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luckyblue
19.10.2002, 15:16
Original geschrieben von Maynard


doch, ich will 36 studen arbeiten. die 24 stunden-dienste, wie ich sie zur zeit manchmal habe, fordern mich einfach nich genung. kinder, reihenhaus und 2x im jahr in den urlaub interessiert mich da schon weniger.



Is ja toll. Was ich nicht verstehe: Bei so viel Elan hätte es doch möglich sein müssen, in 36-Stunden-Schichten-Vorbereitung einen ausreichenden NC zu erzielen.

Im übrigen sollte man nicht jeden Medi als orientierungslosen "Post-Abirenten" stigmatisieren, nur weil er sich außerhalb kurativer Tätigkeitsfelder beschäftigen will. Muss ja nicht jeder sein Helfersyndrom kurieren. Viele studieren sogar mit dem Vorsatz, auf keinen Fall irgendwie therapeutisch tätig zu werden, sondern sich ganz der FOrschung zu verschreiben. Das ist auch ihr gutes Recht

Sammy
19.10.2002, 16:47
Ich denke, auch, dass man direkt nach dem Abi einfach noch nicht wirklich so sicher sein kann, als was man den Rest seines Lebens (oder zumindest die nächsten 40-45 Jahre) arbeiten will. Ich meine, es gibt doch viele, die in der Schule eigentlich mit vielen Fächern gut klar kommen und wenn man dann mit 19 vor der Entscheidung steht, die das ganze Leben entscheidend beeinflussen kann, ist es meiner Meinung nach doch durchaus möglich, mit etwas gemischten Gefühlen ins Studium zu gehen und sich das ganze erstmal angucken zu wollen. Ich sehe es ja durchaus ein, dass aufgrund der Zulassungsbeschränkung bei Medizin es viele kritisch sehen, wenn viele Plätze von solchen noch Unentschlossenen besetzt werden, aber so ist nun mal das System (auch wenn's nicht gerade ein tolles System sein mag). Was ich meine, ist einfach, dass ich beispielsweise selbst auch vor einem halben Jahr Abi gemacht habe, keinen Zivi machen muss und mich dann halt einfach irgendwann entscheiden musste, mit welchem Studium ich anfange. Ich hätte mir zar auch vorher noch mehr Gedanken machen können, aber wie viele 17-/18-jährige beschäftigen sich schon gern ausführlich mit genauen Zukunftsplänen?!
Viele Grüße,
Sam

Lava
19.10.2002, 18:02
Warum muss das Ziel "Arzt" so klar sein? Ich meine, ich hätte wohl auch nichts anderes studiert bzw. würde es nicht wollen. Trotzdem interessiere ich mich für die unterschiedlichsten Fächer! Von Bio über Chemie bis Mathe, Kunst und Englisch! Wenn es mit der Medizin nicht geklappt hätte, würde ich vielleicht in eine ganz andere Richtung gehen.

condorito
20.10.2002, 11:54
Original geschrieben von Janine
Warum muss das Ziel "Arzt" so klar sein? Ich meine, ich hätte wohl auch nichts anderes studiert bzw. würde es nicht wollen. Trotzdem interessiere ich mich für die unterschiedlichsten Fächer! Von Bio über Chemie bis Mathe, Kunst und Englisch! Wenn es mit der Medizin nicht geklappt hätte, würde ich vielleicht in eine ganz andere Richtung gehen.
Eben!Es gibt in der Medizin so viele Felder,da ist eigentlich für jeden was dabei....
Ich hätte am Anfang des Studiums auch nich gedacht,daß mir Patho und Molekularbio so viel Spass machen würden,und ich jetzt in die Richtung gehen will...
Ausserdem sind mir Leute,die sich ausschliesslich für Medizin interessieren,sehr suspekt..

Peter Artz
20.10.2002, 19:14
Also ich kann diese "ich probiers halt mal - vielleicht isses was für mich"-Einstellung auch nicht ganz teilen.
Man muss sich ja nicht gleich immatrikulieren um auszuprobieren ob die Medizin DER Job ist, den man ausüben möchte.

Ich kann von mir nur sagen, dass ich eigentlich auch immer den wunsch hatte, doch jeder mir vom Studium abgeraten hat. Erst durch meine Krankenpflege-Ausbildung und meine Praktikums-Erfahrungen habe ich mich entschlossen, doch die Richtung Medizin einzuschlagen.

Trotzdem sollte man alternativen kennengelernt haben. Man sollte sich nicht nur stur auf einen Berufszweig konzentrieren. Ich z.B. hab auch ein Praktikum in der Bank gemacht - das mir zwar sehr gut gefallen hat, aber leider als Beruf nicht zugesagt hat.

Froschkönig
20.10.2002, 19:23
Zu Peter´s "Man muß sich nicht gleich immatrikulieren" aussage :
Dach, muß man !
Wenn einem Berufsberater und Medien heute schon sonst nicht bei der Berufswahl helfen, eines vermitteln sie ganz klar :
Man sollte bei Studienabschluß 20 sein, 3 Fremdsprachen fließend sprechen und Auslandserfahrung noch und nöcher haben. (Hmmm...das hab ich schonmal gehört...achja : Die Eierlegende WollMilchSau !)
Unter dem propagierten Leistungs- und Altersdruck auf dem Arbeitsmarkt neigt doch jeder dazu, sich für irgendwas zu bewerben um mal zu sehen, wie es ist, bevor er freiwillig ein Semester zur Selbstfindung "in den Sand setzt" !

Peter Artz
20.10.2002, 19:29
letzlich bringt es aber nichts, weil wenn du dann bei deiner ersten Famulatur merkst, verdammt - das ist es nicht - und dann abbrichst, dann ist es mit deinem Studienanfang mit 20 schon vergeigt.

Wenn man sich vorher zumindest mit ein wenig mehr Weitblick informiert, dann wird man mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Weg auch zu ende gehen.

Froschkönig
20.10.2002, 19:38
Dazu folgendes :
Hab vor medizin informatik studiert, da dachte ich "ich weiß, worum es geht, ich hab den durchblick was kommt, ich hab privat vorher schon einiges an kenntnissen gesammelt" und dann ? Doch irgendwie anders : Programmiersprachen werden in Praktika vorausgesetzt, lernen kannste die irgendwann mal selber, stattdessen drehen sich die Vorlesung um Matrizenrechnung im n-raum...
War nix für mich...ich kann alle verstehen, die mit ihrer ersten Studienwahl auf schnautze fallen...und Informatik-Medizin ist mindestens so seltsam wie KuWi-Medizin !!!!

Jetzt bin ich im 3.klinischen Semester ohne Zusatzsemester und bin mir trotz eher magerer Vorkenntnisse sicher, daß das das richtige war/ist !

June
20.10.2002, 20:03
Ich gebe zu, ich habe mit meinem einen Semester Jura nicht sonderlich viel Weitblick bewiesen. Habe mir damals häufig gedacht, daß ich mir das hätte sparen können, wenn ich vorher mal ne Woche lang Jura-Vorlesungen besucht hätte (denn genau so lange hat es dann gedauert, bis ich mir vollkommen darüber im Klaren war, daß es das nicht sein kann!). Im Nachhinein ist das trotzdem eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Durch das eine Semester habe ich Einblick in eine Welt bekommen, mit der ich zwar nichts mehr zu tun haben möchte, aber das kann man sich ja nicht immer aussuchen...
Und mal ganz ehrlich: Ins Medizinstudium bin ich genauso blauäugig reingegangen. War dann zwar überzeugt, daß es das richtige für mich ist, aber Gründe dafür konnte ich keine nennen.
War aber auch schön zu merken, daß ich mich doch irgendwie auf meine Überzeugungen verlassen kann!
Im Nachhinein würde ich nichts anders machen.
Außerdem: Ich denke, daß das System des Medizinstudiums auch darauf ausgerichtet ist, daß mehr Leute mit dem Studium anfangen als es letztlich auch zu Ende bringen. Es gibt nun mal an jeder Uni eine gewisse Anzahl an sinnvollen Studienplätzen pro Semester im klinischen Abschnitt. Wenn plötzlich regelmäßig alle Studienanfänger dran bleiben würden, wären erst alle Kurse heillos überfüllt (und es ist wirklich kein Spaß, z.B. im Pädiatrie-Praktikum zu zwölft in einer Gruppe zu sein!), bis dann die Studienplätze insgesamt gekürzt würden. Am Ende wäre der "Verteilungskampf" nur noch härter!
Denkt die June :-music

Froschkönig
20.10.2002, 20:39
@June :
Wobei Du mal in der IMPP Tabelle die Uni-spezifischen Durschfallquoten anschauen solltest, da gibt´s auch wieder gravierende Unterschiede....

Lava
21.10.2002, 19:07
Und was soll das jetzt heißen? Dass jeder erstmal drei Praktika machen und zwei Semester was anderes studieren soll? Das halte ich für Quatsch. Immerhin gibt es Leute, die dreimal wechseln und immer noch keinen Plan haben, was sie machen wollen. Andere sagen eben sofort "Medizin" und - oh Wunder! - liegen richtig damit!

Sebastian1
21.10.2002, 19:20
Hat doch keiner bestritten, Janine. Viele Wege führen zum Medizinstudium, und auf welchem man letztendlich dahin geht ist doch genauso unterschiedlich wie überall anders auch....der eine nimmt ne Autobahn mit seinem Luxusschlitten, der andere seinen VW Käfer über ne holprige Dorfstraße...ankommen tun sie beide ;)

Sammy
21.10.2002, 22:18
@June:
dann haben wir ja schon zwei Gemeinsamkeiten :-)
Erstens bin ich mir auch schon nach einer Vorlesungswoche relativ sicher, dass ich mein Studium nicht zu Ende durchziehen werde, zweitens wäre meine zweite (und dann hoffentlich richtige) Wahl, Medizin in Göttingen zu studieren (da ich aus Göttingen komme, dürfte das mit dem NC eigentlich kein Problem werden - laut den ZVS-Tabellen). Falls du Lust hast, würde ich mich freuen, wenn du mir mal so ein paar Eindrücke zum Medi-Studium speziell in Göttingen schreiben würdest. Weißt du zufällig, ob es ein großer Nachteil wäre, im Sommersemster anzufangen? Naja ich werd mich wohl morgen mal in eine Anatomie-Vorlesung reinschmuggeln, da meine eigentlichen Vorlesungen erst um 11:15 anfangen, hoffe, danach vielleicht schon etwas schlauer zu sein.
Weiß vielleicht sonst noch jemand ne Möglichkeit, wie man herausfinden kann, ob Medizin das richtige für einen ist (außer das Pflegepraktikum - die Idee hab ich schon :-) )?
Viele Grüße,
Sammy

June
21.10.2002, 22:52
Hey Sammy!
Im Sommersemester zu beginnen ist auf keinen Fall ein Nachteil. Hab ich auch gemacht, und ich fand daran z.B. ganz angenehm, daß die Lernzeit fürs Physikum und 1. Stex in den Winter gefallen ist. Auch sonst gab's eher Vorteile, aber ich kann dir über die aktuelle Verteilung der Kurse in der Vorklinik und die Unterschiede zwischen SoSe und WiSe aber nicht soo viel erzählen, da dort einige Änderungen durchgeführt wurden, seit ich mein Physikum habe - die wichtigste davon, daß der Präpkurs nun zwei statt ein Semester dauert. Aber du kannst dir vorm Servicezentrum für Studenten im Klinikum (über der Sparkasse) die (zugegebenermaßen etwas verwirrend gestalteten) Semesterpläne für die Vorklinik holen, vielleicht findest du dort ja auch noch die eine oder andere Vorlesung, die du dir mal anschauen möchtest. Zum Beispiel könnte für dein Anliegen das "Praktikum" der Berufsfelderkundung (haha! das ist ne Vorlesung fürs gesamte Semester - also kein Problem, sich da mit reinzusetzen) möglicherweise interessant sein, kommt natürlich sehr drauf an, wer da gerade zu welchem Thema was erzählt...
Ansonsten hatte ich schon mal vor ner ganzen Weile was zum Studium in GÖ geschrieben, das findest du hier (http://www.medi-learn.info/seiten/medi-foren/showthread.php?s=&postid=12631#post12631)
Wenn du sonst noch Fragen hast, die ich dir beantworten kann, mache ich das gerne!
Die June :-music

PS: Und laß dich nicht von dem Gestank in der Anatomie abschrecken morgen früh - hab da heute mal vorbeigeschaut und gleich am Eingang den vollen Formalin-Flash abbekommen...

Froschkönig
21.10.2002, 22:53
Im Sommersemester anzufangen ist eigentlich nur dann blöd, wenn man nach einer Prüfung wechseln will...da hat man dann nicht so viel auswahl(Es sei denn, man hat bereits ein Zusatzsemester).
Ansonsten glaube ich, daß man nie weiß, ob etwas das richtige ist, wenn man es nicht versucht.... Viel Glück und viel Spaß !

June
22.10.2002, 14:02
Ach ja, es spricht natürlich auch nichts dagegen, sich die eine oder andere klinische Vorlesung mal anzuschauen, denn Anatomie&Co werden zwar während der ersten zwei Jahre dein täglich Brot sein, aber mit dem späteren Beruf haben sie nicht so viel zu tun...
Geht ja nicht darum, daß du jetzt inhaltlich alles verstehst, sondern nur um nen Eindruck, und den kannst du dir genauso gut in klinischen Vorlesungen holen. :-meinung Außerdem werden dort oft auch Patienten vorgestellt.
Die June
...die jetzt schleunigst zum Dermapraktikum muß!

Sammy
22.10.2002, 18:44
Hi June,
danke für die Antwort(en). Also ich muss sagen, auch wenn ich bei der Anatomie-Vorlesung heute morgen nicht ganz alles verstanden habe, habe ich, glaub ich, mehr gelernt, als in anderthalb Wochen Mathe und Physik. Also jedenfalls war's schon interessanter. Das mit den Vorlesungen aus dem klinischen Abschnitt ist wahrscheinlich ne ganz gute Idee - muss ich mal das Vorlesungsverzeichnis durchsuchen. Tja ich hoffe mal, der entscheidende Klick kommt irgendwann demnächst bei mir - dann würde ich halt direkt versuchen, das Pflegepraktikum schon vor Studienbeginn zu machen. Im Klinikum kann das Praktikum ja leider nicht mehr machen, wenn man nicht als Medizinstudent eingeschrieben ist, aber wahrscheinlich sind so kleine Krankenhäuser wie Weende oder Neumariahilf für so ein Praktikum eh besser oder?!?
Viele Grüße,
Sammy

June
22.10.2002, 22:01
Freut mich, daß dir die Anatomie-VL gefallen hat!
Mein Pflegepraktikum hab ich nicht in GÖ gemacht, kann dir daher keine Erfahrungen aus erster Hand dazu geben. Ne Freundin von mir war in Neu-Mariahilf und hat dort nach zwei Wochen wieder abgebrochen, weil es echt zu mies war - aber das ist sowohl in nem kleinen Krankenhaus wie auch im Klinikum einfach komplett abhängig davon, auf was für Menschen man auf "seiner" Station trifft.
Die June :-music

Schnuffeli
26.10.2002, 20:54
...... dann ma abbrechen, was neues probieren....
wißt Ihr, woher das kommt?

Weil studieren bei uns in Deutschland umsonst ist, und was umsonst ist, ist nix wert. Wenn Eltern oder Studis Geld für die Chance, zu studieren, zahlen müssten, würd sich die Motivation ziemlich ändern! Ich finde es toll, dass in Deutschland jeder studieren kann, das ist was ungeheuer faires, aber was machen viele draus? Mißbrauchen die Chance!
Iss was dran, oder?

Ersa
27.10.2002, 11:04
Puh, also Studiengebühren sind ja nun ein ganz heißes Eisen... Bin heilfroh, dass ich nix zahlen muss, bin noch froher, dass ich Bafög kriege und somit mir das Studium überhaupt leisten kann.

Bei mir sind echt viel Proffessorenkinder und Leute aus kompletten Arztfamilien- nix gegen die, aber auffallen tut es schon. Das bei denen die Motivation auch nicht immer ganz freiwillig ist, ist mir schon klar. Und gäbe es Studiengebühren, würde sich (prozentual) der Anteil derer, die das Fach studieren, weil Mama und Papa das so wollen, drastisch erhöhen, da bin ich relativ sicher. Ganz nach dem Motto: Also, Medizin, das finanzieren wir Dir. Sonst guck halt, wo Du bleibst.