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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eignung für Medizinstudium



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1up
21.02.2009, 16:17
Aber keiner macht das, um Dich persönlich zu ärgern.
Das weiss ich. Trotzdem bin ich ein mensch, und finde es ekelhaft, wenn man sich anscheisst. Ich spüre nicht dieses gefühl bei GOMERs um dich persönlich zu ärgern. Menschen die sich ernst nehmen, kann man auf so viele andere arten ärgern. :-D

1up
21.02.2009, 16:22
Mietze, es gibt einen Unterschied zwischen dem Verhalten gegenüber Patient und Angehörige, was meist professionell geprägt ist & dem was angenervte, zynische, lästernde, spaßige Ärzte untereinander/über Patienten im Hinterzimmer, hier im Forum und im OP pflegen...

Letzteres ist völlig normal, dient auch dem Streßabbau & hat nix mit mangelnder Professionaliät zu tun!
Wir sind normale Menschen und keine Halbgötter in Weiß...

Natürlich kann ich einen Patienten/dessen Situation als ekelhaft empfinden, unabhängig ob er etwas dafür kann oder nicht. Professionalität zeigt sich nicht durch Mitleid, sondern dadurch, daß ich seine Situation optimiere...!! Das ist in erster Linie unser Job :-)
Du schreibst so viel was ich nur zustimmen kann, Logo...

Lava
21.02.2009, 16:36
Hui, na da hab ich ja wieder mal was (unbeabsichtigt) angerichtet.

Und, Miezekatze, diese Diskussion ist nicht beendet, bevor ich nicht auf deine Reaktion wieder reagieren kann. :-D Du scheinst da echt einen falschen Eindruck von mir gewonnen zu haben. Ich bin zu meinen Patienten in keinster Weise herablassend (das kommt sicher noch im Laufe der Jahre, wenn man abstumpft). Mit dem Urin-Zimmer meine ich das so: ich konnte und kann mir nicht vorstellen, dass mir der Pflegejob Spaß macht. Patienten füttern, Windeln wechseln, waschen und so weiter. Ich habe das alles im Pflegepraktikum gemacht und fand es nicht schlimm, aber ich kann mir nicht vorstellen, einen Job auszuüben, in dem das Teil meiner täglichen Arbeit ist. Ich helfe den Menschen lieber auf andere Art, indem ich ihnen einen PFN einbaue, wenn sie aus dem Bett stürzen und sich die Hüfte brechen. Das hilft ihnen letztendlich weniger als die tägliche Körperhygiene und Zuwendung, die sie von der Pflege bekommen, aber DAS ist nunmal die Arbeit, die MIR Spaß macht. Und wie hier schon richtig erwähnt wurde, sind ja nicht alle Patienten so. Gerade in der Unfallchirurgie hat man auch viele jüngere Patienten, denen man mit einer "Reparatur" ihrer kaputten Knochen helfen kann, damit sie ihr Leben wieder so leben können wie vor dem Unfall. :-)

WackenDoc
21.02.2009, 17:11
So, dann antworte ich mal auf die Frage vom Bonnie:
Also man braucht eine große Menge an Frustrationstoleranz. ICh denke das ist sogar mit eine der wichtigsten Eigenschaften

Dann sollte man in der Lage sein sich abzugrenzen (gegenüber Schwerstern, Vorgesetzten, Patienten, Kollegen)
Man muss das Elend anderer ertragen können ohne daran zugrunde zu gehen. Also ein bischen Mitleid mit PAtienten ist meiner Meinung nach ok, aber jedesmal komplett mitleiden kann man nicht, sonst geht man kaputt.

Körperlich sollte man auch einigermaßen fit sein (abhängig vom Fachgebiet). Also so 8 Stunden ohne essen und trinken im OP stehen und statische Haltearbeit zu verrichten ist nicht der große Spass.
Auf Menschen zuzugehen und soziale Kompetenz ist unbedingt ein Muss (ok vielleicht nicht so augeprägt wenn man Pathologie oder Labormedizin macht)

Auswendiglernen muss man viel, teilweise auch ohne erstmal die Zusammenhänge zu haben.

Die unleserliche Schrift braucht man um die Approbation zu bekommen-aber keine Angst,das lernt man im Studium. Wo kämen wir denn hin wenn jeder x-Beliebige lesen könnte was wir sdchreiben :-wow

Gute Noten in bestimmten naturwissenschaftlichen Fächern ist nicht so wichtig (Ich hatte z.B. Bio nach der 11. abgewählt). Was man braucht, lernt man im Studium. Viel wichtiger sind meiner Meinung nach Englischkenntnisse. Latein finde ich völlig unwichtig.
Sucht euch die Fächer lieber danach aus, wo ihr gute Noten kriegen könnt!

WackenDoc
21.02.2009, 17:12
Vielleicht kann man den Teil "Wie soll/darf man über Patienten sprechen" zu einem eigenen Thread machen?

1up
21.02.2009, 19:03
Hallo!
Ich bin eine Schülerin der 13. Klasse am Gymnasium in Bayern. Im Moment stehe ich vor der schwierigen Frage was ich mit dem Rest meines Lebens anfangen soll und zur Auswahl stehen folgende Studienfächer:

Jura (das mir halt etwas langweilig und trocken erscheint)
BWL (Wirtschaft interessiert mich aber eigentlich nicht, Leitung von Projekten, Menschen und Marketing schon eher)
etwas mit Sprachen (Zukunftschancen sind mau)

und eben Medizin.
Warum steht nicht bio, mol-med, oder sonst was zur auswahl?

Wenn dir der Status wichtig ist, dann studiere halt medizin. Jeder weiss, dass ein arzt was feines ist, die meisten haben allerdings keine ahnung was bio-molekülar-irgenwas ist, und werden dich wahrscheinlich auch nicht dafür bewundern. Selbst physikerinnen haben weniger status als ärztinnen, nach meinem Gefühl.

Muss halt mitberechnen, dass es dir beschissen gehen wird, wenn du keine freude an dem was du tust, finden kannst. Medizin ist echt ein hirntodes studium, und wäre mir der status nicht wichtig, +andere ausreden, hätte ich das nie gemacht.

WackenDoc
21.02.2009, 19:25
Mit dem Status find ich das so ne Sache.

Viele halten uns doch für geldgeil und dann wagen wir es auch noch die Wunschdiagnostik und -therapie nicht durchzuführen. Und bieten nur unnötiges kostenpflichtiges Zusatzgedöns an um unseren Prosche zu bezahlen.
Wir machen eh nur Kunstfehler und wir haben keine Ahnung sagt der Heilpraktiker, die-nachbarin-die-krankenschwester-ist, das-stand-neulich-in-der-frau-im-irgentwas-dass-es-die-krankheit-x-ist-die-man-mit-der-methode-y-heilen-kann
Wir sind immer unausgeschlafen und haben keine Zeit
Die Niedergelassenen scheffeln nur Geld und man muss als Patient ewig auf einen Termin warten.
Wir knechten die armen Schwestern mit fachfremden Aufgaben.
Alternativ hat man auch Mitleid mit uns weil wir so geknechtet werden.

Physikerinnen traut man wenigstens noch zu, dass sie intelligent sind. Mit Bio-molekular- irgentwas kan man denk ich auch nicht so schlecht punkten, eben weil keiner so genau weiss was es ist.Hört sich aber cool an.

OH man, hab wieder ne böse PHase :-nix :-blush

flopipop
21.02.2009, 21:49
... professionelles Verhalten als Arzt sieht anders aus.

auch als professioneller mediziner mit viel taktgefühl bleibt man trotzdem vor allem ein mensch. und es ist menschlich, dass man z.b. fäkalien jeglicher art
eklig findet. als professioneller mediziner muss man in der lage sein, diese gefühle vor dem patienten nicht zum ausdruck zu bringen. aber wenn man in der freizeit über die eine oder andere eklige bzw. ärgerliche angelegenheit erzählt ohne die namen zu nennen natürlich, dann ist da nichts unprofessionelles bei. erst wenn man sich auf der arbeit nicht zurückhalten kann, dann wirds ein problem. und forumsdiskussion ist ja dazu da, sich über erfahrungen auszutauschen, dein aggressiv vertretener moralischer zeigefinger ist hier an falscher stelle.

und auch wenn die meisten patienten nichts dafür können, dass sie z.b. aus ihren fäkalien "schneebälle" basteln und wenn du reinkommst mit dir eine "schneeballschlacht" starten (mein persönliches erlebnis), dann ist das trotzdem eklig. für jeden und mit sicherheit auch für dich.

netfinder
21.02.2009, 22:37
und auch wenn die meisten patienten nichts dafür können, dass sie z.b. aus ihren fäkalien "schneebälle" basteln und wenn du reinkommst mit dir eine "schneeballschlacht" starten (mein persönliches erlebnis), dann ist das trotzdem eklig. für jeden und mit sicherheit auch für dich.
Auffangen, zurueckwerfen...;-)

roger rekless
22.02.2009, 01:29
Auffangen, zurueckwerfen...;-)

Oder damit nen Schneemann im Schwesternzimmer bauen =)

sebi86
22.02.2009, 08:06
Sch...ähm...Schneeengel machen ;)

Ehemaliger User 05022011
22.02.2009, 21:35
Ich bin zu meinen Patienten in keinster Weise herablassend (das kommt sicher noch im Laufe der Jahre, wenn man abstumpft).-)

naja, aber schöner wäre es schon, wenn du schreiben würdest "ich hoffe, dass das
n i c h t noch kommt im Laufe der Jahre und ich n i c h t s o abstumpfe" - meinst du nicht ?

hennessy
23.02.2009, 12:04
naja, aber schöner wäre es schon, wenn du schreiben würdest "ich hoffe, dass das
n i c h t noch kommt im Laufe der Jahre und ich n i c h t s o abstumpfe" - meinst du nicht ?
nach doch schon einigen Jahren im Beruf kann ich feststellen, dass das Statemant von Lava deutlich näher an der Realität anzusiedeln ist als Deines. Natürlich geht man anfangs mit einer gehörigen Portion Idealismus an den Start. Aber man muss relativ bald einsehen, dass sich manche Hoffnungen trotz größter Bemühungen in Schall und Rauch auflösen. Je früher man dieser Realität ohne rosarote Brille ins Auge sieht, umso mehr ist man für das Medizinstudium und den späteren Beruf geeignet. :-meinung
Heißt aber nicht, dass man die Flinte ins Korn werfen sollte und alles schicksalsergeben hinnehmen sollte, ganz im Gegenteil!

Ehemaliger User 05022011
23.02.2009, 19:18
nach doch schon einigen Jahren im Beruf kann ich feststellen, dass das Statemant von Lava deutlich näher an der Realität anzusiedeln ist als Deines. Natürlich geht man anfangs mit einer gehörigen Portion Idealismus an den Start. Aber man muss relativ bald einsehen, dass sich manche Hoffnungen trotz größter Bemühungen in Schall und Rauch auflösen.

das glaub ich dir ja gern, aber Lava sprach vom "herablassenden Behandeln von Patienten" und das ist (Gott sei Dank) nicht "näher an der Realität", dass könnt ihr mir einfach nicht erzählen - ich hab jedenfalls noch keinen Arzt erlebt, der so etwas tut ( soll nun nicht heißen, dass es das nicht gibt, aber die Realität ist das nicht und sollte es auch nicht werden )

Lava
23.02.2009, 19:55
ich hab jedenfalls noch keinen Arzt erlebt, der so etwas tut

Dann warst du wohl noch nie in einem OP *ggg*

Feuerblick
23.02.2009, 21:05
das glaub ich dir ja gern, aber Lava sprach vom "herablassenden Behandeln von Patienten" und das ist (Gott sei Dank) nicht "näher an der Realität", dass könnt ihr mir einfach nicht erzählen - ich hab jedenfalls noch keinen Arzt erlebt, der so etwas tut ( soll nun nicht heißen, dass es das nicht gibt, aber die Realität ist das nicht und sollte es auch nicht werden )Khiri, willkommen im wahren Leben. Man muss manchmal nicht einmal in einen OP gehen, um herablassende Behandlung von Patienten zu erleben. Das fängt beim gestressten Assistenten an, dems nachher leid tut und hört beim Chefarzt auf. Es ist nicht nur nah an der Realität, es IST Realität.
Und glaub mir, wenn dir das zehnte Candy-Brain (sorry, aber ein alter Diabetiker mit HbA1c um 12 ist definitiv in seiner Hirnleistung eingeschränkt und kann einen zur Weißglut bringen) erzählt, dass sein Diabetes toll eingestellt sei und dich zum zwölften Mal fragt, warum sein Auge voller Blut ist/der Zeh abgenommen werden muss o.ä. , dann wird auch dir als "Gutmenschen" (keine Abwertung, nicht falsch verstehen) irgendwann der Kragen platzen. Ich bin wirklich immer sehr, sehr nett zu meinen Patienten, aber selbst meine Geduld kennt Grenzen. :-nix

Ehemaliger User 05022011
23.02.2009, 23:47
... dann wird auch dir als "Gutmenschen" (keine Abwertung, nicht falsch verstehen) irgendwann der Kragen platzen. Ich bin wirklich immer sehr, sehr nett zu meinen Patienten, aber selbst meine Geduld kennt Grenzen. :-nix

ich glaub wir reden einfach nur ein bisschen an einander vorbei, was du beschreibst, dass kann ich mir schon gut vorstellen, aber das "Kargen platzen " von dem du sprichst, ist doch einfach etwas anderes als das "Patienten herablassend behandeln" und nur da rum geht es mir - "herablassend" hat einfach niemand einen anderen zu behandeln und ein Arzt einen ihm anvertrauten Patienten schon gar nicht

gehöffte
24.02.2009, 00:59
Wen juckt der Käse denn...
Jeder entscheidet selbst was er tut....z.B. Medizin studieren...
bzw. ist in der privilegierten Lage.
Es gibt weitaus schlimmeres als Fäkalien.
Sei einfach menschlich.

Nils.
24.02.2009, 14:46
Khiri, willkommen im wahren Leben. Man muss manchmal nicht einmal in einen OP gehen, um herablassende Behandlung von Patienten zu erleben. Das fängt beim gestressten Assistenten an, dems nachher leid tut und hört beim Chefarzt auf. Es ist nicht nur nah an der Realität, es IST Realität.
Und glaub mir, wenn dir das zehnte Candy-Brain (sorry, aber ein alter Diabetiker mit HbA1c um 12 ist definitiv in seiner Hirnleistung eingeschränkt und kann einen zur Weißglut bringen) erzählt, dass sein Diabetes toll eingestellt sei und dich zum zwölften Mal fragt, warum sein Auge voller Blut ist/der Zeh abgenommen werden muss o.ä. , dann wird auch dir als "Gutmenschen" (keine Abwertung, nicht falsch verstehen) irgendwann der Kragen platzen. Ich bin wirklich immer sehr, sehr nett zu meinen Patienten, aber selbst meine Geduld kennt Grenzen. :-nix


Socken drüberziehen und gut is.


:-))

roger rekless
24.02.2009, 15:12
Socken drüberziehen und gut is.


:-))

Über den Patienten? ATS-Strumpf ist da sicherer!