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Käthe, MD
26.04.2009, 15:49
Hey, ich kann Lava da nur zustimmen, bin jetzt seit einem knappen Monat in der Unfallchirurgie dabei und habe auf jeden Fall viel zu tun, trotz guter Besetzung, aber es macht trotzdem sehr viel Spass und die Kollegen unterstützen mich so gut es geht (z.B. am Fr, als ich insg. 20 (!) Briefe zu schreiben hatte und dann spontan 3 Kollegen sich ein paar dieser Briefe angenommen haben). Auch ist es so, dass ich viel im OP bin und auch schon einige eigene OPs machen dürfte, was natürlich für die Motivation immens förderlich ist. Und zu guter letzt bekomme ich auch viel Lob für das, was ich mache, sodass mein Fazit der ersten Wochen lautet: Anstrengend, zeitintensiv, aber genau das, was ich immer machen wollte. Aber gerade weil es bei mir so gut läuft finde ich es umso bestürzender, dass es anscheinend nicht bei allen so ist. :-(

Lg K

Moorhühnchen
26.04.2009, 22:47
Ich hab momentan ein solches "Killerhandy" jeden Abend für ein paar Stunden in der Tasche, da ich seit 3 Wochen den Spätdienst (bis 20 Uhr) spiele.....
Geklingelt hat es bis jetzt zum Glück sehr selten und auch erst einmal für einen Lyse-Kandidaten, der dann doch nicht lysiert werden konnte, aber es macht definitiv paranoid!!!!!!!!!
Zumal einige Kollegen auch gerne mal "einfach so" drauf anklingeln (ich geb ja zu, hab ich am Anfang auch n paar Mal gemacht).

Ansonsten bin ich dem Abgrund näher denn je und hoffe, daß sich irgendwas ergibt........................... irgendwas......... bitte!! :-keks

apple
27.04.2009, 07:19
Und immer wenn man den Dienstarzthandy-Klingelton irgendwo im "realen Leben" hört, zuckt man zusammen, ist bei mir zumindest so, da wir diesen doofen weit verbreiteten Nokia-Klingelton haben :-nix

Lava
27.04.2009, 07:30
Neulich hat der OA meine Kollegin auf diesem Handy angerufen, weil er wusste, dass sie da sofort dran geht und wenn er sie anpiept das ewig dauern würde. Eigentlich wollte er nur wissen, ob er denn nachhause gehen kann. Da meinte Kollegin, sie könne jetzt keinen Dienst mehr machen, weil sie einen Herzinfarkt habe :-D

Hach ja, jetzt lache ich noch. Wenn unser neues Dienstmodell kommt, hab ich das Ding auch bald in der Tasche. :-keks

Muriel
27.04.2009, 08:49
Und immer wenn man den Dienstarzthandy-Klingelton irgendwo im "realen Leben" hört, zuckt man zusammen
Eine Kollegin hat in dem Haus, das unserem Kliniksverband angehört und eben die gleichen Geräte inkl. Telefone besitzt, entbunden und ist, weil sie das andauernde Klingeln mit dem Ton des Diensthandys nicht ertragen konnte, einen Tag früher nach Hause gegangen :-D Mal sehen, ob es mir auch so gehen wird :-D

Olivia28
01.07.2009, 14:17
Hallo allerseits!

Ich habe mir gedacht, ich reaktivere diesen Threat mal ein wenig. Es haben ja einige heute ihren ersten Tag hoffentlich erfolgreich hinter sich gebracht... Ich wollte mal hören wie die Erlebnisse so waren. Eine Freundin sagte damals, sie hätte sich irgendwie wie ein PJler gefühlt :-nix

Ich bin schon ein wenig aufgeregt. Bei mir gehts nämlich im August los. Ich sitze bereits auf unzähligen Umzugskartons, auch wenn ich erst Ende Juli in die neue Wohnung in der neuen Stadt ziehe. Ich bin ganz schön nervös. Ich ziehe aus der Stadt, in der ich sowohl Ausbildung als auch Studium abgeschlossen habe, ändere quasi mein komplettes Umfeld, starte ins Berufsleben (hab wirklich Respekt davor!) usw.. Es wird ja sicherlich vielen von Euch so gehen. Vielleicht können wir uns ein wenig austauschen.

LG
Oli

Angel Oak
01.07.2009, 17:01
Also, dann fange ich mal an:

Ich habe ja in meinem PJ-Haus in der Chirurgie angefangen und bin sehr nett aufgenommen worden. Die nächsten vier Wochen bin ich in der Ambulanz, das finde ich ganz gut, denn dort kommt alles ungefiltert. Danach ist die Intensiv dran.

Heute war allerdings irgendwie Abszesstag und dadurch dass ein Riesiger um die Mittagszeit viel Zeit in Anspruch genommen hat, ist gleich heute das Mittagessen ausgefallen.

Lava
01.07.2009, 18:11
Danach ist die Intensiv dran.


Wow, nach einem Monat schon?

Jeannychen
01.07.2009, 18:27
So, jetzt bin ich dran:

ich habe auch in meinem PJ-Haus angefangen, aber in der Innere. Ich wurde auch sehr nett aufgenommen - und wurde schon etwas ins tiefere Wasser geworfen.
Jemand ist ausgefallen und eine (halbe) Station ist nicht besetzt. Hier wurden von anderen Ärzten visietiert, aber der Kleinkram (BE, Flexüle etc.) musste ich erledigen.
Ansonsten lief ich mit einer Kollegin den ganzen Tag mit, damit ich wieder reinkomme...;-) Am Freitag Vormittag "darf" ich dann schon alleine visitieren, aber später wird natürlich alles besprochen.
Ich habe fast 3 Wochen "Schonzeit" bekommen, danach habe ich wahrscheinlich meine eigene (halbe) Station. Wann ich mit Diensten anfange, das weiß ich noch nicht...

Angel Oak
01.07.2009, 20:47
Wow, nach einem Monat schon?

Einen Monat Ambulanz, einen Monat Intensiv, gehört zum Einarbeiten, denn im Dienst ist man ja auch für die Intensiv verantwortlich...

Lava
01.07.2009, 20:51
Oha! Na dann... das ist dann schon hart *find* Der ganze Beatmungkram, Ernährung, Infusionen, Katecholamine, Reanimieren, Intubieren... *grusel*

ThunderRoad
01.07.2009, 21:10
Ich habe auch heute angefangen: Nuklearmedizin.
Ich bin auch an meinem PJ-Haus, an der Uni.
Die Abteilung ist supernett, ebenso die Assistenzärzte und die Oberärzte.
Ich bin gerade in der Nukmedambulanz, da wird alles gemacht, Szintis, PETs, Spect, was die "konventionelle" Nuk halt so hergibt.
Allerdings ist gerade ein Kollege krank, weswegen ich heute schon richtig ins kalte Wasser geworfen wurde und zeitweise alleine in der Ambulanz war.
Allerdings war immer jemand erreichbar für Rücksprache, also ich war zwar alleine, aber nicht alleinegelassen.
Und wenn nötig, hab ich auch mal die MTAs gefragt. :-blush

Was allerdings noch gar nicht geht, das ist das Befunden...ich versteh eh nur die Hälfte und davon kann ich vielleicht grad mal die Hälfte zu Papier bringen wovon dann auch nur wieder die Hälfte richtig ist.
Da muß ich noch was tun! :-))

Morgen wird spassig, da bin ich in der Früh mit den Knochenszintis allein!

Alles in allem ein guter Einstand!

Miss
02.07.2009, 18:58
Und immer wenn man den Dienstarzthandy-Klingelton irgendwo im "realen Leben" hört, zuckt man zusammen, ist bei mir zumindest so, da wir diesen doofen weit verbreiteten Nokia-Klingelton haben :-nix
Also unser Klingelton ist so schrecklich, denn will man im normalen Leben einfach nicht hören. Das blöde ist außerdem, daß der Wecker an dem Ding den gleichen Ton hat, ich steh also senkrecht im Bett, auch wenn es reichen würde, wenn ich ganz allmählich aufstehen würde, aber so komplexe Gedankengänge, wo auch Uhrzeit noch eine Rolle spielt, krieg ich um die Tageszeit bzw. nach zu wenig Schlaf nicht wirklich hin :-nix

apple
02.07.2009, 20:16
Also unser Klingelton ist so schrecklich, denn will man im normalen Leben einfach nicht hören. Das blöde ist außerdem, daß der Wecker an dem Ding den gleichen Ton hat, ich steh also senkrecht im Bett, auch wenn es reichen würde, wenn ich ganz allmählich aufstehen würde, aber so komplexe Gedankengänge, wo auch Uhrzeit noch eine Rolle spielt, krieg ich um die Tageszeit bzw. nach zu wenig Schlaf nicht wirklich hin :-nix
Kann man da nicht einen anderen Weck- Ton einstellen ? Ich würde auch im Bett sitzen und rangehen und mich wundern, dass keiner antwortet :-))

Käthe, MD
03.07.2009, 17:20
Oha! Na dann... das ist dann schon hart *find* Der ganze Beatmungkram, Ernährung, Infusionen, Katecholamine, Reanimieren, Intubieren... *grusel*

Kann mich dem nur anschließen! Bin ganz froh, dass unsere ITS immer von einem Anästhesisten besetzt ist, die sich i.d.R. einfach besser mit dem ganzen Kram auskennen als wir Unfallchirurgen! :-)

Jeannychen
04.07.2009, 09:18
So, ich habe meine ersten 3 Tagen gut überstanden und es macht mir viel Spaß!
Was ich aber sehr schnell lernen muss: viel schneller werden!!! Mit dem visitieren geht es noch, aber am meisten Probleme habe ich mit den Briefen! :-? Ich kriege sie schwer hin und habe große Schwierigkeiten mit den Formulierungen... Es wird nichts anderes helfen als üben, üben, üben, üben....

Angel Oak
04.07.2009, 13:52
Meine ersten drei Tage waren in der Ambulanz und die haben echt Spaß gemacht. Ambulanz gefällt mir richtig gut. Ich habe das Gefühl, die kommen immer gruppenweise. Ich habe meine erste Magensonde gelegt, meine ersten zwei Sono Abdomen (natürlich von der FÄ nachgeschallt!), meine erste Patientin morgens in der Besprechung vorgestellt, mich mehrfach durchs BGliche Protokoll gearbeitet inklusive einer Nadelstichverletzung im Haus, diverse Wunden genäht (immer gerne, bei der ersten hat man aber gemerkt, dass das letzte Mal verdammt lang her war) und mich das erste Mal vor dem Chef blamiert, weil ich mit meinen Gedanken ganz woanders war, als er mich plötzlich irgendetwas gefragt hat und meinte, dass sei auch eine schöne Examensfrage :-blush

Jetzt genieße ich das supertolle WE und freue mich schon auf die nächste Woche

@Käthe und Lava: Die Anästhesisten betreuen die Intensiv mit, allerdings ist der diensthabende im Dienst genauso für das ganze Haus verantwortlich (inklusive Gyn und OP).

Moorhühnchen
08.07.2009, 19:27
Bei Ausleiten ohne zweite Hand würde ich mich aber doch mulmig fühlen. Kann ja immer irgendwas sein. :-nix Aber da bleibt einem dann wohl nur das laute Schreien.
Pssssst....

Tja, wenn man vom Teufel spricht: hatte heute eine Patientin (P, also Einleitung durch OA, während ich noch im Saal mit dem vorherigen Patienten beschäftigt war), die nach ihrer Fuß-OP in Vollnarkose über Schmerzen klagte. Das Ausbringen aus dem Saal wurde dadurch verzögert, daß die OP-Schwestern erst noch den Spezialschuh auswechseln wollten, als sie merkten, daß die Patientin ihren eigenen mitgebracht hatte und der neue vom Haus nicht gebraucht wurde... Anweisung vom Chef. :-?

Hab erst noch überlegt, ob ich für diese doofe Aktion, die ihr natürlich noch mehr Schmerzen verursachte, nochmal die Sättigung dranmache - aber dann hätte alles noch länger gedauert, weil wir dann nochmal zurückfahren hätten müssen. Die Patientin atmete gut und die letzte Sättigung, die ich gemessen hatte, war bei 98%. Aber sie stöhnte vor Schmerzen! Mein OA, der in der Einleitung mit dem nächsten Patienten beschäftigt war (auch P), zog mir noch Dipi auf und meinte, ich solle ihr es auf dem Weg zur Ausschleuse geben.

Naja, als ich zur Patientin zurückkam, die vom Zivi gerade 3 Meter aus dem Saal rausgeschoben worden war, klagte sie über Luftnot. Ich dachte erst durch die Schmerzen - hielt mich aber mit dem Dipi vorerst zurück, nicht daß sie auf dem Weg zur Schleuse noch aufhört zu schnaufen......

Auf der Schleuse verschlimmerte sich die Situation dann aber rapide, ich allein mit dem Zivi, Patientin stöhnte immer noch - sie konnte selbst nicht mehr entscheiden, ob vor Schmerz oder vor Luftnot. :-((
"Schmerzen. Luft. Beides!" Dabei sah sie aber noch ganz rosig aus. Trotzdem: so geb ich sie nicht in den Aufwachraum! Anruf beim OA, der war auch innerhalb von 20 Sekunden da. Zurück in den Einleitungssaal, Sättigung dran... 98%.... hmmmmm.........

Im EKG zeigte sich dann jedoch eine ventrikuläre Tachykardie mit Frequenzen um die 160 bis 170 und Abfall der Sättigung auf 60. Ui. OA orderte Defi, Amiodaron und Tubus, doch bevor alles da war, limitierte sich die VT selbst und auch die Sättigung stieg wieder. Wir haben sie dann auf die Intensiv verlegt. Werd morgen mal nachfragen, ob bei der Abklärung was rausgekommen ist. Gruselig.

Aber ich bin sooo froh, daß wir alle diese Telefone haben. Prinzipiell wäre es mir aber lieber, wenn jemand von der Pflege mit bis zur Schleuse kommt, auch wenn es nur "einfache" Patienten sind!

lara162
09.07.2009, 19:43
Was ähnliches hatte ich neulich, allerdings direkt bei der Ausleitung noch im Saal und mit bradykarden HRST/Veränderungen im EKG (zu keiner Zeit Sättigungsabfall). Einzige bekannte Vorerkrankung Hypertonus. Dem Patienten ging es komischerweise die ganze Zeit gut, keine Schmerzen, keine Dyspnoe, suffiziente Atmung. Ich habe sofort die Schwester den OA holen lassen. Wir haben dann die V.a. Infarkt Diagnostik/Therapie angeleiert, ITS (da ist er dann über Asystolie in den SR zurück gesprungen), Katheter (hochgradige Stenose gefunden und gestented). Herzenzyme blieben gottseidank im Verlauf im Normbereich.

Rocky
09.07.2009, 19:51
Angel Oak, Jennychen,.....alte Bekannte aus dem Frühjahr 09 Thread...
ich habe auch meine ersten 4 Tage hinter mir....macht total Spaß!! Aber ich bin abends total geplättet von dem ganzen Input....komme mir vor, als fange ich mit was völlig neuem an.....
hoffe, man gewöhnt sich schnell daran....
Hi, mir gings beim ersten mal nähen seit 1 Jahr genauso....aber man is ja doch wieder schnell drinne....
also, ich finds bis jetzt :-top
lg!