Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wirklich SOO viel einfacher als naturwissenschaftliche?!
Na weil das Thema wieder ganz aktuell ist/war (http://www.zeit.de/2011/10/Wert-des-Doktortitels/seite-1)
Mögen die Spiele beginnen!
ich mache grade meine medizinische Dr.-Arbeit im Labor und würde sagen, dass eine naturwissenschaftliche Arbeit selbstverständlich wesentlich aufwändiger ist. Allerdings nicht unbedingt aufgrund des Schwierigkeitsgrades sondern wegen der Tatsache, dass eine naturwissenschaftliche Arbeit einfach halt 3-4 mal so lange dauert wie eine medizinische.
Kackbratze
13.03.2013, 13:04
Ach, echt? Wieviele Dissertationen hast Du denn schon verfasst, so dass Du aus dem Krug des Allgemeingültigen so sicher trinken kannst?
gute Güte, ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil.
ich bin gerade dabei meine erste und vermutlich einzige Promotion durchzuziehen und hatte mir eingebildet, aus dieser Perspektive etwas dazu sagen zu können und dürfen. Was ich geschrieben habe, gibt in etwa die Einschätzung von mir und auch von meinen (Mediziner- und Biologen-) Kollegen hier im Labor wieder.
Natürlich kann KEINE Aussage über EGAL WAS jemals ALLE möglichen Einzelfälle vollständig korrekt abbilden - Glückwunsch zu dieser Erkenntnis. Nichtsdestotrotz kann man sich ja grundsätzliche Aussagen über den statistischen Normalfall zutrauen, oder?
Coxy-Baby
13.03.2013, 14:55
Nichtsdestotrotz kann man sich ja grundsätzliche Aussagen über den statistischen Normalfall zutrauen, oder?
Gerne, wenn du Zahlen dazu hast.
Was mich an diesem virtuellem Schwanzvergleich der einzelnen Fachrichtungen immer annervt ist, dass man unterschiedliche Wissenschaftsypten vergleichen will Sozialwissenschaften /Wirtschaftswissenschaften/Naturwissenschaften und Medizin welches sich mit den Bereichen überschneidet.... Es gibt nunmal in jedem Fach einzigartige Möglichkeiten zu promovieren, in der Medizin sind das nunmal auch viele retrospektive/prospektive Studien zu einem sehr genauen Sachverhalt und das sollte man dann auch nicht ewig aufblasen, klar ist man damit im Mittel schneller als der Biologe der Plankton bebrütet, aber das ändert ja nicht zwangsläufig was am wissenschaftlichen Arbeiten und dem damit verbundenen Erkenntnisgewinn.....
konstantin
13.03.2013, 15:21
Es gibt nunmal in jedem Fach einzigartige Möglichkeiten zu promovieren, in der Medizin sind das nunmal auch viele retrospektive/prospektive Studien zu einem sehr genauen Sachverhalt und das sollte man dann auch nicht ewig aufblasen, klar ist man damit im Mittel schneller als der Biologe der Plankton bebrütet, aber das ändert ja nicht zwangsläufig was am wissenschaftlichen Arbeiten und dem damit verbundenen Erkenntnisgewinn.....
Genau das!
astrophys
13.03.2013, 15:22
Es gibt nunmal in jedem Fach einzigartige Möglichkeiten zu promovieren, in der Medizin sind das nunmal auch viele retrospektive/prospektive Studien zu einem sehr genauen Sachverhalt
Ist nur die Frage, inwiefern das eine grundlegende Lücke in der wissenschaftlichen Forschung füllt und erklärt.
Ebenso könnte man behaupten, dass ein Oberstufenschüler, der zwei Jahre lang nebenher ein paar Medizinvorlesungen besucht und danach zwei Monate PJ macht seine Approbation beantragen kann. Statistiken dazu gibts nämlich auch nicht ;-)
Gerne, wenn du Zahlen dazu hast.
Was mich an diesem virtuellem Schwanzvergleich der einzelnen Fachrichtungen immer annervt ist, dass man unterschiedliche Wissenschaftsypten vergleichen will Sozialwissenschaften /Wirtschaftswissenschaften/Naturwissenschaften und Medizin welches sich mit den Bereichen überschneidet.... Es gibt nunmal in jedem Fach einzigartige Möglichkeiten zu promovieren, in der Medizin sind das nunmal auch viele retrospektive/prospektive Studien zu einem sehr genauen Sachverhalt und das sollte man dann auch nicht ewig aufblasen, klar ist man damit im Mittel schneller als der Biologe der Plankton bebrütet, aber das ändert ja nicht zwangsläufig was am wissenschaftlichen Arbeiten und dem damit verbundenen Erkenntnisgewinn.....
hä?
es ging dem Ersteller des Threads doch ausdrücklich um die Situation Mediziner "vs." Naturwissenschaftler im Labor. Ich habe mit keiner Silbe irgendetwas über Sozial- oder Wirtschaftswissenschaften oder sonstwas gesagt, noch würde ich etwas darüber sagen wollen, da ich ebenfalls glaube, dass man das zwischen verschiedenen Wissenschaften schwer/gar nicht vergleichen kann. Genauso wenig hab ich irgendwas über prospektive Studien bei irgendwelchen klinischen Doktorarbeiten gesagt.
Es ging um biomedizinische Forschung im Labor. Und in diesem Zusammenhang verleitet meine bisherige persönliche Erfahrung in Verbindung mit der Einschätzung meiner Mit-Doktoranden hier in der Arbeitsgruppe (Biologen und Mediziner) mich zu der o.g. Aussage, dass der PhD nicht unbedingt intrinsisch "schwerer" ist, sondern eher "aufwändiger", da man für eine Bio-Doktorarbeit halt (in der Regel) ca. 3-4 Jahre im Labor verbringt (dafür aber natürlich dann auch einen PhD bekommt), während die medizinische Doktorarbeit meist in wesentlich kürzerer Zeit abgeschlossen ist (und man dann eben auch nur einen Dr. med. bekommt).
Wen jetzt der genaue statistische Unterschied in der Promotionszeit zwischen Medizinern und Naturwissenschaftlern interessiert, der kann das ja gerne zur eigenen Erbauung recherchieren, aber es ist doch wohl unstrittig a) dass es einen solchen Unterschied gibt und b) dass dieser (sehr) signifikant ist.
Coxy-Baby
13.03.2013, 15:28
@astrophys: Hm weil ja auch alle Promotionen in den anderen Fächern unheimlich viel für Lieschen Müller und Otto Normalo bringen...... Granatenargument.
astrophys
13.03.2013, 16:13
@astrophys: Hm weil ja auch alle Promotionen in den anderen Fächern unheimlich viel für Lieschen Müller und Otto Normalo bringen...... Granatenargument.
Das ist auch nicht deren Absicht...
eine Spielwiese für Profilneurotiker auf jeder Seite...:-)
Ich habe mittlerweile medzin., ethnol., psychol., pädag., biol. und physik. Dr.arbeiten im eigenen Freundes- und Familienkreis in allen Höhen und Tiefen miterlebt. Der Arbeitsaufwand schwankte dabei von gering (meist medizinische Arbeiten) bis gigantisch (6 Jahre Vollzeit Forschung mit 60h Woche). Der Erkenntnisgewinn ist leider auch bei gigantischem Aufwand manchmal nicht höher wie bei geringem Aufwand. Frustrierend ist wenn man bei seiner Arbeit einen Riesenaufwand etrieben hat, dabei mies, oder am Ende gar nicht mehr bezahlt wird und sich auch danach nur von einem befristetem und mies bez. Postdoc-Job zum nächsten schleppt, ein Problem was der Mediziner nicht kennt.
Das manche Biologen, Chemiker usw. da einen Hals schieben, das kann ich absolut verstehen, diese ermüdenden Schwanzvergleiche aus Frust und Egoproblemen heraus aber nicht...
Ebenso kann ich nicht verstehen warum man als Mediziner nicht einfach souverän zugeben kann, dass wir meist (nicht immer) Schmalspurpromotionen machen. Die med. Promotion hat halt eine andere Geschichte (Arzt=Dr., Arzt ohne Dr. existiert teilweise in manchen Köpfen ja immer noch nicht) und erfolgt meist doch wirklich nicht aus dem Grund wissenschaftlich tätig zu werden, so what?
und nun: Gong: die zweite Runde!
Coxy-Baby
13.03.2013, 17:05
Deswegen plädiere ich auch für ein Berufsdoktorat, bei meiner Arbeit war der Arbeitsaufwand auch überschaubar, halt son Jahr lang jede Woche 10 Stunden für die Datenaquise und gut war, da können halt andere Fachbereiche nur von träumen und bei Promotionsthemen wie "Sind Chirurgen hübscher" kann man auch nur den Kopf schütteln, aber so ists nunmal..that's life.
Deswegen plädiere ich auch für ein Berufsdoktorat, bei meiner Arbeit war der Arbeitsaufwand auch überschaubar, halt son Jahr lang jede Woche 10 Stunden für die Datenaquise und gut war, da können halt andere Fachbereiche nur von träumen und bei Promotionsthemen wie "Sind Chirurgen hübscher" kann man auch nur den Kopf schütteln, aber so ists nunmal..that's life.
Eigentlich wäre ich dafür Doktorgrade generell abzuschaffen, dafür sollte man lieber ehrliche und langfristige Stellen in der Wissenschaft schaffen und diese blauäugige Knechterei für wenig Kohle generell abschaffen.
Aber wer würde denn dann noch forschen? Das macht doch fast jeder nur aus Titelgeilheit egal in welchem Fach. Impact points und ne Habil, der Rest ist egal.
Wenn Stellen in der Forschung Perspektive böten und ordentlich bezahlt werden, dann denke ich schon dass es genügend Menschen gäbe die das machen weil ihnen die Wissenschaft Spaß macht und weil sie davon eine Familie ernähren könnten. Leistungsanreize durch Publikationen/Impact Faktoren kann man ja bestehen lassen und von mir aus auch irgendwelche ehrwürdige Titel.
Wunschdenken meinerseits sowieso, die mittelalterliche wissensch. Standesgesellschaft ist ähnlich schwer reformierbar wie manch andere ehrwürdige Institution. Diejenigen die sich die wenigen akademischen Chefposten schwer erkämpft haben und froh sind über die Heerscharen an jungen, billigen Promotionswilligen werden sich wohl nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Ausserdem sagen die natürlich (wie alle Knechte die es zum Chef gebracht haben): mir hat das alles schliesslich nur gut getan.
Aber wer würde denn dann noch forschen? Das macht doch fast jeder nur aus Titelgeilheit egal in welchem Fach. Impact points und ne Habil, der Rest ist egal.
Gäbe es in der Forschung unbefristete Stellen, die im Idealfall auch noch anständig bezahlt würden, würde ich vermutlich jetzt nicht Medizin studieren ^^
Wissenschaftler ist man (im Normalfall) ja nicht, weil man so gerne nen Dr. oder Prof. vor dem Namen stehen hat, sondern weil man daran interessiert ist, in sein Thema so tief wie möglich einzutauchen und neue Sachen herauszufinden und zu verstehen. Also schlicht und ergreifend Spaß an Wissenschaft und Forschung hat ^^
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