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WackenDoc
16.05.2009, 19:46
Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, wegen jedem betrunkenen Patienten der wegen was anderem in die Notaufnahme kommt, die Polizei zu rufen. Es gibt genug friedliche Betrunkene.

Und es ist ein Unterschied, ob jemand wegen der Intox gebracht wird oder wegen was ganz anderem.
Erstere blieben zu meinen NFA- Zeiten immer über Nacht- oft sogar in der geschlossenen Psychiatrie in der NAchbarstadt. Dann konnten sie gehen.
Bei Zweiteren wurde das meist unfallchirugische Problem (Platzwunde, Frakturausschluss etc) behoben und kein C2 betimmt, da sie mit dem Grad der Intox nicht bei uns gelandet wären, und wieder heim gelassen.
Natürlich nicht bei Patienten mit internistischen/psychiatrisch Problemen, wo der C2- Spiegel relevant war.

@ Summbine: Wenn man richtig konsequent wäre müsste der RD ja 90% aller Weinfest- und Oktoberfestbesucher einsacken und über nacht im Krankenhaus überwachen lassen.

Summbine
16.05.2009, 20:11
Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, wegen jedem betrunkenen Patienten der wegen was anderem in die Notaufnahme kommt, die Polizei zu rufen. Es gibt genug friedliche Betrunkene.



Hallo Wankendoc, das mit der Polizei meinte ich primär nicht wegen der möglichen Aggression, sondern weil sie in der Ausnüchterungszelle, wo Betrunkene "aufbewahrt" werden, wenn es medizinisch nicht notwendig ist, sie ins KH aufzunehmen, unter Beobachtung sind. Vor allem werden viele Betrunkene oft auch unterkühlt "aufgefischt" , und das ist dann wirklich ein Problem.

LG, Summbine

Evil
17.05.2009, 10:07
Dein Idealismus in Ehren, aber Du möchtest nicht wirklich wissen, wieviel Besoffskis nachts da draußen unterwegs sind. Soviele Ausnüchterungszellen gibt es gar nicht.

Außerdem stellt man nach einer Weile frustriert fest, daß die Leuts morgens nüchtern heimgehen, um abends (oder sofort) weiterzusaufen.

Man kann die Menschen leider nicht vor sich selber beschützen... und sollte sich das auch nicht anmaßen!

Summbine
17.05.2009, 18:40
Hallo Evil,

vielleicht kommt es auch auf die Stadt drauf an. Ich wohne in Freiburg, vielleicht ist es da nicht so krass.

@ alle: Das mit dem Alkohol und meine Anspielung auf Akademiker :-stud war eigentlich etwas scherzhaft gemeint. Ich wollte nach dem Abi eigentlich auch ursprünglich studieren, wäre dann demnach auch Akademiker gewesen nach dem Studium, wenn ich mich nicht doch aus persönlichen Gründen anders entschieden hätte. Ich gebs zu, das mit dem "Bezahlen" der Ausnüchterung im KH war etwas unglücklich formuliert. Aber es ist tatsächlich so, dass man die Ausnüchterung bei der Polizei und alles, was damit zusammenhängt, tatsächlich "blechen" muss. Ich war nämlich mal beim "Tag der offenen Tür" bei der Polizei in Freiburg und war selber dabei in einer Ausnüchterungszelle - also bei der Besichtigung ;-) Da haben die das alles erklärt. Es ist nämlich nicht so einfach, Alkoholisierte einfach wieder gehen zu lassen. Schließlich geht es ja nicht nur um den Akoholisierten selber, sondern auch um den Schutz Unbeteiligter.

LG, Summbine

LieberInvasiv
17.05.2009, 20:22
Mal ein Wort von einem RD'ler dazu:

Es mag ja sein das es in der ein oder anderen wirklich großen Stadt Ausnüchtungszellen der Polizei gibt (wo es auch eine adäquate medizinische Überwachung gibt) aber üblicherweise reden sich die lieben Kollegen in grün/blau da mit dem Spruch "Der ist betrunken, der ist nicht haftfähig" raus.
Und leider gibt es auch kaum einen Arzt der einen Volltrunkenen haftfähig schreibt.. eben weil die 0815 Polizeiwache keine Dauerüberwachung bzw. evtl. notwendiges medizinisches Personal stellen kann (und will).
Daher landet jeder C2-Intox den man nicht an Familie und Co loswerden kann in der nächsten Ambulanz (wo die dann das gleiche Problem haben.. nämlich, "wohin damit??!")

Das mit der Selbstbeteiligung finde ich übrigens auch ganz ok, beim leiben Hartz IV'ler müssen wir dann zwar blechen, aber ich kann auch sagen das es meistens doch eher Jugendliche/junge Erwachsene sind die durchaus zur Kasse gebeten werden können... hab nicht wenige Privatpatienten dabei gehabt :-D