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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arzt sein und Familie haben !?



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reeeeev
19.07.2008, 17:42
Wisst ihr, was mir mal so richtig auf den (nicht vorhandenen) Sack geht?

Dass die Mediziner immer so jammern, sie hätten von allen Berufsgruppen irgendwie am wenigsten Zeit für Familie/Freizeit etc pp. Man könnte glatt meinen, Medizin und Familie/Kinder seien unvereinbar.

Ich kenne genügend Angehörige anderer Berufsgruppen, die regelmäßig (!) mehrtägige Auslandsreisen machen müssen, manchmal auch über Wochen. Dass da die Familie mind. genauso drunter leidet wie unter einem "Arztdasein", dürfte allen klar sein.

Natürlich ist es nicht schön, wenn sich die Familie häufig hinten anstellen muss, um vom Betreffenden auch noch etwas zu haben. Und derjenige hätte vielleicht auch mal gerne Zeit für SICH. Aber heutzutage ist es nunmal (leider) so, dass die Jobs, die wirklich interessant (und vielleicht auch noch lukrativ dabei) sind, weder auf der Straße noch direkt um die Ecke liegen. Wer ne ruhige Kugel schieben möchte, sollte vielleicht den akademischen Weg NICHT wählen. Denn Studium ist heutzutage IN ALLEN BERUFSGRUPPEN nicht automatisch Garant für fette Kohle und Easy-Going. Wer DAS möchte, sollte sich nen "nine to five" job suchen. Und auch DA macht sich zunehmend Stress breit. Fragt doch mal die Dame an der Kasse bei 'real, ob sie und ihre Familie Bock darauf haben, dass Mami samstags bis 22.00 Uhr arbeiten ist. Oder die Familie des Schichtarbeiters, ob es so toll ist, vormittags auch jaaaaaa alle ruhig zu halten, damit Papa nicht aufwacht.

Ihr seht also, das Arbeitsleben ist (in der Regel) ein hartes, so oder so.

Ich möchte hier jetzt nichts verherrlichen, aber die mehrtägigen Auslandsreisen hat ein Arzt auch. Man ist doch häufig auf Fortbildungen.
Dazu kommt dann der "Streß" den man so schon hat.
Klar gibt es Berufe die genauso Anspruchsvoll sind, aber ich denke, dass der Beruf des Arztes ziemlich weit vorne mitspielt.

Hoppla-Daisy
19.07.2008, 17:48
Ach ja? Ich denke da an meine ehemaligen Kollegen, die im Jahr - eben dieses hat wohlgemerkt bekanntlich 54 Wochen - davon nicht mal eben selten satte 30 Wochen nicht zuhause verbrachten (addiert, versteht sich). Und da ich deren Reisen immer buchen musste, weiß ich, dass die Hotelaufenthalte nicht selten unter 14 Tage waren. Die haben auch seeehr oft gemotzt, dass sie ihr Zuhause nur noch vom Erzählen kennen.

Mediziner müssen m. E. mal von dem hohen Ross runterkommen, dass nur ihr Job so richtig weit oben steht, was die Belastung angeht.

reeeeev
19.07.2008, 17:52
Mediziner müssen m. E. mal von dem hohen Ross runterkommen, dass nur ihr Job so richtig weit oben steht, was die Belastung angeht.

Das hat niemand behauptet :)

Hoppla-Daisy
19.07.2008, 17:54
Ich möchte hier jetzt nichts verherrlichen, aber die mehrtägigen Auslandsreisen hat ein Arzt auch. Man ist doch häufig auf Fortbildungen.
Dazu kommt dann der "Streß" den man so schon hat.
Klar gibt es Berufe die genauso Anspruchsvoll sind, aber ich denke, dass der Beruf des Arztes ziemlich weit vorne mitspielt.
Hab ich da was falsch verstanden?

Und irgendwie hab ich nie erlebt, dass die Ärzte häufig auf Fortbildungen waren. Mal, aber häufig würd ich dazu nicht sagen.

Lava
19.07.2008, 17:59
Der Unterschied ist vielleicht, dass man als Arzt praktisch nicht drum rum kommt um den Stress, in anderen Berufen aber schon. Wenn man da Karriere machen will, geht das auch nur mit über 70h in der Woche, aber es MUSS eben nicht so sein. Kenne auch jemanden, der einen recht guten Job in so einer Art Consulting Firma hat und der arbeitet weniger als 50h in der Woche.

reeeeev
19.07.2008, 18:00
Hab ich da was falsch verstanden?

Und irgendwie hab ich nie erlebt, dass die Ärzte häufig auf Fortbildungen waren. Mal, aber häufig würd ich dazu nicht sagen.


Damit meinte ich, dass der Arztberuf zu den stressigeren gehört, nicht das es der "stressigste" ist.

Linda.1001
19.07.2008, 18:04
Und irgendwie hab ich nie erlebt, dass die Ärzte häufig auf Fortbildungen waren. Mal, aber häufig würd ich dazu nicht sagen.

Oh doch, zumindest zielstrebige Chirurgen-Workaholics. :-))

chiodo
19.07.2008, 18:05
@ chiodo: Hör da nicht drauf. Mir hat bisher auch so gut wie jeder Arzt von dem Studium abgeraten!!
Ne quark, das bringt mich natürlich nicht von meinem Plan ab. Aber es lässt einen die Dinge etwas realistischer sehen und das ist schon etwas Gutes.

Hardyle
19.07.2008, 22:23
Ich kenne genügend Angehörige anderer Berufsgruppen, die regelmäßig (!) mehrtägige Auslandsreisen machen müssen, manchmal auch über Wochen. Dass da die Familie mind. genauso drunter leidet wie unter einem "Arztdasein", dürfte allen klar sein. also, das Arbeitsleben ist (in der Regel) ein hartes, so oder so.Ich meine auch, dass die Situation oft zu negativ dargestellt wird. Klar hört man selten "positives", aber die Hintergründe und Rahmenbedingungen der Einzelnen kennen wir selten.
Zu dem obigen kann ich daher nur sagen, mein Gastvater hier ist Ingeneur und steht derzeit mitten in der Leitung des Familienunternehmens. Teilweise sieht er seine kleine Tochter mehrere Tage nacheinander garnicht und seinen Sohn oft nur eine halbe Stunde am Abend, ein Dank an die Überstunden! Am Wochenende ist auch nicht viel mit Familienromantik, da es hier mehrstündige Vorstellungsgespräche und manchmal Besuche in der Produktion gibt, die im Schichtbetrieb 7 Tage die Woche läuft. Nicht zu vergessen die Auslandsreisen die ihn alle paar Wochen sonst wohin verschlagen.
Es kann also wirklich in so vielen anderen Branchen genauso problematisch verlaufen, was Familienplanung angeht.

Ich persönlich halte mir immer noch die Perspektive Ausland im Hinterkopf. Erst vor kurzem habe ich von einem dän. Arzt erfahren, wie schön es doch sei, seine Praxis um 4, halb 5 zu schließen und danach noch Zeit für Familie zu haben und für eine Segeltour mit dem Kumpel. Dafür verdient er zwar weniger wie ein dt. Kollege - so seine Aussage (habe nicht nach Zahlen gefragt) - aber er hat wenigstens etwas vom Leben.

Find ich übrigens sehr tröstlich, dass es hier so viele gibt, die sich der Medizin nicht "opfern" möchten, sondern auch Familie und Freunde als erfülltes Lebensziel ansehen!Familie und Freunde gehören schon mit zum Leben dazu! Irgendwie wird sich daher ein Weg finden lassen, das zu vereinbaren. Ich denke wenn man auch die "kleinen Dinge" am Leben nicht zu schnell verkennt, dann ist man auch nicht so ausgepowert wie manch anderer.

Mich persönlich haben bisher viele Ärzte darin bestärkt es zu studieren! Vor allem auch einige junge Assistenzärztinnen, meine Gynäkologien (derren Sohn ebenfalls Med. studiert und sie hautnah miterlebt was derzeit an der Uni so abläuft) und mein Hausarzt, der selbst erst spät mit dem Studium begonnen hat und eine Familie mit 4 Kindern hat (davon studieren 2 jetzt Medizin - so abschreckend kann es also nicht sein!).
Natürlich gab es auch einige, die mir nahe gelegt haben, wenn dann aber eines der Gebiete wie Radiologie oder ähnliches auszusuchen. Und es gab solche, die mich ganz davon abbringen wollte, wobei das hauptsächlich Pflegekräfte waren, die davon überzeugt waren ich würde doch besser in die Pflege passen als in das knüppelharte Hierarchiesystem der Mediziner. :-keks

zvesda
19.07.2008, 22:28
wieso na toll? wolltest du Chirurgie machen? :-))

eigentlich ja. aber ich hab mir sagen lassen, dass die pathologen bessere arbeitszeiten haben ... nunja- mein chef meinte schon, dass ich, wenn ich familie haben möchte, in lieber in die gyn gehen sollte..
:-keks

DeKl
20.07.2008, 09:02
zu meiner entschuldigung möchte ich vorweg sagen, daß ich es nicht alles gelesen habe.
es hängt viel von der einstellung desjenigen ab, der familie und beruf unter einen hut zu kriegen hat. selbstverständlich ist es möglich eine familie zu haben, viele tun es sogar. man muss nur einfach schauen, wie man seine prioritäten setzt und darf sich selbst (und den kindern) nicht zu viel zumuten. es muss auch nicht zu weniig sein :-)
alles machbar. ich plane nicht nur kinder und familie zu haben, ich will auch obst und gemüse anbauen und noch ein paar andere dinge mehr :-) erledigen, nicht anbauen... und auch da gibt es genug leute, die noch zeitaufwändiges nebenher betreiben. arzt sein ist ja schließlich keine behinderung, sondern ein beruf. und andere berufe bringen auch viel arbeit und blöde zeiten mit sich. trotzdem gehts!

mosrite
20.07.2008, 10:08
Ach ja? Ich denke da an meine ehemaligen Kollegen, die im Jahr - eben dieses hat wohlgemerkt bekanntlich 54 Wochen ...

:-wow :-))




Mediziner müssen m. E. mal von dem hohen Ross runterkommen, dass nur ihr Job so richtig weit oben steht, was die Belastung angeht.

Das Ganze fängt ja schon im Studium an. Sicherlich ist es eines der schweren Fächer (und mir fällt es nicht immer leicht :-)) ), aber irgendwie wird das Studium ja schon sehr "heroisiert". Ich möchte jedenfalls nicht z.B. mit Jurastudenten tauschen.
Was das Familienleben betrifft: Sicher können auch viele andere Berufe sehr zeitaufwändig sein, aber ich glaube bei der Medizin stehen Zeitaufwand und Entlohnung in einem krassen Missverhältnis. Wenn Du als Jurist in einer Großkanzlei 5 Jahre Deine 60, 80 Stunden in der Woche machst, hast Du nachher ein ordentliches finanzielles Polster und kannst es (etwas) ruhiger angehen lassen... Sofern die Examensnote stimmt- und das wiederum macht das Studium so belastend.
Da stimme ich Lava zu, dass man in anderen Berufen durchaus noch die Wahl hat. Ich persönlich finde auch den Zeitraum zwischen Physikum und Hex als ideal um eine Familie zu gründen. Zum Glück liest meine Freundin nicht mit... :-blush .
Der ehemalige Chefarzt der Inneren in meiner Heimatstadt hat übrigens 5 Kinder und seine Frau ist ebenfalls Ärztin. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg :-).

Evil
20.07.2008, 10:27
Ich möchte hier jetzt nichts verherrlichen, aber die mehrtägigen Auslandsreisen hat ein Arzt auch. Man ist doch häufig auf Fortbildungen.
Echt? Cool, da ich bisher noch keine hatte, müssen die ja demnächst haufenweise kommen ;-)

reeeeev
20.07.2008, 10:54
Echt? Cool, da ich bisher noch keine hatte, müssen die ja demnächst haufenweise kommen ;-)

Ich sehs nur bei meinem Vater + Ärzte in der Chirurgie.

Hoppla-Daisy
20.07.2008, 11:16
LOL, ich sehe, ich hab das Arbeitsjahr schon mit den gefühlten 2 Wochen mehr aufgefüllt...... man sehe es mir nach. Z. n. Klausurenmarathon :-blush

Muriel
20.07.2008, 11:23
man sehe es mir nach
Klar doch, Dir sehe ich alles nach, sogar das folgende Zitat, auch wenn ich es der Dass/Das-Polizei melden könnte :-D

...der Schwangerschafts-Virus

Hoppla-Daisy
20.07.2008, 11:26
DAS!!!!!!!! Menno!!!!!! Du Doofe!!!!! Mach lieber deine dusselige grüne Blume an, statt hier zu dozieren ;-)

Lava
20.07.2008, 11:27
Wir haben doch schon gelernt, dass sowohl DAS als auch DER Virus laut Duden erlaubt ist ;-)

Cassy
20.07.2008, 12:23
Ich denke dass Familie und das Dasein als Arzt auch nicht schwerer sein wird wie in anderen Berufen. Woher kämen denn sonst all die Arzt-Kinder, die auch Medizin studieren wollen/müssen :-))

Nein, wirklich. Ich bin der Meinung dass das wirklich geht. Mein Plan sieht so aus: Physikum machen, und dann noch vor dem 2. Stex mindestens ein Kind bekommen. Sonst, so befürchte ich, könnte ich für Kinder zu alt sein, denn die biologische Uhr tickt eben doch. Wenn man einen entsprechenden Partner und eventuell Rückhalt aus der Familie hat, dann ist das sicherlich machbar. Leicht wird es aber auf keinen Fall werden. Aber was ist heutzutage schon leicht? :-oopss

DeKl
20.07.2008, 12:34
ja, nach dem physikum wollte ich das auch angehen. wobei das für mich sicherlich ein wenig einfacher sein sollte. aber die dame des hauses wird auch nicht jünger :-) also muss es dann doch mal bald sein ;-)