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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medikamenten auf Kriegsfuss



nochnixdoc
14.11.2002, 21:43
Hallo Forum,
ich stehe mit Medikamenten leider immer noch auf Kriegsfuss.

Könnte mir nicht mal jemand helfen so die gängigsten Medikamente und Dosierungen für so die typischen Bereiche aufliesten?

Wir könnten ja auch sowas wie ne Best of hier aufstellen.

Jeder könnte mal so seine Topten hier auflisten und vielleicht auch seine ERfahrungen dazu kurz berichten.

Von den Ärzten ist leider immer nur die Auskunft, wenn man sie dazu fragt... lernst du schon noch :-(


Also wer fängt an?
z.B. für:
Schmerztherapie:

Welche Medikamente nach welchem Schema, Dosierung (Besonders dass mit den Tropfen hab ich nicht geshnallt und wie viel ich auch so i.v. Spritze ??? 1 Ampulle 2 Ampullen ?

Lokalanästhesie:
Bupi+Triam? welche Dosis? 1Ampulle?? oder was?
Schlaftherapie :
WElches? Dosierung? Oder ist für euch Rohypnol das Nonplusultra?

PPI:
Antra ? 20 mg für Stressulkusprophylaxe?


Durchfall/Gastroenteritis:

Husten:

Klacid oder was? Dosierung????

Antibiose:

für ambulante/Stationäre Bronchitis
verschiedene ABs nach OPs
Gastro,Weichteile, Knochen

usw.usw........

Hoffe Meine Frage findet Response (ich weiss teilweise ist die Medikation recht KH abhängig/speziell.. aber eine kleine Liste hilft bestimmt jedem Einsteiger !!!!

Also Danke für eure Antwort
Gruss

hiddl
14.11.2002, 22:45
Für solche Fälle gibt es diesen unglaublich praktische und wirklich in die Kitteltasche passende Arzneimittel pocket.
Sehr zu empfehlen, steht erstaunlicherweise alles drin und ist trotzdem kompakt.

Gruß, Ute

nochnixdoc
14.11.2002, 22:57
stimmt :-) aber das sind doch so viele !!!

nur welches von den 10000000 antibiotika nehm ich denn nun bei der bakt. bronchitis?
oder was geb ich denn jetzt nem patienten nach ner op an schmerzmitteln?
oder welches heparin geb ich denn nun zur thrombose prophylaxe?

da hilft mir das arzneimitelpocket leider auch nicht weiter :-)

oder welche der schlaftabletten verschreibts du denn?

:-)

gruss nochnixdoc ;--)

hiddl
14.11.2002, 23:01
Na, das stimmt schon, da hat man dann doch die guten alten abteilungs-internen Mittelchen (Stilnox z.B. :-) ) ohne wirklich zu wissen warum und wieso.

nochnixdoc
14.11.2002, 23:05
na dann fang doch mal an mit EUREN Abteilungsinternen Mitteln :-)
Vielleicht ergibt sich ja auch ne Diskussion dabei über die für und wieder der unterschiedlichen medis :-)

gruss nochnixdoc :-)

Rico
14.11.2002, 23:49
Muß mich leider Hiddl anschließen, daß es kaum eine übertragbare Medikamenten-Guideline gibt.

In Haus A nimmt man den ß-Blocker A, weil der Chefarzt ihn dem vertreter besonders günstig entlockt hat, in Haus B weil man da an einer Studie über ß-Blocker B Teil, drum wird der da verwendet, in Haus C wiederum hat man vielleicht mal eine seltene nebenwirkung mit präparat A gehabt und benutzt seither nur noch C!
Und egal wie gut die Studie von Haus B war, wenn du nach A kommst ist das egal und Du mußt eben A nehmen!

Was soll es also nützen, wenn Du weißt, daß im Kreiskrankenhaus Kleinniederbürnigge noch Präparat A verwendet wird und an der Uniklinik Sowieso schon C?
Vor allem weil es eben selten medizinische Entscheidungen sind, sondern v.a. finanzielle.

ich weiß auch nicht, ob Medizinstudenten, die ja fast noch nie mit dem zeugs gearbeitet haben für und wieders diskutieren können.
Ich jedenfalls kenne von den meistens Medis nur die Vor- und Nachteile, die im Buch stehen...

Sebastian1
15.11.2002, 00:10
Eben. So interessant die Idee sein mag - im Endeffekt können wir hier doch nih mehr machen, als Vorlesungs- und Lehrbuchstoff zusammenzuschreibseln... und dan muss sich leider immer noch selbst in die Rübe kloppen :-))

Ich weiß also nicht, ob die Idee so sinnvoll ist.
Wenn du fragen nach einem spezifischen Therapieschema hast oder aber ähnliches...das ist sicher sinnvoll, aber so...ich weiß ja net...

Gruß,
Sebastian

nochnixdoc
15.11.2002, 21:48
schade.. aber vielleicht habt ihr recht.

dann halt ne konkrete frage :-)

ok schmerztherapie:

vielleicht kann ja mal jemand einen standard schema darstellen :-)

zb.:
leichte schmerzen ...... medikament dosis/tropfen?

stärkere schmerzen ......

stärkste schmerzen ........

post op schmerztherapie.........

bitte hilf mir doch mal einer ... auch wenns das schema ist was an deiner klinik eingesetzt wird, so kann es mir jedoch auch mal eine erste hilfe sein...


wieviel tramal und novalgin denn nun? und wann bei welchen schmerzen? wie geht das mit den tropfen? welche dosis für die komnbination als kurzinfusion.

dass wäre echt ne hilfe.. habe leider kein schema im kopf.

und selbst bei diclo oder vioxx frage ich mich immer noch was die richtig dosierung wann und wieviel ist.... bitte jetzt sagt nicht.. kommt ganz auf die klinik an... bitte gebt mir doch mal ne richtlinie ... die mal ordnung macht in meiner konfusion :-)


hoffe meine frage ist rübergekommen.

danke für eure antworten :-)

gruss nochnixdoc

Mrs.Pooh
16.11.2002, 19:32
Hi,
ich bin mal so frei und schreibe dir ein paar Sachen zur Schmerztherapie auf...in der Hoffnung das ich es dir ein bißchen hilft.

Am besten ist die Schmerztherapie nach dem WHO Stufenschema (bei 90% ist eine zufriedene u. lang anhaltende Schmerzlinderung zu beobachten)


Stufe 1
Nicht Opiode (bei leichten Schmerzen)
z.B.: Paracetamol, Metamizol, Diclofenac, Ibuprofen...


Stufe 2
Mittelstarke Opioide (akute u. chron.Schmerzen)
z.B. Codein, Dihydrocodein (DHC 60/90/20), Tramadol, Tilidin(Valeron)
+ - Nicht Opioide

Stufe 3
Starke Opiode (Starke u. sehr starke Schmerzen)
z.B.: Morphin, Buprenorphin (Temgesic), Fentanyl(Durogesic), Oxycodon (OXygesic), Hydromorphon (Palladon)
+- Nicht Opiode

Eigentlich ist es klar das vorher geklärt werden muß was für einen Schmerz der Pat. hat, die Anamnese ist das A und O..bei Weichteilschmerzen brauchst du ein anderes Medikament als bei neurologischen Schmerzen...

Bei Tumorerkrankung benötigen 90% der Patienten bis zu ihrem Tod, ihrem Schmerzniveau angepaßt, Morphin.
Solange wie möglich ist die orale Gabe vorzuziehen
Z.B.: als Therapie(Quelle: Klinikleitfaden Palliativmedizin, +gut u. realistisch in der Praxis)
Retardpräparate: in der Regel alle 12 h (Häufiger als 8 Stunden ist nicht sinnvoll - dann umsteigen auf z. b.: MSI Perfusor)
MST 10/-30/-60/-100/-200 Mudipharma zu festen Zeite!!!
und...Dosisteigerung bis zur Schmerzfreiheit - linderung+ Bedarfsmedikament z. B. : Sevredol(=kurzwirksames Morphin)

+Nicht Opiod z. B.: Novalgin 500 -1000 mg alle 4 Stunden , Tagesmaximaldosis 6- 7 g. p.o.,rektal
1ml=20 Tropfen= 500 mg


Die beiden Medikamente allein verursachen schon nach kurzer Zeit Ubelkeit und Erbrechen!!!
In den ersten 14 Tagen, nach Beginn mit einer Morphintherapie kann man man dem Patienten mit Haldol helfen (Hochpotentes Neuroleptikum, vorwiegend antipsychotischer, aber auch antimimetischer! und antianxiolistischer Wirkung, Dopaminantagonist)1,5 mg bei Bedarf aber besser ist regelmäßig0,5 mg alle 8 Stunden, 1ml=20 Trfopfen= 2 mg und
Wirkung verliert sich aber nach 15 Tagen. deswegebn zusätzlich Pantozol, Antra... geben.
obligatorisch: Laxans

Wenn du einen Patienten hast der mit Durogesic Pfaster(Gut?) eingestellt ist...ist es wichtig zu wissen das man bei einer Schmerzspitze ein kurzwirksame Morphinlösung geben kann , aber die Dosis des Pflasters auf p.o. Morphintagesdosis umrechnen und diese durch 6 diviedieren soll, dies entspricht einer 4 std. Morphindosis)
Z.B.: Durogesic 25 mikrogram/TAG= MST (orale Morphindosis) 0-90 mg/die = MSI kurzwirksame Morphinlösung 0 - 22mg/die das heißt für dich ...das du dann 0 - 20 mg MSi bei einer Schmerzspitze geben kannst, würde ich aber immer abhängig machen davon wieviel der Pat, wiegt.... bei Kachexie würde ich mit max. 5mg beginnen ...u. langsam ggf. steigern.

Es gibt eine Umrechnungstabelle Morphin - Fentanyl, bin aber im Moment zu faul um die abzutippen :-) du wirst schon bemerkt haben dass das Thema sehr kompliziert ist u. es nicht umsonst dicke Bücher gibt. Ich vermute mal ich habe dich erschlagen mit den Info, aber vielleicht kennst du das auch schon? Ich weiß es nicht.
Bei den Tropfen und bei allen Schmerzmittel ist die regelmäßge gabe und richtige Dosierung wichtig! bei allen anderen Medikamenten auch... vor langer Zeit sagte mal ein kluger Mann l "die Dosis macht das Gift" :-)

Viel Spaß noch...

Mrs.Pooh
16.11.2002, 20:13
Noch mal Hi,

habe gerade erst deinen letzten verzweifelten Beitrag gelesen

Diclofenac

Wirkung: Who Stufe 1
NSAR (Deswegen direkt Antra zusatzlich geben) analgetisch, antipphlogistisch u. antipyretischer Prostaglandinsynthesehemmung
Indikation:
schwache Schmerzen, Weichteilschmerzen

p.o. 75 mg alle 12 h
Tagesmaximaldosis 150 -200 mg

NW schreibe ich jetz nicht alle auf... :-) aber cave: Nierenfunktionsstörung

Tramal

Schwaches Opioid mit analgetischer Wirkung Who Stufe 2

Tropfen
0,5 ml = 20 Tropfen = 50 mg...
50 -100 mg alle 4 h p.o., Retardpräparate alle 8 -12 h p.o. Tageshöchstdosis 600 mg, dann Umstellung auf ein anderes Opiod

NW: Opstipation , Übelkeit u. Erbrechen, Sedierung

Bemerkung: ca. 1/10 der Wirkstärke von Morphin
orale bioverfügbarkeit 75 % bei wiederholter Gabe größer 90 %
Keine Kombination mit anderen Opioden



Noch mal zu Novalgin

analgetisch, spasmolytisch, antipyretisch, schwach antiphlogistisch

schwache Schmerzen =Who Stufe 1, kollikartige Schmerzen, Fiebersenkung

Novalgin ampullen = 1ml = 500mg

Dosierung:
500 -1000 mg alle 4 h, Tagesmaximaldosis 6 -7 g

Geschmack von den Tropfen löst oft Brechreiz aus.

Ouelle: Stationsalltag + Klinikleitfaden Palliativmedizin

nochnixdoc
17.11.2002, 10:50
mensch super !! danke mrs.pooh :-) das ist doch schon mal ne super grundlage :-)

wer hat erfahrung mit vioxx? langt wirklich die einmalige gabe pro tag für eine effektive wirkung für Stufe I ??

wie siehts aus mit antibiotika? ich weiss die meisten stehen auch hiermit auf kriegsfuss :-)

also:
ist schon klar erst mal kultur abnehmen und dann erst mal was geben bis antibiogramm da ist :-)


was gebe ich sinnvoller weise als "starter" vor dem antibiogramm???? dosis? i.v.? p.o.?

- bronchitis? pneumonie? (stationärer/ambulanter patient/alt/jung?)

-sinusitis? otiitis?

- bakterielle enteritis?(es gibt da ne kombi , die deckt glaub ich so 90% aller aller
infektionen im gi-trakt ab. komme nur gerade nicht drauf. :-( )

- zystitis? nephritis/pyelonephritis? (mann/frau)

- weichteil infekt?? (sobelin?)

so, dass muessten so die wichtigsten fälle im klinik alltag sein :-) oder hab ich was vergessen? (dann bitte anfügen :-))

wer wagt sich an eine kleine einführung in die antibiotika mit den besten "einstiegs drogen" und deren dosierung (und dauer der therapie)???

ich glaube das hilft allen .....
:-)

liebe gruesse
nochnixdoc :-)

Mrs.Pooh
19.11.2002, 02:35
Hi,

meinst du mit der Kombinationstherapie der bakteriellen Enteritis, die Eradikationstherapie bei positivem Cl- test... bei Helicobacter p. ?

Schmerztherapie:

Bauchschmerzen ...innere und chirurgische Abteilung...meist blockiert Dolantin die Schmezrezeptoren ausreichend

Orthopädische Eingriffe....= Knochenschmerzen...da ist die Dipidolor der bessere Ratgeber.


Konservativer Rücken...Nerveinklemmung...Bandscheibenvorfall...D iazepan, Cortison in absteigender Dosierung. Gabe morgens gegen acht Uhr (Prednisolon Schwellendosis dürfte wenn ich mich nicht irre bis 7,5 mg im therapeutischen Bereich liegen...) außerdem Voltaren, Antra

Antibitika:

Am besten du steckst dir die Beipackzettel von den gängigsten Antibiosen ein...


Myxofat=ACC...

Klug ist die Gesamtdosis morgens zu geben und die Patienten dazu anhalten ausreichreichend (2l) zu trinken, morgendlich Gabe deswegen...damit die Nachtruhe nicht gestört wird.

Doc Pepp
20.11.2002, 00:21
Hey nochnixdoc.

Stell die Frage doch mal im Pharmazeuten-Forum. Vielleicht können die Dir ja noch ein Paar Tipps geben. :-)

nochnixdoc
24.11.2002, 16:16
danke mrs pooh ;-)
kann leider jetzt erst wieder antworten.

Wer kann eine gutes Regime für Patienten mit Ein/Schlafschwierigkeiten nennen?

Wie Rohypnol dosieren? Es wird aber sicher noch was anderes geben oder?? :-)
Welche Benzos bevorzugt ihr? Welche Dosierung?


Liebe Grüße nochnixdoc

hemonz
09.02.2006, 22:26
Mein lieber Scholli - ich bin durch Zufall hier hinein geraten.
Da wird einem ja Angst und Bange, wenn man liest, welche Deppen sich auf den Weg machen, hilfesuchenden Menschen zu helfen.
Ich habe bisher immer gedacht, dass man der weißen Mafia (hatt sie erst einmal den steifen Kittel an) bedingungslos vertrauen kann.
Wenn ich aber die Hilfeschreie von NOCHNIXDOC lese, dann wird mir klar, wie kranke Menschen ausgeliefert sind, und zwar nicht dem immer wieder gerade durch Ärzte angeprangerten Gesundheitssystem, sondern einzig den jenigen, die sich einem besonderen Schwur verpflichtet ohne jede Fachkenntnis darin fürstlich bedienen.
Sorry - ich will nicht verallgemeinern, aber derartige Beiträge (s. NOCHNIXDOC) sollte der Berufstand besser aus dem Netz verbannen - und NOCHNIXDOC in eine Schreinerausbildung komplimentieren. Aber bitte als Sargschreiner!!!!!

Hemonz

THawk
09.02.2006, 23:26
:-sleppy :-sleppy :-sleppy :-sleppy

Abgesehen davon, dass der Thread hier über 3 Jahre alt war ist dein Beitrag, Hemonz, weder hilfreich noch fundiert. Also lass es besser sein! :-nix


Don't feed the trolls.....

Turnusknecht
13.02.2006, 20:01
ja,wirklich entbehrlich.


denn leider lernt man das wirklich praktische im studium nicht. da fürcht mich eher vor kollegen wie Dir, hemonz, die glauben, alles zu wissen und alles zu können.


Und Du kannst mir bei Gott nicht erzählen, daß du schon alles vorher gewusst hast. Denn das was/wann/wieviel lernt man nur in selbsterfahrung bzw. mündl. überlieferung der erfahrungen deiner älteren kollegen bzw. assistenten.

Evil
13.02.2006, 21:05
denn leider lernt man das wirklich praktische im studium nicht. da fürcht mich eher vor kollegen wie Dir, hemonz, die glauben, alles zu wissen und alles zu können.
Der/die/das hemonz ist bestimmt weder Mediziner oder Student, sondern wohl eher eine Hausfrau, die mit Google auf der Suche nach Internet-Diagnosen ist. :-))