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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Süchte und Depressionen bei Ärzten



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ehemalige Userin 24092013
11.01.2009, 16:48
Auf jeden Fall sind nicht nur die medizinischen Berufsgruppen soo extrem schlecht mit ihrem Gehalt und den Arbeitsbegingungen dran.
Dennoch scheint die Missbrauchsrate im med. Bereich doch ehr hoch zu sein - man kommt doch viel schneller und relativ unkompliziert an Zeugs ran, was jedem Einzelnen, der es denn möchte, eine sehr viel gewünschtere Wirkung als Alkohl bringt, den man im Supermarkt um die Ecke bekommt.
Abgesehen davon kennt man sich in der Regel besser aus als Berufsgruppen, die nichts mit Medizin zu tun haben.

docmoechtegern
11.01.2009, 16:54
@Lava: Ja, den hab' ich gelesen.
Außer Dir scheint sich hier aber keiner ernsthaft mit den Fragen nach den Ursachen des Problems, um den es in diesem FAZ-Artikel geht, beschäftigen zu wollen. Schade.

Edit.:

Dennoch scheint die Missbrauchsrate im med. Bereich doch ehr hoch zu sein - man kommt doch viel schneller und relativ unkompliziert an Zeugs ran, was jedem Einzelnen, der es denn möchte, eine sehr viel gewünschtere Wirkung als Alkohl bringt, den man im Supermarkt um die Ecke bekommt.
Abgesehen davon kennt man sich in der Regel besser aus als Berufsgruppen, die nichts mit Medizin zu tun habenDas wäre dann auch eine Erklärung dafür, dass Mediziner angeblich die höchste Rate gelungener Suizide haben.


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ehemalige Userin 24092013
11.01.2009, 16:59
Also wenn ich mir die Amateruselbstmörder ansehe, die dann lebendig bei mir landen.....da war bisher kein Mediziner dabei.:-nix

Muriel
11.01.2009, 17:06
Bei Dir langen ja auch nur misslungenen :-D

docmoechtegern
11.01.2009, 17:07
@Kaddel: :-nixDas stützt doch meine Hypothese, Mediziner hätten mehr Fachwissen, aber vor allem kämen sie leichter an die Stoffe ran, die man für einen garantiert erfolgreichen Suizidversuch braucht.
Zumindest habe ich mal gelesen, die Rate an Suizidversuchen sie bei Medizinern nicht höher als bei anderen Berufsgruppem, nur seien Mediziner dabei häufiger erfolgreich. Und die landen dann eben - im Gegensatz zu denen, bei denen es nicht geklappt hat - nicht auf Deiner ITS.

Edit: Muriel war schneller.

ehemalige Userin 24092013
11.01.2009, 17:08
Bei Dir langen ja auch nur misslungenen :-D
Eben :-D

Die Niere
11.01.2009, 17:11
Gibt dafür einige Erklärungen, die bereits auch teilweise schon genannt wurden - das gehalt gehört mit Sicherheit nicht dazu:
- Überforderung
- der Glaube man müsse alles schaffen und aushalten können
- das Wissen um die "Drogen" und damit die Meinung, man könne damit besser umgehen als Otto-Normal-Verbraucher
- die leichte Beschaffung
- Selektion (!), denn viele die Medizin beginnen, tun dies aus einem bestimmten Grund - nämlich dem, das sie bereits vorbelastet sind (z.B. Depression, psychische Erkrankungen) und deswegen ein Grosses Interesse an dem Wissen des Studiums haben

gruesse, die niere

Lava
11.01.2009, 17:15
- Selektion (!), denn viele die Medizin beginnen, tun dies aus einem bestimmten Grund - nämlich dem, das sie bereits vorbelastet sind (z.B. Depression, psychische Erkrankungen) und deswegen ein Grosses Interesse an dem Wissen des Studiums haben


So ist es! Auch ein Grund dafür, warum so viele Psychiater selber psychische Probleme haben. Liegt nicht unbedingt daran, dass die Patienten abfärben ;-)

LasseReinböng
11.01.2009, 17:34
@docmoechtegern: Hast du mal in einen der "Pimp my brain" Threads geschaut, wieviele Studenten sich Ritalin, Betablocker und weiß der Geier was einschmeißen, um die Prüfungen zu überstehen? DAS ist ein Grund für Depressionen und Sucht. Überforderte Menschen, die dank ihres Halbwissens über Pharmakologie denken sie wüssten, wie sie sich da "helfen" können :-kotz

Schlimmer ist es aber anscheinend bei approbierten Ärzten...schnell das Rezept geschrieben und ab in die nächste Apotheke. Benzos essen manche Ärzte wie Brot, wie ich immer wieder in den Psych-Fächern gehört habe... und es scheint was dran zu sein, man muß sich nur einmal im Ärzteblatt die Werbeanzeigen - extra auf die ärztliche Klientel zugeschnitten- von privaten "Entzugskliniken" ansehen, schön diskret findet dann der stationäre Benzodiazepin-Entzug irgendwo im Schwarzwald statt.


Also auf die schlechte Bezahlung sind die Suchtprobleme der Ärzte sicherlich nicht zurückzuführen, dann wäre wohl jede Friseuse und Arzthelferin permanent high.

docmoechtegern
11.01.2009, 17:46
....man muß sich nur einmal im Ärzteblatt die Werbeanzeigen - extra auf die ärztliche Klientel zugeschnitten- von privaten "Entzugskliniken" ansehen, schön diskret findet dann der stationäre Benzodiazepin-Entzug irgendwo im Schwarzwald statt.
Ähnliche Werbeanzeigen privater psychiatrischer Kliniken gibt es auch immer in der Zeitschrift des Philologenverbands (Berufsverband der Gymnasiallehrer), sagt meine Mutter. Allerdings steht dort nicht der Benzodiazepin-Entzug im Vordergrund, sondern eher Depressionen. Die Klinik im Schwarzwald bzw.diese Klinikkette, die in dem FAZ-Artikel genannt wird, annociert auch immer im Lehrerblatt.

stud_tir
11.01.2009, 19:28
Schlimmer ist es aber anscheinend bei approbierten Ärzten...schnell das Rezept geschrieben und ab in die nächste Apotheke.Eben .. Ärzte brauchen keinen zweiten Gedanken darauf zu verschwenden, was sie da tun - andere Menschen müssen sich entweder überwinden einen Arzt anzulügen oder sich das Zeug illegal beschaffen. Ärzte können sich denken "Och ja, ich kann gerade schlecht schlafen, also nehme ich mal [insert medi here]".
Ich meine das keineswegs böse oder abwertend.. Im (zugegeben ganz) Kleinen sieht man es bei Süßigkeiten: Es kostet viel mehr Überwindung keine zu essen, wenn man ganz direkt welche greifbar hat, als wenn man erst welche kaufen muss :-oopss

(Und na ja, schlechte Bezahlung in absoluten Zahlen sicher nicht. Aber unangemessene Bezahlung (oder so empfundene) ist schon frustrierend). Aber die allgemeinen Arbeitsbedingungen dürften der Hauptgrund sein... Wer glücklich ist kommt gar nicht erst auf die Idee Drogen zu nehmen :-(

Lava
11.01.2009, 22:42
Aber die allgemeinen Arbeitsbedingungen dürften der Hauptgrund sein... Wer glücklich ist kommt gar nicht erst auf die Idee Drogen zu nehmen :-(

Guck dir doch an, wieviele offenbar schon vorher unglücklich sind! :-nix

stud_tir
11.01.2009, 23:21
Guck dir doch an, wieviele offenbar schon vorher unglücklich sind! :-nixNa ja, aber wenn ich mir hier manche PJ-Beschreibungen durchlese - oder manche Schilderung des Studiums..
Bioinfo ist ebenfalls ein sehr stressiges Studium - nur kommen Bioinformatiker vermutlich auch schwieriger an Tabletten und haben später bessere Arbeitsbedingungen (wenn man den Job mag).
(Ich will damit nicht sagen, dass eine "Erschwerung des medi-Zugriffs für Ärzte" aus meiner Sicht eine Lösung wäre. Erstens wäre das praktisch nicht umsetzbar, zweitens .. na ja, Symptom und Grund und so...)

Lava
11.01.2009, 23:34
Hm, vielleicht ist bei Medizin auch der Erwartungsdruck etwas höher als woanders. Sei es von Seiten der Familie oder auch die Erwartung an sich selbst. Dazu kommt noch eine gewisse Mystifizierung und Märtyrertum (Stichwort Berufung und Leidenschaft ;-) ) und schwupps, hat man ein Umfeld, in dem sowas toleriert wird. Und der Zugang zu Medis ist halt einfacher...

stud_tir
11.01.2009, 23:59
Na ja, vielleicht auch eine allgemeine Abneigung von Ärzten Schwächen und Krankheiten einzugestehen. "Ich weiß doch was mir fehlt, ich muss nicht zum Arzt" - und das eben nicht nur beim Schnupfen sondern auch bei psychologischen Problemen ?

Kackbratze
12.01.2009, 06:40
Die "interessanten" Sachen mit denen man sich süchtig machen kann gibts nur auf BTM-Rezept, da ist leider nix mit "schwupps Rezept geschrieben und ab in die Apotheke".
Da ist Alkohol (die Flasche Rotwein am Abend) o.Ä. wesentlich verbreiteter.

cookie!
12.01.2009, 08:48
Es ist aber auch schwierig für betroffene Ärzte "einfach" zum Arzt zu gehen und eine Therapie zu machen.
Zum einen, weil man dann ja von Kollegen behandelt wird, was zwischenmenschlich eine seltsame Situation entstehen läßt, und weil es sich "rumsprechen" könnte, daß "der Herr Doktor aus der Chirurgie neulich in der Psychiatrie war".

Ein Problem ist auch, daß in der Approbationsordnung ausdrücklich gefordert wird, daß ein Mensch körperlich, geistig und seelisch (!) geeignet sein muß, den Arztberuf auszuüben. Süchte werden aus Ausschlußkriterim genannt.
Ein Arzt muß also wirklich aufpassen, daß sein Sucht-Problem nicht "höheren Kreisen" bekannt wird.

Das alles trägt dazu bei, lieber alles zu verheimlichen.

LasseReinböng
13.01.2009, 12:19
Die "interessanten" Sachen mit denen man sich süchtig machen kann gibts nur auf BTM-Rezept, da ist leider nix mit "schwupps Rezept geschrieben und ab in die Apotheke".
Da ist Alkohol (die Flasche Rotwein am Abend) o.Ä. wesentlich verbreiteter.

Benzos gibt es ohne BTM-Rezept...und was sonst noch so genommen wird, weiß ich nicht, aber Benzos sind wohl so das gängigste missbräuchlich eingenommene Medi unter den Ärzten. Merkt man im Umfeld halt kaum bzw. nicht so leicht wie exzessiven Alk-Konsum. Eine Freundin von mir beschäftigt sich damit in ihrer Diss....interessant ist, dass es unter OÄ+CÄ prozentual häufiger vorkommen soll als in den unteren Riegen.

Miss
13.01.2009, 19:46
Also wenn ich mir die Amateruselbstmörder ansehe, die dann lebendig bei mir landen.....da war bisher kein Mediziner dabei.:-nix
Amateurselbstmörder ist schon ein, naja, sagen wir mal 'interessantes' Wort, als Profiselbstmörder landet man dann wohl wirklich nicht auf ner ITS. Und wahrscheinlich ist man als Arzt doch schon eher fortgeschritten :-nix

Ich möchte ja nicht ins Detail gehen, nicht dass man noch fachfremde auf dumme Gedanken bringt (auch wenn das eher unwahrscheinlich ist, daß die daran kommen), aber ich als Sandmännchen komm ja viele Medikamente ran, mit denen man sich super wegbeamen kann, und wenn da nicht gerade ein anderes Sandmännchen zufällig mit nem Oxilog vorbeikommt, dann bleib ich doch auch einfach im Nirvana :-nix Und bei den ganzen Resten, die wir tagtäglich haben (die natürlich entsorgt werden müssen), ist es ganz einfach sogar unbemerkt zu bleiben. Da frag ich mich doch wirklich, wie hoch die Dunkelziffer bei uns so ist...

Benzos kriegt man zwar ohne BTM-Rezept (ja?), aber das wäre jetzt auch nicht wirklich was, was mich interessierte...aber hab ja auch keine Schlafstörungen. Und das Zeug ist ja so auf Privatrezept auch nicht ganz billig, da trink ich doch lieber meine ein, zwei Gläser Rotgläser am Freitag abend (manchmal auch wirklich als Hilfe zum Runterkommen :-)) aber es geht auch ohne...)

Clara
18.01.2009, 19:21
Ich arbeite in der Psychiatrie und habe Human- und Tiermediziner erlebt, die sich eine Menge in den Kopf geknallt haben. Chirurgen, die sich ihre Benzos in die Tonsillen gespritzt haben, Anästhesisten bei Z.n. Suzidversuch, o.g. Tiermediziner, Polytoxikomane mit einem derart gestalteten Substanzmissbrauch, dass man ungläubig davor steht. Sicher sind diese Beispiele nicht repräsentativ für den Rest der Ärzteschaft, aber natürlich wird gerade von diesen Patienten nach Stabilisierung alles versucht und unternommen, die Erkrankung zu vertuschen und deren Dramatik zu bagatellisieren. Die Angst abgestempelt zu werden ist extrem groß. Man fürchtet ausgegrenzt und abgestraft zu werden(neben einer durchaus realen Bedrohung durch einen sedierten Chirurgen) und möglichst " unerkannt" aus der Klinik zu kommen. Häufig liegen natürlich Grunderkrankungen (bipolar affektive Störung, ADHS etc) zugrunde, die entweder nicht erkannt oder medikamentös nicht ausreichend behandelt wurden. Das Problem ist die Scham. Wenn der Chefarzt einer Klinik immer langärmelige Hemden trägt, weil er sich innerhalb seiner Borderline PS selbstverletzt und ritzt, dann kann er mitnichten von einfühlsamen Kommentaren seitens der Kollegen rechnen. Also Gehälter hin oder her, dieses Problem scheint eher an nachgeordneter Stelle zu kommen.