geht das deutschengebashe wieder los^^ ihr werdet uns trotzdem nicht los^^
kieferchirurg1971
03.11.2008, 16:08
Sehr geehrter herr Kollege Ösimann!
Auch für Sie gilt das oben gesagte. Ich dachte, daß Österreicher in ihrer Diktion( siehe menschlich Qualitäten) ein wenig zivilisierter agieren , als die " Bundesdeutschen".
Also verbitte ich mir in aller Form Ihren Ton, denn ich lasse mir von Ihnen nicht Redeverbot erteilen( nur motzen und weiterarbeiten also Mund halten)!
Ich habe lediglich die Verhältnisse an einer Uniklinik in Mitteldeutschland geschildert-und dies rein subjektiv!!!
Außerdem können Sie doch gar nicht beurteilen, ob ich dort überhaupt noch arbeite, folglich sollten Sie mit Ihren Beurteilungen ( oder auch Verurteilungen?!) ein wenig zurückhaltender sein.
Wenn Sie eine Klinik in Deutschland gefunden haben, die die modernen Anforderungen einer adäquaten Facharztweiterbildung entsprechen, dann herzlichen Glückwunsch!!
Wenn Sie allerdings glauben , daß man am" längeren Hebel" sitzt, muß ich mir die Frage erlauben, ob Sie auch noch an den Weihnachtsmann glauben, denn
den dies setzt ein Grundmaß an Solidarität unter allen Jungärzten voraus, was heute aber nicht mehr gegeben ist, denn wenn Sie schon auf die Schule anspielen-in der Schule wird schon der Keim für Neid und mißgünstiges Verhalten gelegt..." Divide et impera!"
Die österreichischen Kollegen, die ich an der Klinik kennengelernt habe, sind übrigens alle wieder verschwunden.
Was den Turnus angeht, kann ich mich über Tirol nicht äußern, doch die Verhältnisse in der Steiermark sind mir durchaus geläufig.
Der Turnus( in Deutschland sagte man dazu wohl früher Medizinalpraktikantenzeit) ist vom Prinzip gut gedacht, aber, zumindest in der KAGES, schlecht gemacht. Auch hier das gleiche Bild-Systemerhalter gesucht!
Dies geht sogar soweit, daß in Graz an der Uniklinik( Chirurgie) laut Beschluß des Klinikvorstandes, Turnusärzte nicht einmal mehr in den OP zur Assistenz dürfen. Was die Qualität dieser "Ausbildung" angeht, da erspare ich mir jeden Kommentar und überlasse die Beurteilung jedem einzelnen Forummitglied.
Warum Helios Ärzte sucht? -Es gibt einfach zu wenig Absolventen in Deutschland!
Übrigens wird Österreich in wenigen Jahren die gleichen Probleme bekommen, wenn , wie in Graz, jedes Jahr nur noch 60 Studenten das Medizinstudium abschließen. Es ist aber gar nicht gesagt, daß diese Absolventen auch in den kurativen Bereich gehen.
Wenn man die Absolutzahlen der Studienanfänger in Medizin in Deutschland
, mit den Absolventenzahlen ( und schließlich mit denjenigen, die dann auch tatsächlich kurativ tätig werden) vergleicht, wundert einen der Ärztemangel gar nicht.
Was das " Motzen" generell angeht, so ist es doch an sich gut, wenn Klinikträger, Politiker und andere "Entscheidungsträger" mit einer Generation zorniger junger Ärzte konfrontiert werden, die eben nicht mehr alles klaglos ertragen um einer vermeintlichen Karriere willen( möglichweise sind wir uns in diesem Punkt wenigstens einig, Kollege Ösimann?- in diesem Zusammenhang muß ich Ihnen allerdings vorhalten, daß Ihre Haltung zur " Abstimmung mit den Füßen", sprich zu gehen, eine pesönlich sicherlich vorteilhafte Haltung zu sein scheint, aber keine Verbesserung für die Kollegen darstellt-Wer schweigt stimmt zu! Dann darf man sich über autoritäre Strukturen in der Medizin nicht wundern und schon gar nicht über Despotentum!)
In diesem Zusammenhang, würde ich gern ein kleines Beispiel aus meiner Familie nennen-so zum Nachdenken über die Fähigkeit durch Nennung von Mißständen zu Verbesserungen zu kommen-als mein Vater Ende der 50er sein
Studium abgeschlossen hatte( schon während des Studiums hatte er unentgeltlich an der Klinik gearbeitet), und sich dann um eine bezahlte Assistentenstelle bewarb, sagte sein Chef " Also ich weiß nicht was Sie wollen,Ihr Vorgänger hatte ein Jahr kostenlos gearbeitet!"
Heute?-Da soll sich jeder seine eigenen Gedanken machen!
chunkyfire
23.07.2009, 18:05
Anscheinend ist es für die persönliche Ausbildung wohl echt am Besten, wenn man versucht einen sehr guten USMLE zu schreiben, für die FA-Ausbildung dann nach Amerika zu gehen (wo das Rotationsverfahren wohl sehr gut funktioniert), um dann am Ende der Ausbildung zurück nach Deutschland zu gehen...
Bei einer USMLE Infoveranstaltung unserer Uni hat jemand, der diesen Weg gegangen ist uns zumindest dazu geraten. Eine Woche später hatte ich den ersten Innere Medizin Block... und durfte sehen wie ein Assistenzarzt eine ganze Station schmeißen musste, bei der drei Patienten auf dem Flur lagen (Insgesamt also über 30 Betten (!). Beim Dermatologie Block das selbe, genau wie beim Urologie Block, HNO-Block und auch beim Chirurgie Block. Mein erster Gedanke war: So will ich nicht enden... Morgens ab 8 Visite und danach nur noch Formulare ausfüllen, Arztbriefe schreiben und Medikationen umstellen, das soll eine Facharztausbildung sein ??? Teilweise sind wir als Studenten öfter im OP am assistieren als Assistenzärzte, die alleine auf der Station bleiben müssen! Und die Unterbesetzung nimmt inzwischen Formen an, die nicht mehr tragbar sind... Manche Kliniken suchen den Weg aus der Misere bei den neuen Studenten und geben ihnen 25€ die Stunde für Blut abnehmen oder Haken halten. Oder sogar mehr um in der Ambulanz zu arbeiten. Oder sie geben ihnen 1000€ wenn sie einen Arzt werben und wenn er nach einem Jahr noch da ist, gibts 1000€ drauf. In der Zwischenzeit wird diskutiert, ob nicht die Schwestern einen Teil der ärztlichen Tätigkeit übernehmen können und sich jemand anderes um die Ärztebriefe kümmert (Helios spricht sie auf Band und eine Sekretärin tippt sie ab)...
Um ein guter Arzt zu sein der der Gesellschaft helfen kann brauche ich auch eine gute Ausbildung... Learning by doing bzw. Hilf dir selbst hilft dir Gott wird da kaum weiterhelfen...
McDreamy
23.07.2009, 20:14
Woher weisst du, dass das in den USA anders ist?!
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