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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : erhöhte Speichelproduktion bei Ekel



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Summbine
14.05.2009, 09:51
Hallo zusammen,

ich hätte mal eine Frage: Wodurch kommt es zu einer erhöhten Speichelproduktion bei Ekelgefühlen?

Ich nehme mal ein eigenes Beispiel: Ich habe mich gestern mit meinem Abfluss am Waschbecken befasst, weil das Wasser nicht mehr so richtig ablief. Manchmal muss man dem auch mal mechanisch zu Leibe rücken, das hieß in meinem Fall, nachsehen, was da drinhängt. Da hing - wie ich es erwartet habe, so alles mögliche drin - mittlerweile in einem etwas denaturierten Zustand, um es mal sehr vorsichtig auszudrücken. (Ich will das jetzt nicht genauer schildern... :-kotz) Sprich, ich verspürte ein ziemliches Ekelgefühl, während ich in dieser schon leicht undefinierbaren und unweigerlich dem Zersetzungsprozess ausgesetzen Masse herumstocherte. Auf einmal merkte ich, wie mir der Speichel regelrecht schon aus dem Mund herauslief, als wäre das etwas ganz Appetitliches, was im Abfluss hing - normalerweise reagiere ich so beim Anblick und Geruch eines gegrillten Hähnchens :-) - aber genau das Gegenteil war ja der Fall! Mir war es dabei nicht übel oder so. Ich weiß zwar, dass der Speichelfluss vom autonomen Nervensystem beeinflusst wird - aber auf erhöhten Speichelfluss, ausgerechnet bei Ekel, kann ich mir keinen "Reim" machen. Wer weiß was dazu?

Liebe Grüße, Summbine

roger rekless
14.05.2009, 13:47
Das war der Speichelfluß der kurz vorm Kotzen kommt um den Ösophagus schön durchängig zu machen (und evt durch das enthaltene Bicarbonat etaws Säure abzupuffern?). =) Die Darm- und Magenmotilität die den Speisebrei zutage bringt, ist ja vermutlich parasympathisch induziert(?!)
Soweit zumindest meine Theorie ;)

Summbine
14.05.2009, 15:32
Hallo Roger rekless,

danke für den Hinweis ;-)

Das "Witzige" war nur, dass mir kein bisschen übel war. Ich muss, wenn ich mich ekel, nie erbrechen. Wenn ich erbrechen muss oder mir übel ist, dann ist es auch anders, dann ist es irgendwie so ein Schleim, der dann im "Vorfeld" kommt.

LG, Summbine

Hoppla-Daisy
14.05.2009, 16:20
Hihi, vielleicht wär das ja noch gekommen ;-). Aber in Anbetracht des aufkommenden bzw. bestehenden Ekelgefühls hast du wahrscheinlich geschaut, dass du schnell fertig wirst :-))

Und? Noch keine "Rosine" am Mundwinkel? :-))

Summbine
15.05.2009, 00:09
Hallo Hoppla-Daisy,

nein, an der Lippe bildet sich bei mir nix :-top- viele bekommen ja so ein Bläschen bei Ekel.

Diesmal gings schnell,;-) aber ich hatte schon mal länger damit zugebracht - und somit auch länger mit dem Ekelgefühl zu tun. Übelkeit hatte ich aber trotzdem nicht wirklich - ich bin, was sowas angeht, auch ziemlich unempfindlich.

Mir ist höchstens mal aufgefallen, dass mir die Augen tränen, wenn ich etwas absolut "nicht sehen" kann - was ich als Reaktion auf Ekel im Gegensatz zum Speichelfluss in dem Zusammenhang noch eher nachvollziehen kann.

Liebe Grüße, Summbine

tpa
16.05.2009, 20:37
Vielleicht, damit man das Eklige direkt gut ausspucken kann, sollte es irgendwie in den Mund gelangen :-stud :-wow

Summbine
17.05.2009, 22:14
Na Mahlzeit!! :-(

sama-doc
17.05.2009, 22:44
Das war der Speichelfluß der kurz vorm Kotzen kommt um den Ösophagus schön durchängig zu machen (und evt durch das enthaltene Bicarbonat etaws Säure abzupuffern?). =) Die Darm- und Magenmotilität die den Speisebrei zutage bringt, ist ja vermutlich parasympathisch induziert(?!)
Soweit zumindest meine Theorie ;)

Jetzt weiß ich endlich, warum DAS so ist :-)) Hab ich mich immer gefragt (kein Witz, ich denke über Dates mit einer Porzellanschüssel so intensiv nach wie über den Sinn des Lebens....)
Danke :-top:-))

Summbine
18.05.2009, 11:59
Jetzt weiß ich endlich, warum DAS so ist :-)) Hab ich mich immer gefragt (kein Witz, ich denke über Dates mit einer Porzellanschüssel so intensiv nach wie über den Sinn des Lebens....)
Danke :-top:-))

ist ja eigentlich kein Wunder, schließlich haben wir täglich mehrere Dates mit unserer Porzellanschüssel, um auf natürliche Weise unseren körpereigenen Abfall loszuwerden - wobei Männer beim Porzellanschüsseldate offensichtlich eher Berührungsängste haben als Frauen - das ist wohl auch schon anatomisch bedingt so :-)) - ich sage nur: Notorische Stehpinkler :-D

Aber bevor ich hier noch Hausverbot bekomme, wende ich mich lieber dem ursprünglichen Thema zu:

Mir scheint, am ehesten kommt wohl doch die Antwort in Frage, dass der Speichelfluss bei Ekel parasympatisch induziert ist. Vielleicht ist es für uns subjektiv gesehen widersprüchlich, aber beim Futtern wird ja der Vagusnerv aktiviert (kann man das medizinsch so ausdrücken?), der dann ja wieder einen uns wohlbekannten Einfluss auf die Speicheldrüsen hat und dafür sorgt, dass die Verdauungsorgane stärker durchblutet werden - woanders herrscht dann leider ein Mangelzustand... oder wie der Lateiner sagt: Plenus venter non studet libenter :-stud (zwar grammatikalisch nicht ganz korrekt, ansonsten wohl wahr!)

Also kann man dann wohl die Schlussfolgerung ziehen: Ekel --> Aktivierung Nervus Vagus --> Aktivierung Speichelfluss?

LG, Summbine

roger rekless
19.05.2009, 12:59
Naja die Speicheldrüsen werden halt nicht vom Vagus innerviert, aber dennoch parasympathisch wie bereits von mir erwähnt.

Summbine
20.05.2009, 00:01
Naja die Speicheldrüsen werden halt nicht vom Vagus innerviert, aber dennoch parasympathisch wie bereits von mir erwähnt.

Hallo Roger rekless,

welcher Nerv soll denn dann wohl dafür verantwortlich sein? Wenn Du es weißt, welcher Nerv es ist, warum schreibst Du es dann nicht hin?
Es ist nämlich der Vagusnerv, der die Speichelproduktion anregt: "...wird ein wichtiger Nerv für die Verdauung aktiviert (Vagusnerv). Er regt die Speichel- und Magensaftproduktion an..." Quelle: http://www.aponet.de/arzneimittel_interaktiv/blaehungen/behandlung.html
LG, Summbine

roger rekless
20.05.2009, 01:10
Naja wenn die Apothekenrundschau das sagt ;)

Meine Lehrbücher sagen hingegen dass die Nn. facialis und glossopharyngeus verantwortlich sind. Ich glaub du setzt Parasympathikus mit Vagus gleich.

Summbine
20.05.2009, 15:44
Naja wenn die Apothekenrundschau das sagt ;)

Meine Lehrbücher sagen hingegen dass die Nn. facialis und glossopharyngeus verantwortlich sind. Ich glaub du setzt Parasympathikus mit Vagus gleich.

Hallo roger rekless,

da hast Du vollkommen Recht, "Parasympathikus" ist ein Überbegriff und demnach setze ich diesen Begriff nicht mit dem nervus vagus gleich.

Ich habe jetzt nochmal im Internet recherchiert und nicht nur die Seite der Apothekenrundschau ;-) genommen:

Zitat: "Dieser Einfluß der Psyche ist jedermann bekannt („Es läuft einem das Wasser im Mund zusammen.“) und gehört zur kephalen Phase der Verdauung. Hierbei wird zentralnervös die Sekretion als Antwort auf Anblick, Geruch oder Vorstellung einer Speise ausgelöst und über den Nervus vagus cholinerg an die Speicheldrüsen weitergeleitet." Quelle: http://zahnmedizinstudenten.de/einzubauen/spei_pro.pdf

Ich schließe mal daraus, dass alle 3 Nerven, also nervus vagus, nervus facialis und nervus glossopharyngeus, für Speichelproduktion zuständig sind.

LG, Summbine

roger rekless
20.05.2009, 17:09
Du musst schon Quellen anschauen die als Referenz dienen können. Ein Fachschaftsskript (ich weiß aus eigener Erfahrung dass man den Sachen die von der Fachschaft rausgegeben werden nie blind vertrauen sollte) zählt sicherlich nicht dazu. Normal isses mir ja egal wenn Leute was besser wissen wollen, aber deine Renitenz hat mich dazu verleitet das ganze mal nachzuschlagen:

Innervation der Glandula sublingualis
sympathisch: Ganglion cervicale superius
parasympathisch: Chorda tympani (N. facialis)

Innervation der Glandula submandibularis
sympathisch: Ganglion cervicale superius
parasympathisch: Chorda tympani (N. facialis)

Innervation der Glandula parotis
sympathisch: Ganglion cervicale superius
parasympathisch: N. glossopharyngeus

Quelle: Allgemeine Anatomie/Spezielle Anatomie I; H. Frick, H. Leonardt, D. Starck, Thieme Verlag Stuttgart

Wenn es dich beruhigt: Die Bauchspeicheldrüse wird vom Vagus innerviert! :-keks

kthnxbye.

Summbine
21.05.2009, 12:36
Hallo roger rekless,

es geht mir nicht darum, irgendwie besserwisserisch aufzutreten. Aber wieso zweifelst Du an der Richtigkeit des Skriptes eines angehenden Zahnmediziners? Wenn Du behauptest, es wäre falsch, dann frage ihn doch einfach, warum er das so geschrieben hat. Ich vertraue auch nicht allem blind, das wäre ja dumm! Wie war der Spruch eines Dozenten bei uns? "Papier ist geduldig..." ;-)

LG, Summbine

roger rekless
21.05.2009, 14:33
Hallo roger rekless,

es geht mir nicht darum, irgendwie besserwisserisch aufzutreten. Aber wieso zweifelst Du an der Richtigkeit des Skriptes eines angehenden Zahnmediziners? Wenn Du behauptest, es wäre falsch, dann frage ihn doch einfach, warum er das so geschrieben hat. Ich vertraue auch nicht allem blind, das wäre ja dumm! Wie war der Spruch eines Dozenten bei uns? "Papier ist geduldig..." ;-)

LG, Summbine

Ich zweifel das selbstverständlich an, weil es eben ein angehender Mediziner ist, der sich ein Skript zusammenschreibt, kein Fachmann. Meine Quelle ist ein Standardwerk in der Anatomie. Wie gesagt, Fachschaftler schreiben regelmäßig irgendeinen Mist zusammen (nix gegen die Jungs, ohne die wäre das Studium deutlich komplizierter). Davon abgesehen gibt es bei solchen Skripten keine wirklichen Kontrollinstanzen etc. Das ganze landet meist ungefiltert beim Studenten. Und warum sollte den Autor Fragen? Ich habe kein Interesse den Lektor für Fachschaftsskripte fremder Unis und fremder Fachrichtungen zu spielen.

Fakt ist, dass ich eine zitierfähige Quelle angegeben habe, während du nur mit Google-Ergebnissen zu punkten versuchst, die deine Theorie unterstreichen.

Bist du so leichtgläubig so stur? Gib mir ne seriöse Quelle wo explizit die Innervation der Speicheldrüsen durch den N. vagus bestätigt wird.

P.S.: studierst du, gehst du zur Schule oder wartest du auf nen Studienplatz?

hennessy
21.05.2009, 15:08
Ihr habt beide recht:

Die Drüsen des Zungengrundes und des Rachens erhalten ihre parasympathische Innervation über den N. glossopharyngeus und N. vagus.


Die parasympathischen Fasern für die Innervation der Glandula Parotis stammen aus dem Ncl. salivatorius inf. und gelangen über den N. tympanicus des N. glossopharyngeus zum N. petrosus minor und Ganglion oticum. Die postganglionären parasympathischen Fasern schließen sich dem N. auriculotemporalis des N. mandibularis an und gelangen über eine Anastomose mit dem N. facialis in die Drüse.
Die anderen Speicheldrüsen werden vom Ncl. salivatorius superior innerviert, dessen Axone über den N. intermedius (N. facialis) zum Ganglion pterygopalatinum (via N. petrosus major und N. canalis pterygoidei) und zum Ganglion submandibulare (via Chorda tympani und N. lingualis) ziehen. Vom Ganglion pterygopalatinum aus werden die Gaumen- und Oberlippendrüsen versorgt. Die postganglionären Fasern des Ganglion submandibulare versorgen die Glandula submandibularis, Glandula sublingualis sowie die Drüsen der Unterlippe und der vorderen zwei Drittel der Zunge.

Quelle: Benninghoff, A: Anatomie 1. Band 17. Auflage Seite 602

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21.05.2009, 15:15
Ihr habt beide recht:

Die Drüsen des Zungengrundes und des Rachens erhalten ihre parasympathische Innervation über den N. glossopharyngeus und N. vagus.


Die parasympathischen Fasern für die Innervation der Glandula Parotis stammen aus dem Ncl. salivatorius inf. und gelangen über den N. tympanicus des N. glossopharyngeus zum N. petrosus minor und Ganglion oticum. Die postganglionären parasympathischen Fasern schließen sich dem N. auriculotemporalis des N. mandibularis an und gelangen über eine Anastomose mit dem N. facialis in die Drüse.
Die anderen Speicheldrüsen werden vom Ncl. salivatorius superior innerviert, dessen Axone über den N. intermedius (N. facialis) zum Ganglion pterygopalatinum (via N. petrosus major und N. canalis pterygoidei) und zum Ganglion submandibulare (via Chorda tympani und N. lingualis) ziehen. Vom Ganglion pterygopalatinum aus werden die Gaumen- und Oberlippendrüsen versorgt. Die postganglionären Fasern des Ganglion submandibulare versorgen die Glandula submandibularis, Glandula sublingualis sowie die Drüsen der Unterlippe und der vorderen zwei Drittel der Zunge.

Quelle: Benninghoff, A: Anatomie 1. Band 17. Auflage Seite 602

Hennessy, wo ist da jetzt der N. vagus? Hab ich das überlesen?

N. vagus ungleich parasympathische Innveration.

hennessy
21.05.2009, 15:19
Hennessy, wo ist da jetzt der N. vagus? Hab ich das überlesen?

N. vagus ungleich parasympathische Innveration.

Die Drüsen des Zungengrundes und des Rachens erhalten ihre parasympathische Innervation über den N. glossopgaryngeus und den N. vagus.

roger rekless
21.05.2009, 15:27
Die drei Speicheldrüsen im einzelnen aber nicht. Irgendwelche mikroskopischen Rachendrüsen? Meinetwegen. Die sind aber nicht wirklich für das angesprochene relevant.