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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizin? Physik? Entscheidungshilfe gesucht



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nastik
24.10.2008, 17:43
Man könnte auch über ein Studium der Molekulargenetik nachdenken; in nicht allzuferner Zukunft wird es höchstwahrscheinlich DAS Gebiet schlechthin werden.

Zu erforschen gibt es dort auch noch unglaublich vieles - und wenn es dir nicht gefallen sollte kannst du auch in den Bereich der Gentechnik wechseln, wo du mit mehr oder weniger direktem Menschenkontakt Gott spielen darfst.

XZar
24.10.2008, 22:20
@nastik: Ich behaupte jedoch einfach mal, dass man auch mit einem Medizinstudium in einer molekulargenetischen Forschergruppe arbeiten kann, sofern diese sich auf Krankheiten des Menschen spezialisiert. Das ist schließlich eine der Aufgaben, die Fachärzte für Humangenetik an Unikliniken wahrnehmen.

Auf die schnelle habe ich z.B. das hier (http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Forschungsgruppe-Molekulargenetik-paediatrischer-Hirntumoren.111118.0.html) gefunden.

gruß
XZar

Ehemaliger User 05022011
27.10.2008, 23:56
meine persönliche meinung is, dass man, wenn man medizin studiert, erstmal grundlegend am job "arzt" (mit patienten und allem was dazu gehört) interessiert sein sollte.... wenns einen nachher woanders hin verschlägt (forschung oä) schön und gut, aber erstmal sollte man lust haben am und mit menschen zu arbeiten...



hab mir jetzt alles hier mal durchgelesen und muss schon sagen, dass das "ach wir sind eigentlich zu klug für diese Welt, aber vielleicht rettet uns ein Doppelstudium vor dem intellektuellen Verfall" schon etwas nervt

Mbali ist da die Rettung, Danke!!!tun gut die klaren Worte, die es einfach auf den Punkt bringen.
Arzt sollte man nicht werden, weil man eine intellektuelle Herausforderung sucht, dass ist zu wenigund deswegen ist der Beitrag von Mbali und seinem Hinweis, dass man "wenn man medizin studiert, erstmal grundlegend am job "arzt" (mit patienten und allem was dazu gehört) interessiert sein sollte" für mich bisher das Einzig wirklich Kluge, was hier zu diesem Thema geschrieben wurde.

Ehemaliger User 05022011
28.10.2008, 09:07
Wenn man das ansehen als Arzt braucht, damit man das Gefühl hat, man wird nirgendwo in der Gesellschaft als minderwertig eingestuft wird, dann ist das ein 100% legitimes gefühl, obwohl es idioten gibt, die über sowas moralisieren wollen. (Schei*s auf sie).



tut mir leid, aber ich finde es nicht legitim und es wird es auch nicht dadurch, dass man einfach selbstbewußt schreibt, egal was der Rest der Welt sagt " es ist legitim"

und es wird auch nicht legitimer dadurch, dass man diejenigen, die es ein bisschen armselig finde, Medizin nur deswegen zu studieren, um das Gefühl zu haben, nicht von der Gesellsvhaft als minderwertig eingestuft zu werden - wie du schreibst -als Idioten, die nur moralisieren beschimpft

Ehemaliger User 05022011
28.10.2008, 13:13
Ich weiss dass du es nicht legitim findest. Das habe ich schon gewusst bevor ich den beitrag erfasst habe.

aha, und woher wußtest du, wie i c h denke ?

Medicus_bonus
28.10.2008, 19:11
Um die Antwort des Threaderstellers zu beantworten möchte ich sagen, dass es auch durchaus möglich ist in der Freizeit seinen Wissenshunger zu stillen.
Lapidar gesagt: Morgens Medizin, abends Beschäftigung X.
Ich kann sehr gut nachvollziehen in welcher Situation du dich befindest, weil ich selber in dieser Fangfrage feststecke...

Ehemaliger User 05022011
30.10.2008, 14:44
@alle

Habt ihr noch nicht gemerkt, dass der Fragesteller xenon sich nicht einmal mehr hier gemeldet hat, also keinerlei Reaktion auf die vielen guten Ratschläge, um die er gebeten hat, erfolgen. Ich glaube der wollte uns nur erzählen, dass er so super, super toll ist: Doppelstudium, vier Fremdsprachen fließend und so weiter

Judith87
30.10.2008, 15:04
Interessant, wie du den Threadsteller einschätzt

Woher weißt D U wie er denkt?

Ehemaliger User 05022011
30.10.2008, 17:43
Interessant, wie du den Threadsteller einschätzt

Woher weißt D U wie er denkt?

na was denkst du denn, dass er hier seid Wochen mit liest und sich trotzdem nicht einmal wieder meldet oder sich zumindest bei den Vielen, die ihm inzwischen hier - entsprechend seiner Bitte!- Ratschläge gegeben haben, dafür bedankt ?

wie er d e n k t weiß ich natürlich nicht, deswegen schrieb ich auch "ich glaube" , ich stellte also eine Vermutung an

Ehemaliger User 05022011
30.10.2008, 23:06
Habe ich mich auch gefragt.

da bist du nicht der Einzige

No Class
04.01.2009, 06:42
schleißlcih bleiben die ja alle hier stehen und viele lesen es, so das diese ganzen Gedanken, die hier geäußert wurden sicher dem ein oder anderen Leser weiterhelfen

Diese Aussage kann ich nur bestätigen, danke an alle , die sich geäußert haben.

Also ich habe das gleiche Problem wie der Threadersteller, wenn er denn die Wahrheit gesagt hat :). Also kurz gesagt, ich möchte Medizin und Physik studieren. Gründe: Wissensdurst, gute Grundlage für den späteren Werdegang (klar bereitet ein Medizinstudium schon gut genug vor, aber mit Physik ist man, denk ich mal, besser ausgerüstet)

Aber ich möchte nicht als Nerd ohne Freunde enden, wenn ihr versteht, was ich meine :) Also kann man in einen Doppelstudium sich auch mal am Wochenende was gönnen und mit Freunden Spaß haben, oder ist das nicht mehr möglich?

Ich hätte mir gedacht erstmal bis zum Physikum Medizin zu machen und dann Physik, was haltet ihr davon? Oder meint ihr ich sollte gleich anfangen?

Vlt. noch was zu mir: Mathe und Physik Lk - passable Abiturnote - Hassfach: Deutsch und alles andere, in dem dieses Unheil gebraucht wird - 2008 1. Preis BWM (1. Runde)

Ich hoffe ihr könnt mir noch helfen und seid nicht sauer, dass ich einen alten Thread wieder aufgemacht habe ;-)

papiertiger
04.01.2009, 10:05
von vonherein Doppelstudium sollte an den meisten Unis hier nicht (mehr) möglich sein. Zumindest bei der Beteiligung von NC-Fächern (Medizin!) wird in der Regel verlangt, zunächst in einem der beiden Fächer die Zwischenprüfung (oder das Physikum) mit einer Note, die auf Eignung zum Doppelstudium schließen lässt, abzuschließen.

Grundsätzlich.. spannend ist die Kombination sicher. Und sollte durchaus auch machbar sein, bei entsprechender Motivation. Aber von der Regelstudienzeit solltest du dich dann verabschieden ;-)

Muriel
04.01.2009, 10:05
Zuerst einmal: Wir sind alles andere als sauer, dass Du diesen Thread wieder aufgemacht hast, zeigt es doch, dass die Suchfunktion gar nicht so schwer zu benutzen ist, wie viele immer meinen ;-)
Eine Frage meinerseits: Worauf genau, meinst Du, bereitet Dich ein zusätzliches Physikstudium besser vor als ein alleiniges Medizinstudium? Willst Du, sofern Du das jetzt überhaupt schon abschätzen kannst, klinisch tätig sein? Dann sehe ich keinen objektiv wichtigen Grund, dieses Doppelstudium durchzuziehen, auch nicht, wenn es Radio werden soll, was wohl noch die meisten physikalischen Grundlagen hat.

No Class
04.01.2009, 16:33
Danke euch!


Aber von der Regelstudienzeit solltest du dich dann verabschieden

Was bedeutet das genau? Also ich studiere Medizin fertig und muss dann Physik aber noch weiter machen? Hoffe du kannst auf eine solche blöde Frage ohne Lachanfall antworten :)



Eine Frage meinerseits: Worauf genau, meinst Du, bereitet Dich ein zusätzliches Physikstudium besser vor als ein alleiniges Medizinstudium? Willst Du, sofern Du das jetzt überhaupt schon abschätzen kannst, klinisch tätig sein? Dann sehe ich keinen objektiv wichtigen Grund, dieses Doppelstudium durchzuziehen, auch nicht, wenn es Radio werden soll, was wohl noch die meisten physikalischen Grundlagen hat.

Also, ich würde mich gerne in Richtung Radio bewegen. Und mir ist , wie schon gesagt, bewusst, dass das Medizinstudium alleine schon gut vorbereitet. Aber wäre ein Physikstudium daneben nicht geradezu die perfekte Ausbildung?

schmuggelmaeuschen
04.01.2009, 19:47
Hi
ich studier zwar noch nicht, aber unser Anatomie Dozent hat Medizin und Physik studiert. Er hat erst das Physikum gemacht und dann mit Physik bekommen. Medizin in Regelstudienzeit abgeschlossen und Physik lief noch, aber er war schon drüber... Wenn man als Arzt tätig sein möchte ist es glaube ich wirklich nicht nötig, wenn man so wie unser Dozent in die Forschung/Entwicklung möchte ist es aber bestimmt gut,

papiertiger
04.01.2009, 20:33
Von der Regelstudienzeit verabschieden heißt in dem Fall nicht mehr und nicht weniger, als dass du sehr viel länger brauchen wirst insgesagt als jemand, der nur Medizin oder nur Physik studiert. Wie du das im Einzelnen gestaltest bleibt dir selbst überlassen.. Es bietet sich, denke ich, an, sich auf eines der beiden Fächer zu konzentrieren und das andere eher nebenher laufen zu lassen, je nachdem wieviel Zeit man gerade dafür übrig hat. Und eben entsprechend dann auch erst das Fach, dem man die höhere Priorität gegeben hat, abzuschließen und dann das andere. Oder eben anders, wie man mag.

Über den Nutzen - für die klinische Tätigkeit wird dir ein zusätzliches Physikstudium jetzt nicht so viel bringen. Dafür würde sich der Aufwand wohl eher nicht rechnen.

Wann es sich meines Erachtens lohnen würde?
Entweder, wenn es dich so sehr interessiert, dass du für dich selbst diesen tieferen Einblick unbedingt haben möchtest.
Oder, wenn du in entsprechenden Gebieten forschen möchtest.
Habe zB einen Kommilitonen, der parallel zum Medizinstudium nun gerade seine Physikdiplomarbeit abschließt/dazu am Institut für Strahlentherapie und Radioonkologie forscht/im Anschluss dort wohl auch zunächst in der Physik promovieren wird. In diesen Bereichen ist das schon eine unheimlich spannende (und fruchtbare ;) ) Kombination.


drüber Nachdenken schadet sicher nicht. Aber es ist einiges an zusätzlicher Arbeit, die auf sich zu nehmen sicher nicht in jedem Fall sinnvoll ist.

Dr. Julius Hibbert
04.01.2009, 21:22
Also, ich würde mich gerne in Richtung Radio bewegen. Und mir ist , wie schon gesagt, bewusst, dass das Medizinstudium alleine schon gut vorbereitet. Aber wäre ein Physikstudium daneben nicht geradezu die perfekte Ausbildung?

Ich denke, wenn du "ganz normal" als Radiologe arbeiten willst, wird dir ein zusätzliches Physikstudium nicht so viel bringen, ich würde die Zeit lieber nutzen um etwas Erfahrung zu sammeln. Du kannst studieren so viel du willst, am Ende musst du doch praktisch arbeiten und hier geht eben nichts über Erfahrung. So geht es mir jedenfalls in meiner RS-Ausbildung, ich weiß nicht ob man das auf Medizin übertragen kann.

Wenn du in die Forschung gehen willst, ist das ne andere Sache, da wäre der Mix vielleicht nicht schlecht.

John Silver
04.01.2009, 21:42
Ich bin kein Physikhasser, Physik war in der Schule eines meiner Lieblingsfächer, und macht mir auch heute noch Spaß. Aber.

Man kann diese beiden Fächer parallel studieren, und es ist sogar möglich, beides in der Regelstudienzeit durchzuziehen. Fragt sich nur, wozu.

Durch die Einführung der neuen Studienordnung für Medizin ist das Studium noch wesentlich zeitintensiver geworden, weil viele Vorlesungen und Kurse zu Pflichtveranstaltungen wurden - da kommt es schnell zu Kollisionen im Stundenplan. Bringt jede Menge Streß und Lauferei mit sich.

Das Wort "Freizeit" wird für Dich kaum eine Bedeutung haben. Insbesondere für Beziehungen ist es ein wirksames Gift.

Das Physik-Diplom bringt Dich in der Medizin nur dann weiter, wenn Du in einem "Strahlen"-Fach promovieren und habilitieren willst. Der Trick an der Sache ist, daß Du jetzt noch nicht mal ansatzweise eine Ahnung hast, in welche Fachrichtung es Dich wirklich verschlagen wird, glaub mir. Das finden die allermeisten frühestens in den letzten klinischen Semestern heraus, eher später. Es ist also sehr unwahrscheinlich, daß ein Physik-Studium sich wirklich "bezahlt" macht.

Eine medizinische Ausbildung wird durch ein Physik-Diplom auch nicht "perfekt". Im klinischen Alltag bringt dieses Diplom und das damit verbundene Wissen nichts. In der Forschung ist es je nach Forschungsgebiet recht nützlich, aber auch hier ist es ein klassischer "Overkill". Du brauchst kein Physik-Diplom, um die Grundlagen der medizinischen Forschung zu verstehen. Es reicht ein allgemeines Verständnis für Physik sowie der Wille, sich überhaupt damit zu beschäftigen. Die meisten Sachen, mit denen sich die moderne Physik beschäftigt, sind für die Medizin zunächst recht belanglos, da man aus den aktuellen Forschungsergebnissen der Physiker keine direkten Anwendungen in der medizinischen Wissenschaft entwickeln kann.

Und selbst wenn wir uns den wenigen Forschungsgebieten der modernen Physik zuwenden, die für die Medizin eine direkte Relevanz haben, so glaube ich auch nicht, daß ein Physik-Diplom Dir da im Beruf weiterhelfen wird. Die Physik ist, genauso wie die Medizin, ein schnellebiges Geschäft. Jeden Tag werden neue Erkenntnisse publiziert. Was heute aktuell ist, kann schon in wenigen Jahren obsolet sein. Es ist schon recht anstrengend, neben der klinischen Tätigkeit auch im eigenen Fach sowie in der Medizin allgemein auf dem Laufenden zu bleiben; wenn da auch noch die Physik hinzukommt, dann gute Nacht. Familie und Privatleben adé. Und wenn man darauf verzichtet, dann veraltet das Wissen, das man sich im Studium angeeignet hat, recht schnell, und wird weitgehend nutzlos.

Das außerordentlich vage Vergnügen, sich einem Fach durch ein Studium enger zu widmen, weil es einem in der Schule Spaß gemacht hat, wird durch die von mir genannten Nachteile geradezu erdrückt, will ich meinen.

No Class
04.01.2009, 23:15
Ich danke euch allen für eure Antworten sehr.

Trotz der erdrückenden Beweislast werde ich die Kombination Medizin und Physik weiter im Blick behalten und mich erst nach dem Physikum entscheiden.
Abhängig u.a. von der Physikumsnote. Ich wäre einfach zu traurig, wenn ich einem der beiden Fächer den Rücken kehren müsste.

astrophys
04.01.2009, 23:44
Ich kann nicht bestätigen, was hier mehrfach angeklungen ist, nämlich dass es dir für die Medizin kaum etwas bringt, wenn du ein Physikstudium absloviert hast. Es gibt so viel Physik, die keine Anwendung in der Medizin findet, weil beide Welten zu wenig voneinander wissen.

Ich habe 2004 mein Diplom in Physik gemacht mit dem Nebenfach Nuklearmedizin und angewandte Physik in bildgebende Verfahren in der medizinischen Diagnostik. Ein Angebot für eine Doktorarbeit am DKFZ zur Entwicklung eines Positionssensors bei MRT Aufnahmen aber wegen zu schlechter Bezahlung abgelehnt. Diese Einblicke haben aber schon genügt, um festzustellen, dass es hier ein Riesenpotential gibt.

Für die klinische Tätigkeit selbst ist der Vorteil relativ gering, für die Entwicklung und Verbesserung von Diagnose- und Therapieverfahren aber durchaus sehr fruchtbar.

Das Problem wird aber sein, dass alle Studiengänge gestrafft wurden, das Physikdiplom gibt es nicht mehr, wurde ersetzt durch Bachelor und Master.
In beiden Studiengängen hast du Pflichtveranstaltungen, die du logischerweise nicht gleichzeitig besuchen kannst. Die Idee, zunächst Physikum zu machen und sich dann der Physik zu widmen ist da wohl keine schlechte Idee.