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Der Praktikant
02.11.2008, 11:19
Die SIPs sind Prüfungen, die zwei Semester zusammenfassen. Sie sind kein Vergleich zu einzelnen Fachprüfungen in Deutschland

Gibt es in Deutschland auch, nennt sich dann halt integrierte Klausuren oder fächerübergreifender Leistungsnachweis.


Die Bestehensquoten der Staatsexamina sind hoch, nicht zuletzt dadurch, dass es massenhaft Altfragen und Software zur Vorbereitung gibt.

Tja, auch wenn die Bestehensquoten hoch sind, sollte aber auch bedacht werden, daß es trotzdem nur sehr wenige 1er und nicht so viele 2er gibt, diese Noten jedoch als Abschlußnote auf Deinem Zeignis stehen, während die Note der Doktorarbeit oder die Noten der einzelnen Prüfungen da nicht mit reinzählen.


Zumindest haben wir in Graz die OSKE (Objektives Strukturiertes Klinisches Examen), wo vor dem praktischen sechsten Jahr die notwendigen ärztlichen Fähigkeiten geprüft werden sollen.

Auch das gibt es in Deutschland an vielen Fakultäten, sei es in Mannheim, wo es wie in Graz gehandhabt wird (ein großes OSCE direkt vor dem PJ) oder wie in Heidelberg in Kombination zu Einzelprüfungen oder fächerübergreifenden Leistungsnachweisen.

Daß jedoch viele hohe Durchfallquoten und Siebecharackter als besonderes Qualitätsmerkmal sehen, ist in meinen Augen typisch deutsch. Im angloamerikanoschen Raum wird Qualität an hohen Bestehensquoten gemessen, da diese davon zeugen, daß man die Studenten adäquat vorbereitet und den Stoff angemessen abgeprüft hat (und damit ist nicht gemeint, daß ich in der Vorklinik alle rausprüfe, um im Physikum nur noch die Leistungselite übrig zu haben, um dann hinterher mit niedrigen Durchfallquoten anzugeben). Hier in D steht ja eine Prüfung, die niedrige Durchfallquoten hat, gleich unter dem Verdacht viel zu leicht gewesen zu sein. Ist scheinbar ne Mentalitätsfrage :-nix

tilman
02.11.2008, 18:54
Das liegt aber auch daran, dass sich im angloamerikanischen Raum die Universitäten viel mehr als Partner der Studenten sehen, mit denen man versucht ein gemeinsames Ziel - nämlich die bestmögliche Ausbildung - zu erreichen.
Hierzulande hat man ja eher das Gefühl Gegner zu sein...

McDreamy
05.11.2008, 16:54
Das liegt aber auch daran, dass sich im angloamerikanischen Raum die Universitäten viel mehr als Partner der Studenten sehen, mit denen man versucht ein gemeinsames Ziel - nämlich die bestmögliche Ausbildung - zu erreichen.
Hierzulande hat man ja eher das Gefühl Gegner zu sein...

Da stimm ich voll zu!

Allerdings basiert diese "Partnerschaft" der US-Unis mit ihren Studenten ja auch auf einen privatrechtlichen Vertrag - das nötige Kleingeld vorausgesetzt. Als Student bist du dort v.a. auch Kunde.

Bei uns ist der Student für die Uni wie der Patient für den Arzt, der maximal Anspruch auf das Mindesmaß hat - zahlen tut (zumindest indriekt) ja jemand anderes.