Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gesundheitspolitik, Ärzte "wehren" sich
hennessy
28.03.2009, 10:59
Die Behauptung, in der PKV seien nur gesunde junge Mitglieder, ist Unfug. Das ist nur beim Eintritt in die PKV so. Auch PKV-Versicherte werden älter und krank. Aber evtl. achten einige etwas mehr auf ihre Gesundheit, weil sie wissen, welche Beitragshöhen sonst im Alter auf sie zukommen werden.
was ich gehört habe: Die PKV hat eine Aufsichtsbehörde, die dafür sorgt, dass die Gelder nicht sinnlos verprasst werden.
Solch eine Aufsichtsbehörde fehlt anscheinend bei der GKV. Und die sogenannten Gesundheitsprogramme sind in meinen Augen rausgeschmissenes Geld. Da gibt es z.B. einen Bauchtanz-Kurs, der von der Kasse bezuschusst wird. Im Kurs tummeln sich Damen, die weit über 100kg wiegen. Die machen das mehr oder weniger zur Gewissensberuhigung, aber nicht, um sich sportlich zu betätigen oder gar abzunehmen.
Man müsste wirksame Bonus-Programme einführen und beispielsweise bekannte Risiken deutlicher herausstellen und deren Eingehen viel deutlicher sanktionieren, z.B. Tabaksteuer in der gesamten EU aufstocken. Aber da hat ja die Tabak-Industrie was dagegen. Und wer ne gute Lobby hat, der macht hier bei uns die Politik.
Ehemaliger User 20130505
28.03.2009, 11:40
In Österreich bekommen die Krankenversicherten eine Übersicht der Zahlungen von Seiten der Kassen an die Ärzte. Aus eigener Erfahrung halte ich dieses Instrument für informativ, aber wenig produktiv. Die Idee, den Patienten als Rechnungsempfänger einzubinden, halte ich für interessant, jedoch wird das Prinzig vermutlich an denen hapern, die ärztliche Stammkunden sind: Alte Menschen, die damit nicht zurechtkommen. Ein "Vorstrecken" des ärztlichen Honorars (wie in letzter Zeit öfters gefordert) halte ich wiederum für kontraproduktiv
Ich halte das Erstellen individueller, für Patienten verständlicher Rechnungen auch im GKV-Bereich im Sinne einer größeren Transparenz für dringend nötig. Durch einen minimalen Anteil an Selbstbehalt an den Rechnungen könnte man gleichzeitig die Patienten auch zu kosten- und gesundheitsbewussterem Verhalten motivieren.
Warum sollte man nicht anstelle der Praxisgebühr einen minimalen Eigenanteil an den Quartalsrechnungen verlangen?
Ein Vorstrecken des Rechnungsbetrags wie bei der PKV müsste allerdings nicht (unbedingt) sein. Der Schuldner des Arztes könnte durchaus weiterhin die Kasse sein. Aber das Zwischenschalten der KVen halte ich für überflüssig. Das trägt sehr zur Intransparenz des Systems bei.
Die Ärzte könnten auch quartalsweise Rechnungen erstellen, die an die Kassen gingen.
Über einen kleinen Eigenanteil an jeder Quartalsrechnung könnte man erreichen, dass von jeder Rechung, die der Arzt an die Kasse schickte, auch eine Ausfertigung an den Patienten ginge, in der er zur Zahlung seines Eigenanteils aufgefordert würde. Dadurch wäre er gezwungen, sich mit der Rechnung zu beschäftigen. Für die tüddelige Oma Kasupke müsste das dann eben der Sohn oder die Enkeltochter machen. :-))
Das gestrige Zitat des Tages (http://www.abendblatt.de/daten/2009/03/27/1101082.html?cmf=1)war für mich übrigens dieses hier:
Kailuweit, dessen KKH zu den Top Ten der Kassen zählt, sagte zu den direkten Rechnungen an Patienten: "Das ist utopisch. Jede Abrechnung würde 10 bis 20 Minuten dauern, die Verwaltungskosten wären immens."Das war die Antwort auf den Vorschlag, die Abrechnung der Behandlung von Kassenpatienten nicht mehr über die Zwischenschaltung der KVen vorzunehemen, sondern für die Behandlung von Kassenpatienten individuelle Rechnungen auszustellen. Transparenz scheint demnach auch seitens der Kassen (zumindest dieser einen Kasse) eher wenig erwünscht zu sein.
Um es auf den Punkt zu bringen:
Mir ist es ehrlich gesagt sche*ß egal, welche Partei die Bundestagswahl gewinnen wird, da ich seit einem Jahr überzeugter Nichtwähler bin.
Aber ein derartiger Bockmist, der hier verzapft wird, ist wohl nicht zu glauben und nicht zu übertreffen.[.....]
Was haltet ihr eigentlich von einem Protest in dieser Form ?
Niveaulosigkeit ? Mangel an politischer Bildung ?
Richtiges und gerechtes Mittel seinem Unmut Luft zu machen ?
Oder ?
Würde mich mal interessieren.
:-)
Ich bin schon seit Jahren nicht mehr zur Wahl gegangen. Davor habe ich meistens FDP gewählt. Dieses Jahr werde ich zum ersten Mal in meinem Leben die SPD wählen. Dank dieser Plakataktion. :-))
Was haltet ihr eigentlich von einem Protest in dieser Form ?
Niveaulosigkeit ? Mangel an politischer Bildung ?
Richtiges und gerechtes Mittel seinem Unmut Luft zu machen ?
Oder ?
Finds absolut lächerlich. Wirkt so, als ob ein paar Gutverdiener ihren Status behalten wollen, und das auf jeden Preis. Klar ist ja, dass hier zur Wahl der FDP und gegen den "Kommunismus" im Gesundsheitssystem aufgerufen wird. Typische Ärztepropaganda, und das was mich an diesem Beruf auch so abstößt.
Fände eine einheitliche KV auch nicht schlecht, auf jeden Fall um da wieder etwas mehr Gerechtigkeit reinzubringen. Denn wenn der Arzt an jedem Patienten gleichverdient, wird er auch eher weniger jemanden bevorzugen. Außerdem weiß ich nicht, ob das Gesundsheitssystem wirklich freien Wettbewerb braucht.
icespeedskatingfan
02.04.2009, 09:46
[QUOTE=Chris06;760539]Ich halte das Erstellen individueller, für Patienten verständlicher Rechnungen auch im GKV-Bereich im Sinne einer größeren Transparenz für dringend nötig. Durch einen minimalen Anteil an Selbstbehalt an den Rechnungen könnte man gleichzeitig die Patienten auch zu kosten- und gesundheitsbewussterem Verhalten motivieren.
Warum sollte man nicht anstelle der Praxisgebühr einen minimalen Eigenanteil an den Quartalsrechnungen verlangen?
QUOTE]
Oh mann, kann es sein, das Du noch nie in einer Praxis gearbeitet hast?
Frag mal meine Mädels, die sich gerade mit dem Einziehen der Praxisgebühr mit den Patienten herumschlagen, wie die das fänden einen "minimalen Eigenanteil" an den Quartalsrechnungen von den Patienten einzufordern. Wer soll den Eigenanteil denn ausrechenen? Die Praxen - und zum Nulltarif ?
Und da Oma Kasulke und ihre jüngeren Hartz-IV-Verwandten ungefähr 60% der Praxisklientel ausmacht kannst Du Dir ungefähr vorstellen wie praktikabel solche Vorschläge sind! Die Leute kapieren doch nicht mal das die 10 Euro Praxisgebühr nicht für den Doktor sind!
Ich gehe mal davon aus, dass die Kientel Deines U-Kurses nicht repräsentativ für die Bevölkerung Deines Wohnorts ist. Welche Patientengruppen gehen denn zu solchen Untersuchungen?In einen U-Kurs kommen Patienten die zu dem Zeitpunkt in der entsprechenden Abteilung stationär liegen. Und die angesprochenen Erkankungen wie Herzinsuffizienz, Diabetes, PAVK, Schlaganfälle und Niereninsuffizienz sind doch klassiches internistisches Patientengut. dazu kommen noch Tumorerkankungen, die durch ungesunden Lebendwandel gefördert werden wie Leberzell- und Lungenkrebs und dann hast Du locker über die Hälfte der internistischen Patienten abgedeckt, die nicht in der Klinik liegen würden, wenn's nicht an jeder Ecke Schoko, Bier und Zigaretten gäbe.
Wenn man's sich überlegt machen Fachrichtungen wie z.B. Kardiologie, Angiologie, Diabetologie u.v.m. nichts anderes als Wohlstanderkrankungen behandeln.
Die Behauptung, in der PKV seien nur gesunde junge Mitglieder, ist Unfug. Das ist nur beim Eintritt in die PKV so. Auch PKV-Versicherte werden älter und krank. Aber evtl. achten einige etwas mehr auf ihre Gesundheit, weil sie wissen, welche Beitragshöhen sonst im Alter auf sie zukommen werden.
Der soziale Status ist ja schon ein ganz starker Prädiktor für die zukünftige gesundheitliche Entwicklung. Gesundes Essen, Sport, etc sind in Familien mit steigendem Bildungsniveau häufiger anzutreffen - Alkohol, Zigaretten, etc seltener. Und da es vorwiegend gut Gebildete in die für die PKV erforderlichen Einkommensregionen schaffen hat die PKV quasi per definitionem bereits das gesündere Klientel.
Ehemaliger User 20130505
20.07.2009, 13:29
Es bleibt noch die "klassische Akademikerpartei": Die Liberalen
Aber die Unterstützung der 15-Prozent-Aktion durch diese Seite (http://www.news4press.com/NPD-Pressestelle-%C3%84rzte-jetzt-gilt-es-_474587.html) war auch zu erwarten.
Es bleibt noch die "klassische Akademikerpartei": Die Liberalen
Jetzt nicht mehr (http://www.hippokranet.com/functions/download_free.phpa?fid=68): :-))
Wählen Sie, was Sie wollen. Aber nicht FDP.
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