordinarien gemeinsam haben ist: überragende fachliche Kompetenz. Das was du an wirtschaft"wissenschaftkichem" Wissen brauchst um Führungspositionen zu erlangen kannst du dir in einem 2wochenkurs später aneignen. In seriösen Medien kann man sich auch ganz nebenbei mit etwas interesse genug sachverstand aneignen.
so long

birko
29.07.2008, 19:49
Denn was alle Ordinarien gemeinsam haben ist: überragende fachliche Kompetenz.

Aber wer ist es denn, der einen Chefarzt einstellt? Der ärztliche Direktor (selber Chefarzt) oder der Klinikleiter?

Sollte letzteres der Fall sein, so glaube ich, dass sich Kenntnisse in BWL doch gut machen würden?!

EzRyder
29.07.2008, 21:21
Na der Vorstand entscheidet, da sitzt in nem Uniklinikum der ärztliche direktor, der kaufmännische direktor, u. a. drin. der aufsichtsrat ernennt den vorstand, der hat aber soweit handlungsfreiheit, wird vom aufsichtsrat überwacht.

ich sagte doch bereits, das du bwl kenntnisse in nem wochenkurs erlangen kannst, das ist aber das kleinste problem. als mediziner hinterher bwl zu studieren um besser in führungspositionen zu gelangen ist quatsch. Die kliniken haben ja nen kaufmännischen direktor! du musst ärztlich ein top shot für das Klinikum sein. Wieviele Wirtschaftswissenschaftler gibts denn? Wie sand am meer. Wieviele können Lebertransplantationen? ganze 10 in deutschland.

eute führen zu können muss man lernen und etwas talent dafür haben. Wenn du auch noch bwl studieren willst, tu was du nicht lassen kannst, ich werde meine zeit z.b. lieber in die forschung stecken.

noch was: bwl ist zu 50% selbstverständlich und zu 50% unverständlich
:-D

so long