Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : So, Bitte konkrete und unverblümte Einschätzungen von euch!



Seiten : 1 [2]

wolfis
24.03.2009, 17:04
Ihr seit ja richtig kreativ. Na, mal gucken, für die Begründung hab ich ja noch ein bißchen Zeit, will mich für das Wintersemester bewerben. Aber vielen Dank für die diesbezüglichen Tipps.

Kennt den jemand Leute, die in einem solchen Alter fertig wurden und deren jobtechnische Situation?

Macduff
24.03.2009, 17:10
In den vergangenen Wintersemestern gab es zumindest immer noch einen Zweitstudienberwerber der mit einer Messzahl von insgesamt 4 einen Platz bekommen hat. Allerdings steigt nach Aussage eine ZVS-Mitarbeiters der Druck auf die Zweitstudienbewerberquote kontinuierlich. Grund: Bei einer Wartezeit von derzeit 5-5,5 Jahren stellt diese Quote eine Möglichkeit dar, die Wartezeit zu verkürzen, d.h. 3 Jahre in ein Bachelorstudium mit möglichst guter/sehr guter Abschlussnote investieren, um dann einen Platz über die ZS-Quote zu erhalten. Es könnte also sein, dass die Grenzmesszahl in Zukunft auch für's Wintersemester auf 5 ansteigt und somit unter den Berwerbern mit insgesamt 5 Punkten (wie im Falle von Wolfis: 4+1) gelost wird. Insoweit sollte man sich mit seiner Entscheidung über die Aufnahme eines ZS Medizin nicht mehr allzu viel Zeit lassen ....

wolfis
24.03.2009, 18:03
@macduff
Wie neu ist denn die Aussage der ZVS? Meinst du, man muß sich im Wintersemester schon Sorgen machen?

sodbrennen
24.03.2009, 18:05
Das ist für die Leute, die sich an ein anderes Stduium ranwagen aber auch Risiko, denn wenn sie den Schnitt nicht schaffen im Studium ist es für immer vorbei. Oder sie schließend das Studium dann einfach nicht ab, dann haben sie aber 3 Jahre Studium (ohen Abschluss) und die Wartezeit kommt dann noch hinzu. Deshalb finde ich deine these eher gewagt.

Zurück zum Thema: Wie wär's denn mit der Begründung als Expeditionsarzt? Z.B. bei Expeditionen zur Arktis werden doch immer ein Koch und ein Mediziner und so gesucht. Ich glaub beim AWI in Bremerhaven hab ich mal solche Ausschreibungen auf der HP gesehen.

Wollt ihr eigtl. keine Kinder haben? Denn dann wird deine Frau ja auch eine gewissen Zeit nicht arbeiten, oder? Als Student und Lehrerin ist das zwar sicherlich einfacher, aber ganz ohne Ausafll wird's auch nicht gehen.
Kannst du dich dann bei deiner Frau mitversichern lassen? Es kommen ja auch meist noch Studiengebühren usw. hinzu.

wolfis
24.03.2009, 18:10
Ja, mit Kindern wird das sicher schwer, wir möchten in naher Zukunft eigentlich loslegen.
Das erste Jahr bekommen wir mit Elterngeld gut rum, ist schon alles durchkalkuliert, kompliziert wird es dann im zweiten und dritten Jahr.
Meine Frau möchte eigentlich nach einem Jahr weiterarbeiten, tja, dann müssen wir mal schauen. Zum einen gibt es ja noch Familie, zum anderen ist mein Frau oft schon um 13 Uhr zu Hause, also da bekommen wir in Kombination mit Tagesmüttern, Familie usw. sicher was hin.

Kackbratze
24.03.2009, 18:42
Gerade im Studium kann man mit Kindern viel machen. Im "schlimmsten" Fall kommen die mit zur Vorlesung. Das kann vielleicht anstrengend sein, muss es aber nicht.
Und akzeptiert wird es allemal!

Macduff
24.03.2009, 18:52
Das ist für die Leute, die sich an ein anderes Stduium ranwagen aber auch Risiko, denn wenn sie den Schnitt nicht schaffen im Studium ist es für immer vorbei. Oder sie schließend das Studium dann einfach nicht ab, dann haben sie aber 3 Jahre Studium (ohen Abschluss) und die Wartezeit kommt dann noch hinzu. Deshalb finde ich deine these eher gewagt.

Ich selbst habe keinerlei These aufgestellt. Ich habe nur das sinngemäß wiedergegeben, was mir der ZVS-Mitarbeiter im Rahmen eines Gesprächs vor Ort bei der ZVS im September 2008 gesagt hat. Zumindest im letzten WS hat sich gezeigt, dass es in der Zweitsudienbewereberquote enger wird: Während im WS 07/08 nach ZVS-Auskunft noch alle Bewerber mit Messzahl 4 + Dienst einen Platz erhalten hatten, wurden unter diesen im WS 08/09 bereits gelost.

Über Ursachen dieser Entwicklung lässt sich natürlich streiten. Ich fand die Begründung des ZVS-Mitarbeiters zumindest plausibel. Gut möglich, dass aufgrund des von Dir beschriebenen Risikos nur wenige den Weg eines Bachelor-Erststudium bewusst allein deshalb beschreiten, um über die ZS-Quote schneller an einen Medizin-Platz zu gelangen. JETZT KOMMT EINE THESE: Zumindest bietet sich durch die Einführung der Bacherlorstudiengänge und deren kürzere Studiendauer die Möglichkeit, das Erststudium in einem noch relativ jungen Alter abzuschließen, wodurch auch die Hemmschwelle sinkt, danach doch noch etwas anderes zu studieren ....

Angel Oak
24.03.2009, 19:17
Kennt den jemand Leute, die in einem solchen Alter fertig wurden und deren jobtechnische Situation?

Diverse, auch ältere und die sind alle unter. Es gibt einige Fächer die beliebter sind als andere, da mag man vielleicht noch schwerer reinkommen als jüngere Mitbewerber, aber im allgemeinen macht es momentan keinen Unterschied. ich habe beide Kinder während des Studiums bekommen und werde jetzt ein Semester nach Regelstudienzeit fertig, weil ich wegen der Kleinen ein halbes Jahr später ins PJ bin.

Gimlie
25.03.2009, 06:55
Hi!

Hab mit 28 angefangen zu studieren.
Vor allem ermutigt hat mich ein Gespräch mit einem Chefarzt in der Klinik in der ich gearbeitet habe. Dieser meinte dass man ja die Zeit vor dem Studium nicht in der Besenkammer stand und somit eben auch andere Erfahrungen mit in den Job bringt die sicher gut sind. Sprich auch als älterer Bewerber hat man gute Chancen, vor allem wenn man gut ist ;-)
Denke man muss sich momentan keine Sorgen um einen Job machen auch nicht wegen des Alters, Stellen gibt es wie Sand am Meer. Sicher gibt es Stellen in Disziplinen wo viele Bewerber auf eine Stelle kommen, aber in der Regel kommen gerade viele Stellen auf einen Bewerber.:-bee
Wünsche Dir schon mal alles gute und viel Spaß bei der Bewerbung :-top

Gruß
gimlie

bremer
25.03.2009, 11:11
Wie deine Chancen in mindestens 6 Jahren aussehen, eine Assistenzarztstelle zu ergattern und danach ca. 6! Jahre später als Facharzt eine Stelle zu bekommen, kann wohl niemand hier voraussehen. Mal hat man Ärztemangel, dann wieder Ärzteschwemme. Gerade bei der längstmöglichen Ausbildung aller Berufe kann eine Prognose nur sehr schwer erfolgen.

Ich stelle zudem einfach mal die These auf, dass junge Ärzte Im Durchschnitt immer gefragter sind (vor allem in der chirurgie). Was nicht heißen soll, dass ältere Kaliber per se arbeitslos werden, ganz im Gegenteil. Aber für die große Karriere, Oberarzt o.ä. wird es wohl nicht mehr reichen.

Und dass ein Zweitstudium gerade in der Medizin finanziell eigentl. fast immer ein Negativgeschäft ist (rechne mal deinen Verdienstausfall für die nächsten 6 Jahre aus, da kommt schnell was mit um die 120.000 euro raus), sollte auch kein Geheimnis für dich sein.

Läßt dich jedoch alldies unbeeindruckt und kannst du deine Motivation die nächste Jahre hoch halten, so hast du bestimmt gute Voraussetzungen, erfolgreich das Medizinstudium bestehen zu können. (Blöd wäre es natürlich, der Medizinerjob wäre auch nix für dich. Da kommt dann halt das Risiko wieder ins Spiel)

wolfis
25.03.2009, 11:19
Ja, diese Punkte hab ich auch schon bedacht.
Allerdings bin ich weder karriere- noch geldgeil. Meine Einstellung diesbezüglich ist, dass ich den Job mache, um glücklich zu werden. Das werde ich sicherlich auch als "einfacher" Arzt/Facharzt. Außerdem rechne ich sowieso nicht mehr damit, dass wir vernünftige Renten bekommen werden und somit sehr lange arbeiten müssen (sicherlich irgendwann bis 70, demografisch und finanziell kann der Staat irgendwann gar nicht anders, wird nur solange wie möglich verschwiegen).
Deshalb möchte ich besonders darauf achten, einen Job zu wählen, der mich dauerhaft, für den Rest meines Lebens, glücklich machen kann. Und das ist der Arztberuf, da bin ich mir sicher....

Gimlie
26.03.2009, 09:48
Das mit der Karriere ist so ne Sache. Nur weil ich jung bin ist die Karriere nicht garantiert, ebensowenig ist sie ausgeschlossen wenn ich älter bin :-meinung
Sicher ist es wahrscheinlicher wenn ich jung und unverbraucht bin es zum Chefarzt zu schaffen, aber insgesamt sind diese Stellen sehr rar gesät und man muss zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle sein um Chef zu werden. Aber das Ziel Oberarzt halte ich auch für ältere Studienanfänger für durchaus erreichbar. Die grosse Karriere an einer Uni-Klinik ist eher unwahrscheinlich, aber das muss man auch wollen und auch da schafft es nicht jeder, unabhängig vom Alter. Wer gut ist und Leistung bringt kann einen guten Job/Stelle bekommen :-notify
Desweiteren ist es auch immer von der Fachrichtung abhängig, wenn ich mir eines aussuche bei dem es eh wenig Stellen/Kliniken gibt sind die Chancen natürlich geringer wie in den Fächern die jede Klinik vorhält, ist ja aber klar.

@wolfis: Was macht Dich so sicher das es dein "Traumjob" ist?

Gruß
gimlie

Thunderstorm
30.03.2009, 09:12
Moin Wolfi :-)

Ich denke, Du kannst in der ZVS-Begründung Geologie mit Humanmedizin ganz gut verbinden. Die Schnittstellen sind Umweltgifte, Seuchenausbreitung (hier Stichwort "medical geology") und Katastrophenmedizin (Geowissenschaftiche Institute arbeiten zur Zeit an Einsatzplänen inkl. einer geologischen und geographischen Risikobeurteilung, sowie den medizinischen Bedürfnissen). Es gibt diesbezüglich auch schon Masterstudiengänge: z.B. Master of Katastrophenmedizin (Fernstudiengang an der Uni Bonn).
Ich habe mich diesbezüglich ein wenig schlau gemacht, da ich genau den umgekehrten Weg gehen möchte: parallel oder danach Geowissenschaften bzw. physische Geographie mit Geologie studieren. Da braucht man zwar normalerweise keine ZVS dafür, aber da Medizin ein NC-Studiengang ist, gibt es auch hier ein paar Hürden (zumindest beim Doppelstudium).

Der Beginn Deines Studiums dürfte Dir auch etwas leichter fallen, als manch anderem, da - zumindest an der LMU - die Scheine für Chemie, Physik und Biologie anerkannt werden (Bio + Physik sind identisch; Chemie ist bei den Geologen weit umfangreicher).

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner Bewerbung und viel Freude im Studium (falls Du es anpackst)!

Geli

bremer
30.03.2009, 14:28
In der Begründung geht es jedoch primär darum, stichhaltig nachzuweisen, warum ein Zweitstudium entweder aus wissenschaftlichen oder beruflichen Gründen unabdingbar bzw. notwendig(viele punkte) oder sehr förderlich sind (etwas weniger punkte). Reiner Text reicht da meistens auch nicht aus, besser alles mit Nachweisen und Primärquellen belegen.

Meiner Ansicht nach ist das ziemlich unmöglich, es sei denn, du findest einen Arbeitgeber, der dir bescheinigt, dass die nur Geologen mit nem abgeschlossenem Medizinstudium einstellen ;-)

Das macht aber nix, da es außer Zahnmedizinern den anderen genauso ergehen wird.

Doctora
31.03.2009, 09:19
In der Begründung geht es jedoch primär darum, stichhaltig nachzuweisen, .... Reiner Text reicht da meistens auch nicht aus, besser alles mit Nachweisen und Primärquellen belegen.


Da der Threadersteller durch sein "Sehr gut" 4 Punkte erhält und auch für eine nichtssagende Begründung einen weiteren Punkt, hat er die 5 Punkte, mit denen man auch kommendes WS fast sicher einen Platz bekommen dürfte. Den Versuch mehr Punkte für die Begründung zu bekommen, kannst Du ja trotzdem wagen.

Nachweise in Form einer Stellenauschreibung oder von Doktorarbeiten/ Forschungsstellen für genau den Schnittbereich kommen da bei der ZVS sicher gut an, da es einen Beweis für die oft sehr phantasievoll beschriebenen Schnittbereiche Medizin/ XYZ darstellt.