John Silver
06.08.2008, 18:34
Hab die Prüfung zwar schon im Juni abgelegt, aber erst jetzt das Resultat bekommen.
Meine Vorbereitung war geradezu beschämend lasch. Ich habe First Aid for CS durchgeblättert, und etwa ein Drittel der Fälle gelesen. Und dann habe ich ein Paar Videos geschaut, auf denen "respectful draping" und ähnlicher Blödsinn vorgeführt wird.
Im Grunde ist die Prüfung relativ einfach: Ein Korridor, 12 Zimmer, ein Patient pro Zimmer. 15 Minuten für Anamnese, körperliche Untersuchung, Zusammenfassung, Beratung, Ausblick auf das weitere Vorgehen. 10 Minuten fürs Niederschreiben der Erkenntnisse plus Differentialdiagnosen und gewünschte Untersuchungen. Klingt knapp? Ist es auch. Das ist auch der eigentliche Knackpunkt bei der Prüfung: die Zeit ist wirklich sehr knapp. Aber meistens kommt man damit gut klar. Nur bei einem Patienten hat mir die Zeit nicht gereicht, aber das war ein komplexer Fall.
Wichtig ist, daß man sich ein Schema schafft, welches man einstudiert; man sollte nach Möglichkeit nie vom Schema abweichen. Bevor ich ins Zimmer reinging, schrieb ich auf dem Papierblatt, das man für Aufzeichungen bekommt, LIQORAAA drauf (Location, Intensity, Quality, Onset, Radiation, Alleviating factors, Aggravating factors, Associated symptoms). Ist schon mal ein gutes Schema für die Anamnese der meisten Beschwerden. Und dann noch SAD ONE (Smoking, Alcohol, Drugs, Occupation, und die letzten zwei hab ich schon wieder vergessen :-blush ).
Dann sollte man die körperliche Untersuchung nur aufs Wesentliche beschränken. Wenn der Patient irgendwelche Beschwerden in der Brust oder abdomineller Art äußert, sollte man keine Zeit für Hirnnerven etc. verschwenden. Selbst wenn man die "unnötigen" Untersuchungen macht, bekommt man dafür keine Punkte, also lohnt es nicht.
Beratung, also Counseling, habe ich immer "sofort" gemacht, d.h. wenn der Patient etwas von Rauchen, Drogen, ungeschütztem Sex etc. erwähnte, habe ich ihm/ihr sofort geraten, damit aufzuhören/sich zu schützen/was eben paßt. So habe ich die Punkte gleich gesichert, denn wenn man es für später läßt, vergißt man solche Sachen sehr schnell.
Irgendwelche sprachlichen Schwierigkeiten hatte ich nicht. Alle SPs haben für meine Begriffe recht deutlich und verständlich gesprochen.
Wichtig ist im Grunde, daß man die "big points" macht. Keiner macht diese Prüfung perfekt, dafür reicht die Zeit einfach nicht. Aber da es keine Punktzahlen gibt, ist es auch völlig egal. Macht das, was in jedem Ratgeber steht: beim Eintreten anklopfen - Punkt; sich vorstellen - Punkt; Augenkontakt herstellen und den Namen des Patienten korrekt nennen - zwei Punkte; den Patienten gleich zudecken - Punkt; höflich sein, direkte Antworten auf die Fangfragen vermeiden und sich immer Spielraum lassen; vor der körperlichen Untersuchung die Hände waschen - Punkt; immer schön fragen, ob man dieses oder jenes tun darf - noch mehr Punkte; den Patienten immer schön möglichst zugedeckt halten - wieder Punkt; etc. Wenn man diese Punkte beherzigt, kann man beim "Patienten-Teil" nicht verlieren. Und wenn man dann zum zweiten Teil übergeht, sollte man die Notizen klar strukturiert halten, und einfach denken. Die Fälle sind allesamt so konstruiert, daß immer mindestens 2 Diagnosen gut passen (auch aus diesem Grund sollte man sich dem Patienten gegenüber nie auf eine bestimmte Diagnose festlegen!). Die meisten Diagnosen sind nicht sonderlich schwer, und verdienen die Bezeichnung "alltäglich". Man sollte sich also auf keinen Fall verrückt machen, und irgendwelche Crash-Wiederholungen der Inneren etc. machen. Wer nicht das komplette Studium verpennt hat, weiß genug.
Alles in allem nicht einfach, aber definitiv machbar.
Meine Vorbereitung war geradezu beschämend lasch. Ich habe First Aid for CS durchgeblättert, und etwa ein Drittel der Fälle gelesen. Und dann habe ich ein Paar Videos geschaut, auf denen "respectful draping" und ähnlicher Blödsinn vorgeführt wird.
Im Grunde ist die Prüfung relativ einfach: Ein Korridor, 12 Zimmer, ein Patient pro Zimmer. 15 Minuten für Anamnese, körperliche Untersuchung, Zusammenfassung, Beratung, Ausblick auf das weitere Vorgehen. 10 Minuten fürs Niederschreiben der Erkenntnisse plus Differentialdiagnosen und gewünschte Untersuchungen. Klingt knapp? Ist es auch. Das ist auch der eigentliche Knackpunkt bei der Prüfung: die Zeit ist wirklich sehr knapp. Aber meistens kommt man damit gut klar. Nur bei einem Patienten hat mir die Zeit nicht gereicht, aber das war ein komplexer Fall.
Wichtig ist, daß man sich ein Schema schafft, welches man einstudiert; man sollte nach Möglichkeit nie vom Schema abweichen. Bevor ich ins Zimmer reinging, schrieb ich auf dem Papierblatt, das man für Aufzeichungen bekommt, LIQORAAA drauf (Location, Intensity, Quality, Onset, Radiation, Alleviating factors, Aggravating factors, Associated symptoms). Ist schon mal ein gutes Schema für die Anamnese der meisten Beschwerden. Und dann noch SAD ONE (Smoking, Alcohol, Drugs, Occupation, und die letzten zwei hab ich schon wieder vergessen :-blush ).
Dann sollte man die körperliche Untersuchung nur aufs Wesentliche beschränken. Wenn der Patient irgendwelche Beschwerden in der Brust oder abdomineller Art äußert, sollte man keine Zeit für Hirnnerven etc. verschwenden. Selbst wenn man die "unnötigen" Untersuchungen macht, bekommt man dafür keine Punkte, also lohnt es nicht.
Beratung, also Counseling, habe ich immer "sofort" gemacht, d.h. wenn der Patient etwas von Rauchen, Drogen, ungeschütztem Sex etc. erwähnte, habe ich ihm/ihr sofort geraten, damit aufzuhören/sich zu schützen/was eben paßt. So habe ich die Punkte gleich gesichert, denn wenn man es für später läßt, vergißt man solche Sachen sehr schnell.
Irgendwelche sprachlichen Schwierigkeiten hatte ich nicht. Alle SPs haben für meine Begriffe recht deutlich und verständlich gesprochen.
Wichtig ist im Grunde, daß man die "big points" macht. Keiner macht diese Prüfung perfekt, dafür reicht die Zeit einfach nicht. Aber da es keine Punktzahlen gibt, ist es auch völlig egal. Macht das, was in jedem Ratgeber steht: beim Eintreten anklopfen - Punkt; sich vorstellen - Punkt; Augenkontakt herstellen und den Namen des Patienten korrekt nennen - zwei Punkte; den Patienten gleich zudecken - Punkt; höflich sein, direkte Antworten auf die Fangfragen vermeiden und sich immer Spielraum lassen; vor der körperlichen Untersuchung die Hände waschen - Punkt; immer schön fragen, ob man dieses oder jenes tun darf - noch mehr Punkte; den Patienten immer schön möglichst zugedeckt halten - wieder Punkt; etc. Wenn man diese Punkte beherzigt, kann man beim "Patienten-Teil" nicht verlieren. Und wenn man dann zum zweiten Teil übergeht, sollte man die Notizen klar strukturiert halten, und einfach denken. Die Fälle sind allesamt so konstruiert, daß immer mindestens 2 Diagnosen gut passen (auch aus diesem Grund sollte man sich dem Patienten gegenüber nie auf eine bestimmte Diagnose festlegen!). Die meisten Diagnosen sind nicht sonderlich schwer, und verdienen die Bezeichnung "alltäglich". Man sollte sich also auf keinen Fall verrückt machen, und irgendwelche Crash-Wiederholungen der Inneren etc. machen. Wer nicht das komplette Studium verpennt hat, weiß genug.
Alles in allem nicht einfach, aber definitiv machbar.