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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage an den Chirurgen - Wunde versorgen???



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Kackbratze
13.02.2009, 18:22
Octenisept ist doch eigtl nur für Schleimhäute zugelassen, oder?
Haut und Schleimhäute. Sogar in der Schwangerschaft laut Beipackzettel...

Lava
13.02.2009, 20:24
Schreiben schon, bloß nicht lesen :-))

Nein, wir können auch keins schreiben.


(Und unsere PJlerin ist ganz fit im EKG Lesen :-oopss)

John Silver
13.02.2009, 20:53
Beta auf der Naht hilft aber auch nicht, weil zu kurz wirksam. Also warum ein keimfreundliches Milieu mutwillig herstellen? Zumal die Beurteilung der Wunde bei späteren Verbandwechsel dadurch deutlich erschwert wird.

Ach was :-notify Wieviele Wunden hast Du denn schon so beurteilen dürfen? Oder gar versorgt?

Bille11
13.02.2009, 21:18
als intensivkrankenschwester hat sie sicher die ein oder andere im verlauf mitbeurteilen und versorgen müssen/dürfen und versorgt..

John Silver
13.02.2009, 22:39
Hm... Daran zweifle ich. Ich habe noch nie eine Wunde gesehen, bei der eine Jod-Salbe zu einer erschwerten Beurteilung geführt hätte. Schlimmstenfalls kann man die Salbe wegwischen. Und ich habe echt viele Wunden gesehen, und viele davon waren durch Jod- und andere Salben "verschmutzt".

Sicher, das Auftragen einer Jod-Salbe auf eine gut genähte Wunde ist überflüssig, diesen Gedanken habe ich selbst schon gehabt und verwende daher auch keine Salben bei solchen Wunden. Aber ich mag es nicht, wenn Leute, die von klinischer Praxis wenig Ahnung haben, anfangen, anhand von Studienergebnissen Sätze wie: "Also warum dieses oder jenes tun?" rauszuhauen. In diesem Fall weiß ich sehr wohl, warum ich die Empfehlung gegeben habe: die Fragestellerin ist eine Internistin, näht folglich nicht oft, und kann folglich eine durchaus verbesserungswürdige Naht hinkriegen, bei der hier und da mal das subkutane Gewebe offenliegt, oder die an der einen oder anderen Stelle nicht einwandfrei geschlossen ist. Das ist an sich nicht tragisch, und hat i.d.R. keinen Einfluß auf das Ergebnis; solche kleinen "Schönheitsfehler" stellen jedoch eine wesentlich wahrscheinlichere Infektionspforte dar, als ein Klecks Jod-Salbe (übrigens kann man aus der Aussage, der antiseptische Effekt halte "nicht lange" (wie lang ist lang?), nicht zwangsläufig folgern, daß die Salbe durch eine wie auch immer geartete "keimfreundliche Atmosphäre" eine erhöhte Anzahl an Infektionen bedinge - das wäre noch zu beweisen).

Skalpella
13.02.2009, 22:59
Ach was Wieviele Wunden hast Du denn schon so beurteilen dürfen? Oder gar versorgt?
Sehr, sehr viele :-)

als intensivkrankenschwester hat sie sicher die ein oder andere im verlauf mitbeurteilen und versorgen müssen/dürfen und versorgt..
Thx Bille :-love
Genauso. Gerade bei Verbandwechseln habe ich einiges selbst gemacht, in vier Jahren Intensivstation. Verbandwechsel war bei mir sowohl in der Ausbildung, als auch in der Weiterbildung eine ausführlich unterrichtete Tätigkeit, sowohl praktisch, wie auch theoretisch. Im Blockpraktikum Chirurgie bei den Plastikern, die sich sehr gut mit Verbänden auskennen, hab ich auch noch viel gelernt. Also mit Verbänden kenn ich mich schon aus. Praktisch, wie auch theoretisch :-blush
Zur Sache nochmal: Ich finds halt relativ unpraktisch, wenn man von einer eigentlich sauberen Wundnaht beim Verbandwechsel Salbe wischen muss, weils halt net sein muss. Die von Dir geschilderte Geschichten mit den unsauberen Wundrändern klingt ja auch plausibel und darum ging es ja in der Frage primär :-) Also net streiten :peace:

Miss
14.02.2009, 10:20
Davon mal abgesehen, daß diese Kompetenzanfeindung ein bißchen überflüssig ist :-meinung

Ich hab im meinem Leben noch keine Kopfplatzwunde genäht (war im PJ leider nicht in der UCh, ich kann nur tackern und Intracutannähte, da macht man wahrscheinlich ne Einzelkopfnaht????? das würde ich mir zumindest einmal zeigen lassen, bevor der Patient dann eine Riesennarbengeschwulst am Kopf hat - aber da kann man schon mal ein bißchen Hilfe in Anspruch nehmen, die meisten Chirurgen können ja wirklich keine EKGs lesen und schicken die dann gleich weiter und wollen da auch Hilfe im Gegenzug) :-nix ich müßte in jedem Fall nen Chirurgen rufen, vorher würd ich den Patienten dann schon mal betäuben :-blush jeder, was er kann...

sunrise10086
14.02.2009, 10:38
Huhu!

Eieiei, da ich in meinem tollen Chirurgie-PJ zwar tausende Hüften, Knies und ä. mit operiert (gehalten :-)) habe , erfahren bin in Schräubchen entfernen und Drainagen ziehen, ach zu vergessen die E-Briefe, aber keinerlei Ahnung in der Wundversorgung habe, nun meine bescheidene Frage an die Chirurgen unter euch:

Wie versorge ich eine stinknormale RQW? Folgendes: Nachtdienstseznario, drei Uhr, Patient aus dem Bett gefallen, frontale Stirn leicht blutende Wunde mit Hämatom darum, CCT Ausschluss Blutung, Fraktur. Sieht aus, als reichten Steri Strips. Wollte ich als fingerfertiges auch gleich anlegen, aaaaaber - wie zum Teufel reinige ich die Wunde? Mit NaCL? H2O2? (gar nicht?) (Zur Information - bin seit sieben Monaten in der Inneren) Teufel nochmal.
Habe also den AVD Chirurgie gerufen, der absolut übellaunig war wegen dieser Kleinigkeit und nichts von sich gegeben hat, worauf ich auch ziemlich schnell das Weite gesucht habe.

Aber das nächste Mal kommt bestimmt. Also??? :-blush :-top

In unserem Haus wär Dir als niemand krum gekommen, sowas als Chirurg zu nähen. Ich kennen keinen Internisten bei uns, der selbst genäht hätte. Als Chirurg wär ich Dir mit Sicherheit nicht böse gewesen, Dir das abzunehmen. Dafür hätt ich Dich aber auch angerufen, wenn mein Patient im EKG wegrockt mit thorakalen Schmerzen. ;-) Eine Hand wäscht die anderere...

Mit Octenisept sollte man im übrigen vorsichtig sein. Zum Spülen von tiefen Wunden taugt's nichts, ist dafür auch nicht mehr zugelassen. Gab da hässliche periphere Nekrosen, z.T. bis zur Handamputation bei im OP mit Octi gespülten Wunden an der Hand und Unterarm.
Mit NaCl macht man nix verkehrt in meinen Augen...

Lava
15.02.2009, 18:17
Ok, das mit dem Octenisept merke ich mir mal. Bei uns verwenden die das immer, aber ich kann's ja ruhig anders machen. ;-)

Jetzt hab ich doch mal ne praktische Frage zu Kopfplatzwunden. Was sagt ihr den Patienten, wie lange sie sich nicht ihre Haare waschen sollen? In der Neurochirurgie durften die das tatsächlich nicht bis 1-2 Tage nach Entfernen der Klammern. Aber im normalen Leben ist das unpraktisch, 2 Wochen mit Fettkopf rumzulaufen... reichen 2, 3 Tage? Oder gar nur einer? :-nix

WackenDoc
15.02.2009, 18:28
Also ich lass die immer 6-12h nach der Fadenentfernen waschen.Ich mein es war aber letztes Jahr ein Artikel im Ärzteblatt wo drinstand dass das auch schon viel früher geht. (Mal schauen ob ich den noch finde.)
Ich mach gerne Sprühpflaster drüber, weil Pflaster nicht so gut hält und dann ist es doch eigentlich eh dicht? :-nix

So,hab´s gefunden:Ärzteblatt vom 28.03.08: "Primär heilende Wunden könnnen nach 24 Stunden geduscht werden, um diese von Wundschorf und resten des Desinfektionsmittels von der Operation zu säubern. Die Desinfektion der Wunde sollte mit einem Wundantiseptikum, wie Octenidin-2-HCL 0,1%/Phenoxyethanol2%, Polyhexanid 0,04% oder PVP-Jod-PRäparat vorgenommen werden...."
(Im Artikel stehen auch dass man diese für sekundär heilende Wunden auch nehmen kann. Zum Säubern der Wunde soll man mit Trinkwasser ausduschen)

:-lesen :-winky

John Silver
15.02.2009, 18:51
Das Ausduschen kann einer Wunde, egal, ob primär oder sekundär heilend, kaum schaden. Klar, man sollte es vermeiden, Shampoo ordentlich in die Wunde zu reiben - das dürfte nicht sehr angenehm sein. Ansonsten reinigt ein Strahl sauberen Wassers aus dem Duschkopf die Wunde ganz ausgezeichnet. Alle proktologischen Patienten mit offenen perianalen Wunden bekommen die Empfehlung, die Wunde mehrmals täglich mit klarem Wasser auszuduschen, und das funktioniert ganz hervorragend - warum sollte also eine genähte Wunde dadurch geschädigt werden?