PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Doktorarbeit/Geld



fragezeichen
06.12.2008, 11:33
Ich bräuchte mal nen rechtlichen Rat. Ich hab meine Doktorarbeit abgeschlossen und abgegeben. Mein Doktorvater hat allerdings noch mehr Doktoranden, darunter auch einen Arzt in (nennen wir's mal) höherem Rang. Dieser Arzt arbeitet an seiner Publikationspromotion und hat seine Publikation schon veröffentlicht.
Zusätzlich zur Publikation müsste er noch einen deutschen Text einreichen, der ca. 10 Seiten lang ist und aus einer ausführlicheren Einleitung, Diskussion und Zusammenfassung besteht. Im Grunde müsste er seinen Artikel ins Deutsche übersetzen und die Ergebnisse noch ausführlicher diskutieren (also aktiv noch etwas schreiben, was über den Artikel hinausgeht) und die Einleitung auch länger machen.
Dieser Arzt hat jedoch keine Zeit dazu. Mein Doktorvater fragte nun mich, ob ich nicht diese Arbeit für einen höheren Geldbetrag übernehmen wollte. Ich frage mich jetzt, ob die Sache rechtlich geregelt ist. Die Publikation ist die eigentliche Arbeit, hinzu kommt der deutsche Text.
Bei der Abgabe der Arbeit muss ja jeder Doktorand versichern, dass er die Arbeit eigenständig und ohne fremde Hilfe angefertigt hat.
Ist diese ganze Sache überhaupt rechtens? Oder könnte ich rechtlich belangt werden?
Mir geht es primär um den rechtlichen Hintergrund, dass der ethische Hintergrund bei der ganzen Sache mehr als fraglich ist, ist mir klar.
Vielleicht kann ja irgendwer weiterhelfen.
Danke für Antworten.

Ex-PJ
06.12.2008, 14:02
Die Probleme werden bei Übernahme dieser Übersetzung und Überarbeitung für Dich eher sein, daß a) der Arbeitsumfang (noch) nicht ganz klar ist und eher im Verlauf größer werden wird b) das es schwierig sein wird das Geld überhaupt oder eine angemesse Entlohnung für Deinen zeitlichen Aufwand zu bekommen
--> Also bitte Finger weg, notfallls mit Ausreden (Stellensuche u.ä.)!!
Die einzige Ausnahme könnte sich dann ergeben, wenn Dir eine Stelle in der Abteilung des Doktorvaters z.B. für 2 Jahre sicher ist und Du den Vertrag schon hast (bitte nicht auf blaße Absichtserklärungen vertrauen)

fragezeichen
06.12.2008, 14:14
Das finanzielle ließe sich gut klären (mein Doktorvater hat da schon was angedeutet), die Ausarbeitung wäre auch nicht wirklich das Problem.
Mir gehts vor allem um die rechtliche Seite - ist sowas überhaupt erlaubt oder nicht?? Ist das nicht im Grunde Betrug?

Ex-PJ
06.12.2008, 14:34
Also nochmal: Ich würde das Problem hinsichtlich des Arbeitsumfanges nicht unterschätzen. Zudem ist es schwierig, das Geld oder eine dem Aufwand angemessene Summe zu bekommen.
Rechtlich wäre dies wahrscheinlich möglich

Ophtalmoplegie
06.12.2008, 23:36
Mal dumm gefragt - selbst wenn es rechtlich fraglich ist, hat doch derjenige das Problem, der es schreiben lässt, oder??!!

Würds trotzdem nicht machen... :-meinung

Angina
07.12.2008, 09:56
Ja, das ist Betrug. Allerdings betrügt derjenige, der die nicht selbst verfasste Promotionsarbeit als seine einreicht.
Hab mal einen Artikel über Ghostwriter gelesen. Darin stand, dass die Kunden der Schreiber explizit darauf hingewiesen werden, dass sie den Text nicht verwenden dürfen. Natürlich tun sie das trotzdem, aber das erfährt ja keiner. Nur der Ghostwriter selber weiß Bescheid, wird dies aber für sich behalten, so lange er gut daran verdient.
Hab mal gegoogelt und das damals Gelesene hier in den FAQ´s eines "Mediwriters" bestätigt gefunden:
http://www.mediwriter.de/faq.html
Den Versuch der Täuschung würde demnach nur derjenige begehen, der den Text als seinen ausgibt. Das auch du dich in einer rechtlichen Grauzone befindest ist klar, aber strafbar ist das anscheinend für dich nicht. Kann es nicht sein, schließlich ist das Ghostwriting ein eigener (wohl ziemlich erfolgreicher) Geschäftszweig.