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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen werden abgeschaft! FÜR ALLE EU-BÜRGER!



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Kliri
09.10.2008, 20:37
Das ist totaler Blödsinn. Alle 3 Medunis waren schon VOR der EU-Öffnung hoffnungslos überlaufen. In Innsbruck wurde schon im alten Studienplan bei jeder Prüfung ausgesiebt, da es nur begrenzte Plätze für Seminare/Praktika/Übungen gab. Die EU-Öffnung hat mE eine sinnvolle Zugangsbeschränkung gebracht. (Dass die Österreicher nun selbst nun weniger Studienplätze bekommen, steht auf einem anderen Blatt)

BTW find ich es krass, dass es immer noch Leute gibt, die sowas befürworten. Quantität ist NICHT IMMER besser als Qualität.

Und die wichtigste Frage stellt sich dabei offenbar niemand:
Wo zur Hölle sollen die Leute denn alle mal arbeiten, wenn sie mit dem Studium fertig sind?!? Da ist es doch wesentlich sinnvoller, man bildet soviel Leute aus, wie der Markt braucht - die dafür umso besser.
:-meinung

naja aber z.Z. ist das ja wirklich nicht das Problem , sondern es fehlen ja schon jetzt - vor allem in ländlichen Gebieten und auch schon in Kleinstädten - massiv Ärzte - also die Frage " wo sollen die Leute denn alle mal arbeiten" beantwortet sich damit doch von selbst

McDreamy
09.10.2008, 21:39
naja aber z.Z. ist das ja wirklich nicht das Problem , sondern es fehlen ja schon jetzt - vor allem in ländlichen Gebieten und auch schon in Kleinstädten - massiv Ärzte - also die Frage " wo sollen die Leute denn alle mal arbeiten" beantwortet sich damit doch von selbst


Wo fehlen die denn??
2-3 Jahre Wartezeit auf einen Turnusplatz bedeutet wohl nicht, dass jeder Medizin-Absolvent aus mehreren Angeboten wählen könnte...

Österreich hat keinen Ärztemangel, sondern einen Ärzteüberschuss. Und das wird auch in Zukunft so bleiben bzw. noch schlimmer werden.

Dr. Pschy
10.10.2008, 09:46
Warum gibts die denn ausgerechnet seit 2004?

Weil in den ersten Jahren die SIP so derart scharf konzipiert war, dass die Bestehensquoten weit unterhalb der verfuegbaren Platzzahl im 3. Semester gelegen ist.

Zum Aerztemangel:

Oh doch, den gibts. 2-3 Jahre wartet man in Wien, aber wer seinen Horizont 50-100km raus aufs Land bewegt kann teilweise innerhalb eines halben Jahres oder noch kuerzer anfangen. Zudem sind auch in Oesterreich sehr viele Aerzte nah an der Pension, d.h. in naher bis mittlerer Zukunft wird der Bedarf steigen.

McDreamy
10.10.2008, 12:19
Weil in den ersten Jahren die SIP so derart scharf konzipiert war, dass die Bestehensquoten weit unterhalb der verfuegbaren Platzzahl im 3. Semester gelegen ist.

Zum Aerztemangel:

Oh doch, den gibts. 2-3 Jahre wartet man in Wien, aber wer seinen Horizont 50-100km raus aufs Land bewegt kann teilweise innerhalb eines halben Jahres oder noch kuerzer anfangen. Zudem sind auch in Oesterreich sehr viele Aerzte nah an der Pension, d.h. in naher bis mittlerer Zukunft wird der Bedarf steigen.

Ein Job in der Pampa innerhalb eines halben Jahres? Wie das auf einen Ärztemangel hindeuten soll, das must du mir erklären.

In Österreich herrscht seit Jahrzehnten ein massiver Ärzteüberschuss. Das war schon so, als noch kein Deutscher hier studiert hat. Und warum? Weil an den Unis Massenbetrieb herrschte, eine hoffnungslose Überbelegung der vorhandenen Studienplatzkapazitäten (alleine schon mit Österreichern). Wie das aussehen wird, wenn plötzlich ganz Europa hier gratis studiert, kann man sich vorstellen.

Weiters hat Österrich neben Italien die höchste Ärzedichte Europas (1 Arzt auf 250 Einwohner!). Gleichzeitig steht das Gesundheitssystem (das diese Ärztedichte finanziert) am Rande des Zusammenbruchs (es wird schon rechtlich geprüft, ob Gebietskrankenkassen in Konkurs gehen können). Die Pensionierungen, die in den nächsten Jahren erwartet werden, werden dazu genutzt werden, die überhöhte Ärztedichte zu reduzieren und endlich die notwendigen Einsparungen vorzunehmen. Es wird keine neuen Kassenverträge geben, ganz im Gegenteil, es werden immer weniger.

Nun endlich hätten wir durch die Zugangsbeschränkungen die Chance, das Überangebot an Medizinabsolventen der letzten Jahrzehnte abzubauen bzw. hätte jeder Absolvent einer österr. MedUni die Chance auf einen vernünftigen Arbeitsplatz mit vernünftigen Arbeitsbedingungen.

Aber was tun wir? Nach nicht einmal EINER GENERATION Absolventen, die zu Zeiten der Zugangsbeschränkung ihr Studium begonnen hat, schmeißen wir wieder alles über den Haufen und laden nun ganz Europa ein, gratis bei uns Medizin zu studieren und sich danach auf dem überschwemmten Arbeitsmakrt ausbeuten zu lassen.

Bravo!

Phettberg
10.10.2008, 14:18
Aber was tun wir? Nach nicht einmal EINER GENERATION Absolventen, die zu Zeiten der Zugangsbeschränkung ihr Studium begonnen hat, schmeißen wir wieder alles über den Haufen und laden nun ganz Europa ein, gratis bei uns Medizin zu studieren und sich danach auf dem überschwemmten Arbeitsmakrt ausbeuten zu lassen.

Bravo!

Nochmal für dich, zum mitschreiben: Die Zugangsbeschränkungen bleiben uns u.a. in Medizin erhalten.. :-angel

Dr. Pschy
10.10.2008, 15:12
Ad Aerztemangel:
In NÖ z.B. haben wir derzeit eine relativ entspannte Turnussituation, auch ohne in den finstersten Winkel des Waldviertels zu muessen. Das ehemals verpflichtende assessment-center ist mittlerweile auch wieder weg. Und nochmal: Es gehen in den naechsten Jahren sehr viele Aerzte in Pension, auch wenn weniger Kassenvertraege vergeben werden wird sich das spuerbar auswirken.

Im uebrigen fuehrt das neue Curriculum dazu, dass es weniger Absolventen gibt, da die Platzzahl (im Gegensatz zu frueher) ab dem 2. Abschnitt reglementiert ist. D.h. seit 2001 kommen nicht mehr theoretisch unbegrenzt Leute Richtung Abschluss. Es ist also vollkommen wurscht ob es Zugangsbeschraenkungen gibt oder nicht: Ab dem 3. Semester darf immer nur die gleiche Anzahl an Leuten weiterstudieren, egal ob 740 (wie jetzt), oder unbegrenzt (wenn ganz offen) anfangen.

Im uebrigen hoerst du dich an, als seist du bei Betty in die Schule gegangen...

Mousse-T
10.10.2008, 18:51
Weil in den ersten Jahren die SIP so derart scharf konzipiert war, dass die Bestehensquoten weit unterhalb der verfuegbaren Platzzahl im 3. Semester gelegen ist.
Und ab 2004 haben die Unis die SIP gelockert und es sind dann Wartezeiten enstanden?


Nochmal für dich, zum mitschreiben: Die Zugangsbeschränkungen bleiben uns u.a. in Medizin erhalten..
Ja, aber nur noch 2 Jahre, dann werden sie von der EU wahrscheinlich gekippt.

Btw: Kann McDreamy nur allzu gut verstehen.

McDreamy
10.10.2008, 21:02
Ad Aerztemangel:
In NÖ z.B. haben wir derzeit eine relativ entspannte Turnussituation, auch ohne in den finstersten Winkel des Waldviertels zu muessen. Das ehemals verpflichtende assessment-center ist mittlerweile auch wieder weg. Und nochmal: Es gehen in den naechsten Jahren sehr viele Aerzte in Pension, auch wenn weniger Kassenvertraege vergeben werden wird sich das spuerbar auswirken.

Dass die Zugangsbeschränkungen im neuen Curicculum offenbar ihre Wirkung zeigen (Weniger Anfänger -> weniger Absolventen -> bessere Jobchancen & Arbeitsbedingungen)...

...Was sagt uns das wohl über die Zeit VOR den Zugangsbeschränkungen?

Zur Info:
Vor den Zugangsbeschränkungen sah die Situation an den österr. Medizin-Unis und am Arbeitsmarkt so aus:

Studentenmassen, die sich mit Campingsesseln um 6.00 morgens einen Platz im Hörsäälen reservierten (in denen die Vorlesung dann per Video übertragen wurde) hohe Absolventenzahlen, daraus resultierend lange Wartezeiten beim Turnus und danach miserable Arbeitsbedingungen.



Es ist also vollkommen wurscht ob es Zugangsbeschraenkungen gibt oder nicht: Ab dem 3. Semester darf immer nur die gleiche Anzahl an Leuten weiterstudieren, egal ob 740 (wie jetzt), oder unbegrenzt (wenn ganz offen) anfangen.

Es ist alles andere als vollkommen wurscht, weil die Anzahl der Leute, die ab dem 3. Semester weiterstudieren darf, eben nicht gleich bleibt, sondern massiv erhöht werden soll (in Wien sogar verdoppelt).

Womit wir wieder bei der Zeit VOR den Zugangsbeschränkungen angekommen wären...

Ich geb dir recht, wir erleben im Moment wohl eine leichte Besserung des Arbeitsmarktes für Mediziner in Österreich - Dies nicht zuletzt eben wegen der Zugangsbeschränkungen! Wenn die aber jetzt wieder aufgehoben bzw. mit einer massiven Ausweitung der Studienplätze ad absurdum geführt werden, dann ist die logische Konsequenz daraus wieder eine Rückkehr zum alten Zustand.


PS: mit deiner Betty-Phobie läufst du Gefahr, jede Kritik des Systems als Querulantentum abzutun.

Phettberg
11.10.2008, 12:40
"Nochmal für dich, zum mitschreiben: Die Zugangsbeschränkungen bleiben uns u.a. in Medizin erhalten.. "

Ja, aber nur noch 2 Jahre, dann werden sie von der EU wahrscheinlich gekippt.



Schwachsinn, der EU gehts um die Quotenregelung. Das hat mit den Zugangsbeschränkungen erstmal nichts zu tun..

Dr. Pschy
11.10.2008, 16:41
McDreamy:

Ich hab noch vor Einfuehrung des EMS angfangen, ich weiss also aus eigener Erfahrung wie es zuging, also noch >1000 Leute Platz in den Hoersaelen gesucht haben, aber danke fuer die (schlechte) Erinnerung.

Es ist alles andere als vollkommen wurscht, weil die Anzahl der Leute, die ab dem 3. Semester weiterstudieren darf, eben nicht gleich bleibt, sondern massiv erhöht werden soll (in Wien sogar verdoppelt).

Das ist Schwachsinn. Die Festlegung der Plaetze im 2. Abschnitt liegt innerhalb der Autonomie der Universitaeten und die MUW hat bereits das statement abgegeben, dass sie zwar regierungsseitig gezwungen ab naechstem Jahr die Anfaengerplaetze anheben werden, an den Plaetzen im 2. Abschnitt wird aber nix geaendert. Die Konsequenz hab ich bereits angefuehrt: Naechstes Jahr bauen wir die Warteliste ab, um sie 2010 wieder einzufuehren.

Zum Medizinermarkt:

Die Zugangsbeschraenkungen haben mit dem Medizinermarkt noch ueberhaupt nichts zu tun. Es gibt noch eine vierstellige Anzahl an Leuten aus dem alten Curriculum an der MUW, und dieses Jahr wurde erst der erste regulaeren Jahrgang von N202 fertig. Auf gut deutsch: Der erste Jahrgang mit Zugangsbeschraenkungen hat 2006 angefangen und steckt jetzt im 3. Jahr. Die werden also erst 2012 fertig.

McDreamy
11.10.2008, 21:19
Das ist Schwachsinn. Die Festlegung der Plaetze im 2. Abschnitt liegt innerhalb der Autonomie der Universitaeten und die MUW hat bereits das statement abgegeben, dass sie zwar regierungsseitig gezwungen ab naechstem Jahr die Anfaengerplaetze anheben werden, an den Plaetzen im 2. Abschnitt wird aber nix geaendert. Die Konsequenz hab ich bereits angefuehrt: Naechstes Jahr bauen wir die Warteliste ab, um sie 2010 wieder einzufuehren.

Du meinst also, die Regierung buttert in Zukunft haufenweise Steuergelder in neue Studienplätze, die in Wahrheit gar nicht existieren? Studienplätze erhöhen heisst für mich - wie wahrscheinlich für jeden halbwegs mit Hausverstand gesegneten Steuerzahler - dass effektiv mehr Ausbildungsplätze geschaffen werden (und zwar vom 1. bis zum 6. Jahr)

Wir laden in Zukunft also alle NC- und sonstigen zugangsbeschränkten Medizin-Flüchtlinge aus ganz Europa ein, ein paar Semester bei uns zu studieren, um sie danach wieder mit NIX zurück in die Heimat zu schicken, damit sie dann dort wieder von bei Null anfangen können?

Das käme wohl einer Geldvernichtung gleich, die europaweit ihres gleichen sucht... Aber wahrscheinlich hast du sogar recht, es ist im Moment wohl mit allem zu rechnen.

Allerdings glaube ich aber, dass das so nicht lange halten wird - das leuchtet wohl jedem ein. Erst den Unis, dann den Steuerzahlern und zuletzt vielleicht auch noch unserer Regierung.

Mousse-T
12.10.2008, 00:05
@Phettberg, ja hast Recht, meinte ich eigentlich auch...

Dr. Pschy
12.10.2008, 09:08
McDreamy:

Gut erfasst. Und was der Politik anscheinend auch nicht klar ist: Es gibt Faktoren, die kann man mit Geld nicht kaufen. Patientenzahlen zum Beispiel. Wir lagern derzeit schon im 3. Abschnitt Leute nach Tulln zur Ausbildung aus. Das wird sich in den nächsten 2-3 Jahre schon in den Jahren mit regulären Studentenanzahl erweitern. Frage: Wo schicken wir die Leute hin, wenn wir 800+ durch den 2. und 3. Abschnitt schleusen?

itsneverlupusanyway
12.10.2008, 23:28
Wenn unis und studenten ein teil vom öffentlichen pyramidenspiel ist, wird das studienangebot, der anzahl von studenten, die qualität der studien, die bedingungen am arbeitsmarkt unzw, von einer komplexen landschaft an verschiedene interessen bestimmt.

Wie viele studienplätze sollen eingerichtet werden? Wer soll das bestimmen? Sollte man sich nach den schon ausgebildeten ärtzen orientieren, müsste dass heissen, gar keine, um ein verhältnis zwischen angebot und nachfrage zu schaffen was für die ärzte am günstigsten ist.

Sollte man sich nach den patienten orientieren, müsste das antwort heissen, ur viele, damit es genug nichtmobile österreichische ärzte am markt gibt, die sich mit wenig lohn und schlechte arbeidsbedingungen zufriedengeben müssen.

Nachdem medizin so ein hohen status hat, könnte man die löhne auf krankenpflegerniveau senken, und es wäre trotzdem möglich die kapazität aufrechtzuerhalten. Ihr glaubts wohl nicht im echt, dass die löhne und arbeitsbedingungen von irgendwelche steintafeln aus dem himmel stammen, und dass es sowas gibt, wie ein mathematisch gerechter lohn?

Es ist alles eine frage mit wem man sympathisiert, und für die gesamtheit, welche politiker welche ärztekammer-mafiosos im arsch pudern.

Ich bevorzuge autonomität, freiheit, mobilität. Ich hätte am liebsten mein jus practicans direkt nach dem studium, oder vielleicht wäre es sogar noch besser, dass der bedarf an jus practicans durch das gesamte EU abgeschafft wird, dann müsste menschen selber schauen was für ausbildung der arzt hat. Internetrecherche halt, was eh passiert heutzutage. Eine völlige liberalisierung der unis, und wenn öffentliche förderung, dann sollte es den heimischen studenten folgen, zB mit stipendien und daarlehne nach skandinavischem modell.

Die folge: massgeschnittene ausbildung, weil leute nur die ausbildung nehmen, die ihnen recht ist, und wann es net passt, dann hören sie halt auf, und fangen gleich an zu praktizieren. Druck auf die ausbildungsinstitutionen, eine gute ausbildung zu vermarkten.

Um am besten: der ganze schmarrn damit, deutsche studenten zu finanzieren, studienbeschränkungen, etc, wäre endgultig gelöst.