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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welche Rolle spielt die Psyche bei Erkrankungen und deren Behandlung?



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milz
31.12.2008, 11:17
Die Frage ist einfach unmöglich zu beantworten, weil "psyche" nicht messbar ist, und somit kann man schwer korrelationen mit heilung finden, weil was genau soll korrelieren?
Da würden die Psychologen glaube ich widersprechen.


Menschen die in die statistische kategorie depression reinfallen, haben eine erhöhte risiko für herzinfarkt, und in meinem psychiatriebuch gab's ein paar referenzen wo die argumentiert haben, depression war kausal dafür, aber ich habe das buch jetzt nicht bei mir. :-D
Siehe dazu:
Depressionen: Körperliche Inaktivität erklärt häufige Herz-Kreislauf-Risiken (http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=34590)

Viele der bisher behaupteten psychosomatischen Zusammenhänge haben sich bisher in Luft aufgelöst, Bsp.: Magengeschwür - früher Psyche, heute Helicobacter.

EzRyder
31.12.2008, 12:23
Manchmal hilft der gesunde Menschenverstand eben weiter. Das Depressive keine Sportskanonen sind, sondern gar nicht erst aus dem Bett kommen weiß doch jeder. Schön dass es nochmal empirisch belegt ist.

Eine gute nachricht war auch jene Widerlegung der Krebspersönlichkeit. Melancholiker und weniger lebensfrohe Menschen haben eben kein erhötes Risiko an Krebs zu erkranken. In diesem Fall muss sich der "external Attributierende" nicht der quälenden Selbst(und Fremd-)analyse hingeben, wie er sein Leid durch positive Lebenseinstellung hätte verhindern können.

Den Psychologen passt der rasante Wissenszuwachs der Neurobiologen natürlich überhaupt nicht ins Weltbild. :-)

wiedumirsoichdir
01.01.2009, 18:03
Da würden die Psychologen glaube ich widersprechen.


Siehe dazu:
Depressionen: Körperliche Inaktivität erklärt häufige Herz-Kreislauf-Risiken (http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=34590)

Cool. Mein Psychiatriebuch (Bruce Cohen) ist halt aus 2003 oder so, also ist mein wissenstand nicht 100%ig up2date.

Sind die psychologen diejenigen, die hauptsächlich dafür verantwortlich sind, dass ich termini in meinem studium habe verwenden müssen, die mit den annahmen von freud vernetzt sind? Ich hatte den eindruck, dass psychologen heutzutage etwas wissenschaftlicher unterwegs waren, und ungerne begriffe verwenden, die auf vorstellungen hinweissen, die nicht bewiesen sind, sondern eher deskriptive begriffe verwenden.

Wir sind wohl noch weit davon entfernt, dass die neurowissenschaft psychologen verdrängen. Und selbst wenn die neurowissenschaft z.B durch medikamente mein benehmen völlig nach mass, neu schöpfen könnte, würde es ein markt für psychologen geben, genauso wie es leute gibt, die z.B pfarrer wollen + an das freie willen glauben, obwohl die physiker schon längst bloss determinismus vs. non-determinismus auf molekülarebene diskutieren. Nope, die psychologen werden noch laaange gebraucht werden.

Evista
05.01.2009, 19:10
Ich denke, dass sich Körper und Psyche wechselseitig beeinflussen und man den ersten "Verursacher" dieser Interaktion nicht mehr ausmachen kann. Stresshormone wie Cortisol verändern das Signalmuster in der Zelle, somit die Transkriptionsfaktoren und damit die Transkriptionsfrequenz bestimmter Gene. Beispielsweise von Rezeptoren. Wie 5HT1&2 und D2.

Außerdem ist ja bekannt, dass das Verteilungsmuster von neuronalen Wachstumsfaktoren durch das lokale Aktivitätsmuster bestimmter Neurone, sprich dem psychischen Korrelat des Denkens, bestimmt wird (LTP und LTD).

Was bei Antidepressiva kritisch ist, ist nicht ihre Existenz, sondern die derzeitige Verschreibungspraxis: In den USA ist Prozac mittlerweile eine Art Lifestyledroge geworden, mein früherer Hausarzt meinte einmal zu mir relevant seien eigentlich nur Mirtazapin und Amitryptillin, und mehr als zwei Drittel seiner Patienten bekämen entweder das eine oder andere. Was anderes verschreibe er grundsätzlich nicht. Hab sogar schon von Fällen gehört, wo die bei Depression mit leichter Borderlinesymptomatik Neuroleptika draufgeschmissen haben, der betreffenden Person gings danach dreckigst...ich finde, nur Fachärzte sollten Psychopharmaka verschreiben dürfen, damit sie nicht zu "Volksdrogen" verkommen. Mittlerweile wird das Zeug ja schon in der Drogenszene verhökert...

wiedumirsoichdir
06.01.2009, 10:55
Ich denke, dass sich Körper und Psyche wechselseitig beeinflussen und man den ersten "Verursacher" dieser Interaktion nicht mehr ausmachen kann. Stresshormone wie Cortisol verändern das Signalmuster in der Zelle, somit die Transkriptionsfaktoren und damit die Transkriptionsfrequenz bestimmter Gene. Beispielsweise von Rezeptoren. Wie 5HT1&2 und D2.

Außerdem ist ja bekannt, dass das Verteilungsmuster von neuronalen Wachstumsfaktoren durch das lokale Aktivitätsmuster bestimmter Neurone, sprich dem psychischen Korrelat des Denkens, bestimmt wird (LTP und LTD).
dafür


ich finde, nur Fachärzte sollten Psychopharmaka verschreiben dürfen, damit sie nicht zu "Volksdrogen" verkommen. Mittlerweile wird das Zeug ja schon in der Drogenszene verhökert...
dagegen

Mir ist meine möglichkeit, selber antidepressiva aussuchen zu dürfen, wichtiger als die konsequenzen davon, dass antidepressiva anders verschrieben werden, als eine gruppe mit autorität empfehlt.