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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : i.m. injektion nach von Hochstetter



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CHALi
08.11.2008, 10:57
Hey Leute,
ich habe mal eine Verständnisfrage. Wenn ich i.m. in den Glutaeus medius spritze, liegt der Pat doch auf der Seite und winkelt das Bein an, oder?

Das steht in keinem Buch, ob der Pat. steht, liegt, sitzt, um das mal übertrieben zu formulieren. Die Ausführung ist auch mal so, mal so beschrieben, je nach Verlag :) Mal wird die eine Hand genommen, mal die andere. Und nachdem ich schonmal ne Nekrose gesehen habe, will ich mich doch lieber vergewissern, dass die Ausführung korrekt ist.

Im Internet stand, das Bein anwinkeln und dann tasten, ansonsten kommt man dem Knochen doch recht nahe.

Und wenn ich Beispielsweise in den linken G.M. spritze, nehme ich meine rechte Hand, taste mit dem Zeigefinger die Spina iliaca, gehe mit dem Mittelfinger (abgespreitzt) auf die Crista iliaca. Der Zeigefinger bleibt in Position, die Hand wird so gedreht, dass der Handballen auf dem Trochanter ruht, die Daumenspitze also eher Richtung Kopf zeigt. Und dann ins untere kleine Dreieck senkrecht rein.

Wäre für ein kurzes Statement dankbar. Mich verwirrt einfach, dass das immer etwas anders formuliert ist und man weiß nie, ob man dem Internet trauen kann...euch eher ;)
LG
CHALi

Cassy
08.11.2008, 11:06
Ich habe es damals so gelernt dass es egal ist ob im Liegen mit angewinkeltem Bein oder im Stehen, das würde keinen großen Unterschied machen.
Und das mit der Methode stimmt schon, in der Regel spritzt man als Rechtshänder auch in die rechte Seite. Also wie du geschrieben hast: linker Handballen auf den Trochanter major, Mittelfinger auf die Spina iliaca sup. ant., Zeigefinger nach ventral abspreizen und dann in die Stelle zwischen beiden Fingergrundgelenken spritzen. Idealerweise sollte man aber vor der Punktion die Hand noch 1 cm nach kaudal ziehen und erst dort spritzen (sagte zumindest unser Tisch-Dozent im Präp-Kurs).

So, ich hoffe das war jetzt fehlerfrei... :-)

CHALi
08.11.2008, 13:07
Danke dir!
Ich hab auch nochmal mir die Bilder angeschaut, die man so findet. Es kommt mir halt, wenn man mal die Hand anlegt, so hoch vor, auch wenn ich weiß, wie viel fett drüber ist, irgendwie bin ich doch unsicher.. will es einfach korrekt machen.

Danke dir für die fixe Antwort!
LG
CHALi

Cassy
08.11.2008, 13:15
Na die frühere Methode mit der Einteilung in vier Quadranten war auch nicht genauer... da ist die nach Hochstetter schon sicher! ;-)

Sardokar
08.11.2008, 13:29
und immer schön nach ventral einstechen damit man noch mehr Spielraum hat

Relaxometrie
08.11.2008, 13:45
Dieses Posting ist KEINE Anschuldigung an den Fragesteller!!!

Ist es nicht oberpeinlich für das Ausbildungssystem, daß wir uns per Internet über die korrekte Injektionstechnik unterhalten müssen?
Ich könnte echt :-kotzen.
Einige Injektionen (Impfungen) in den M. deltoideus habe ich gemacht. Aber zu einer i.m.-Injektion nach v. Hochstetter habe ich es noch nicht gebracht :-blush Ich würde es wirklich gerne richtig sicher beherrschen. Aber es ergeben sich einfach zu wenige Möglichkeiten, das mal zu lernen.
Vielleicht habe ich demnächst (im zweiten Berufsjahr!) mal die Chance, es mir anzueignen, wenn ich meinen Patienten in der Psychiatrie öfters mal ein Depotneuroleptikum verordne.
Aber insgesamt schon eine dämliche Angelegenheit, daß man das im Studium nicht wirklich PRAKTISCH lernt. Die Theorie kann ich mir x mal durchlesen, sicher fühle ich mich erst, wenn ich die Technik unter kompetenter Anleitung einige Male angewendet habe.
Na klar kann man es per Eigeninitiative irgendwann und irgendwo mal lernen. Aber trotzdem fände ich es nicht übertrieben, im Studium wirklich einen ordentlichen Kurs diesbezüglich zu haben. Man könnte sich ja gegenseitig unter Anleitung ein wenig mit i.m.-Vitaminen dopen :-))
Ich möchte nicht wissen, wieviele Ärzte sich nach dem Studium nicht zu sagen trauen, daß sie die i.m.-Technik nicht gelernt haben, und einfach zustechen.

Cassy
08.11.2008, 13:51
Wisst ihr, wenn ich das so höre bin ich wirklich froh zuerst eine Ausbildung gemacht und diese Dinge gelernt zu haben. Selbst habe ich schon zahlreiche i.m-Injektionen gemacht, so dass ich zumindest bei dieser Tätigkeit schon sicher bin. ;-)

THawk
08.11.2008, 13:55
Dieses Posting ist KEINE Anschuldigung an den Fragesteller!!!

Ist es nicht oberpeinlich für das Ausbildungssystem, daß wir uns per Internet über die korrekte Injektionstechnik unterhalten müssen?
Ich könnte echt :-kotzen.
Einige Injektionen (Impfungen) in den M. deltoideus habe ich gemacht. Aber zu einer i.m.-Injektion nach v. Hochstetter habe ich es noch nicht gebracht :-blush Ich würde es wirklich gerne richtig sicher beherrschen. Aber es ergeben sich einfach zu wenige Möglichkeiten, das mal zu lernen.
Vielleicht habe ich demnächst (im zweiten Berufsjahr!) mal die Chance, es mir anzueignen, wenn ich meinen Patienten in der Psychiatrie öfters mal ein Depotneuroleptikum verordne.
Aber insgesamt schon eine dämliche Angelegenheit, daß man das im Studium nicht wirklich PRAKTISCH lernt. Die Theorie kann ich mir x mal durchlesen, sicher fühle ich mich erst, wenn ich die Technik unter kompetenter Anleitung einige Male angewendet habe.
Na klar kann man es per Eigeninitiative irgendwann und irgendwo mal lernen. Aber trotzdem fände ich es nicht übertrieben, im Studium wirklich einen ordentlichen Kurs diesbezüglich zu haben. Man könnte sich ja gegenseitig unter Anleitung ein wenig mit i.m.-Vitaminen dopen :-))
Ich möchte nicht wissen, wieviele Ärzte sich nach dem Studium nicht zu sagen trauen, daß sie die i.m.-Technik nicht gelernt haben, und einfach zustechen.
Meine volle Zustimmung!
Und - um ehrlich zu sein - ich habe noch nie i.m. gespritzt. Ich hoffe, dass ich es im PJ lernen. Es war ja nicht so, dass ich mich nicht bemüht hätte. Aber in den klassischen Bereichen wird so wenig i.m. gespritzt, dass sich die Gelegenheit einfach selten bietet.

CHALi
08.11.2008, 13:56
Hey Relaxometrie,
da hast du es auf den Punkt gebracht. Wir hatten bei uns nur einen Kurs für die Venenpunktion in Vorbereitung auf das Allgemeinarztpraktikum. Mehr aber auch nicht.

In Vorbereitung auf die Klinik mit dem Nahtkurs zusammen eine Stunde zum Thema korrektes Spritzen, wo welches Mittel, etc. Aber sowas könnte man evt. ja mal anregen. Ich denke, es geht eben vielen so, wir lernen hier zwar fleissig wie man auskultiert und reflexe testet, aber korrektes Spritzen udn die Technik eben nicht. Auch das ist wichtig.

Übung macht nunmal den Meister! Und einmal gezeigt, heißt auch nicht wirklich das man es kann. Ist wie beim Viggo legen, die Routine bringt die sicherheit.

Es wäre sicherlich schöner, dass an sich nicht wehrenden Patienten zu üben ;)
Danke für die Antworten.
LG

Hauke83
08.11.2008, 13:59
Andererseits, was spricht gegen Eigeninitiative? So lernt man immer noch am Besten.

Die Universität will akademisches Wissen und akademische Fähigkeiten vermitteln. Deshalb tut sie sich schwer mit den vielen handwerkliche Dingen die für den Arztberuf notwendig sind.

Relaxometrie
08.11.2008, 14:03
Aber in den klassischen Bereichen wird so wenig i.m. gespritzt, dass sich die Gelegenheit einfach selten bietet.
So habe ich das auch erlebt.
Mir fällt als i.m.-Indikation auch nicht viel ein:
Impfungen (und die spritzt man ja eher in den M. Deltoideus) sind wohl die häufigste Sache für eine i.m.-Injektion.
Ansonsten noch:
Depotneuroleptika
Hormone wie z.B. Dreimonatsspritze, Testosteronsubstitution nach Hodenentfernung (sind wohl eher Dinge, mit denen man nicht häufig konfrontiert wird)
Vitaminsubstitution, z.B. VitB12 nach Billroth-OPs

Was gibt es noch für i.m.-Indikationen?

test
08.11.2008, 14:06
So habe ich das auch erlebt.
Mir fällt als i.m.-Indikation auch nicht viel ein:
Impfungen (und die spritzt man ja eher in den M. Deltoideus) sind wohl die häufigste Sache für eine i.m.-Injektion.
Ansonsten noch:
Depotneuroleptika
Hormone wie z.B. Dreimonatsspritze, Testosteronsubstitution nach Hodenentfernung (sind wohl eher Dinge, mit denen man nicht häufig konfrontiert wird)
Vitaminsubstitution, z.B. VitB12 nach Billroth-OPs

Was gibt es noch für i.m.-Indikationen?

Depotpenicillin für Syphilis wird auch i.m. gegeben.
Methotrexat wird teilweise auch i.m. bei nicht-neoplastischen Erkrankungen eingesetzt.

THawk
08.11.2008, 14:07
Ich habs noch in der KJP gesehen. Bei einem Jugendlichen, der psychotisch geworden ist und dann unter Zwang sein Neuroleptikum bekommen hat. Aber da dann schon 4 Pfleger auf dem drauf saßen wollte ich nicht meine erste i.m.-Injektion machen. :-keks

Mehr fällt mir spontan auch nicht ein.

actin
08.11.2008, 14:19
Relaxometrie]Was gibt es noch für i.m.-Indikationen?Mein Hausarzt schwört auf Injektionen einer Kombi aus Diclofenac und Dexamethason in den Gluteus bei Lumbago etc.
Nachdem ich mal die Annahme dieser Behandlung verweigert habe unter Hinweis darauf, dass das sowohl für den Patienten, als auch für ihn unangenehme Folgen haben könnte, meinte er, er mache solche Injektionen mehrmals pro Woche und es habe sich noch keiner beschwert. :-))

Antracis
08.11.2008, 14:20
Man sollte noch erwähnen, dass neben dem Risiko, den Ischiadicus zu erwischen, bei i.m. vor allem das höchste Infektionsrisiko von allen Injektionsarten besteht (jetzt im Vergleich zu i.v. und s.c. und i.c.).
Ich durfte glücklicherweise im PJ mehrmals Depot-Neuroleptika spritzen, und da hat der OA auch immer drauf bestanden, wirklich streng nach Kategorie II zu desinfizieren, sprich zweimal jeweils mit sterilem Tupfer und mind. 30 Sekunden Einwirkzeit.
Begründung: Die Gefahr von Spritzenabszessen sei einfach extrem hoch und für die paar mal im Monat, wo man das macht, muß man sich die 1 1/2 Minuten Zeit nehmen.
Wenn ich da so an die Impfungen bei meinem Hausarzt denke: Unsteriler Tuper mit etwas Desinfektionsmittel kurz drübergewischt und 2 Sekunden später reingestochen. Klar, meistens geht das offenbar gut, aber man sollte mal so allgemein drüber nachdenken. Gerade, weil man ja als Arzt in der Regel wirklich die Zeit hat bei den seltenen Gelegenheiten...

Gruß
Anti

Skalpella
08.11.2008, 14:21
Richtig gelernt hab ichs schon, allerdings in der Ausbildung(KP) und nicht im Studium. Da wurde das Thema wirklich ausführlichst besprochen und gezeigt. Dort wurde uns gesagt, dass es besser ist, wenn der Patient liegt, weil er sich so besser entspannen kann. Wenn der Muskel, in den man sticht angespannt ist, kann es danach eher mal schmerzen. Die genaue Technik sollte nach einem Lehrbuch durchgeführt werden. Wenn sich das auch etwas unterschiedlich anhört, ist der Unterschied der Einstichstelle nicht soo groß. Es gibt auch große und kleine Hände. Einfach mal nach verschiedenen Beschreibung die Einstichstelle aufsuchen und vergleichen :-) Das heißt, die Beschreibung der Technik ist zumeist hinreichend genau. Und, wichtig, wie Sardokar schon sagte: Richtung ventral stechen!
Ich beobachte immer wieder, dass Leute, die das oft machen, zum Beispiel beim Impfen in der Arztpraxis, die Technik nicht anwenden, sondern einfach spritzen. Dies würde ich mittlerweile auch verweigern und um eine deltoideale Injektion bitten; auch weil ich mittlerweile von den Immunologen weiß, dass Impfungen sowieso besser deltoidal gegeben werden sollten, weil hier die Zahl der Impfversager deutlich geringer ist. Wohl auch wegen der hier sicher intramuskulären Injektion, die bei der ventroglutealen Injektion nach von Hochstetter nur bei genügend langer Nadel sicher intramuskulär ist (!) und weil die Resorption dort für einen Impfstoff wenn tatsächlich i.m. eher zu langsam ist.
Das heißt, dass es nur noch in wenigen Fällen nötig ist überhaupt in den Gluteus medius zu spritzen, nämlich dann, wenn das Depot eine längere Resorptionszeit haben soll und wenn es für den Deltoideus zu groß ist.

actin
08.11.2008, 14:23
Man sollte noch erwähnen, dass neben dem Risiko, den Ischiadicus zu erwischen, bei i.m. vor allem das höchste Infektionsrisiko von allen Injektionsarten besteht (jetzt im Vergleich zu i.v. und s.c. und i.c.).
Und genau darum ging es auch damals in der Diskussion mit meinem Hausarzt. Dieses Thema ist auch hier bei den Fachsimpeleien vor einiger Zeit schon mal angesprochen worden. Muss gleich mal die SuFu bemühen.

Edit.:
Dort ist der Thread über Infektionsrisiken bei i.m.-Injektionen in den Gluteus:
http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showpost.php?p=610055&postcount=30

test
08.11.2008, 14:49
GIbts niemanden hier der in den Vastus lateralis i.m. injiziert?

actin
08.11.2008, 14:55
Edith hat inzwischen gegooglet. :-))

Feuerblick
08.11.2008, 14:59
*grins* Und eine Infektion der Impfstelle bei Injektionen in die Glutealregion ist NICHT schön. Zwei Wochen lang nicht gescheit sitzen können, weil natürlich auch die Lymphknoten wunderbar mitreagieren... nein, NICHT schön. Der nächste, der versucht, mir in diese Gegend irgendwas zu spritzen, sollte sich vorsehen, dass er die Nadel nicht selbst irgendwo stecken hat... :-))

Aber mal Ernst beiseite: Ich hab mir i.m.-Injektionen zu Beginn meiner Chirurgie-Zeit von einer unserer Krankenschwestern zeigen lassen. Leider würde ich es nach zweieinhalb Jahren ohne jegliche Übung (mein Fachgebiet ist definitiv zu weit weg vom menschlichen Hinterteil :-))) nicht mehr hinbekommen...:-nix Ich muss ehrlich sagen, dass es sich eigentlich gehört, solche Dinge im Studium vermittelt zu bekommen. Wir haben nicht mal Braunülen legen oder Blutabnehmen im Rahmen der universitären Ausbildung gelernt. Ohne nette Hebammen und Schwestern würde ich das vermutlich heute noch nicht können. :-nix