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fernanda
15.08.2008, 15:09
Vielen Dank für die Antworten
v. a. diejenigen (wahrscheinlich Mütter) die nicht gleich rumzicken!
Wie schon erwähnt habe ich kein Problem so sehr mit Diensten, wie mein Mann und der ist immerhin FA und kennt das Problem. Er arbeitet an der Uni /Innere und sagt fast alle Assistenten sind fix und fertig und überlegen ins Labor zu wechseln. Da ist es doch nicht unfair, wenn ich mir vorher Gedanken mache, als dann wegen Überarbeitung auszusteigen.
Und die Frage warum ich Medizin studiert habe: Das ist acht Jahre, ein Studium, eine Geburt, drei Umzüge her. Damals dachte ich anders und wenn ich meine PJ-Kollegen gefragt hätte oder man o.g. Assistenten fragt, hört man wohl oft, dass sie es niemals wieder tun würden.
Nichtsdestotrotz wil ich in dem Beruf arbeiten, aber ich habe doch wohl das Recht, meine Bedürfnisse und die meiner Familie zu berücksichtigen, oder?

Zum Thema operieren: Im PJ hats schon Spaß gemacht aber ich habe ein Problem mit dem 3DSehen. Das merkt man ja kaum und haben sicher auch einige andere Mediziner. Die Verantwortung beim Operieren ist mir persönlich da einfach zu hoch!

Geld ist mir Schnuppe (hab ja den FA-Gatten :-D und das wertvollste im Arm!)

Im großen und ganzen fühle ich mich in meinem Plan bestätigt!
Vielen Dank

alley_cat75
15.08.2008, 16:28
Ich habe nach der Geburt meines ersten Kindes in einer internistischen Praxis als Assistenzärztin angefangen ( die Praxis muß weiterbildungsberechtigt sein) OHNE vorher 2 Jahre in der Klinik gearbeitet zu haben...

Mit diesem Weg bist Du keine Ausnahme, aber irgendwann muss man Dienste machen und das sollte der threadstellerin zu verstehen gegeben werden. Grundsätzlich kommt man in der FA-Ausbildung nicht umhin.

alley_cat75
15.08.2008, 16:33
... ich habe doch wohl das Recht, meine Bedürfnisse und die meiner Familie zu berücksichtigen, oder? ... Geld ist mir Schnuppe.

Persönliches Glück und Zufriedenheit sollte stets vor dem Beruf stehen, sonst könnten wohl nur die Wenigsten diesen vernünftig ausführen. :-meinung Wenn Geld keine Rolle spielt, verstehe ich nicht, warum Du Dir nicht ein Fach suchst, das Dich interessiert und wie Stefy erst einmal in der Niederlassung anfängst. Wenn das Kind größer ist, wird es vielleicht unkomplizierter, wenn Mama nachts weg ist - morgens wärst Du zum Wecken zurück. :-meinung Da Du nun schon mal Medizin studiert hast, solltest Du trotz Familie den FA anstreben. Ich finde, das gehört einfach dazu. Warum ist Dein Mann FA und Du nur Mami und ewig Assistentin? Irgendwann kommt der Tag, an dem Du das bereust. Bin ich ganz fest von überzeugt.

Ex-PJ
15.08.2008, 16:49
Ad Fernanda) Ich habe nicht rumgezickt. Ich habe bei der ersten Antwort im Fred nur (unangenehme) Wahrheiten beschrieben, die Dir von Deinem Ehemann bestimmt ja auch geschildert worden sind. [Wahre Worte sind nicht angenehm, angenehme Worte sind nicht wahr. Laotse]
Bezüglich Dermatologie: Natürlich gibt es einzelene Dermaabteilungen, die mit Rufdiensten laufen. Andere haben aber auch Anwesenheitsdienste, z.B. weiß ich noch aus der Derma im Josef Hospital Bochum (etwas größere Derma), daß dort der Diensthabende mit Braunülen, dermatologischen Pat. auch mit ausgedehnten Tumorleiden usw. und einzelnen dermatolog. Aufnahmen auch schon genug in den Diensten zu tun hatte. Und Derma-Abteilungen sin d relativ dünn gesät, z.b. hat Bochum nur 1x Derma, Dortmund nur 1x Derma, Herne 0 Derma, Recklinghausen 1xDerma
Bezüglich Allgemeinarztpraxis u. Stefy: In einezelnen Fällen geht das schon mit direktem Beginn; die überwiegende Anzahl an Praxisinhabern (ca. 90-95%) will aber mindetsens 1-2 Jahre klinische Erfahrung vorher haben

Grombühlerin
15.08.2008, 17:21
Hallo,

also so ganz verstehe ich deine Abneigung gegen Dienste nicht!

Ich hab schon Mütter mitbekommen, die gerne Dienste gemacht haben, weil nachts und am Wochenende die Betreuung duch Partner/Großeltern leichter zu organisieren war. Und auch schon Leute, die einen Dienst als Erholung zu den brüllenden Kleinkindern zuhause bezeichnet haben.... :-)

So ein Nachtdienst beschwert immerhin etwas Zeit tagsüber für Behördengänge und andere Termine, für die man sonst Urlaub nehmen muss.

Auf jeden Fall würde ich eine Abteilung mit vielen Assistenten aussuchen, da verteilt es sich auf mehr Köpfe.

Wenn in meiner alten Abteilung (hab früher Innere gemacht) eine Kollegin angefangen hätte, die gar keine Dienste gemacht hätte, hätte ich das unmöglich gefunden.....denke einfach, da hättest du keinen leichten Stand in der Abteilung!

Hast du eigentlich schon geschrieben, was für Fächer dich interessieren würden?

Anästhesie hat übrigens nette, meist geregelte Arbeitszeiten und man kriecht nach der Arbeit nicht auf allen vieren nach hause wie in der Inneren teilweise, man kriegt von vielen Fächern was mit und Teilzeitarbeiten ist auch kein Problem.......mit oder ohne Kinder, für meine Lebensqualität war der Wechsel in dieses Fach das allerbeste!!!

Und anders als mit Patho oder MIbi ist man örtlich völlig flexibel, weil es Anästhesie an jedem Kaffkrankenhaus gibt. Wer weiß, wo der Facharzt-Gatte mal hinziehen wil :-)

lala
15.08.2008, 17:25
Hallo,
also so ganz verstehe ich deine Abneigung gegen Dienste nicht!


Naja, nachts so alle halbe Stunde rausgerufen werden, immer wieder aus dem Bettchen aufstehen und zum Teil richtig blöde Patienten dann....dann morgens weiterarbeiten womöglich, total übermüdet, Post-Dienst-Migräne, das ganze Spiel evt alle paar Tage....
Ich verstehe das sehr gut :-top
Am Anfang des Arzt-Daseins ist das alles halb so schlimm...aber man wird ja älter und dann nervt`s nur noch :-D

Grombühlerin
15.08.2008, 17:37
also ich fand meine Dienste auch oft gräßlich, so ist es nicht!!!!!!!

Aber jetzt in der Anästhesie und noch dienstunfähig vermisse ich neben dem Geld (habe halt keinen FA-Gatten) die freien Tage nach dem Dienst, wo ich zwar total fertig war, aber wenigsten noch paar Sachen erledigen konnte.

Und irgendwie gehören die Notfälle halt zur Inneren dazu... Und ein gewisser Unterhaltungswert ist auch manchmal dabei!

Wir hatten das System, dass man nach dem Nachtdienst noch seine Station versorgen musste, das hat genervt. Eine reine Nachtdienstwoche fände ich dagegen mal eine nette Abwechslung zur Stationsarbeit.

Ich finde halt, die Fragestellerin sollte sich nicht von ihrem Mann in irgendein langweiliges Fach drängen lassen, nur weil man da keine Dienste machen muss.

lala
15.08.2008, 18:29
Ja...die freien Tage oder Nachmittage..das war schön...stimmt.
Aber die freien Abende/WE sind auch seeehr wertvoll :-top
Manchmal hat mir die Action auch Spaß gemacht - aber vermissen tue ich das (noch) nicht. Und solange ich finanziell nicht drauf angewiesen bin .... :-blush
Aber auf keinen Fall sollte sich irgendwer durch seinen Partner in ein Fach drängen lassen :-meinung - man muss sich selber mit der Entscheidung "wohlfühlen" können. Naja, und so extrem super ist ein FA-Gehalt (TVÄ Uni) nun auch nicht...sofern man davon (+ halbes Assi-im 1-WBJ?) die ganze Familie ernähren will.....in dem Fall würde sogar ich Dienste machen :-D

Muriel
15.08.2008, 19:14
Mal aus Interesse, lala, bist Du jetzt nach dem FA noch an der Klinik oder bist Du in einer Praxis?

lala
15.08.2008, 19:43
Bin weiter in einer Klinik tätig - mache doch den nächsten FA direkt hinterher ;-)
Aber ich habe die Klinik nochmal gewechselt und bin damit sehr zufrieden :-))
Aber ich könnte mir die Zukunft auch sehr gut in der Praxis vorstellen....

test
15.08.2008, 20:07
dito.


Nochmal zu Diensten in der Derma. Meine "Erfahrungen" stammen von einem Blockpraktikum an der Hautklinik der Charité und dort erzählten die Assistenten, dass sie zwar offiziell Dienste machen, diese aber zu Hause verbringen. Schließlich gäbe es keinen dermatologischen Notfall. Kortisonsalbe könnten auch die Schwestern schmieren. Alles andere ließe sich am nächsten Morgen regeln. :-)) Wie dem auch sei: wir dürften uns wohl einig darüber sein, dass zwischen dermatologischen Diensten und denen anderer klinischer Fächer Welten liegen. :-meinung

Kommt sicher auf die Organisation der Klinik an. In allen Kliniken, in denen ich mich vorgestellt habe, waren die Dienste auch Bereitschaftsdienste mit Anwesenheit, nicht Rufbereitschaft von zuhause. Wenn die NOtaufnahme keinen hat, der die Patienten vorscreent und wegen jedem angeblich dermatologischen Problem den Dermtologen ruft (so ist es teilweise), wird es schon etwas nerviger. Auch nicht zu verachten sind die internistischen Probleme, die die oft multimorbiden alten Patienten haben und die dekompensierenden Melanompatienten. Also sicherlich im Schnitt nicht so stressig wie die großen klinischen Fächer, aber jede Nacht durchschlafen und bisschen Schminke ins Gesicht schmieren ist es auch nicht. :-)) Gibt aber sicher große Unterschiede zwischen den Kliniken je nach dem, wie ausgeprägt die Onko Versorgung ist usw...

Stefy
16.08.2008, 13:17
Mit diesem Weg bist Du keine Ausnahme, aber irgendwann muss man Dienste machen und das sollte der threadstellerin zu verstehen gegeben werden. Grundsätzlich kommt man in der FA-Ausbildung nicht umhin.

Ja, klar kommt man nicht um die Dienste rum, aber ich dachte, für den Anfang wäre es eine Alternative...ich werde meine Dienste auch erst machen, wenn meine Kinder etwas älter sind..(wobei man ja bei Kindern auch "hausinterne" Dienste hat, und das JEDE Nacht :-)) -"Mama, ich muß Pipi"..."Mama, ich habe Durst"....."WÄÄÄÄÄÄÄHHH,WÄÄÄÄÄÄHHH"-heisst übersetzt: Wo zum Kuckuck ist mein Schnuller /mein Schuffeltuch :-) ) )

LG Stefy

abcd
16.08.2008, 17:30
Hab im letzten DÄ ne Anzeige für eine Neuro-Weiterbildungsstelle gelesen, in der explizit stand "ohne Nachtdienste". Kann mir zwar nicht recht erklären, wie das geht, aber es scheint nichts zu geben, was es nicht gibt, nur eben seltener.

tine74
17.08.2008, 07:51
Es scheint wohl aber relativ häufig vorzukommen, dass Bewerber sagen, dass sie keine Dienste machen wollen... ich bin immer davon ausgegangen, dass sich das mit den Diensten von selbst versteht (gerade in Chirurgie / Unfallchirurgie), aber bei allen Bwerbeungsgesprächen waren alle ganz erstaunt, dass ich natürlich Dienste machen kann...

Hm, im übrigen hat meine Freundin gerade einen Job als Anästhesistin in einer kleinen HNO-Klinik angenommen, wo sie DEFINITIV keine Dienste machen muss, allerdings ist sie kurz vorm Facharzt, als Anfängerin hätte sie den Job wohl nicht bekommen.

alex1
18.08.2008, 20:25
In meiner letzten Stelle hatten wir auch eine Kollegin (junge Mutter), die maximal 1 Dienst/Monat gemacht hat.
Der Rest der Truppe hat halt die Arbeit übernommen, war aber nicht so schlimm bei 14 Assistenten.