Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schnell und effektiv arbeiten - Tipps und Tricks
WackenDoc
07.03.2009, 22:17
Blutentnahmen und Viggos durch Pflegepersonal erledigen lassen. Spart 2 h pro Tag.
Das macht bei euch die Pflege? Haben die bei uns nie gemacht. Im Krankenhaus wo ich PJ gemacht hab war sogar Infusionen anhängen ärztliche Aufgabe.
Salome80
08.03.2009, 10:16
Man muß Pflegekräften nur klarmachen, daß sich dadurch ihr eigener Tätigkeitsbereich aufwertet und schon machen die (fast) alles. Die melden auch unsere Untersuchungen an, was anderswo Ärzte selbst erledigen müssen. Zusätzlich haben wir eine Stationssekretärin, die dem Pflegepersonal bei diesen Aufgaben unter die Arme greift und auch schon mal Blut abnimmt.
Man könnte effizienter arbeiten, wenn man an einer Arbeit einfach mal dranbleiben könnte. Aber durch die ständigen Unterbrechungen muß man sich immer wieder in die Tätigkeit eindenken, die man vor der Störung begonnen hat.
Ich komme mir wie "Freiwild" vor, das immer und überall greifbar und ansprechbar ist:
eigenes Diensthandy
Telefon am Schreibtisch
tragbares Telefon der Station, welches manchmal von der Pflege mit Anrufern in der Leitung zu mir gebracht wird
je nach Dienstplan evtl. noch der Aufnahmefunk
Ca. 80% der Gespräche (sowohl die Gespräche von Angesicht zu Angesicht, als auch Telefonate) werden durch Klingeln eines anderen Mediums, durch Klopfen an der Tür, durch vorbeikommende Kollegen/Patienten, die "nur mal kurz etwas wollen", unterbrochen.
Ich finde es immer wahnsinnig lästig, kaum ein Gespräch ohne Störung einfach abschließen zu können.
Der Zeitplan der einzelnen Berusgruppen ist so dicht, daß jede Chance genutzt wird, einem Kollegen, den man gerade trifft, schnell mal zwischen Tür und Angel eine Information zuzuschieben, die man eh noch loswerden wollte.
Die Tips zur Effizienzmaximierung zeigen meiner Meinung nach den Irrsinn und die Unmenschlichkeit des Systems an. Daß ich mich nicht kreuzworträtselnd an meinen Schreibtisch setze, ist klar. Daß ich die Arbeit zügig erledige, auch.
Aber ich möchte nicht dem Zwang unterliegen, jede Freisekunde immer zum Kodieren/Abheften/oä nutzen zu müssen.
100% meine Meinung!
Fast wortwörtlich das selbe wollte ich hier letzte Woche auch tippen, hab es dann aber gelassen da es je eh jeder hier kennt und ich nicht jammern wollte.
Ich kann ja schon was weg arbeiten. Aber BITTE STRUKTURIERT!!!!
Und geht in der Klinik (zumindest da wo ich bin) mal gar nicht.
Leelaacoo
08.03.2009, 15:18
Bei uns wurde der Vorschlag der BE-Übernahme durch die Pflege (mit Stellenverschiebung vom ärztlichen in den pflegerischen Bereich) durch die Pflege abgelehnt mit dem Hinweis, sie machen eh schon zu viele ärztliche Dinge wie s.c.-Heparin - Spritzen und Insulinspritzen....HALLO??? Mich kotzt es nur noch an...wollen die denn nur Töpfe saubermachen? Hat man dafür 3 Jahre gelernt? Alles wird abgeschoben, man ich NIE NIE NIE für irgendwas verantwortlich, auch wenn man die falschen >Medis richtet, eine Info an den Arzt, schon ist man die Verantwortung los...grrrr. Langsam geht mir der, vorher durchaus große, Respekt flöten.
Effektiv arbeiten kann ich nur im Nachtdienst...leider. Tagsüber läßt einen keiner in Ruhe denken. Alle 5 Minuten kommen Dinge wie "Duu-hu, die Angehörigen wollen bitte SOFORT mit einem Arzt sprechen, der Patient ist ja privat" oder "Duu-hu, muss die Infusion echt sein bei pat XY?" (ja, natürlich, ich ordne nur Unsinn an, deshalb hab ich es ja auch 3 Minuten vorher in die Kurve geschrieben!). An unserer Tür hängen zwar Sprechzeiten, aber an die hält sich keiner, weil die Pflege eh immer ein und aus geht...und wenn man mal Luft bekommen hat, kommt der OA und will "das Wichtigste grad mal schnell besprechen, weil sein Zug gleich geht". :-(
Im Nachtdienst diktiere ich meine Briefe, verschlüssele und vor allem DENKE über die Patienten nach, was sonst tagsüber untergeht. D ich möglichst auch 2 Nacheshalb machdienstblöcke pro Monat, weil ich sonst 50 Akten zusammenhabe und nie wieder fertig werden. Andere kommen bei uns im Frei zum Diktieren.
Und: Immer den ganzen Brief (mit Befunden) diktieren, zur Not als Anhang auf der Kassette, weil man sonst eventuell nie wieder dazu kommt:-D
LG Lee
icespeedskatingfan
08.03.2009, 19:02
Bei enger werdender Personaldecke geht plötzlich so einiges,... in meinem alten Haus hat jetzt das Labor nach Vorbild der amerikanischen i.V.-Therapists die BE´s übernommen, Viggos können plötzlich vom Pflegepersonal gelegt werden (war vor wenigen Jahren nicht mal dran zu denken!!!).
Macht Eurem Chef klar, das Eure Arbeitszeit wertvoll ist - bei einem Blick in den Stellenanteil des Ärzteblattes kann er/sie sich ja überlegen wie schwer ihr "ersetzt" seid.
Ein Tip, den ein gut organisierter Kollege bei uns eingeführt hatte: 2x wöchentlich 1/2 h Sprechstunde für die Angehörigen, (musste bei den Schwestern mit Terminvergabe angemeldet werden) - damit konnte dieses blöde Angequatsche auf dem Flur (ich wollte Sie "mal eben" sprechen) kanalisiert werden. Und wer keinen Termin hatte, hatte eben Pech!:-dafür
Einerseits sind solche Termine ja wirklich sinnvoll für den Arzt, aber andererseits finde ich sie durchaus problematisch, erst Recht, wenn sie nur zwei mal in der Woche stattfinden. Sprechstunde also Montag und Donnerstag von 14-15h. Omma Herta wird am Montag am späten Nachmittag stationär aufgenommen wegen irgendeiner akuten Geschichte. Omma Herta hat im Zweifelsfall nichts verstanden und der Sohn kann dann am Donnerstag mal fragen, was eigentlich los ist? Nee, finde ich nicht in Ordnung :-meinung
Leelaacoo
08.03.2009, 23:37
ich finde das nicht schlecht...allerdings sollte natürlich bei der Aufnahme im falle einer Oma Herta der Angehörige natürlich informiert werden, was man als verdachtsdiagnose hat und welche Untersuchungen man plant. Und dann kann man ja sagen, dass man die Ergebnisse gerne in 2-3 Tagen bespricht, sobald alle eingetroffen sind, weil es ja auch dann erst Sinn macht. Wenn etwas dazwischenkommt, muss man natürlich so flexibel sein und den Angehörigen mitteilen, dass die Oma Herta auf ITS ist...und nicht erst 3 Tage später:-))
Oft sind es aber ja garnicht die Angehörigen, die stören, sondern die Pflegeanfragen: es scheint unmöglich zu sein, sich einge Dinge gleichzeitig zu merken oder abzusprechen. Ich werde an einem WoEnde-Tagdienst oft 5mal hintereinander von der gleichen Station angefunkt, weil 2x eine Viggo para lief, 1xeine Frage bezüglich (seit 5 tagen angesetzter) Medis besteht und 2x einfach aus Infogründen, damit man die Verantwortung abgeben kann ("Gell, jetzt weißt du's"). Auf meinen Vorschlag, doch die (nicht-akuten) Anfragen zu sammeln, damit ich z.B. mit dem Viggo-Tablett einmal komplett die Station abklappere, wurde nur mit Unverständnis reagiert. Ergo: man kann noch so organisiert sein, irgendeiner wirds schon sabotieren.
LG Lee
Bei uns wurde der Vorschlag der BE-Übernahme durch die Pflege (mit Stellenverschiebung vom ärztlichen in den pflegerischen Bereich) durch die Pflege abgelehnt mit dem Hinweis, sie machen eh schon zu viele ärztliche Dinge wie s.c.-Heparin - Spritzen und Insulinspritzen....HALLO???
LG Lee
Ja, eben. HALLOOOO??? Würdest du arbeit machen, die du nicht machen müsstest? Wenn man den pflegern nicht zwingen kann, und sie ihren job trotzdem behalten dürfen, dann spricht nur der eventuell sich verschlechternde ton am arbeitsplatz dagegen. Da muss sich was anderes verändern, menschen sind nun mal menschen.
Doktor_No
09.03.2009, 02:49
Ja, eben. HALLOOOO??? Würdest du arbeit machen, die du nicht machen müsstest?
das machen wir doch den ganzen tag. codieren, telefonieren, eben auch die BE`s. alles dinge, die einem seitens eines kaputten systems aufoktruiert werden und die man sich hat auferlegen lassen mit der universal-begründung "ärztliche aufgabe". totaler müll. eines tages machen wir auch noch die pflegerischen tätigkeiten mit.
bei uns macht die pflege die anmeldungen auf anordnung im SAP mit ausnahme des röntgen und CT. gut, manche sind zu faul oder zu dumm um das hinzubekommen, die meisten aber kriegen das gut hin.
angehörigengespräche führe ich nur wenn ich zeit habe, ansonsten sage ich auch ganz offen dass es nicht passt, wer will kann gerne warten oder einen termin vereinbaren. dasselbe gilt für kollegen, die was besprechen wollen, egal ob OA oder nicht, aber bei uns sagt jeder dem anderen wenn es mal grad nicht passt (was allerdings nur gaaaaanz selten der fall ist).
briefe schreiben wir selbst, war erst ne umstellung, inzwischen finde ich es aber besser als zu diktieren. ansonsten ist ALLES im SAP, zumindest in unserer abteilung.
das thema BE ist gut: ich glaube ja dass es NUR in deutschland ärztliche aufgabe ist. und warum in der notaufnahme jede schwester das macht, auf station aber nicht, dass konnte mir noch keiner suffizient erklären...
die pflege rationalisiert sich so auf dauer selber weg. essen austeilen, medis richten, patienten waschen kann jeder, für pflegerische tätigkeiten (lagerung etc.) sind jetzt schon zu wenig leute da. wenn man alles abgibt gilt dass irgendwann auch für einen selbst und seinen job. pflegehelfer sind auch billiger, hört jede verwaltung gern. und praktikanten gibts auch reichlich...
icespeedskatingfan
09.03.2009, 07:31
ich finde das nicht schlecht...allerdings sollte natürlich bei der Aufnahme im falle einer Oma Herta der Angehörige natürlich informiert werden, was man als verdachtsdiagnose hat und welche Untersuchungen man plant.
LG Lee
Ich weis nicht, womit mein gut organisierter Kollege die Schwestern bestochen hat, aber die haben den Angehörigen bei der Aufnahme dann immer die Sprechzeiten von uns geben lassen . Die Angehörigen waren meist sehr glücklich darüber schon bei der Aufnahme einen Termin beim Stationsarzt mitgeteilt bekommen zu haben und das Ganze hat sehr zu Aller Zufriedenheit funktioniert: wir hatte mehr Zeit, die Schwestern wurden nicht ständig mit dem "ich möchte jeeeeetzt einen Arzt wegen meiner Mutter sprechen" genervt und die Angehörigen fühlten sich ernst genommen.:-)
Also wenn ich heute noch nicht weiß ob ich morgen im OP bin haben Gesprächstermine keinen Sinn. Am Ende ist sowieo nur mein Kollege da, der den Patienten noch nie gesehen hat und demzufolge auch keine Auskunft geben kann. Meine Lösung: die angehörigen sollen anrufen. Per Telefon bin ich immer noch am einfachsten zu erreichen und da dauern die Gespräche auch nicht so lange meist. "Ihrer Mutter geht's gut, sie wurde vorgestern operiert, alles lief komplikationslos, nächste Woche geht's in die Reha". Mehr muss man ja auch nicht sagen. :-D
Einen Blutabnahmedienst haben wir auch. Nur freitags sind die irgendwie zickig und plötzlich ist die Hälfte der BEs nicht möglich, weil man angeblich "nichts gekriegt" hat. Dabei können die das hundertmal besser als ich! Die machen ja quasi nichts anderes. Und der Pflege fällt dann um 14 Uhr, wenn ich eigentlich Schluss habe, ein, dass da ja noch 5 BEs zu machen sind... und kaum ist man fertig, kreuzen Angehörige auf :-oopss
WackenDoc
09.03.2009, 14:07
Leelaacoo:Die Geschichten mit der Pflege kommen mir irgentwie bekannt vor. Da frag ich extra noch auf der Station ob es noch was gibt bevor ich auf eine andere geh und kaum bin ich da geht der Pieper dass auf der Station wo ich grad weg bin noch BLut abgenommen werden muss/weggebracht werden mus oder sonst was. Grrrrr.
Ich hätte auch nichts dagegen wenn es Studenten oder RettAsse oder Arzthelferinnen gäbe, die auf stundenbasis bezahlt werden und morgens und/oder am WE BLut abnehmen. Und irgentwelche Leute die Befunde von A nach B bringen. Dafür braucht man weder studiert haben noch eine examinierte Pflegekraft sein.
Zum Hin- und Herschleppen von Befunden hat doch irgendwie jedes Haus die helfenden Hände/grünen Damen oder wie auch immer sie heißen mögen, oder? In allen Famulatur-/KPP-/PJ- oder sonst was Häusern gab es die jedenfalls. Ansonsten wäre es zumindest in Unistädten sicherlich eine super Sache, Blutabnehmer/Viggoleger durch studentische Hilfskräfte zu stellen. Das ist ein lauer Job, der Geld bringt und die Stationsarbeit massivst entlastet.
papiertiger
09.03.2009, 16:13
zum Thema BE/Viggos durch die Pflege:
war bei meinem letzten Praktikum und bin jetzt auch wieder auf einer Station (Intensiv), auf der das so üblich ist. Ob das allerdings auch freiwillig/ohne mäkeln gemacht wird hängt stark davon ab, wie sehr die Pflege sonst eingespannt ist.
Auf meiner letzten Station gab es keinerlei Pflegehelfer, Hol- und Bringdienste, Essensverteiler, grüne Damen, was auch immer. Sogar die Vertrauliches enthaltenden Übergabenotizzettel mussten neuerdings von jemandem von der Station zum Schredder am anderen Ende des KH gebracht und höchstpersönlich geschreddert werden :-))
Dort wo ich jetzt bin haben wir unter der Woche mehrere Stationshilfen, die die weniger komplizierten Pat. waschen, Essen, Kaffee usw. austeilen, Patientenzimmer und Pflegearbeitsräume sowie Lager in Ordnung halten, Zimmer nach Verlegung von Pat. herrichten, Schränke auffüllen.. Außerdem hat das Haus einen funktionierenden Hol und Bringdienst. usw. usf.
Unter letzteren Umständen sind BE u. Ähnliches für die Pflege gut nebenher bewältigbar. Machen die meisten auch lieber als Räumen/Waschen/Putzen/Kaffeekochen ;)
Dafür, dass das allerdings unter erstbeschriebenen Umständen eher als zusätzliche Belastung empfunden wird, und als "alles wird auf uns abgewälzt", habe ich vollstes Verständnis.
Aber Pflegehelfer (die "zusätzlich" da sind, nicht solche, die, wie es zumindest auf Normalstationen ja gerade im Kommen scheint, Examinierte ersetzen) kosten halt Geld. Genauso wie studentische Aushilfen, BE-Dienste und Konsorten. Tja.. :-?
John Silver
09.03.2009, 21:23
Meiner Meinung nach geht es eigentlich immer um die Einstellung der Arbeit gegenüber. Viele Schwestern/OP-Pflegekräfte/etc. sehen die Arbeit als lästige Notwendigkeit an. Dementsprechend unmotiviert und maulig sind sie auch, und deswegen wollen sie nichts machen, und versuchen, jeden Mist auf andere abzuwälzen. Ich habe schon Krankenhäuser erlebt, in denen Assistenzärzte Infusionen nicht nur selbst anhängen, sondern sogar selbst richten müssen. Und die Schwestern in diesen Häusern sind weder schlechter besetzt noch müssen sie mehr arbeiten als Schwestern in Häusern, in denen Ärzte für solchen Blödsinn nicht herangezogen werden.
Und besonders witzig ist die Dreistigkeit, mit der dann an die Aufgabenverteilung herangegangen wird. Blutentnahmen sollen Ärzte machen, aber Wundmanagement soll plötzlich in den Kompetenzbereich der Pflege fallen. Was kommt dann? Die Pflegekräfte im OP dürfen die Hautnaht machen, während Assistenzärzte schon mal alle Instrumente zum Sterilisieren bringen? Lächerlich.
Antracis
10.03.2009, 06:39
Ich habe schon Krankenhäuser erlebt, in denen Assistenzärzte Infusionen nicht nur selbst anhängen, sondern sogar selbst richten müssen.
Das war bisher, bis auf eine Ausnahme, in allen Häusern so in denen ich tätig war. :-))
Teilweise waren die Sachen zwar gestellt, aber so fehlerhaft, dass man eh alles nochmal kontrollieren und meist austauschen mußte. Dann 40 Minuten Barkeeper spielen und losgehen...
Leelaacoo
10.03.2009, 08:41
zum Thema BE/Viggos durch die Pflege:
Aber Pflegehelfer (die "zusätzlich" da sind, nicht solche, die, wie es zumindest auf Normalstationen ja gerade im Kommen scheint, Examinierte ersetzen) kosten halt Geld. Genauso wie studentische Aushilfen, BE-Dienste und Konsorten. Tja.. :-?
Die Frage ist, was die Arztstunde kostet, die ich jeden Tag mit BEs verbringe. Dazu kommen Infusionen anhängen und Viggos. Dass die Chemo-Viggo durch den Arzt gelegt wird und Chemos und Blutprodukte durch Ärzte angehängt werden, ist ja volkommen OK, aber rechnet mal: 6 Ärzte auf 3 Stationen je ca. 30-60 min/d mit BEs...ich weiß nicht, ob die stundentische Hilfskraft da nicht billiger wäre für die KLinik.
PS: wir hätten ja sogar Stellenanteile dafür hergegeben...sprich mehr Dienst für uns und mehr Pflegestellen...ich verstehs nicht.
icespeedskatingfan
10.03.2009, 09:31
Infusionen bei jeder Visite auf die Sinnhaftigkeit ganz kritisch hinterfragen - spart Zeit an der Coctailbar und gefährtet den Patienten weniger ; Wer schlucken kann, soll schlucken
Skalpella
10.03.2009, 09:41
Ich habe schon Krankenhäuser erlebt, in denen Assistenzärzte Infusionen nicht nur selbst anhängen, sondern sogar selbst richten müssen. Und die Schwestern in diesen Häusern sind weder schlechter besetzt noch müssen sie mehr arbeiten als Schwestern in Häusern, in denen Ärzte für solchen Blödsinn nicht herangezogen werden.
Wenn ich solche Sachen lese muss ich mich echt nur noch wundern. Ich habe nach der Ausbildung nie auf Normalstation gearbeitet. Aber damals habe ich nie nie nie gesehen, dass Ärzte für die Infusionstherapie zuständig waren. Das ist eindeutig behandlungspflegerische Aufgabe und wird in der Ausbildung ausführlich unterrichtet. Ich frage mich wirklich, mit welcher Begründung die Pflege in den betreffenden Häusern diese Tätigkeiten geturft hat. Da würde ich mich als Chef aber ganz anders quer stellen, wenn meine Assistenten für derartigen Schrott herangezogen würden). Dafür ist die Pflege da. Und dafür ist der Arzt zu teuer! Wenn sie sich solchen Sachen nicht gewachsen sieht (die Pflege), ist meiner Meinung nach der Beruf verfehlt. Ich weiß auch, dass in der Pflege sehr viele Stellen wegrationalisiert wurden in den letzten Jahren. Das allein ist schon ein Skandal in den meisten Fällen. Es ist ja nun aber auch nicht so, dass die Ärzteschaft in der Regel so wahnsinnig gut besetzt ist. Und selbst WENN. Das kann eigentlich gar nicht sein. Als Chefarzt würde ich mich aber ganz anders wehren, wenn meine Assis pflegerische Aufgaben (und es sind eindeutig pflegerische Aufgaben) machen sollten.
Und besonders witzig ist die Dreistigkeit, mit der dann an die Aufgabenverteilung herangegangen wird. Blutentnahmen sollen Ärzte machen, aber Wundmanagement soll plötzlich in den Kompetenzbereich der Pflege fallen.
Das mit dem pflegerischen Wundmanagment halte ich für diese chronischen Wunden für sinnvoll. Nicht dass es komplett pflegerische Aufgabe sein sollte. Aber dass es eine oder wenige spezialisierte Schwestern gibt, die nur noch das machen und die sich sehr gut vor Allem mit den Produkten auskennen, ist durchaus sinnvoll. Zumal die Ärzte, wenn nicht gerade ein dafür abgestellter Oberarzt dafür zuständig ist, gerne über derartige Bereiche rotieren und sich so eingehend gar nicht damit befassen. Da geht es also eher um die Erfahrung mit den verschiedenen Produkten, als um die Berufsbezeichnung. Allein in pflegerische Hand würde ich das aber schon allein deshalb nicht geben, weil man ja entscheiden muss, wie es mit der Wunde weitergeht und nicht nur, wie man die Wunde geruchsneutral verbinden kann.
dreamchaser
14.03.2009, 19:06
Ich habe einen festen Ablauf im Kopf mit den entsprechenden Zeiten, die ich versuche einzuhalten. Die meisten Schwestern ziehen hier mit - er ist nur durch Mehraufgaben (z.N.ambulante Patienten ergometrieren und dopplern, prästationäre Patienten anschauen) durcheinander zu bringen.
7:30 Uhr Arbeitsbeginn: sortieren von Befunden und BEs (leider kommt nicht immer eine Stationshilfe, die das macht)
8:15 Uhr Frühbesprechung bisca. 8:45 Uhr
danach Entlassungen bis 9:30 Uhr
9:30 Uhr bis längstens 12 Uhr Visite
danach noch Briefe für den nächsten Tag vorbereiten
Mittagspause
nach der Mittagspause eigene Belastungs-EKGs und Doppler
von 14 bis 16 Uhr Zeit für Angehörigengespräche (auf die ich und die meisten der Pflege immer verweisen)
zwischendurch Kurvenvisite mit OA
relativ zeitig nach Hause.
Aufnahmediagnosen und QS-Bögen mache ich zwischendurch mal, kodieren müssen wir ja zum Glück nicht.
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