PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ligieren versus Koagulieren



Lava
05.08.2009, 18:48
Im Gespräch mit einer Kollegin hat heute das Thema Blutstillung auf. Visceralchirurgen sind ja dafür bekannt, dass sie gerne ligieren oder umstechen, während die unfallchirurgische Fraktion lieber mal drauf los brutzelt. Meine Frage ist, obs da irgendwelche Regeln gibt, ab wann man was macht? Wann ist ein Gefäß zu groß zum Koagulieren? Gibt es wesentlich Nachteile durch der Verkokeln vom Gewebe? Ist die Nachtblutungsgefahr höher?

John Silver
05.08.2009, 19:10
Ich denke, es gibt 2 Sachen zu beachten: erstens sollte man in der unmittelbaren Nähe sensibler Organe wie Darm mit Strom sehr sparsam umgehen, und zweitens sollte man nicht stur mit Strom koagulieren, bis der Strom alle ist. Wenn man, insbesondere bei etwas stärkerer Blutung, schon 3-4 Mal koaguliert hat, und es blutet noch immer, dann nimmt man eben eine Pinzetteumstechungschere oder Overholtligaturschere :-))

Lava
05.08.2009, 19:16
Ich denke, es gibt 2 Sachen zu beachten: erstens sollte man in der unmittelbaren Nähe sensibler Organe wie Darm mit Strom sehr sparsam umgehen,

In die Nähe von sowas kommen wir ja gar nicht :-oopss Maximal stören uns irgendwelche Nerven und da gibt's dann Bipo statt Monopol.

John Silver
05.08.2009, 21:19
Wozu koaguliert man Nerven??

schwarzwald
05.08.2009, 21:23
Unsre Herz & Gefäßchirurgen mögen den Strom :-)) monopolar versteht sich ;-)

Hellequin
05.08.2009, 22:01
Wozu koaguliert man Nerven??
Damit man anschließend ein neurologisches Konsil wegen Gefühlsstörrungen machen kann?:-))

Bille11
05.08.2009, 22:08
und damit man sich das anschliessende neurologische konsil wegen irritationen/neuromen sparen kann.

Lava
06.08.2009, 09:45
Wozu koaguliert man Nerven??

Die Frage ist jetzt nicht ernst gemeint, oder?

MissGarfield83
06.08.2009, 12:18
Also ich hab mir das in meinem Praktikum so erklären lassen :

Jedes Gefäß was wenn es wieder aufgeht immensen Schaden anrichten kann ( z.B. A. thyroidea inf. ) , d.h. unkontrolliert bluten könnte und aufgrund des Gefäßkalibers ne Menge Blut mit sich führt wird ligiert. Ganz sensible Bereiche wie A.&V. pulmonales werden nach dem Absetzen ( meist mit dem Stapler ) nochmal gedeckt ( z.B. Perikardpatch ) - wobei man in dem Bereich damit eventuelle Bronchusstumpfinsuffizienzen auch vermeidet. Dünnere Gefäße in sensiblen Organbereichen werden gerne geclipst anstatt ligiert und die Gefäße im Bereich der Muskeln werden gerne verbrutzelt - wenn das nicht klappt ligiert.

MissGarfield83
06.08.2009, 12:19
Damit man anschließend ein neurologisches Konsil wegen Gefühlsstörrungen machen kann?:-))

Gibt prima Phantomschmerzen :-oopss

Die Niere
06.08.2009, 14:46
Wozu koaguliert man Nerven??Zum Beispiel beim iliohypogastricus oder ilioinguinalis im Bereich der Leiste beim Lichtenstein :-))

Aber ich glaube deine Frage war anders gemeint ;-)

Zurück zum Thema: Es gibt keine Regel wann gebrutzelt, wann ligiert, wann durchstochen oder geclippt wird. Das ist sehr von der eigenen Erfahrung abhängig. Je grösser, desto sicherer und Brennen ist nunmal die unsicherste Variente. Es gibt auch Leute die bei der Päparation zum Venenstern alles nur brutzeln statt zu ligieren, aber das wäre mit wiederum zu heiss.

gruesse, die niere