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Miss
03.04.2009, 16:13
3600€ brutto im monat machen insgesamt als alleinstehender gerade mal 2160€ netto.

Es ist weniger netto ;-)

LOOK
03.04.2009, 16:57
just a sec.
2100€ als wenig zu bezeichnen ist arm?
halt warte ich habe 6jahre studiert und dann bekomme ich nur 2100€? (ich glaube sogar ein arzt hat nicht die gemütliche 40h woche)
das ist realtiv wenig, im vergleich zu anderen berufsgruppen, zumal die verantwortung auch noch viel größer ist als bei anderen berufsgruppen.
gehen wir davon aus ein ingenieur verdient genauso wenig, aber der springende punkt ist, dass nicht nicht 6Jahre studiert hat.

warum seid ihr alle angepisst wenn ich sage, ihr verdient wenig? ich werde doch auch wenig verdienen, falls ich den arzt werde.

jetzt zum thema warum der glaube herrscht herzchirurgen verdienen mehr.
Ganz einfach: 6Jahre Weiterbildung sind enorm und sollten somit auch mit einer höheren Bezahlung belohnt werden.

achja wie ich darauf komme, dass man mit dem arbeitsaufwand fürs med studium in jura ein präd-examen bekommt: der studienberater hat es mir an der universität gesagt.

omg 1991 hits
ok leute unser ziel die 10000marke xD

Espressa
03.04.2009, 17:10
6 Jahre Weiterbildung ist nix ausgefallenes und schon gar nicht enorm. In Österreich z.B. die Regel für alle Fächer. In D sinds halt oft 5. Und selbst nach diesen Jahren kann man oft nur herzlich wenig und ist bei weitem kein Profi. Gerade in komplexen operativen Fächern geht es oft erst nach dem Facharzt an die komlizierten OPs - und auch da musst eine Stelle finden in der man gewillt ist dich das machen zu lassen und es dir beizubringen. Ist gar nicht so einfach, würd ich mal sagen.

Und egal wie lang man studiert - wenn man dann loslegt ist man Berufsanfänger. Und zwar blutiger. Was glaubst du was du nach dem Studium schon kannst? Herzvitien reparieren? Oder Hirntumoren entfernen? Wofür erwartest du dir die fürstliche Entlohnung? Dafür dass dir andere erstmal zeigen wie du deine Arbeit zu machen hast?

kra-
03.04.2009, 17:13
Die 3600€ sind das Einstiegsgehalt im 1. Jahr als Assistenzarzt. Nach 6 Jahren Weiterbildung bist du Facharzt und verdienst - nach heutiger Bezahlung und ohne Überstunden und weiteres Nebeneinkommen - 4890€.

Giant0777
03.04.2009, 17:32
2100€ als wenig zu bezeichnen ist arm?
halt warte ich habe 6jahre studiert und dann bekomme ich nur 2100€? (ich glaube sogar ein arzt hat nicht die gemütliche 40h woche)
das ist realtiv wenig, im vergleich zu anderen berufsgruppen, zumal die verantwortung auch noch viel größer ist als bei anderen berufsgruppen.
gehen wir davon aus ein ingenieur verdient genauso wenig, aber der springende punkt ist, dass nicht nicht 6Jahre studiert hat.

warum seid ihr alle angepisst wenn ich sage, ihr verdient wenig? ich werde doch auch wenig verdienen, falls ich den arzt werde.

naja,direkt angepisst ist keiner - nur in der relation zu anderen berufen, ist das ein einstiegsgehalt, dass in der anderen familien grade mal beide partner verdienen. ob nun studiert oder nicht, man kann als alleinstehender von dem gehalt leben und ich behaupte auch,dass ein urlaub, ein auto und ne wohnung ohne weiteres davon leistbar sind. unter dem aspekt solltest du es vllt auch mal sehen und dann relativiert es sich ein wenig. im übrigen kann man nicht immer einen beruf, der einen erfüllt mit geld aufwiegen. was nutzt dir denn das beste gehalt, ohne dass du freude an ihm hast???



jetzt zum thema warum der glaube herrscht herzchirurgen verdienen mehr.
Ganz einfach: 6Jahre Weiterbildung sind enorm und sollten somit auch mit einer höheren Bezahlung belohnt werden.

sollten schon, da gebe ich dir recht, allerdings gilt das dann auch für alle anderen fachrichtungen! warum hier unterschiede machen???



achja wie ich darauf komme, dass man mit dem arbeitsaufwand fürs med studium in jura ein präd-examen bekommt: der studienberater hat es mir an der universität gesagt.


in der juristerei gibt es nur ganz wenige mit einem vb=vollbefriedigend=3+ oder besser. nur diesen wenigen mag eine grosse karriere als staatsanwalt oder anwalt einer grossen kanzlei offen stehen. aber auch hier sind viele hürden und tücken und mehr verdienen da wohl auch nur ganz wenige.

fazit deiner fragen: das hier einige "streng" zu dir sind, liegt eigentlich ausschliesslich an dir. du trittst hier sehr unsolide auf und deine ansichten und fragen sind für mich persönlich einfach nur komisch! vllt darf ich dir den tip geben, ein wenig normaler und weniger provokant rüber zu kommen. dann erhälst du sicher vernünftige antworten und wirst auch nicht so abgekanzelt. wie es in den wald reinschallt...

ich erlebe selbst grade bei meiner 2.famulatur, wie sehr sich eine gewisse höflichkeit und auch dankbarkeit für gezeigte sachen auszahlen - und das hat bei weitem nichts mit schleimen oder so zu tun.

aber hey, da finde deinen eigenen weg und gut ist.

grüsse von einem metallentfernendem giant!

Harvey
03.04.2009, 18:05
achja wie ich darauf komme, dass man mit dem arbeitsaufwand fürs med studium in jura ein präd-examen bekommt: der studienberater hat es mir an der universität gesagt.

Oha, möchte nicht wissen, was Studienberater den Schülern noch so alles erzählen, wenn sie schon mit so schrägen Vergleichen kommen.

Kackbratze
03.04.2009, 18:36
halt warte ich habe 6jahre studiert und dann bekomme ich nur 2100€? (ich glaube sogar ein arzt hat nicht die gemütliche 40h woche)
das ist realtiv wenig, im vergleich zu anderen berufsgruppen, zumal die verantwortung auch noch viel größer ist als bei anderen berufsgruppen.
gehen wir davon aus ein ingenieur verdient genauso wenig, aber der springende punkt ist, dass nicht nicht 6Jahre studiert hat.

Spätestens jetzt solltest Du DRINGEND nochmal die Boardsuche nutzen, damit Du den gesamten Sermon der Dir so unter den Fingern brennt schon mal nachlesen kannst, weil der schon von anderen Leuten irgendwann einmal gepostet wurde.
Und dann kennst Du auch gleich die Antworten, die es immer gibt.

Spart Zeit, Nerven und vorallem reduziert es die Serverlast und im Endeffekt den CO² Ausstoss des Providers.
Also tu was für die Umwelt und nutze die Boardsuche!

P.S. Ausserdem solltest Du noch an deinem Ausdruck und der Orthographie arbeiten. Könnte sonst hart werden mit dem guten Abi...;-)

LOOK
03.04.2009, 22:04
Den selben Ausdruck verwende ich doch nicht in klausuren xD
Meine Orthographie (warum sagst du nicht einfach Rechtschreibung) ist auch nicht von belang. Zumal ich der Ansicht bin, dass so etwas überbewertet ist und nein meine Klausuren werden nicht wegen schlechter Rechtschreibung herabgewertet.

Johann_Geib
03.04.2009, 23:44
Ich finde es erschreckend, wie "locker" Du die antworten niederschreibst. Ich stecke mitten im Studium (Ende 1. klinisches Semester) und kann nur sagen, dass man das nicht alles so locker sehen kann. Ich möchte zu einigen Punkten Kommentare abgeben.

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Zitat:gelingt es dir, das Studium durchzuziehen--> ich habe keine andere wahl

Ok vielleicht hast du keine andere Wahl. Aber wer garantiert dir, dass Du nicht, wie an anderen Stellen schon beschrieben, "aufgehalten" wirst. Du kannst sehr schnell so krank werden, so dass dein Studium massiv drunter leidet. Und es sind auch immer wieder Leute durch Prüfungen durchgefallen bzw. sind zwangs-exmatrikuliert worden, die meiner Meinung nach, sehr gut sind und auch Vorwissen mitbringen.

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Zitat: hältst du Blut und Gemetzel und unsagbare Verantwortung aus?-->
mit blut und gemetzel habe ich keine probleme (nein diese antwort bezieht sich nicht auf pc spiele) und verantwortung muss man im leben tragen können um weiter zu kommen

Welche Vorerfahrung bringst du denn mit, dass du jetzt schon beurteilen kannst, ob du Blut und Gemetzel aushälst? Ich habe 2001 im Rettungsdienst angefangen, 2002 eine Krankenpflegeausbildung, war schon duzende Male mit in OPs, habe (schwere) Unfallverletzte gesehen und mit versorgt und behaupte daher einfach Mal, schon Einiges gesehen zu haben. Und trotzdem habe ich es geschafft, bei einer Sektion im Rahmen des Pathologie-Praktikums (als Einziger in unserer Gruppe) zu kotzen. Sicher bist Du Dir erst, wenn Du mittendrin steckst.
Zum thema Verantwortung: Da Du mit 18 frisch gebackener Abiturient bist, gehe ich mal stark davon aus, dass du keine medizinische Vorerfahrung mitbringst. Von außen sieht das alles sehr nett aus. Sobald du aber eigene Entscheidungen triffst, bekommt man sehr schnell muffensausen und da sieht es mit der Verantwortung schon ganz anders aus. Ich lese das immer wieder in diesem Forum, wenn frisch gebackene AA vor ihrem ersten Dienst stehen und Panik schieben. Von daher finde ich das ziemlich leichtsinnig, zu sagen: "und verantwortung muss man im leben tragen können um weiter zu kommen". Es sind schon Leute dran kaputt gegangen.
Mit 3 Wochen "Studium" kannst Du nur angeben, mehr aber nicht. Ich war auch früher bei der ein oder anderen Biologie-Vorlesung dabei. Da hast du noch kein Klausurdruck und alles wirkt nett und relativ unkompliziert. Sobald du aber drin steckst und es hierbei um "alles oder nichts" geht, sieht die Welt nochmal ganz anders aus.
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Zitat: hältst du Rückschläge und Verluste aus-->ja

Wie willst du das jetzt beurteilen? Es ist ein Unterschied, ob Du eine Klausur nicht bestehst oder ob Dir, übertrieben ausgedrückt, auf einer Station jede Woche 10 Leute sterben und Du nicht rechtzeitig reagiert hast? Du musst davon ausgehen, dass man als Arzt immer wieder Fehler macht und dies ernsthafte (ggf. auch tödliche) Konsequenzen für den Patienten hat. Ich dachte, ich könnte auch Rückschläge locker wegstecken, bis ich im Rahmen meiner Krankenpflegeausbildung auf die Onkologie durfte. Da stand ich kurz vor dem Burn-out. Diese Krankheit ist auch bei Ärzten recht häufig.
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Zitat: wirst du gut genug um es hoch hinaus zu schaffen-->ja

Kannst Du doch heute auch noch nicht beurteilen. Es gibt genug Kandidaten, die mit einem 1er-Abitur bei uns angefangen und nach einigen Wochen schon aufgegeben haben. Unterschätze das nicht. Ich habe jedenfalls vor der Medizin unheimlich viel Respekt.

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Ein paar Worte möchte ich noch zu den Arztgehältern verlieren. Da ich bei weitem kein AA bin, möge man mich bitte korregieren, falls ich was Falsches schreibe.

Erstens sind die 3600 EUR "veraltet" und zweitens trifft dies nur auf die Unikliniken zu (bei 42 h/Wo lt. Vertrag). Lt. Marburger Bund (s. Homepage, dort findest du alle Tarifverträge, außer Die der kirchlichen Häusern) werden es ab 2010 etwas über 3800 EUR sein. Wenn man bedenkt, dass beim ersten Ärztestreik 2006 (ich glaube) 3420 EUR ausgehandelt wurde, ist hier eine klare Tendenz erkennbar. In 6 Jahren wird die Welt wieder ganz Anders aussehen. Des Weiteren hängt dein Gehalt massiv von deiner zukünftigen Arbeitsstelle ab. Die A-Karte hast du echt gezogen, wenn du in einem katholischen Haus (regional abhängig auch in evangelischen Häusern, die nicht nach TV-Ärzte KF bezahlen) arbeitest. Da sollen es aktuell nur etwa 3100 EUR Brutto bei 38,5 h/Wo sein.

Und ein Ingeneur macht auch Überstunden ohne Ende und hat oft keine Chance, Freizeitausgleich zu nehmen. Des Weiteren solltest Du Dich nicht von der Regelstudienzeit der Ingeneure blenden lassen. Zu Diplom-Zeiten musste man "nur" 8 Semestern studieren (glaube ich zumindest). Jedoch haben dies meist nur die absoluten Vollprofis erreicht. Die meisten studieren (lt. Aussage einer Ingeneurin) etwa 13 Semestern, was auch dem Durchschnitt der Medizinstudenten entspricht.
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Ich habe auch keine Ahnung von Jura, aber ich habe erst vor 2 Wochen ein Artikel in der Rheinischen Post (D-Dorf) gelesen, dass Juristen vermehrt Hartz IV beziehen, da sie für Dumping-Löhne arbeiten bzw. nicht genügend Aufträge reinbekommen. Des Weiteren habe ich mir sagen lassen, dass andere Studiengänge (ich weiß jetzt nur nicht, ob es auch auf Juristen zutrifft) deutlich länger an der Promotion (Doktorarbeit) sitzen im Vergleich zu den Medizinern. Auch meine ich gehört zu haben, dass Diese erst nach dem Studium damit anfangen können, während die meisten Medizinern schon im Studium anfangen. Ein Ingeneur verdient, soweit ich dies mitbekommen habe, etwa genau so viel, wie ein AA (ok vielleicht etwas mehr, aber nicht sooo viel als Einsteigsgehalt). Aber auch Sie können oft erst nach dem Studium mit der Promotion beginnen.
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Überleg mal, wieviel der Durchschnitt verdient. Laut Deutscher Rentenversicherung ist das Durchschnitts-Jahreseinkommen (also über ALLE gesetzlich Rentenversicherten in allen Hierarchiestufen und Altersklassen) bei 30.084,00EUR. Das sind 2507 EUR Brutto und 1502 EUR netto (SK1). So der Arzt verdient als EINSTIEGSGEHALT an einer Uniklinik ab 2010 3846 EUR Brutto (wenn ich mich nicht verrechnet habe) und 2112 EUR netto (SK1).

Du liegst also mit dem EINSTIEGSGEHALT schon 600 EUR über den gesamtdeutschen Durchschnitt über alle Altersgruppen und Hierarchiestufen und willst mir dann sagen, dass es *** wenig ist? Klar. Es kann immer etwas mehr sein, aber ich finde, dass es soweit ok ist.

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Tut mir Leid. Aber ich lese ganz klar bei Dir heraus, dass Du keine Ahnung vom Studiengang Humanmedizin bzw. vom Arbeitsumfeld des Arztes hast. Hierzu empfehle ich Dir auch folgende Homepage der Arbeitsagentur: http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/index.jsp (ist übrigens ernst gemeint)

LG Johann

Hypnos
04.04.2009, 07:58
Den selben Ausdruck verwende ich doch nicht in klausuren xD
Meine Orthographie (warum sagst du nicht einfach Rechtschreibung) ist auch nicht von belang. Zumal ich der Ansicht bin, dass so etwas überbewertet ist und nein meine Klausuren werden nicht wegen schlechter Rechtschreibung herabgewertet.

Hm. Aber ein ADHS ist nicht bei Dir diagnostiziert worden, oder???

;-)


Hypnos

clumsy_smurf
04.04.2009, 08:11
Ich amüsiere mich köstlich ...:-dance

By the way, es kommen nicht überall 2000 Euro raus. Am Anfang, in der "Schonzeit" sind es auch gerne mal nur 1800 und ich kenne Kollegen/innen, welche das Zusatzgeld durchaus auch wieder abgeben würden, wenn dafür die Dienst und die damit einhergehende Verantwortung wegfallen.
Aber das ist eine ganz andere Geschichte ..
Vielleicht erstmal studieren anfangen und schauen.
Eventuell nochmal überlegen, mit Hirn und Herz :-), warum man das Ganze möchte (vielleicht nicht auf Greys Anatomy basiert), oder hab ich das überlesen?

Alexmedic
04.04.2009, 08:28
Ich bin jetzt seit knapp 9 monaten Assistenzarzt Urologie und mit 5-6 Diensten im Monat kommt bei mir netto Sk1 so ca. 2500 euro raus. (Städtisches Klinikum bezahlung nach TVÄ). Über die Summe finde ich muss man sich nicht beschweren, nur verbringt man dafür halt auch einige Zeit in der Klinik...

Gruss
Alexmedic

freestyler
04.04.2009, 08:49
kommt ja auch immer aufs Dienstsystem an. Mit dem Grundgehalt zieht man oft keine Wurst vom Teller.
Aber mit 5-6 24h Diensten mit höchster Dienststufe sieht die Sache schon anders aus. Da kommen bei uns z.B. durch die Dienste zwischen 1200 und 1500€ auf die 3500 Grundgehalt (1-2. WBJ) drauf.
Also wer sich reinhängt und Kohle verdienen will..es geht.

Feuerblick
04.04.2009, 09:05
Wie niedlich! Ein guter Abiturient zu sein heisst mitnichten, dass man auch im Studium unter den Besten ist (hier muss ich Espressa wegen fast gleicher "Laufbahn" wirklich zustimmen). Und nur exzessives Lernen reicht leider auch nicht, um sich über den Durchschnitt zu erheben. Dazu braucht es leider, leider auch so etwas wie Talent. Und wer das nicht hat, wird zwar prima Lehrbuchwissen absondern können, aber noch lange kein guter oder gar überdurchschnittlicher Arzt sein.
Ich kann übrigens nicht behaupten, dass ich von meinem "niedrigen" Gehalt jemals gefrustet gewesen wäre. Im Gegenteil: Nach den Jahren der Ausbildung und des Studiums (vermutlich müsste ich bei meinen Zusatzqualifikationen erst recht unzufrieden sein) war es ein tolles Gefühl, nicht bei jedem Einkauf den Cent dreimal umdrehen zu müssen und angesichts unvorhergesehener Rechnungen gleich Magenschmerzen zu haben. Okay, ich komme aber auch nicht aus dem akademischen Umfeld -sprich: Ich bin zwei arbeitende Eltern mit völlig normalem Angestellteneinkommen gewohnt (die total begeistert gucken, wenn ich denen erzähle, was ich verdiene zur Zeit). Vermutlich sind da die Ansprüche etwas anders.
Tja, und dann die Facharztweiterbildung. Es ist schön, ein Ziel zu haben. Aber man sollte schon wissen, dass dieses Ziel manchmal nicht geradlinig zu erreichen ist. Gerade in der Chirurgie braucht man (Lava schrieb es) lange, bis man mal mehr ist als der Stationstrottel, Hakenhalter und Metallentferner. Und bringt man kein Talent mit, dann kommt man sogar niemals über dieses Stadium hinaus.
Übrigens: Wie kommt denn bitte ein Studienberater auf den Mist mit dem Prädikatsexamen in Jura. Hat der sich jemals mit Juristen unterhalten, welchen Lernaufwand (und wieviel Glück) man dafür braucht? In meinem Bekanntenkreis haben ein oder zwei Juristen selbiges geschafft, dafür aber auch eineinhalb Jahre gelernt und jedes Rep besucht, das angeboten wurde. Und dann erst mal LANGE nach einem Job gesucht...:-nix

Ergo: Freu dich über dein tolles Abi, fang erst mal an zu studieren, rechne mit dem Einkommen, dass man heute als Assistenzarzt so hat und rechne damit, dass deine hochgesteckten Ziele vielleicht nicht ganz erfüllbar sind.

Kackbratze
04.04.2009, 09:31
Hm. Aber ein ADHS ist nicht bei Dir diagnostiziert worden, oder???

:-):-):-)

Ich denke, der Troll ist genug gefüttert worden. Echte Antworten, die nicht schon bei Nip/Tuck oder in der Schwarzwaldklinik gesendet wurden, bekommt man ja eh nicht....

Bensona!
05.04.2009, 10:56
Find den Threadersteller lustig:
Nach dem Motto: "Mich interessiert das Geld nicht, aber wie viel verdient denn ein Herzchirurg oder Hirnchirurg"?

jaja

Logo
06.04.2009, 13:36
Ich befürworte prinzipiell dieses "Post-Abi-mir-Held-steht-die-Welt-offen-Gefühl" !!

Wenn man zu Anfangs nicht eine gesunde Portion Naivität & Tatendrang haben würde, käme die Ernüchterung bzw. Frustration ja noch viel früher.
Man landet dann nicht auf dem (Hosen-) Boden der Tatsachen, sondern würde glatt durch- anstatt einschlagen wie eine Bombe...

Hörner abstoßen, warten bis man nicht mehr ganz so grün hinter den Ohren ist und Bälle flachhalten - dann klappt es auch mit dem Chirurg und den Kollegen in spe ;-)

PS: Im Med-Studium trifft ja meist die "Elite" der Schulabgänger - da ist man ganz schnell nur noch einer von Vielen...

check
06.04.2009, 14:48
Ich kann nur vielen anderen hier zustimmen. Der Arztberuf ist was ganz besonderes und bringt deswegen auch ganz spezielle Herausforderungen mit sich. Wenn man so etwas wie ein Gewissen hat dann ist die Verantwortung sehr sehr groß und man kann fatale Fehler machen. Nicht jeder ist für sowas geeignet. Ich zum Beispiel kann sehr leicht und sehr viel lernen und hab die meisten Klausuren auch mit wirklich guten Noten bestanden, aber trotzdem hab ich einen großen Respekt vor diesem Beruf und den Entscheidungen die er mit sich bringt.
Und es ist nicht so wie bei den lächerlichen Arztserien die meist nach folgendem Schema ablaufen: Junger (20-40Jahre) Patient kommt--wird spektakulär behandelt--und lebt fröhlich weiter. Die meisten Patienten sind jenseits der 60Jahre und meist multimorbide. Eine oft triste,traurige Atmosphäre mit der man jeden Tag konfrontiert wird.


Was Ingenieure und Juristen angeht: Ich möcht mal behaupten das Jura lernAUFWÄNDIGER als Medizin ist--als Mediziner kommst Du auch mit ner 4 gut durch--als Jurist hast Du da sehr viel schlechtere Karten. Die Leute die ich kenne haben sich 1-1,5 Jahre für jedes Staatsexamen in Jura in der Bibliothek vergraben und dann oftmals kein Prädikatsexamen geschafft. Die studieren meist 7-8 Jahre bis die fertig sind.

Was Ingenieure angeht: Klar kann man machen aber sei dir dessen bewusst das der Stoff um EINIGES komplexer als Medizin ist. Versuchs mal mit höherer Mathematik, Analysis im 7 dimensionalem Raum etc. Außerdem sind die Unterschiede bezüglich Gehalt etc. auch nicht besonders groß.

Bisamratte
06.04.2009, 14:58
Ein Ingenier verdient Netto als Einstieg viel mehr.
Ein guter Jurist mit Prädikatsexamen verdient nochmal sehr viel mehr.

Fakt ist: Wenn man den gleichen Zeitaufwand wie man ihn für das Med-Studium betreibt, auch auch auf das Jura-Studium übertagen würde, würde man dort zwei Prädikatsexamen schaffen.

Wie meine Vorgänger teils schon schrieben: Dein Abi-Überflieger-Gefühl ist einigen hier nicht fern und wir wollen es dir nicht per se verderben. Wohl nahezu alle hier haben sich vor Studienbeginn auch mal darüber informiert, was am Ende finanziell rausspringt.

Deine Juristen- und Ingenieursvergleiche sind aber echt hammerhart (und deswegen kann ich sie auch nicht ignorieren :-))): Gehe mal an eine große Uni und guck dir die Maschinenbauer im 1. Semester an. Ein Jahr später sind es 100 weniger. Gute Noten in der Schulmathematik und begeistertes Schrauben am Motorrad ist da nicht das Maß. Wie sieht es bei den Juristen aus? An jeder Uni finden sich genug Leute, die zwei- bzw. dreimal durch das 1. Juristische Staatsexamen gefallen sind. Die sind teilweise über 30 und haben sich jahrelang umsonst gemüht. Die Prüfungen sind nicht so wie bei den Medizinern, dass du mal ein paar Wochen oder Monate lernst und im dümmsten Fall ein halbes Jahr später nachschreibst (und auch eine ungefähre Vorstellung hast, was schriftlich dran kommt). Nein, da heißt es anderthalb Jahre lernen, zwei Wochen Klausuren im Frühjahr, dann ein halbes Jahr auf das Ergebnis warten. Im Herbst erfährst du, dass du durchgefallen bist (das ist nicht unwahrscheinlich, die Durchfallquoten sind enorm) und lernst dann ein weiteres Jahr, um im Herbst wieder anzutreten (wenn du den Freischuss nicht genutzt hast – warum auch immer – deine letzter Chance). Selbst wenn du bestehst, ist die Chance groß, dass du dich in ein großes Heer geringverdienender Juristen einreihst, die nicht ansatzweise das verdienen, was ein Assistenzarzt verdient. Für Prädikatsexamen heißt es: Juristisch denken, von Anfang an, Talent, Ehrgeiz, Disziplin. Lerneifer reicht nicht, um Defizite auf irgendwelchen anderen Gebieten auszugleichen. Jura mit einem bestimmten Ziel („Richter“, „law firm“) zu studieren, heißt für meine Begriffe „hoch pokern“. Die Wahrscheinlichkeit, überragend zu sein und damit in Betracht für gutbezahlte Stellen zu kommen, ist gering. (Es folgt dann übrigens noch Referendariat, 2. Staatsexamen, und der lange Weg als Absolvent).

Ich zweifel deine Motivation für Studium und Beruf offen an („Mir geht es nicht ums Geld“, „Herz- oder Hirnchirurg“). Wir hatten wohl alle teilweise falsche Vorstellungen von einzelnen Aspekten des Weges, der noch in seiner ganzen Länge vor uns lag, aber eine derartige Mischung aus Unwissen und Anspruch wie bei dir ist selten.

Tja, was soll man jemanden wie dir, der hier locker flockig schwer lesbare Texte mit „Ich-weiß-es-doch-eh-besser“-Attitüde reinhaut, mit auf den Weg geben? Vielleicht, dass schon so mancher im Studium gemerkt hat, was „Exzellenz“ wirklich heißt. Das kann eine sehr bittere Erfahrung sein, wenn man vorher ein großer Fisch in einem kleinen Teich war.

winta
06.04.2009, 21:11
Du studierst Medizin! Pause. Respekt, bestimmt sau schwer?! Schon öfters gehört? Nach 6 Jahren Studium kann ich dazu nur sagen; Ne nicht schwer, nur lange! Kann mich Bisamratte (Grins, was´n Nick) nur anschließen, es gibt deutlich komplexerer, unübersichtlichere und anspruchsvollere Studiengänge.
Es schon erstaunlich welchen Ruf diese Fachrichtung unter "externen" genießt.
Alleine die kurze Prüfungsvorbereitungszeit (hier Hex) von gewöhnlich 3-4 Monate sagt doch alles. Der Schlachtruf "bestehen ist alles!", tut sein übriges, um die laxe Einstellung zum Studium zu zeigen. Mir persönlich passt dieser legere Stil sehr gut, aber Überfliegern und Nobelpreisträger in spe dürfte es wohl etwas zu lasch sein. By the way...Juristen sind die abgefu... Egomanen, obwohl sie wie ich & Du mal mit einem breiten Grinsen ins Studentenleben gestartet, woran das wo liegt. sind:-stud