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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : eure Arbeitszeiten in der Famulatur



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Dr.Nemo
11.08.2009, 20:40
Oh Gott.. Im Sitzen im Kittel Schwitzen... :-dagegen
(Steffi-die-überhaupt-nicht-auf-Kittel-steht)

Hoppla-Daisy
11.08.2009, 20:42
Jaja, vielleicht ja auch in der Variante: Beim Arbeiten frieren, aber beim Essen schwitzen ...

Dr.Nemo
11.08.2009, 20:47
Mit neuem Ü30-Lebensabschnitt schwitze ich nun auch STÄNDIG.. Ob essen oder sitzen :-oopss
Dann doch lieber im OP so tun, als sei das Haken stemmen so furchtbar schweißtreibend gewesen,.. nur kein Kittel.

Lava
11.08.2009, 20:54
Ich finde das ja immer wieder witzig.... ich gare da unter Röntgenschürze und Kittel bestrahlt von 2 OP Lampen mit nem 30kg schweren Bein oder so in der Hand im eigenen Saft und dann kommt's vom hinterm Tuch: "Mir ist kalt!" :-wand

gyrasehemmer
11.08.2009, 20:58
Röntgenschürze:-? Oder noch besser neben dieser Wärme-Decke mit der Heißluft stehen:-))

und apropos Kittel, die kommen ja doch von der Wäscherei gebügelt :-D

Hoppla-Daisy
11.08.2009, 21:01
Noch besser: Kinder-OP mit Plätzchen direkt an der Wärmedecke, Haltung ziemlich verdreht (damit der Rücken auch was davon hat).

Hach ja, wir tun das alles für nen warmen Händedruck und sollen es auch noch gern tun - und überhaupt uns als das verstehen, was wir sind: unkollegial, weil ja noch unärztlich :-oopss

Moorhühnchen
11.08.2009, 21:14
Ich finde das ja immer wieder witzig.... ich gare da unter Röntgenschürze und Kittel bestrahlt von 2 OP Lampen mit nem 30kg schweren Bein oder so in der Hand im eigenen Saft und dann kommt's vom hinterm Tuch: "Mir ist kalt!" :-wandMist, wo arbeitest Du nochmal....? Ist das da, wo ich bin? ;-) :-))

Lava
11.08.2009, 21:19
Ihr müsst euch mal mehr bewegen, statt da nur auf dem Stuhl zu hocken, an Knöpfen zu drehen und den Kugelschreiber zu betätigen!

Lustig fand ich auch heute, dass ein adipöser Pat umgelagert werden sollte. Die einzigen nicht-sterilen Personen war der Springer, die Anä-Pflegerin und die Anästhesistin. Beim Kommando "bitte mithelfen" sprinteten dann beide Anä-Mitarbeiter zum Tubus und hielten zu zweit den Tubus fest, während der Arme Springer verzweifelt am Patienten zerrte und versuchte den fetten Kerl fußwärts zu ziehen :-D

Dr.Nemo
11.08.2009, 21:19
Hach ja, wir tun das alles für nen warmen Händedruck und sollen es auch noch gern tun - und überhaupt uns als das verstehen, was wir sind: unkollegial, weil ja noch unärztlich :-oopss

Naja wir kommen noch nicht als erstes und gehen als letztes... und jez beschweren wir uns auch noch über die Wärmebildung bei der "Arbeit" :-))

Cilo
12.08.2009, 07:24
Aber dennoch kann ich nur den Kopf schütteln, wenn sich hier Leute darüber aufregen, dass manche Famulanten vor 16-17 Uhr nach Hause gehen.

darum ging es nicht, sondern darum, ob man täglich darauf bestehen sollte, dass man eher weg will - das ist ein kleiner aber entschiedener Unterschied, der nur leider wenig in der Diskussion beachtet wurde

mir ging es um das Anspruchsdenken, "eher gehen ist doch mein gutes Recht, Essen einfordern selbstverständlich", das finde ich nicht gerechtfertigt

dass man mal eher geht, wenn nichts mehr los ist, ist doch völlig normal



Meine Famulaturen waren eigentlich nie sehr arbeitsintensiv...das morgendliche Blutabnehmen war eigentlich die einzige "Arbeit"....und für Lehre von z.B. 4 Wochen muß ich nicht auch noch auf Fahrtkostenzuschuss o.ä. bestehen.

:-meinung

capablanca1
12.08.2009, 09:26
mir ging es um das Anspruchsdenken, "eher gehen ist doch mein gutes Recht, Essen einfordern selbstverständlich", das finde ich nicht gerechtfertigt

:-wand

Feuerengelchen
12.08.2009, 12:37
Es steht jedem frei, sich vorher zu erkundigen, WAS die entsprechende Abteilung "bietet", bevor man dort anfängt. Wenn ich als Famulant schon meine Arbeitskraft kostenlos zur Verfügung stelle (die sicherlich begrenzt ist), dann möchte ich schon von anderer Seite einen gewissen Nutzen ziehen.

Ich persönlich suche mir meine Famulaturen aus einer Mischung folgender Faktoren aus:

1) Wichtigster Punkt: Was kann ich dort lernen, was für Erfahrungen haben andere Famulanten dort gemacht und wie wird man fachlich betreut?

2) Was darf ich machen? (hier meine ich vor allem das sinnvolle Ausgelastet sein anstatt Zeit abhocken, erst nachrangig auch noch echte praktische Mitarbeit wie venöse Zugänge, intubieren...)

3) Was bietet das KHS an "Annehmlichkeiten" wie kostenloses/vergünstigtes Essen, Übernachtung...? Wie sind Arbeitszeiten geregelt?

4) Welches Fach will ich "ausprobieren" und was will ich dort ungefähr mitnehmen? (zB will ich nächstes Mal Neuro machen, weil ich von neurologischen Erkrankungen noch nicht sooo die Ahnung habe und v.a. die neurologische Untersuchung besser üben möchte)

5) Wieviel kostet es mich insgesamt? (Bei Eltern wohnen versus auswärts...)


Wenn zB Punkt 1 lohnenswert erscheint, nehme ich es auch mal in Kauf, dass man zB fürs Mittagessen bezahlen muss. Insgesamt möcht ich damit sagen, dass die Waage stimmen muss.
Was die Arbeitszeiten anbelangt, hatte ich noch nie Probleme (vielleicht auch deswegen weil ich nur Fächer gemacht habe, die mir Spaß gemacht haben und wo ich eher länger als kürzer geblieben bin, bis wirklich nix mehr zu tun war). Ich hatte eigentlich immer (Ober)Ärzte, die einem auch mal angeboten haben zu gehen, weils nix interessantes mehr gebe und mir im Gegenzug Bescheid gegeben haben, wenn es zB in der Anästhesie eine interessante Einleitung gab und ich grade im OP saß.
Einmal hab ich in Hamburg drum gebeten, früher gehen zu dürfen weil ich was besonderes in der Stadt vor hatte. Hat gar kein Problem dargestellt, im Gegenteil, ich musste am nächsten Tag Fotos mitbringen und breit erzählen wie mirs gefallen hat :-top
Wenn man sonst einen guten Eindruck hinterlässt und höflich und mit guter Begründung nachfragt, ob man früher gehen darf, dann denke ich nicht dass ein Chef blöde Sprüche macht oder gar Probleme.:-meinung

DrMedWurscht
12.08.2009, 12:42
mir ging es um das Anspruchsdenken, "eher gehen ist doch mein gutes Recht, Essen einfordern selbstverständlich", das finde ich nicht gerechtfertigt

Da hab ich ne kleine Story dazu:
Im Chirurgie-PJ haben wir ne kleine Aufwandsentsschädigung + Unterkunft + Frühstück und Mittagessen zugesagt bekommen (war an nem kleineren Lehrkrankenhaus). Den Ansatz find ich ja schon einen Schritt in die richtige Richtung. Trotzdem bringt mir das rein gar nichts, wenn ich während der Casino-Öffnungszeiten die ganze Zeit im OP stehe (obwohl noch andere Assistenten Zeit gehabt hätten) und sogar noch blöd vom Chef angemacht werde, weil ich kurz angefragt habe, ob es denn möglich sei noch was Essen zu gehen ("Die Patientenversorgung hat Vorrang" blabla, bei seinem Gehalt allerdings verständlich, war Privatpatient). Als Belohnung für meine Mehrarbeit durfte ich mir dann noch total überteuert zwei Sandwiches am Kisok kaufen, weil da die Essengutscheine nicht gelten.

In Deutschland hat sichs so eingeschlichen, dass über einen getuschelt wird, wenn man pünktlich zur Arbeit kommt, seine gesetzlich vorgeschriebene Mittagspause beansprucht und pünktlich heimgehen will. Das alleinige Äußern solcher Grundsatzvorstellungen ruft bei vielen Ärzten (sowohl Assistenten als auch Chefetage) den Eindruck hervor, man sei faul und nicht willens zu arbeiten. Sorry Leute, das ist doch ein krankes System! In fast keinem anderen Berufszweig wird so eine selbstlose Hingabe verlangt wie bei den Ärzten. Und dann ist es noch unverständlicher, wenn man während seines Praktikums bzw. freiwilligen Arbeitens (Famulatur) sich dann genauso verhalten soll wie die - immerhin bezahlten - fest angestellten Ärzte?

Also ja, es ist für mich mehr als selbstverständlich, wenn ich als freiwilliger Helfer mein Essen einfordere und flexible/humane Arbeitszeiten für mich beanspruche.

Der viel zitierte Satz "Ihr sollt was in der Famulatur/PJ lernen" wird leider allzu oft als Pseudo-Begründung für versteckte Kosteneinsparungen missbraucht. KOSTENLOSE Abeitskraft statt LEHRAUFTRAG hab ich allzuoft feststellen müssen.
Und solange dieses Denken in Deutschland vorherrscht, werden die Arbeitszeiten nicht kürzer, der Lohn nicht besser und die Burn-Out-Kliniken voller...

Mein Senf dazu...

P.S.: Ach ja ich hab auch sehr gute Famulatruren/PJs gehabt...

BetterCallSaul
12.08.2009, 12:49
In Deutschland hat sichs so eingeschlichen, dass über einen getuschelt wird, wenn man pünktlich zur Arbeit kommt, seine gesetzlich vorgeschriebene Mittagspause beansprucht und pünktlich heimgehen will. Das alleinige Äußern solcher Grundsatzvorstellungen ruft bei vielen Ärzten (sowohl Assistenten als auch Chefetage) den Eindruck hervor, man sei faul und nicht willens zu arbeiten. Sorry Leute, das ist doch ein krankes System! In fast keinem anderen Berufszweig wird so eine selbstlose Hingabe verlangt wie bei den Ärzten.

Word.

blubb
12.08.2009, 15:33
mir ging es um das Anspruchsdenken, "eher gehen ist doch mein gutes Recht, Essen einfordern selbstverständlich", das finde ich nicht gerechtfertigt

Hättest du richtig gelesen, hättest du erkannt, dass nicht ich den Anspruch auf ein Essen einfordern wollte, sondern mir die Sekretärin von sich aus bei Ausmachung der Fam freiwillig auch ein Mittagessen zusicherte, was dann de facto nicht der Fall war - darum ging es. Ich selbst habe gar nicht danach gefragt, weil ich erst gar kein Essen erwartet habe. Kleiner Unterschied :-))

Ehemaliger-User-13092010
13.08.2009, 15:33
Da hab ich ne kleine Story dazu:
Im Chirurgie-PJ haben wir ne kleine Aufwandsentsschädigung + Unterkunft + Frühstück und Mittagessen zugesagt bekommen (war an nem kleineren Lehrkrankenhaus). Den Ansatz find ich ja schon einen Schritt in die richtige Richtung. Trotzdem bringt mir das rein gar nichts, wenn ich während der Casino-Öffnungszeiten die ganze Zeit im OP stehe (obwohl noch andere Assistenten Zeit gehabt hätten) und sogar noch blöd vom Chef angemacht werde, weil ich kurz angefragt habe, ob es denn möglich sei noch was Essen zu gehen ("Die Patientenversorgung hat Vorrang" blabla, bei seinem Gehalt allerdings verständlich, war Privatpatient). Als Belohnung für meine Mehrarbeit durfte ich mir dann noch total überteuert zwei Sandwiches am Kisok kaufen, weil da die Essengutscheine nicht gelten.

In Deutschland hat sichs so eingeschlichen, dass über einen getuschelt wird, wenn man pünktlich zur Arbeit kommt, seine gesetzlich vorgeschriebene Mittagspause beansprucht und pünktlich heimgehen will. Das alleinige Äußern solcher Grundsatzvorstellungen ruft bei vielen Ärzten (sowohl Assistenten als auch Chefetage) den Eindruck hervor, man sei faul und nicht willens zu arbeiten. Sorry Leute, das ist doch ein krankes System! In fast keinem anderen Berufszweig wird so eine selbstlose Hingabe verlangt wie bei den Ärzten. Und dann ist es noch unverständlicher, wenn man während seines Praktikums bzw. freiwilligen Arbeitens (Famulatur) sich dann genauso verhalten soll wie die - immerhin bezahlten - fest angestellten Ärzte?

Also ja, es ist für mich mehr als selbstverständlich, wenn ich als freiwilliger Helfer mein Essen einfordere und flexible/humane Arbeitszeiten für mich beanspruche.

Der viel zitierte Satz "Ihr sollt was in der Famulatur/PJ lernen" wird leider allzu oft als Pseudo-Begründung für versteckte Kosteneinsparungen missbraucht. KOSTENLOSE Abeitskraft statt LEHRAUFTRAG hab ich allzuoft feststellen müssen.
Und solange dieses Denken in Deutschland vorherrscht, werden die Arbeitszeiten nicht kürzer, der Lohn nicht besser und die Burn-Out-Kliniken voller...

Mein Senf dazu...

P.S.: Ach ja ich hab auch sehr gute Famulatruren/PJs gehabt...

so was von Word. Ich protestiere indirekt, indem ich aus Deutschland auswandere, es gibt genug andere Länder wo die Arbeitsatmosphäre deutlich besser ist und es entspannter zugeht. Wäre ich in Deutschland, würden mich wohl viele hassen (warum auch immer), weil ich auf die Dinge bestehe, die mir im Vertrag oder per Arbeitsschutzgesetz zustehen.

orome
13.08.2009, 17:44
so was von Word. Ich protestiere indirekt, indem ich aus Deutschland auswandere, es gibt genug andere Länder wo die Arbeitsatmosphäre deutlich besser ist und es entspannter zugeht. Wäre ich in Deutschland, würden mich wohl viele hassen (warum auch immer), weil ich auf die Dinge bestehe, die mir im Vertrag oder per Arbeitsschutzgesetz zustehen.
das ist auch das beste was man machen kann. überall wo ich bisher war, gings entspannter zu als in deutschland. und daran ist nicht nur das system schuld.
ums mal hart zu sagen: solange es leute gibt, die auf ihr privat leben verzichten und bis 9 in der klinik bleiben, wirds für die, die einfach nur ganz normal arbeiten wollen schwer. entweder man geht auf konfrontation, d.h. man ist arbeitsscheu und ne faule sau. oder man findets blöd, macht aber stillschweigend mit; nur nicht auffallen.
so wies mir vorkommt, entscheiden sich die meisten für die zweite lösung, sind dann aber am rumjammern. und das versteh ich dann am allerwenigsten.

Lava
13.08.2009, 17:56
Ihr tut ja gerade so, als müsse man in Deutschland zwangsläufig immer bis 21Uhr arbeiten und würde schief angeguckt, wenn man pünktlich gehen will. Das stimmt nicht. Und hassen wird dich niemand dafür, dass du dir die dir zustehende Mittagspause nimmst oder den Fortbildungsurlaub oder was auch immer. Kritisch wird es dann, wenn du Arbeit liegen lässt, die dann jemand anders für dich machen muss.

DrMedWurscht
13.08.2009, 20:29
Kritisch wird es dann, wenn du Arbeit liegen lässt, die dann jemand anders für dich machen muss.

Das ist ja das Perfide am System. Einer lässt die Arbeit liegen, weil er trotzdem pünktlich heimgehen will. Danach zieht er sich den verständlichen Unmut seiner Kollegen zu, weil die natürlich alles aufarbeiten müssen. Die eigentlichen Schuldigen, nämlich die Chefetage/Wirstschaftler, die keine Ärzte einstellen, ist erstmal fein raus, weil die Ärzte sich ja untereinander "bekämpfen". Für mich ist das eine Form von Gruppenbestrafung, die Einzelkämpfer gegen das System zum Scheitern verurteilt. Vorher werden sie von den Kollegen rausgemobbt... "Bestrafungen" dieser Art findet man übrigens in jeder gut funktionierenden Diktatur...

P.S.: Ich hab eigentlich schon vor, in Deutschland zu arbeiten. Ins Ausland flüchten hilft mir da auch nicht weiter. Ich werd wohl möglichst schnell die Krankenhauszeit rumbringen und dann ab in die Allgemeinarztpraxis...

dreamchaser
13.08.2009, 21:17
Ich stelle jedem Famulanten oder PJ am Anfang frei, so lange zu bleiben, wie er will (mit der klaren Ansage, dass ich mir gewiss nicht Fehltage oder -stunden aufschreibe). Was nützt mir ein unmotivierter Student der mir hinterhertrabt und eh nix von alleine macht? Die interessierten bekommen alle Erklärungen die sie wollen und auch ganz klar den Hinweis, wenn ich am Nachmittag nix mehr spannendes mache (also nur noch Briefe schreiben - manche PJs haben ja eigene Zimmer bei uns, die schreiben dann Briefe für ihre Patienten).
In Italien wurde das mit am Besten gehandhabt (im PJ): mir wurde nahegelegt erst um 9:30 Uhr zur Visite zu kommen, da ich mich ja vorher beim Briefe schreiben nur langweile - und nach der Visite konte ich auch wieder gehen wenn ich wollte. Im OP haben mich die OP-Pfleger auch immer mal mit rausgenommen zum Kaffeetrinken (in Italien ist es ja ein Unding 2 Std. ohne Kaffee zu sein). Fand ich super - bin ab und zu länger geblieben oder auch früher gegangen, je nach Lust und Laune.