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THawk
09.11.2009, 18:33
Wie weit gehen denn eure Kliniken bei den Aufklärungen "runter"?
Ich erlebe es zur Zeit in der Chirurgie, dass wir über Clexane-Spritzen aufklären müssen :-nix Ich finds ja ehrlich gesagt übertrieben, wie ist denn das bei euch geregelt?

Muriel
09.11.2009, 19:10
Das finde ich allerdings übertrieben. Wir klären über alles auf, bei dem man ins Auge piekst. Allerdings nicht bei subconjunctivalen Sachen. Da könnte man tatsächlich drüber diskutieren, aber das fände ich schon etwas übertrieben, auch wenn ich andere Meinungen verstehen könnte.

John Silver
09.11.2009, 23:47
Wenn man viel Zeit und nichts zu tun hat, kann man über jeden Blödsinn aufklären, auch über eine Blutentnahme fürs Routinelabor. Man kann auch "aus Sicherheitsgründen" den Assistenzarzt mit dem Verabreichen von Antibiosen oder NMH-Spritzen beauftragen. Man kann viele Dinge machen, aber nur, wenn man bescheuert genug ist, und ausreichend bescheuerte Assis hat, die so einen Schmarrn mitmachen.

Relaxometrie
10.11.2009, 11:13
Ich erlebe es zur Zeit in der Chirurgie, dass wir über Clexane-Spritzen aufklären müssen
Was müsste Ihr denn da alles aufzählen? Die -verglichen mit unfraktioniertem Heparin seltenere- Gefahr einer HIT? Gewebenekrose an der Einstichstelle? Blutungen bei Sturz? Haarausfall (das kann, wenn ich mich recht erinnere, eine Heparin-Nebenwirkung sein)?

Fersenbein
10.11.2009, 11:44
Bei uns klärt jeder Assi anders auf; ich notiere meistens (außer bei "kleinen" Sachen wie ZVK/Shaldon, TEE, EK-Gabe) alle wichtigen Komplikationen handschriftlich auf dem Bogen und kritzel ein bißchen mit Kuli auf dem Bildchen auf Seite 1 rum.

Lava
10.11.2009, 14:37
Wie weit gehen denn eure Kliniken bei den Aufklärungen "runter"?
Ich erlebe es zur Zeit in der Chirurgie, dass wir über Clexane-Spritzen aufklären müssen :-nix Ich finds ja ehrlich gesagt übertrieben, wie ist denn das bei euch geregelt?

Hab mal von einem Fall gehört, wo jemand geklagt hat wegen irgendwelcher Komplikationen nach Blutentnahme. Ich glaube, es war ein Taubheitsgefühl. Trotzdem klärt kein Mensch für ne BE auf, oder?

Clexane.... hmm... machen wir nicht. Wenn ich Zeit und Lust habe, kläre ich Patienten, die einen Gips bekommen, darüber auf, dass dies das Thromboserisiko erhöht und sie deshalb die Spritzen in den Bauch brauchen :-D

Ich würde sagen, bei uns fangen die Aufklärungen bei Punktionen an. Für eine Gelenkpunktion mache ich eine Aufklärung mit Unterschrift des Patienten. Für OPs sowieso. Eigentlich müsste man für konservative Sachen aber auch aufklären. Schließlich gibt's da auch Risiken...

John Silver
10.11.2009, 17:42
Wenn man's ganz genau nimmt, müßte man über alles aufklären, über jedes Medikament, jeden Medikamentenwechsel, jede Dosisanpassung, jede Blutentnahme, jede Viggo, jede Infusion, einfach alles. Aber das macht keiner, und zwar völlig zurecht. Denn eine Aufklärung ist nur dann notwendig, wenn man davon ausgehen kann, daß der Patient sich möglicherweise angesichts der Risiken gegen die Prozedur oder Therapie entscheidet. Kein Mensch, der auch nur einigermaßen bei klarem Verstand ist, würde eine Blutentnahme verweigern, nur weil diese rein theoretisch risikobehaftet ist; und falls doch einer klagen sollte, wird die Klage garantiert abgewiesen, sobald man eindeutig zeigt, daß die Blutentnahme sinnvoll war und korrekt durchgeführt wurde (und das dürfte nun wirklich nicht schwer sein).

pieks
12.11.2009, 17:30
:-))

in der letzten Klinik,in der ich gearbeitet habe, gabs auf der Intensiv nicht mal einen von den Eltern zu unterschreibenden Aufklärungsbogen ..

Auf den "periferen" Stationen wurde jedoch über jede Stuhluntersuchung aufgeklärt :-D

THawk
12.11.2009, 22:29
Die meisten Ärzte klären bei Clexane auf über die vier Punkte: Blutungsneigung, allergische Reaktion, Infektion, Blutbildveränderungen. Ich mache es, finde es aber auch albern.
Dafür machen wir Gelenkpunktionen in der NFA ohne Aufklärung... Das ist zusammengenommen totaler Schwachsinn :-meinung