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Ninette
09.02.2010, 11:23
Hallo,
habt ihr vielleicht noch Tipps für VT-Selbsterfahrung im Raum NRW? Wer bietet sowas an?
Wie hoch sind eigentlich ungefähr die Gesamtkosten für den Selbsterfahrungsteil? Gibt es da eigentlich große Preisschwankungen bei den unterschiedlichen Angeboten?
Würde mich über Eure Erfahrungen freuen!!!

LG, Ninette

apple
09.02.2010, 21:14
Bodenständiger ist die VT und Effekte sind ja auch gut belegt für manche Krankheitsbilder. Bei der TP meines Eindrucks nach leider weniger - ohne dass ich mich detaillierter in die Studienlage eingearbeitet hätte. So wie ich verstanden habe, lehnen die TP´ler Studien auch tendenziell eher ab. Aber die TP fasziniert mich richtig, denn das Deuten und Aufdecken des Unbewussten ist so, wie ich mir die Arbeit der Psychologen immer vorgestellt habe. Von der Idee her stelle ich mir auch vor, dass ein Mensch in tiefenpsychologischer Behandlung viel "grundlegender" geheilt werden kann, als wenn "nur" das aktuelle Verhalten bearbeitet wird.

Hach...so recht weiß ich es auch nicht....und am liebsten möchte ich beides Lernen. Aber vorerst muß man sich ja für den FA entscheiden und zudem ist das ja eine Frage der Kosten. Ist jedenfalls gewissermaßen auch ein Argument, dass mindestens eine zukünftige Stelle bei Wahl der TP schon mal wegfallen würde.

Wahrscheinlich ist dein Chef nicht der einzige der so denkt.

Wir haben eine Oberärztin die tiefenpsychologisch auf einer Station arbeitet und es ist hochspannend wie sie Konzepte für ihre Patienten entwickelt. Leider kriege ich das nur am Rande mit - ausgerechnet auf der Station arbeiten nur Psychologen.

Übrigens hat eine psychologische Psychotherapeutin zu mir gesagt als wir über Schlüsselfrage VT oder TP sprachen gesagt: sie selber habe damals VT gewählt, aber bereue dies ein bisschen, denn VT könne man eher so "nebenbei" lernen, die TP hingegen sei viel "anspruchsvoller".
Das lass ich mal unkommentiert stehen, denn ich weiß echt nicht was dran ist.


Das ist auch bei uns ein Thema und ich habe inzwischen desöfteren das Gefühl, dass wir Ärzte die ganze Zeit mit medizinischen Aufnahmen, Briefen, Verschlüsselungen etc. beschäftigt sind, währen die Psychologen die "spannenden" Sachen wie Gesprächsgruppen und Einzelgespräche übernehmen. Unser Stationspsychologe ist kurz vor der Rente und macht sowieso nur wozu er aktuell Lust hat. Die meiste Arbeit bleibt bei anderen hängen.

Naja. Bin ja noch am Anfang und noch beim "zurecht finden". Mit der Zeit werd ich sicher auch mehr einbringen können.
Irgendwie nervt es ein bisschen, dass in allem keine richtige Struktur ist und das man selber schauen muss wo man bleibt beim Facharzt werden. Keine echten Hilfen von außen um nen Überblick zu kriegen.

Leitet ihr irgendwelche Gruppen auf Station, Angehörigengruppen, o.ä.?
Wie läuft das bei euch mit dem "Zusammenkriegen" der Logbuch-Inhalte? Wie weit seid ihr überhaupt in der WB apple und dok_ben?
Fragen, Fragen....spannende Themen!

Ich bin seit 2,5 Jahren dabei und mache seit 1 Jahr die PT- Weiterbildung, wobei diese über 3 Jahre geht.
Es kommt auf die Station und die Besetzung an ob man Gruppen macht oder nicht, wir haben 2 Psychotherapie- Stationen, da macht man meist 1 Gruppe, aber da gibt es auch meist 2 Psychologen, die den Großteil machen. Ich war darüber ganz froh, denn mir liegen Gruppen und allgemein der psychotherapeutische Anteil nicht so, ich mache lieber den "medizinischen" Teil, also Aufnahmen, Diagnostik etc. und bin daher froh, dass auf meiner jetzigen Station auch der Psychologe die Psychoedukations-Gruppe macht :-)

dok_ben
28.02.2010, 21:24
Ich bin im 2. WB-Jahr, mit der PT-Ausbildung und der Selbsterfahrung fange ich im April an.
Was die Inhalte aus dem WB-Buch angeht, ist das bei uns recht organisiert. Während der Semesterzeiten bspw. dürfen wir einen Nachmittag in der Woche Vorlesungen und Kurse an der Uni besuchen, die man sich dann auf den theoretischen Teil anrechnen lassen kann.

jatina
06.03.2010, 20:31
Bei mir geht es wohl im Herbst mit der Selbsterfahrung los.......erst hatte ich Altaussee im Auge, aber die Gruppen da sind mir zu groß. Jetzt wird es wohl eher Oldenburg.
Mein Haus zahlt die komplette Fort- und Weiterbildung, allerdings was Selbsterfahrung angeht nur Gruppenanalysen. Eventuell werde ich mir als "Ergänzung" und ohne Anrechnung noch ein paar Psychotherapiestunden über Kasse erlauben......
Für mich wird es TP sein, finde ich irgendwie spannender- und unser Haus bildet auch in die Richtung fort.

Kerstin98
07.03.2010, 12:56
Kannst du mir bitte schreiben, welches Institut das in Oldenburg ist? Sind es Wochenendblöcke oder Wochenblöcke? PT oder VT? ich fange erst an, mich zu orientieren und bin für jeden Tipp dankbar. Altaussee kommt für mich leider auch nicht in Frage, weil nicht nur Mediziner dort sind.Ich suche aber den Austausch mit Kollegen...
LG,Kerstin

jatina
13.03.2010, 11:19
Kannst du mir bitte schreiben, welches Institut das in Oldenburg ist? Sind es Wochenendblöcke oder Wochenblöcke? PT oder VT? ich fange erst an, mich zu orientieren und bin für jeden Tipp dankbar. Altaussee kommt für mich leider auch nicht in Frage, weil nicht nur Mediziner dort sind.Ich suche aber den Austausch mit Kollegen...
LG,Kerstin

Huhu- Oberarzt (der Herr der Adressen *g) ist in Urlaub, also warte ich auch noch drauf. Aber sobald die da ist melde ich mich!

Ansonsten sind es vier verlängerte Wochenenden. Also ganz gut machbar. :-) Und PT.

Strodti
28.10.2010, 13:53
Gut, mache ich gern. Ich werde dann hier im Thread den entsprechenden Link posten. Allerdings erst, wenn ich daheim an einem richtigen Rechner bin (an meinen Netbook ist das mit dem Verschieben der Beiträge etwas unübersichtlich :-) ).

Ehemaliger User 05022011
28.10.2010, 13:54
Du kannst doch gar nicht beurteilen, wer hier mitliest ...

nur das wir gerade noch über mit einander diskutieren sprachen :-D

und bist du wirklich der Meinung, dass euer beiden "Ach-nur-du-verstehst-mich"- und "Sehr-interessant-was-du-so-denkst"-Post so interessant sind, das Andere sie gebannt hier seit Tagen mitlesen :-oopss(ggf. weil sie selbst keine Argumente mehr hatten und sich aus der Diskussion deswegen verabschieden mussten)

lala
28.10.2010, 19:16
Da ich den Thread ja ursprünglich vor 2 Jahren mal eröffnet habe, möchte ich nun auch nochmal kurz etwas dazu schreiben.

Einges von dem, was Rechtsverdreht schreibt, ist für alle an der Psychiatrie/Psychotherapie Interessierten gar nicht so uninteressant denke ich - denn wer von uns hat denn schon persönliche Erfahrungen in den verschiedenen Therapierichtungen gemacht? Die meisten (angehenden) Psychiater entscheiden sich vermutlich eher aus Bauchgefühlt oder anderen Gründen (zB weil es in der eigenen Klinik angeboten wird/ausgeübt wird) für die eine oder andere Schule - da finde ich es immer ganz spannend aus Sicht der Patienten mal Erfahrungen mit den verschiedenen Therapieformen zu hören (und die habe ich von vielen meiner Patienten schon in ganz ähnlicher Weise so berichtet bekommen). Leider ist das aber gar nicht mehr das Thema des Threads, so dass eine Trennung da sinnvoll wäre!

Um aber mal wieder zum Ursprungsthema zurück zu kehren: Ich habe meine Selbsterfahrung nun abgeschlossen - VT da ich auch darin meine Therapieausbildung mache, und als Gruppe. Von anderen Kollegen (bevorzugt solchen, die analytische Ausbildungen gemacht haben) hatte ich zuvor auch "Horrorgeschichten" über die Selbsterfahrung gehört (totaler Bruch mit der Familie,Trennung vom Partner und und und...).....
Ich fand die SE sehr gut, habe viel gelernt und einige nette Kollegen kennen gelernt dabei.
Welche Therapierichtung die "richtige" ist muss jeder für sich selbst finden (sowohl als Therapeut als auch als Patient), für mich war klar, dass ich nur VT machen "kann" da ich mit analytischen/dynamischen Verfahren meine Probleme habe..... bisher bin ich mit der Entscheidung zufrieden und die meisten meiner Patienten auch ;-)

Strodti
28.10.2010, 20:17
Hier gehts jetzt weiter um "Psychotherapieausbildung-Selbsterfahrung". Der Thread "Psychotherapie aus Patientensicht" ist hier (http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=60977).

Gruß, Strodti

Rechtverdreht
28.10.2010, 21:58
Hi lala, hi strodti!

Die Threads sind nun getrennt. Lasst mich hierzu noch eine diesmal wirklich kurze Anmerkung hier reinschreiben.

Diese Themen liegen sehr nahe beieinander. In der VT ist SE wirklich Selbsterfahrung und entspricht nicht einer Eigentherapie in VT. Bei den psychodynamischen Verfahren ist die SE jeweils eine Eigentherapie in diesem jeweiligen Therapieverfahren, also psychoanalytisch oder tiefenpsychologisch.

Was ich bisher geschrieben hatte, war abgesehen vom persönlichen Kleinkram absolut nicht OT, aber das verstehen nur Insider.

Daher: Wer sich für eine Richtung entscheiden muss, sollte auch mal in dem anderen Thread, der abgetrennt wurde, lesen. Dort gibt's mehr zu den von lala erwähnten Horrorstories der Kollegen. Viele, die so eine Therapie machen, stehen am Schluss vor einem Scherbenhaufen, zerbrochene Familien, gescheiterte Beziehungen....

Ihr werdet eh selten Leute finden, die mit allen drei Therapieverfahren Erfahrungen gemacht haben und Vergleiche ziehen können. Die meisten Profis landen einfach bei einer Richtung und wegen der Gräben und Feindbilder der Therapieschulen gibt's kaum Austausch und jeder empfiehlt das, was er selber gelernt hat. Ja, weil er kaum oder nichts anderes kennt. Der Ausbildungskandidat zieht das vor, was der Arbeitgeber finanziert. Oft ist das eine ganz schlechte Marschroute. Objektive Infos, unabhängige Einschätzungen gibt's kaum. Und das ist das Miese dran, wenn sich jemand orientieren möchte!

So und nun will ich Euch nicht weiter stören.

LG

Rechtverdreht

PS Eins könnt Ihr Euch echt merken: SE in VT und Eigentherapie in psychodynamischen Verfahren sind absolut nicht miteinander vergleichbar; da liegen Welten dazwischen. VT-SE ist eher sowas wie Coaching, wie Workshop, Persönlichkeitsentwicklung; psychodynamische Eigentherapie nimmt Euch als Persönlichkeit ins Visier und alles, was dazu gehört. Das geht ganz extrem ab, wenn man Pech hat.

Bille11
28.10.2010, 22:42
So, und jetzt geht es wirklich mit fachlich ärztlicher Sicht hier weiter. Wer die Patientensicht, sowie die interessanten und aus dieser Sicht heraus fundierten (kein Keks, da ehrlich gemeint) Meinungen von rechtverdreht lesen möchte, lese bitte hier:

http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=60977

weiter.

Bille11
Moderatorin Medi-Learn

dnu61
04.04.2013, 16:34
Die Anfrage ist zwar schon etwas älter, aber vielleicht sucht ja nochmal jemand was. Meine Kollegin hat bei Dr. Pervan in Frankfurt eine tiefenpsychologisch fundierte Selbsterfahrung gemacht und war total begeistert, obwohl sie zunächst etwas skeptisch war. Es ist wohl ziemlich kompakt, in ein paar Blöcke aufgeteilt, unter anderem kann man jeweils eine Woche am Meer in Kroatien absolvieren. Wenn ich hier auch mal fertig bin, werde ich die Selbsterfahrung dort machen :)
http://www.psychosomatik-pervan.de/selbsterfahrungsgruppe.htm

andtsu
09.06.2013, 07:53
Hängt ganz davon ab wie du selbst "gestrickt" bist Viele wählen VT, weil die Ausbildung nicht ganz so anstrengend und auch kürzer ist, vielleicht auch weniger von dir selbst fordert (TP kann ganz schön schwer sein).
Andererseits kommt es auch ganz darauf an, welche Clientel du später behandeln willst und wie diese "gestrickt" sein sollen, denn -wie man heute ja weiss- hängt über 80% des Therapieerfolges von der Passung zwischen Arzt und Patient ab!
Da VT mehr auf Kognition und Verhalten abzielt, wäre man als Arzt oder Patient, der verstehen möchte: "woher kommt es das ich so bin und warum kann ich mich nicht -einfach- verändern" dort nicht gut aufgehoben UND natürlich AUCH UMGEKEHRT!!!!

Ich selbst bin TP-orientiert und würde mich in VT nicht wohlfühlen.

Liebe Grüße
andtsu

claque
03.12.2013, 12:10
Hallo,

habt ihr noch mehr Tipps für VT-Ausbildungen, die blöckeweise angeboten werden? Die IVT Brandenburg finde ich ja ganz gut, habe mich auch schon auf die Bewerberliste für nächstes Jahr setzen lassen, allerdings geht die nächste Rund erst November 2014 los und das dauert noch so lange...
Der Raum Berlin wäre ideal, woanders ginge aber auch.

Viele Grüße
claque

bristol
26.11.2014, 21:40
Ich hole den Thread mal wieder hoch...
Ich bin mir unschlüssig, ob es Einzel- oder Gruppen-Selbsterfahrung sein soll oder eine Mischung aus beidem. Warum habt ihr euch für das eine oder andere entschieden?
Könnt ihr Therapeuten / Institute in Bayern empfehlen; alternativ auch Kurse, die man mit einem Kurzurlaub verknüpfen könnte? Letzteres gilt auch für die PMR/AT-Ausbildung - ein Wochenendkurs in einem netten Seminarhotel etc wäre toll :)

EKT
27.11.2014, 07:56
Kommt auf die Richtung an und auf das Setting, in dem du arbeiten willst, und auch darauf, wie anspruchsvoll deine Ziele sind für die Selbsterfahrung. Also: wenn du selbst im Einzelsetting behandelst auf psychodynamischer Grundlage führt kein Weg an einer Einzelselbsterfahrung vorbei. Übrigens brauchst du dafür kein Institut, sondern lediglich einen Therapeuten mit SE-Anerkennung. Bei Interesse könnte ich welche in Bayern empfehlen.