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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizinstudium ohne Zugangsbeschränkung aus Ärztesicht kontraproduktiv



Frau Betty Land
17.09.2008, 09:19
http://www.aekwien.or.at/1964.py?Page=1&id_news=6447


Alarmiert zeigt sich die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) über den Plan eines weitgehend freien Zugangs für das Medizinstudium von SPÖ, FPÖ und Grüne. Das Vorhaben konterkariere jahrelange Bemühungen zur Modernisierung und Qualitätssteigerung der Medizinerausbildung im Kern, übt ÖÄK-Präsident Walter Dorner in einer Aussendung am Dienstag massive Kritik. Das neue Medizin- Curriculum, das Übungen in praxisnahen Kleingruppen und am Krankenbett vorsehe, werde durch eine Massenöffnung ad absurdum geführt. Die Medizinuniversitäten hätten weder die personellen Ressourcen noch finanziellen Mittel, den vorhersehbaren Ansturm zu bewältigen. Die notwendige Patientenorientierung des Medizinstudiums sei in diesem Fall nicht zu gewährleisten, warnt der Ärztekammerpräsident. Auch sichere man Qualität und soziale Treffsicherheit nicht durch die Erlassung von Studiengebühren, sondern durch großzügige Gewährung von Stipendien.

Das aktuelle Beispiel illustriert für Dorner einen „Wahlkampf der Oberflächlichkeiten“, der an den wirklichen Problemen des Landes vorbei gehe. Dorner: „Die Leichtfertigkeit, mit der sich die Politik derzeit über die Gesetze verantwortungsvoller Gestaltung hinwegsetzt, ist beängstigend. Es werden überflüssige Pläne für das eben erst modernisierte Medizinstudiums gewälzt, während die Frage nach der Sicherung der medizinischen Versorgung angesichts leerer Kassen totgeschwiegen wird.“ Zugunsten des besseren Show-Effekts würden wirkliche Antworten auf brennende Probleme ausgeblendet. Während ein Reformversprechen das andere jage, entstünden daraus Bindungen und Erwartungen, die die Spielräume für nachhaltige und sinnvolle Veränderungen tatsächlich einschränkten, so Dorner.

Vor diesem Hintergrund mahnt der ÖÄK-Präsident die Rückkehr zu einer seriösen Diskussionskultur ein. Dies gelte besonders für den sensiblen Bereich des Gesundheitswesens. Wie aktuelle Umfragen belegen, ist die Gesundheit für die Österreicherinnen und Österreicher Top-Thema noch vor der Teuerung. „Nicht nur die Ärzteschaft wünscht sich, dass am Verhandlungstisch echte, seriöse Lösungen gefunden werden, die den Namen auch verdienen“, folgert Dorner. Die Österreichische Ärztekammer werde das ihre dazu beitragen. Seit Wochen werde in der Ärztekammer an tragfähigen Vorschlägen zur Finanzierung und nachhaltigen Sicherung der optimalen Versorgung gearbeitet. „Damit man aber weiterkommt, wäre es wichtig, das Feuerwerk der Wahlkampfgags einzustellen und sich auf die wesentlichen Dinge zu besinnen. Wir erwarten uns jedenfalls nach der Wahl, dass wir baldigst in die Verhandlungen eingebunden sind, bevor es wieder zu Missverständnissen und Konfrontationen kommt“, so Dorner abschließend.

Eine Presseaussendung der Österreichischen Ärztekammer!

McDreamy
17.09.2008, 14:28
Dem kann man nur 100%ig zustimmen!

Ein unbeschränkter Zugang zu den österreichischen Medizinunis ist die bislang wohl größte Schnapps-Idee des bisherigen Wahlkampfes (mal abgesehen von den sonstigen Themen :-kotz ).

Wobei - wie ich gelesen hab - is das ja gar kein Wahlkampfthema, sondern eh schon beschlossene Sache, oder?!

Da kann man sich nur auf´s Hirn greifen... oder auswandern.

Phettberg
17.09.2008, 16:26
Bleibt doch eh alles beim Alten..

http://derstandard.at/?id=1220458248160

Ich zitiere:
"Zugangsbeschränkungen: Der Paragraf 124b des Universitätsgesetzes erlaubt den österreichischen Unis, die Zahl der Studierenden in den Fächern Human-, Tier- und Zahnmedizin, Pharmazie, Betriebswirtschaft, Biologie, Psychologie und Publizistik zu beschränken. Laut Drei-Parteien-Antrag soll dieser Paragraf - mit Ausnahme der Medizin-Fächer - gestrichen werden."

Alles wie gehabt also. dieses Geschrei schon bevor überhaupt was passiert ist nervt ungemein. Abwarten..

Dr. Pschy
17.09.2008, 18:33
Die Beschraenkungen bleiben eh, nur sollen die Medizinplaetze von jetzt 1500 auf 2400 in 3 Jahren ausgebaut werden. Kommt de facto einer Katastrophe aber gleich, denn was das z.B. fuer die Warteliste bedeutet, wenn nunmehr 1000 statt 740 Leute anfangen, kann sich jeder denken...

McDreamy
18.09.2008, 13:34
Die Beschraenkungen bleiben eh, nur sollen die Medizinplaetze von jetzt 1500 auf 2400 in 3 Jahren ausgebaut werden. Kommt de facto einer Katastrophe aber gleich, denn was das z.B. fuer die Warteliste bedeutet, wenn nunmehr 1000 statt 740 Leute anfangen, kann sich jeder denken...

Yepp.
Das bedeutet: zu dem Zeitpunkt, wo die derzeitigen Wartelisten endgültig abgebaut sein werden, kommen wieder mehr Leute und die Wartelisten werden wieder aufgebaut... Noch bescheuerter gehts nicht :-meinung

Frau Betty Land
18.09.2008, 13:52
Tja, wer UNBEDINGT Medizin in Österreich studieren MUSS, für den wird auch diese Kleinigkeit nichts an seiner/ihrer Berufung ändern, oder ?.....

Dr. Pschy
18.09.2008, 14:33
Und die Oesterreicher selber, die warten muessen? Achso, die haben ja auch eine Berufung...