PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : RettAss-Ausbildung Bewerbung



alex_g
25.05.2009, 08:01
Hi,

ich würde gerne meine Wartezeit mit einer 3-jährigen RA-Ausbildung und danach Tätigkeit als RA verbrignen. Dafür muss ich mich ja nun bewerben und habe dazu noch ein paar Fragen, vielleicht kann mir da jemand ein paar Tipps geben.

Also zunächst habe würde mich mal interessieren wie ich mir den Schwierigkeitsgrad so vorzustellen haben. Ich habe schon eine Ausbildung, allerdings im handwerklichen Bereich (Elektroniker f. Automatisierungstechnik) und habe die im Prinzip durch reines Absitzen (war halt noch jung und hatte die Ausbildung hautsächlich deshalb angefangen weil man da halt so macht nach der Schule) in der vorgezogenen Prüfung mit 3 in allen Bereichen abgeschlossen. Was ich damit sagen will ist, dass mir die Ausbildung jetzt nicht gerade schwer gefallen ist
Für die RA-Ausbildung braucht man was ich so gelesen habe wohl "nur" den Hauptschulabschluss - ohne den jetzt irgendwie abwerten zu wollen (mein erster Abschluss war als Realschulabschluss ohne Quali auch nicht sooo weit davon weg) das ist ja nicht gerade eine sehr hohe Anforderung.
Also zumindest der theoretische Teil sollte mich ja nicht gerade vor unüberwindbare Hürden stellen.

Aber wie sieht es mit der Praxis aus? Ich habe ein bischen die Sorge, dass ich da vielleicht vor so Fällen stehe wie bei Dr House, wo man einen Patienten hat bei dem total rätselhaft ist was er hat und dann muss man eine Entscheidung treffen und die falsche könnte schlimme Folgen haben.
Andererseits lese ich hier auch immer mal wieder sogar der RA, der ja eigentlich die letzte Stufe vor dem NA ist (oder?) wäre sogar etwas wenig anspruchvoll.
Mache ich mir da unnötige Sorgen? Wie kann ich mir die zu treffenden Entscheidungen vorstellen? Kann vielleicht jemand ein paar Beispiele nennen?


Und wie sieht das eigentlich aus wenn man die Ausbildung und vielleicht danach 2-3 Jahre als fertiger RA und dann vielleicht im Studium nebenbei arbeiten will, würde das eher als positiv oder eher als negativ bei der Bewerbung für die Ausbildung gesehen?

Fiffili
25.05.2009, 09:11
Hallo Alex!

Ich hab es auch so gemacht wie du es gerade planst und nach dem Abi zunächst FSJ als Sani gemacht und danach die Ausbildung zur Rettungsassistentin drangehängt. Ich hatte zu der Zeit einen Festvertrag und habe noch etwa zwei Jahre dort gearbeitet bevor ich den Studienplatz bekommen habe.

Was du wissen solltest ist, dass man die Ausbildung selbst bezahlen sollte. Die Preise variieren, aber mit allem drum und dram läppert sich das zusammen und man ist schon ein paar Tausend Euro los.
In welchem zeitlichen Rahmen die Ausbildung strukturiert ist, variiert auch unter den Schulen, aber grob kann man sagen, die theoret. Ausbildung dauert ein Jahr und daran schliesst sich nochmal das Anerkennungsjahr an.
Ich hatte das große Glück, dass ich aufgrund der Sani-"Ausbildung" die Rett-Ass Schule berufsbegleitend machen konnte, also nebenher ganz normal arbeiten konnte und vor allem, dass ich das Anerkennungsjahr nicht machen musste, da ich vorher schon genug Nottfalleinsätze gesammelt hatte (man muss einen Katalog erfülle).
Man muss sich halt überlegen, ob sich der zeitliche Einsatz lohnt.
Was ich nicht genau weiss, ist wie der Stellenmarkt aussieht, habe aber mal gehört, dass Leute Schwierigkeiten hatten, eine Stelle für das Anerkennungsjahr zu finden. Ist natürlich saublöd, wenn man dann die Ausbildung fertig hat und keine Anstellung findet um die Kenntnise zu festigen und Praxis zu sammeln und um das Geld wieder reinzuarbeiten.
Aber wie gesagt, das weiss ich nicht.

Der Schwierigkeitsgrad der Ausbildung bzw die Anforderungen in der Prüfung sind ebenfalls sehr unterschiedlich.
Meine Schule war nicht sooo anspruchsvoll muss ich ehrlicherweise zugeben und es war recht gut machbar, die Ausbildung auch noch neben der wöchentlichen Arbeitszeit von 50 Stunden zu machen. Natürlich muss man lernen, aber es ist machbar. Zumal du ja auch ein Medizinstudium anstrebst, dann ist das ja ein guter Einstieg!

Ich bin eigentlich froh, es so gemacht zu haben, denn man hat doch einiges an prakt. Erfahrung erworben, was vielen anderen Studis gerade am Anfang fehlt. Viele Krankheiten hat man schon gehört und der Studienbeginn fällt doch leichter.
Natürlich muss man bedenken, dass man nach einer solchen "Karriere" ne ganze Ecke älter ist, als seine Kommilitonen...
Zuletzt zu der Sache mit der Erkennung von Krankheiten...Man muss ein Gespür dafür entwickeln, was den Leute in dieser Situation fehlen könnte, was man untersuchen muss und was man beachten muss. Im Anerkennungsjahr ist man ja bei den Notfällen nur 3. Mann, sodass man sich die Sachen gut "aus der Ferne" betrachten kann. Verantwortungsbewusste Dienststellenleiter würden einen RettAss kurz nach der Prüfung aber natürlich auch nur mit erfahreren Kollegen aufs Auto setzen und nicht gerade mit dem frischen RS-Zivi.

Also Fazit: lohnt sich, aber zeitlicher und finanzieller Aufwand. Erkundige dich nach den Ausbildungsmodalitäten der einzelnen Schulen und nach den Job-Aussichten in deiner Region. (Es war mal im Gespräch, dass die Ausbildung so strukturiert werden soll wie eine "normale", sprich, arbeiten, Schule und ein bisschen Geld verdienen, weiss nicht ob sich das inzwischen durchgesetzt hat!?)

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen,

VG Fiffili

alex_g
25.05.2009, 09:48
Ja es ginge in dem Fall schon um eine Ausbildung mit Vergütung. Es wird wohl darauf hingearbeitet dass man möglichst bald RS hat und schon eingesetzt werden kann wärend der Ausbildung. Wäre dann zB auch RAiP direkt mit drin. Aber dafür halt insgesamt 3 Jahre.

Bin halt nur ein bischen unsicher vor der neuen Sache.

Fiffili
25.05.2009, 11:46
Ja es ginge in dem Fall schon um eine Ausbildung mit Vergütung. Es wird wohl darauf hingearbeitet dass man möglichst bald RS hat und schon eingesetzt werden kann wärend der Ausbildung. Wäre dann zB auch RAiP direkt mit drin. Aber dafür halt insgesamt 3 Jahre.

Bin halt nur ein bischen unsicher vor der neuen Sache.

Naja, Medizinstudium wäre ja nun auch eine "neue Sache" und das ist schon anspruchsvoller, um es mal vorsichtig auszudrücken :-))

Wer nicht wagt.....

Und der Job macht wirklich Spaß, ich hab der Arbeit schon öfter hinterher getrauert, zumal ich auch wegen Nicht-Lohnens im Studium nicht im Rettungsdienst gearbeitet habe!

Dr. Julius Hibbert
25.05.2009, 16:53
Ich habe ein bischen die Sorge, dass ich da vielleicht vor so Fällen stehe wie bei Dr House, wo man einen Patienten hat bei dem total rätselhaft ist was er hat und dann muss man eine Entscheidung treffen und die falsche könnte schlimme Folgen haben.

Ich hoffe mal man verzeiht mir, wenn ich als fast-Laie auch ein paar Worte dazusage. Ich mach grade meinen Zivi als RS und das was ich in meinem Monat RTW-Praktikum und den gelegentlichen KTW-Notfällen erlebt habe, war eigentlich immer ziemlich einfach zu erklären. Meistens wird schon durch die Geschichte des Patienten und den "Gesamteindruck" ziemlich klar, was los ist. Klar gibts gelegentlich auch mal etwas rätselhafte Fälle, wo auch ein Assistent mit 20 und mehr Jahren Berufserfahrung nicht weiß was der Patient hat, aber da muss man dann eben einfach symptomatisch behandeln.
Du musst ja auch nicht immer eine absolut genaue Diagnose haben, um dem Patienten helfen zu können. Und bei den richtig ernsten Fällen hast du ja immer noch einen Notarzt dabei.

sebi86
25.05.2009, 17:41
Mache ich mir da unnötige Sorgen? Wie kann ich mir die zu treffenden Entscheidungen vorstellen? Kann vielleicht jemand ein paar Beispiele nennen?


also da machst du dir wirklich völlig unnötige Sorgen :)
Zum einen ist die Schule ja dazu da, dich entsprechend auf die Praxis vorzubereiten, von daher weisst du in den meisten Fällen schon, was zu tun ist...vorrausgesetzt natürlich, du beherrscht den wichtigen Stoff :)

Ansonsten ist - wie bereits gesagt - bei den wirklich schweren Einsätzen in der Regel ein Notarzt dabei. Falls sich ein Notfall als Notarzteinsatz rausstellen sollte oder falls sich der Zustand deines Patienten akut verschlechtert, dann behandelst du einfach nach Symptomen und fährst ins Krankenhaus :)

Das wichtigste bei Zweifeln ist, dass du deine Diagnose und Anamnese richtig machst und diese auch richtig interpretieren kannst. Wenn du zB. ein Infarkt-EKG bei einem sonst gesunden Pat. übersiehst, dann ist das fatal.
Aber wie gesagt, das wird dir in der Schule schon beigebracht :)

Und falls du wirklich nicht weißt, was ein Pat. haben könnte, dann fahr ihn einfach ins KH oder zum Hausarzt :)

bastiankai
25.05.2009, 20:44
also ich mache momentan auch die Rett-Ass Ausbildung und muss sagen im ersten Jahr geht es ja erstmal nur um die Theorie. Da muss man sich, auf meiner schule jedenfalls, gerade am anfang schonmal hinsetzen und lernen bis man dann die Grundlagen mal verstanden hat. Aber es ist auch alles machbar und im Vergleich zum Medizinstudium, wie schon angesprochen wurde, natürlich ein sehr kleiner teil ;)
Den praktischen Umgang mit den patienten (und der variiert doch sehr stark von der theorie und den fallbeispielen in der schule) lernt man dann eig. eh am Besten während des Anerkennungsjahres. Da hast ja immer noch (auf jedenfall anfangs) 2 erfahrenere Rett-assis bei dir und kannst Erfahrungen sammeln. Auch in dem 1-monatigem Praktikum bekommt man auch schon einen ganz guten einblick in den rettungsdienst und wird gelassener in den situationen.

sebi86
25.05.2009, 22:59
Ja es ginge in dem Fall schon um eine Ausbildung mit Vergütung. Es wird wohl darauf hingearbeitet dass man möglichst bald RS hat und schon eingesetzt werden kann wärend der Ausbildung. Wäre dann zB auch RAiP direkt mit drin. Aber dafür halt insgesamt 3 Jahre.

Bin halt nur ein bischen unsicher vor der neuen Sache.

Wie gliedert sich diese 3-jährige RA-Ausbildung dann genau ?
Und was ist alles neu bzw. der Unterschied, zur 2-jährigen Ausbildung ?

Ihmel
26.05.2009, 11:52
Hier mal die Gliederung der 3-Jährigen bei uns in Bielefeld:

http://www.asb-drk-juh-bielefeld.de/html/personal/ausbildungbeiuns/ausbildungbeiuns.html

harrypotter9
26.05.2009, 16:45
Ich habe mal eine Frage. Was hatt das mit den Ausbildungsjahren an sich?

Also ich habe auch überlegt die Ausbilduntgg zum Rett-assistenten zu machen. Die dauert laut plan hier 2 jahre.

Dann gibt es einen Terminplan demnach würde ich dann vom 6.7.09 - 18.10.09 die ausbildung zum Rettungssanitäter machen.
Zwinschendurch gibts ne kleine pause für die Praktika.

Dann beginnt am 26.10 - 4.12 Die Weiterbildung zum Rettungsassistenten.

Dann ne kurze zeit wo man 250 stunden Klinikpraktikum absolvieren muss.
Dann vom 1.02.2010 - 5.03.2010 den letzten teil der schulischen Weiterbildung.

Und dannmuss man ja 1600 Std. Lehrwache machen. (ca 10 monate)

Das heißt ich wär wenn ich mich richtig ranhalte mit der Ausbildung in 1,5 Jahren fertig stimmt das? Also wenn ich auf der Lehrwache sage ichmöchte sogar sehr oft eingesetz werden dann vllt in 1 jahr und 4 monaten oder so.

oder gibt es da ne regel dass ich genau 2 Jahre das machen muss?

Das irritiert mich nämlichimmer wenn ich höre 1. Ausbildungsjahr und zweites Ausbildungsjahr..anerkennungsjahr etc.

alex_g
26.05.2009, 17:53
Es gibt einfach sehr viele verschiedene Formen dieser Ausbildung.

Weiß jetzt nicht welche du da gewählt hast aber die meisten so wie ich das mitbekommen habe machen den schulischen Teil an so einer Schule wo man irgendwas zwischen 3000-5000 Euro auf den Tisch legen muss und müssen sich dann um ihre Praktikumsplätze selber kümmern. Da ist man wohl dann aber nach gut 2 Jahren fertig, wenn man denn immer für alles sofort nen Platz bekommt, besonders für RAiP solls es wohl nicht so einfach sein nen Platz zu finden.

Mir persönlich ist das einfach zu teuer, nicht aus Prinzip aber ich wohne nicht mehr bei meinen Eltern, die unterstützen mich zwar, aber ein Wohnung inklusive Nebenkosten ohne Einkommen und dann noch mal den ein oder anderen Tausender auf den Tisch legen passt einfach nicht.

Bei drei Jahren dauerts zwar länger aber wenigstens kann ich mir dann noch mein Essen leisten und ich müsste mir keine Sorgen um die Praktikumsplätze machen, da die von der Organisation bereitgestellt werden.
Außerdem glaube ich dass 3 Jahre beim selben Ausbilder schon eine bessere Ausbildung ermöglichen - ermöglichen deshalb weils natürlich immernoch davon abhängt was man selber dafür tut.


Zum Ablauf der is im Groben wohl so, dass man erst mal RS macht, dann den Führerschein Klasse C und dann gehts los mit RA also erst Schule, dann Prüfung und dann RAiP mit dem Abschlussgespräch am Ende. Denke mal voll eingesetzt wird man wohl spätestens ab dem RS. Ist ja im Prinzip eine Art betriebliche Ausbildung.

harrypotter9
26.05.2009, 19:49
Das heißt selbst wennman sich mächtig ins zeug legt kann man die Ausbildung nicht vorher beenden?

Also in 1 Jahr und 3 monaten unmöglich?

Wie ist das mit einem Pflegepraktikum ds ich bereits absolviert habe. Kann ich mir damit einige Stunden Klinikpraktikum ersparen während der ausbildung?

Spriggan
26.05.2009, 23:52
Das hängt von der Schule ab! Generell solltest du dir dadurch aber den pflegepraktischen Teil ersparen können, was aber nicht heisst das du dadurch auch schneller fertig wirst da ja alle zur gleichen Zeit examen machen! Achja, RAiP Plätze zu bekommen ist wohl wirklich nicht so leicht, ich bin gerade dabei:-D! Allerdings macht ein Freund von mir das auch als FSJ, weil er erst während der Ausbildung gemustert wurde..und da gibts ganz gute Chancen weil du auch nur max. 400 Euro verdienst! Wohl höchstens zu empfehlen wenn man noch bei den Eltern wohnt!

moep1
28.05.2009, 00:58
Das heißt selbst wennman sich mächtig ins zeug legt kann man die Ausbildung nicht vorher beenden?

Also in 1 Jahr und 3 monaten unmöglich?



Das scheint wirklich nahezu unmöglich...es heisst ja auch, das Anerkennungsjahr soll 1600 Stunden und 12 Monate umfassen, also kannst du noch so viele Stunden knüppeln, die 12 Monate gehen dadurch leider nicht schneller rum. Wobei es sein kann, dass es da von Bundesland zu Bundesland auch wieder Unterschiede gibt.

alex_g
28.05.2009, 09:29
Also in 1 Jahr und 3 monaten unmöglich?
Also welche Möglichkeiten es da jetzt bei dieser dreijährigen Ausbildung gäbe drch schon geleistete Stunden zu verkürzen weiß ich nicht. Kommt bei mir ja leider nicht in Frage.
Aber im Prinzip ist das ja ein fester Ablauf der zu nem festen Termin beginnt (zB 1.8.) da könnte man ja höchsten irgendwie ein ganzes Jahr verkürzen um wieder in den Plan zu passen. Sind ja vermutlich auch mehrere "Azubis" pro "Lehrjahr" da. Da kann ja nicht jeder sein eigenes Programm bekommen.