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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Motivation trotz langer Wartezeit



Trianna
20.05.2009, 17:04
Hallo!

Ich bin neu hier und hoffe auf regen Austausch. Ich warte jetzt seit 3 Jahren und habe mit meinem Schnitt wohl auch noch ein bissl was vor mir. Ich habe jetzt die letzten 2 Jahre Vollzeit als Kaufmännische Angestellte gearbeitet (wegen dem Geld) und werde jetzt wohl noch eine Ausbildung im medizinischen Bereich machen.

Mal eine Frage: Wie lange habt ihr gewartet bzw. wartet ihr schon? Wie geht ihr mit den verschiedenen oftmals ambivalenten Gefühlen um, wenn eure Mitabiturienten nun bald schon fertig mit dem Studium sind bzw. kurz davor, oder wenn mal Zweifel aufkommen. Wie motiviert man sich durchzuhalten um in einem der beschissensten Bildungsmodellen ENDLICH einen Studienplatz zu erhalten.

Nicht falsch verstehen, ich werde definitiv dran bleiben, habe sogar schon das Heiraten und Nachwuchs auf meiner To Do Liste abgehakt, damit ich später "durchstudieren" kann :)

Viele Grüße

Tri

Shorty1988
21.05.2009, 13:25
Hi Trianna
Ich warte Jetzt erst seit zwei Jahren auf meinen Studienplatz aber das
kommt mir jetzt manchmal auch schon wie eine Ewigkeit vor.Ich mach jetzt
seit letztem Jahr Oktober eine Ausbildung zum Krankenpfleger und hatte vor
ein paar Monaten ein großes Tief.Die ganze Zeit war ich mir hundertprozent
sicher Medizin zu studieren und dann fällt man auf einmal in so ein Loch.
Ist das wirklich der Beruf mit dem du ein Leben lang zufrieden wirst...usw.
Ich hab danach mit vielen Menschen geredet(Vater, Mutter, bester Freund...)
und jetzt bin ich noch zielstrebiger als vorher.Ich glaube es gehört dazu
auch mal Zweifel zu haben vor allem in diesem Beruf
Wenn ich meine Freunde sehe die alle schon studieren nervt mich das
manchmal schon gewaltig aber ich denke das ist nur ein kleines Problem
und da muss man durch
grüße

sebi86
21.05.2009, 13:48
Also ich warte jetzt auch schon fast 3 Jahre und ich hatte zwischendurch auch solche Tiefs wie du. Ich denke, das ist völlig normal. Es ist einfach hart, für einen Traum so lange warten zu müssen, nur weil man einen zu schlechten Abiturschnitt hat, welcher sowieso nichts über die Qualifikation bzw. Motivation für das Medizinstudium aussagt - aber ich denke, das wurde hier schon genug besprochen :)

Ich denke, was recht gut hilft, ist mal langfristig zu denken...also mal weiter über den Tellerrand hinauszuschauen ;)
Klar ist es fakt, dass deine Mitabiturienten jetzt schon eine Zeit studieren und schon fast fertig sind, wenn du gerade einmal anfängst. Aber denk mal 10 oder 15 Jahre weiter. Rückblickend wirst du dann bestimmt feststellen, dass die paar Jahre, die die anderen früher in ihren Beruf gestartet sind, doch nichts sind, im Gegensatz zu vorraussichtlich über 40 Jahren Berufsleben, die noch vor uns liegen. Dagegen sind doch die "paar" Jahre, die man warten musste, Kinkerlitzchen...

Ausserdem ist es doch nicht wichtig, wann man studiert, sondern warum. Ich denke viele studieren Fächer wie Lehramt oder BWL (ohne jetzt irgendwen difarmieren zu wollen :) !), weil sie einfach nicht wissen, was sie später mal machen wollen oder weil es ihnen einfach egal ist. Aber du hast einen Beruf gefunden, der dich wirklich erfüllt, der wahnsinnig interessant und der wirklich Spass macht...trotz evtl. schlechter Bezahlung und viel Arbeit. Das ist doch um einiges mehr wert oder ?
Also wenn ich mir vorstelle, wie ich später (falls es denn endlich mal soweit sein sollte :) ) mal als Arzt arbeite - Menschen helfen (ohne jetzt überidealistisch zu klingen :)), das Wunder des menschlichen Körpers kennenzulernen -, während andere in ihren Büros hocken und Statistiken und Bilanzen durcharbeiten, gibt mir das schon einen gewissen Motivationsschub...

Und schließlich macht man meiner Meinung nach die Zeit, die man auf den Studienplatz wartet, mit der dadurch gewonnenen Lebenserfahrung locker wieder weg. Anstatt gleich nach dem Abitur ins Studium zu starten - sozusagen von den Büchern in die Büchern - sammeln wir Erfahrnugen im Berufsleben und lernen mal die "andere Seite", also die der Pfleger, des Rettungsdienstes, etc., kennen. Und man verdient natürlich Geld :)

Das sind so ein paar Punkte, mit denen ich meine Motivation oben halte...

Trianna
21.05.2009, 13:48
Danke für deine Antwort. Genau, dass kenne ich auch. Wenn man dann überlegt "Was ist wenn es später doch nicht klappt" oder ich das foch nicht machen will. Eigentlich abwegige Gedanken, da man ja auch schon durch die Ausbildung oder Engagements im Medizinischen Bereich einen guten Eindruck bekommt, aber wenn man mal in so einem Tief ist... Das ist echt ätzend. Was für einen Schnitt hast du denn??

@Sebi

Danke auch für deine Antwort. Klar, das sage ich mir auch immer. Es ist ja nicht so dass ich nix mache und mich ausruhe und sage "Ich warte mal" . Aber manchmal ist es schwerer als an anderen Tagen. Also die Motivation aufrecht zu halten :)
Wie ist denn dein Schnitt???

zvesda
21.05.2009, 15:10
@trianna

du hast familienplanung schon abgeschlossen? also hast du schon eine kleine familie? ich frage mich nämlich immer, wie man das alles später machen soll. denke dass mal als student mehr zeit für kinder hat, als als assi.. aber ich will es nicht drauf anlegen im studium kinder zu kriegen..sonst geht noch alles nach hinten los. wie managest du alles dann später?:-bee

Trianna
21.05.2009, 21:14
Ja also ich bin ja aktuell 22, habe meinen Mann letztes Jahr geheiratet und dieses Jahr Juni kommt unsere Tochter. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, denn zum einem wollten wir junge Eltern werden, zum anderen habe ich noch etwa 2-3 Jahre Wartezeit vor mir und es wird denke ich einfacher sein, mit einem Kleinkind, bei dem es auch eine Vielzahl mehr Betreuungsplätze / Möglichkeiten gibt zu studieren als während dem Studium einen Säugling zu bekommen. Daher diese "umgekehrte" Planung.. :-))

zvesda
22.05.2009, 01:07
Ja also ich bin ja aktuell 22, habe meinen Mann letztes Jahr geheiratet und dieses Jahr Juni kommt unsere Tochter. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, denn zum einem wollten wir junge Eltern werden, zum anderen habe ich noch etwa 2-3 Jahre Wartezeit vor mir und es wird denke ich einfacher sein, mit einem Kleinkind, bei dem es auch eine Vielzahl mehr Betreuungsplätze / Möglichkeiten gibt zu studieren als während dem Studium einen Säugling zu bekommen. Daher diese "umgekehrte" Planung.. :-))

finde ich gut :-) :-top mein freund kriegt jetzt schon torschlusspanik, wenn ich ihm sage, dass er noch mind. 5 jahre warten kann.. ist nunmal etwas älter..:-))

Trianna
22.05.2009, 08:48
Ja, das ist dann natürlich verständlich ^^

Es muss halt passen.. Also so zu einem selbst. Ich denke das wird so oder so natürlich hart, aber es wird gehen. Ich kann mir halt nur nicht vorstellen, nach dem Studium möchte ich ja dann auch im Beruf arbeiten und ehe ich mich versehe bin ich 40 und habe nur noch 5 Eier über :)

Somit ist der Stress dann halt nicht mehr gegeben.


Naja, auf jeden Fall bin ich gespannt wie lange ich tatsächlich warten muss.. Aber ich gehe vom schlimmsten aus.

Viele Grüße

Tri (die heute nach sogar von ZVS Gedöns geträumt hat)

altalena
22.05.2009, 09:25
Hallo!


Mal eine Frage: Wie lange habt ihr gewartet bzw. wartet ihr schon? Wie geht ihr mit den verschiedenen oftmals ambivalenten Gefühlen um, wenn eure Mitabiturienten nun bald schon fertig mit dem Studium sind bzw. kurz davor, oder wenn mal Zweifel aufkommen. Wie motiviert man sich durchzuhalten um in einem der beschissensten Bildungsmodellen ENDLICH einen Studienplatz zu erhalten.


Tri

Wollte auch mal meinen Senf dazu geben ;-)
Ich studiere jetzt im zweiten Semester und hab davor 5 Jahre auf den Platz gewartet. Gerade der Punkt, dass einige, mit denen ich Abi gemacht habe, inzwischen mit ihren Diplomarbeiten um sich schmeißen oder einer von denen sich demnächst bereits ins PJ begibt, geht mit drei Meter am Allerwertesten vorbei. Ich bekomm da keine Panik oder Zweifel, irgendwas in der Planung falsch gemacht zu haben. Klar, habe ich mir damals nachm Abi gewünscht, direkt loszulegen mit dem Studium, aber es hat nunmal nicht geklappt und ich hab die 5 Jahre nicht unnütz im Kämmerchen gehockt und Trübsal geblasen.... und ich denke, solange man für sich mit dem zufrieden ist, was man vor dem Studium erreicht hat (und ich finde, Familienplanung gehört da in jedem Fall dazu :-top ), dann können einem die paar Jahre Wartezeit auch egal sein :-)

Lava
22.05.2009, 09:34
Und wenn du das Studentenleben genießt mit endlosen Partys, 5 Monaten vorlesungsfreier Zeit und freien Wochenenden, während deine ehemaligen Mitschüler sich den Buckel krumm schuften für 26 bis 30 Tage Urlaub im Jahr, sieht die Sache auch wieder anders aus :-D

Espressa
22.05.2009, 10:53
Und wenn du das Studentenleben genießt mit endlosen Partys, 5 Monaten vorlesungsfreier Zeit und freien Wochenenden, während deine ehemaligen Mitschüler sich den Buckel krumm schuften für 26 bis 30 Tage Urlaub im Jahr, sieht die Sache auch wieder anders aus :-D

Naja, mit einem kleinen Kind wird es wohl nicht so viel Party und "Studentenleben" geben...

DeSeal
22.05.2009, 11:25
Ich warte jetzt seit nunmehr 4 Jahren, hab in dieser Zeit eine Ausbildung als Rettungsassistent gemacht und arbeite jetzt hauptamtlich weiter. Habe auch schon das ein oder andere Tief durchgemacht und an dem System gezweifelt, war mir jedoch zu jeder Zeit sicher, dass ich garnie was anderes als Medizin studieren möchte.
Mein bester Freund (hat mit mir Abi gemacht) ist jetzt im 8. Semester, und wie es aussieht, wird der fertig sein, wenn ich anfange. Ist schon komisch, aber was solls... Ich bin jetzt 22, wenn ich noch 2 Jahre warte, ist das auch kein Beinbruch.
Bis dahin bilde ich mich so gut es geht beruflich weiter (Lehrrettungsassistent, Desinfektor, evtll HEMS), um nicht vollständig zu verblöden ;-)

Trianna
22.05.2009, 12:55
Man bin ich froh dieses Forum gefunden zu haben... Es tut echt gut, auch mal mit anderen Leuten zu "reden" die ähnlich hartnäckig dranbleiben und eben diese Hochs und Tiefs kennen...
Ja das System hier ist echt zum Kotzen, es wird einem viel verbaut und so weiter.. Aber naja.. Das Geld um im Ausland zu studieren ist halt auch nicht da. Aber wie ihr ja auch schon gesagt habt.. Man vergeudet die Zeit ja auch nicht völlig Sinn und Planlos..

Lava
23.05.2009, 21:14
Naja, mit einem kleinen Kind wird es wohl nicht so viel Party und "Studentenleben" geben...

Mit etwas Organisation sicher immer noch genug. Sonst macht doch das ganze Studium keinen Spaß!

Giant0777
23.05.2009, 21:56
Man bin ich froh dieses Forum gefunden zu haben... Es tut echt gut, auch mal mit anderen Leuten zu "reden" die ähnlich hartnäckig dranbleiben und eben diese Hochs und Tiefs kennen...
Ja das System hier ist echt zum Kotzen, es wird einem viel verbaut und so weiter.. Aber naja.. Das Geld um im Ausland zu studieren ist halt auch nicht da. Aber wie ihr ja auch schon gesagt habt.. Man vergeudet die Zeit ja auch nicht völlig Sinn und Planlos..

weisst du,wenn du immer nur darauf wartest das es los geht, dann verpasst du das aktuelle leben um dich herum dabei. geniess die zeit jetzt, geniesse das, was du jetzt grade um dich herum hast und warte sie nicht einfach ab. rückblickend sagst du dir im studium, man hätte ich mal mehr gefeiert, wäre mehr gereist und hätte einfach nur mehr gelebt.

eine zusage zu bekommen ist was ganz geniales. aber das studium ist nicht jeden tag genial. es gibt echt olle tage, klausurendruck, lernstress und und und. man sagt immer so leicht - medizin ist mein traum. aber letzten endes ist es einfach nur ein langes und wie ich finde manchmal auch überfülltes studium. und diese erkenntnis solltest nicht dann gewinnen, wenn du nur immer darauf gewartet hast, dass es endlich los geht. denn sonst biste enttäuscht und dein traum ist gar nicht mehr so toll!

also, freu dich auf das, was dir vllt in den nächsten jahren bevorsteht, aber vergiss nicht, dass es auch ein heute gibt:-))

sollte das zu pastoral klingen, ich hatte schon 2 gläser sangria:-D

Lava
23.05.2009, 22:20
Gleiches gilt für die Zeit nach dem Studium: da ist es auch nicht vom ersten Tag an toll. Man fängt wieder als der Depp vom Dienst an und muss sich durchbeißen. Manchmal frage ich mich, was ich eigentlich in den letzten 7 Jahren gemacht habe... das Studium lässt doch so viele fragen offen.

Trianna
24.05.2009, 10:17
Das sind sehr weise Tipss und vor allem sehr wahr. Man sollte nie vergessen, was man hat. Wie gesagt, es ist ja nicht so dass man gar nichts macht und Däumchen dreht.. Aber nun ja.

Was Party und so anbelangt, das ist eh nicht so mein Ding, also habe ich da nicht so viel Angst was zu verpassen :-))

DeKl
24.05.2009, 13:16
ich finde, daß du, wenn du unbedingt warten willst, alles richtig gemacht hast. das mit der familienplanung ist in meinen augen das einzige wirkliche problem, wenn man es nach dem studium machen will und vorher noch 5-6 jahre gewartet hat.