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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ureterabgangsstenose...Schmerzen?



_morten_
21.12.2008, 23:40
Hallo,

was gibt es für Möglichkeiten einer Schmerztherapie bei angeborener Ureterabgangsstenose?

Also regelmäßig wiederkehrende Nierencholiken...

Bis jetzt wurde mir weder im Krankenhaus noch beim Ärztlichen Notdienst geholfen. Dort wurde mir jedesmal eine Infusion gelegt, ide angeblich mit potenten Schmerzmitteln versetzt war.

Jedoch hat noch keine dieser Infusionen die Schmerzen soweit lindern können das ein einschlafen möglich gewesen wäre.

Der Hausarzt hat schon Tramadol und Tilidin verschrieben, doch auch hier wurde kaum eine linderung erzielt.


--> Was kann ich jetzt noch tun? Mein Hausarzt sagt er kann mir nicht weiterhelfen...Was mir jedoch seltsam vorkommt, da ich vor ca. 2 Jahren ins Bundeswehr Krankenhaus eingeliefert wurde, und dort die Schmerzen der Cholik innerhalb von 5 minuten mit einer Spritze komplett gestillt wurden.


Ps: Eine Operation kommt zumindest im Moment noch nicht in Frage, es besteht noch die Hoffnung das die Verengung sich verwächst.

Wäre toll wenn ihr mir helfen könntet...ich denke auch das dieses Thema vielleicht den ein oder anderen interessieren könnt.

mfg

Skalpella
21.12.2008, 23:51
Tramadol und Tilidin sind bei kolikartigen Schmerzen tatsächlich nicht das Mittel der Wahl.
Gute Ergebnisse werden hier in der Regel mit Metamizol und Butylscopolamin erzeugt. Eines von diesen könnte auch der Wirkstoff gewesen sein, der dem von Dir beschriebenen Patienten geholfen hat.

Hippokrates2
21.12.2008, 23:53
Hallo,

was gibt es für Möglichkeiten einer Schmerztherapie bei angeborener Ureterabgangsstenose?

Also regelmäßig wiederkehrende Nierencholiken...

Bis jetzt wurde mir weder im Krankenhaus noch beim Ärztlichen Notdienst geholfen. Dort wurde mir jedesmal eine Infusion gelegt, ide angeblich mit potenten Schmerzmitteln versetzt war.

Jedoch hat noch keine dieser Infusionen die Schmerzen soweit lindern können das ein einschlafen möglich gewesen wäre.

Der Hausarzt hat schon Tramadol und Tilidin verschrieben, doch auch hier wurde kaum eine linderung erzielt.


--> Was kann ich jetzt noch tun? Mein Hausarzt sagt er kann mir nicht weiterhelfen...Was mir jedoch seltsam vorkommt, da ich vor ca. 2 Jahren ins Bundeswehr Krankenhaus eingeliefert wurde, und dort die Schmerzen der Cholik innerhalb von 5 minuten mit einer Spritze komplett gestillt wurden.


Ps: Eine Operation kommt zumindest im Moment noch nicht in Frage, es besteht noch die Hoffnung das die Verengung sich verwächst.

Wäre toll wenn ihr mir helfen könntet...ich denke auch das dieses Thema vielleicht den ein oder anderen interessieren könnt.

mfg

Versuch es mit Ozon-/Sauerstofftherapie ;-)

Hoppla-Daisy
22.12.2008, 00:06
Ja nee, is klar.... :-sleppy

_morten_
22.12.2008, 00:18
Ähm? Hab mir gerade mal informiert und ehrlich gesagt wüsste ich nicht was das bringen sollte.

Habe zuerst an eine Krampflösende Wirkung gedacht, jetzt denke ich du willst mich verarschen :-(

Keenacat
22.12.2008, 00:40
Ähm? Hab mir gerade mal informiert und ehrlich gesagt wüsste ich nicht was das bringen sollte.

Habe zuerst an eine Krampflösende Wirkung gedacht, jetzt denke ich du willst mich verarschen :-(
er glaubt diesen käse wirklich. ;-)
buscopan würd ich auch sagen. das ist nicht primär schmerzlindernd, sondern löst die verkrampfung der glatten muskulatur (sprich: das eigentliche problem). darauf noch ein ausreichend dosiertes schmerzmittel.
allerdings wird der wirkstoff von buscopan nicht besonders gut resorbiert, muss also ein arzt i.v. geben.

_morten_
22.12.2008, 01:23
Hallo,
ohne böse vorahnung habe ich diesen Käse natürlich "geglaubt" bis ich gegoogelt habe...Ich verstehe außerdem nicht was so lustig daran ist einen unwissenden auf eine falsche Spur zu schicken...naja egal.

Buscopan habe ich bis jetzt jedesmal bekommen. Zusammen mit Tramadol oder Tilidin. Allerdings nicht i.v sondern oral.

Meint ihr es würde besser i.v wirken?

Mein Hauptproblem ist eigentlich, nicht einschlafen zu können, nachdem man 6 Stunden im Bett gelegen hat und vor Schmerzen kaum stillhalten konnte schläft man zwar irgendwann ein, doch diese 6 Stunden kommen mir vor wie 6 Tage.
Es ist wirklich schlimm, und ich muss jetzt anfangen was dagegen zu unternehmen.
Sobald ich zuviel Flüssigkeit zu mir genommen habe (0.5 Liter können schon zuviel sein) merke ich wie die Krämpfe ganz langsam immer schlimmer werden, und somit natürlich auch die Schmerzen. Das ganze kann sich 14-15 Stunden hinausziehen, bis ich endlich einschlafe.

mfg

Keenacat
22.12.2008, 09:58
Meint ihr es würde besser i.v wirken?

klares ja.
buscopan in der oddb (http://ch.oddb.org/de/gcc/resolve/pointer/:!fachinfo,82.)

Als quaternäre Ammoniumverbindung ist Scopolaminbutylbromid hochpolar und wird deshalb nach oraler oder rektaler Verabreichung nur teilweise resorbiert (8% bzw. 3%). Es wurde eine systemische Verfügbarkeit von 0,5% bei Tierexperimenten beobachtet. Trotz den kurzzeitig messbaren niedrigen Blutspiegeln wurden relativ hohe lokale Konzentrationen von radioaktiv markiertem Scopolaminbutylbromid und/oder seinen Metaboliten am Wirkungsort beobachtet: im Magendarmkanal sowie in Gallenblase, Gallengängen, Leber und Nieren. Scopolaminbutylbromid wird nur in geringem Ausmass an Plasmaproteine gebunden (8-13%). Die Halbwertszeit der terminalen Phase (t½γ) beträgt ungefähr 5 Stunden. Die Gesamt-Clearance nach i.v. Verabreichung beträgt 1,2 l/Min. Die Ausscheidung erfolgt etwa zur Hälfte über die Nieren. Die im Urin gefundenen Hauptmetaboliten werden nur in geringem Ausmass an die Muskarinrezeptoren gebunden.

Hoppla-Daisy
22.12.2008, 10:18
Sorry morten, Hippokrates wollte dich nicht verarschen, sondern ist tatsächlich davon überzeugt, dass diese Dinge wirken... naja, jeder so wie er mag.

Butylscopolamin (also Buscopan) i.v. wirkt in der Tat besser als oral. Es gibt noch Buscopan plus (ob es das allerdings als i.v.-Variante gibt, weiß ich aus dem Stehgreif nicht), wobei das "Plus" dabei Paracetamol 500 mg darstellt. Gerade bei kolikartigen Schmerzen hilft das recht gut.

Denüse
22.12.2008, 10:28
Butylscopolamin (also Buscopan) i.v. wirkt in der Tat besser als oral. Es gibt noch Buscopan plus (ob es das allerdings als i.v.-Variante gibt, weiß ich aus dem Stehgreif nicht), wobei das "Plus" dabei Paracetamol 500 mg darstellt. Gerade bei kolikartigen Schmerzen hilft das recht gut.Nein, Buscopan plus gibt es laut Roter Liste nur als Filmtabletten oder Zäpfchen... :-nix

"Normales" Buscopan, wie Daiz schon sagte, auch als Injektionslösung... Und es wirkt i. v. einfach viel besser... Insofern nur zu empfehlen gegen starke Krämpfe...

_morten_
23.12.2008, 00:50
Das würde allerdings heißen ich muss mir das selber injekzieren?

Oder jedesmal den Arzt rufen? Das wollte ich eig. vermeiden.

Nachdem ich jetzt immer Tilidin bekommen habe erscheint mir paracetamol irgendwie etwas zu schwach oder?

Gibt es alternativen zur injektion?

Keenacat
23.12.2008, 12:55
tatsächlich sind opioid-analgetika bei solchen sachen garnicht so gut geeignet, weil sie zu einer kontraktion glatter muskulatur führen (sprich: verschlimmerung der stenose). versuch es nächstes mal vielleicht wirklich mit metamizol, das senkt den tonus der glatten muskulatur.
wenn du das schon versucht hast (oral) und es nicht genug bringt, bleibt dir halt nicht viel übrig als tatsächlich jedes mal den arzt zu rufen, damit der dir das zeug iv gibt.

_morten_
18.06.2009, 19:08
Hallo,

ich habe jetzt von Buscopan bis Metamizol-Natrium alles durch...Und nichts hilft.

Ich war bei zig Urologen, wo jeder wieder mit seiner eigenen Idee kahm.

Und jedesmal läuft es darauf hinaus das ich Novalgin oder Buscopan verschrieben bekomme.

Operationen gibt es ja viele verschiedene, doch sollen eigentlich alle nicht besonderst vielversprechend sein.

Was könnte ich noch tun?

Gibt es keine Spezialisten?

mfg

Hoppla-Daisy
20.06.2009, 22:37
Doch, es gibt Spezialisten. Vielleicht hast du den für dich richtigen nur noch nicht gefunden :-nix

Ich würd es nochmal in einer urologischen Klinik versuchen, wo man sich speziell mit Ureterabgangsstenosen gut auskennt.

Ich weiß nur, dass mir persönlich das zu haarig wäre, jahrelang mit ner Ureterabgangsstenose rumzulaufen. Dazu wären mir meine Nieren einfach zu wertvoll. Da würde ich schon die chirurgische Intervention suchen.

:-meinung

Bisamratte
21.06.2009, 00:30
Ich weiß nur, dass mir persönlich das zu haarig wäre, jahrelang mit ner Ureterabgangsstenose rumzulaufen. Dazu wären mir meine Nieren einfach zu wertvoll. Da würde ich schon die chirurgische Intervention suchen.


Volle Zustimmung und ich kann mir kaum vorstellen, dass die zahlreichen Urologen, die bisher besucht wurden, diese Option nicht mit Nachdruck vermittelt haben. Der Leidensdruck ist ja offenkundig.

@_morten_
Die Sache ist die: Du kannst das noch Monate und Jahre mit deiner Stenose rumlaufen. Da bessert sich spontan nichts mehr, du bist erwachsen. Du hast regelmäßig die bekannten Koliken, vielleicht auch mal Infekte. Durch das Abflusshindernis weitet sich still und leise dein Nierenbecken und wenn du früher oder später doch in der Urologie landest, steht eine Nierenbeckenplastik an.

Im Übrigen dient das Forum der Diskussion von Medizinstudenten und Ärzten von Fachfragen, nicht der Patientenberatung.

die chondropathia
21.06.2009, 08:06
Die symptomatische Therapie der Beschwerden ist sicher schick, allerdings macht sie weder die Nierenfunktion besser noch läßt sie etwas über die Funktion der Nieren insgesamt und anteilig erahnen.

Sofern du bei einem Urologen warst, wird dieser sicher eine Nierenfunktionsüberprüfung in Form einer MAG3-Nierenszintigraphie durchgeführt haben, wenn er gut ist, dann mit Furosemidprovokation. So läßt sich relativ klar zeigen, wie die Nierenfunktion ist und ob die Enge unter Flüssigkeitsbelastung zur Funktionsdekompensation der betroffenen Seite führt.

Die Medikation mit Buscopan bei Nierenkoliken ist als historisch-empirisch zu betrachten (Buscopan wurde zuerst in Deutschland eingeführt), da gezeigt werden konnte, dass der obere Harntrakt nicht über eine entsprechende Rezeptorausstattung verfügt und der Schmerzmittelbedarf durch die gleichzeitige Gabe von Buscopan bei einer Nierenkolik nicht vermindert wird.


Im Übrigen dient das Forum der Diskussion von Medizinstudenten und Ärzten von Fachfragen, nicht der Patientenberatung.

Ein Patientenforum findest du z.B. hier:

www.patientenfragen.net/urologische-sprechstunde (http://www.patientenfragen.net/urologische-sprechstunde/)


Gruß, DC