Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umgang mit der NS-Vergangenheit
Original geschrieben von airmaria
Gibt es tendenziellen Haß oder Neid gegen Besserverdienende?
Gibt es Ansätze zum Vergleich aus der Geschichte?
Aber doch bitte nicht zum Vergleich mit der Judenverfolgung!!!
Du meinst es tatsächlich ernst. Schade, aber das ist für mich dermaßen OFF, daß ich mich jetzt aus dieser Diskussion verabschiede.
Rugger
airmaria
15.12.2002, 23:37
Original geschrieben von Rugger
Tja, Mary, so fällt der Versuch, uns vorzuführen, auf Dich zurück - obwohl: ich hoffe doch sehr, daß Du Kochs Aussage nicht wirklich unterschreiben würdest. Falls doch, sollte Dir zu denken geben (wenn schon nichts anderes), daß selbst der CDU- Rechtsaußen Koch Anlaß genug sah', seine Aussage zurückzuziehen (hat er sich eigentlich entschuldigt?).[B]Warum erwähnte Vergleiche tabu sein sollten, hast Du hoffentlich mittlerweile eingesehen.
Rugger
... sorry, aber ich verpasse da gerade irgendwie die Pointe!
Ich lache trotzdem mal:
:-)) :-)) :-))
"Mary" airmaria
Original geschrieben von airmaria
... sorry, aber ich verpasse da gerade irgendwie die Pointe!
Ich lache trotzdem mal:
:-)) :-)) :-))
???
R.
airmaria
15.12.2002, 23:43
... ich suche halt verzweifelt das, was auf mich zurückfällt....
Original geschrieben von airmaria
... ich suche halt verzweifelt das, was auf mich zurückfällt.... Wenn Du zu den (viel zu oft) erwähnten Aussagen stehst, mußt Du mit Luckies Vorwürfen leben.
R.
luckyblue
15.12.2002, 23:45
@Mary
Gerade weil du in Anlehnung an Koch fragst, was denn an dem Vergleich Reiche/Juden nicht in Ordnung sei, steuerst du aber nicht gerade etwas zur differenzierten Auseinandersetzung bei. Hier werden erstens die Verbrechen der Nazis für Belange der Gegenwart instrumentalisiert (sprich bagatellisiert) und zweitens Kochs Gegner indirekt mit den Nazis gleichgesetzt. Das ist doch geschmacklos.
Wenn es die Verbrechen der Nazis nicht gegeben hätte, wäre der Vergleich (also unter Bezug aufs MIttelalter etc.) vielleicht noch tragbar. Koch hat aber von "einem Stern vor der Brust" gesprochen. Da du dich auf seine Aussage beziehst, ist bei deiner Stellungnahme, und mag sie noch so "schwammig" ausgedrückt sein, doch immer der Bezug zu Hitler implementiert.
Pauschalisieren hieße in diesem Zusammenhang also eher, Kochs Aussage losgelöst aus dem Kontext zu betrachten und auf den Vergleich Reich/Juden zu reduzieren. Es hat keinen Sinn, sich über "Tabus" zu ereifern, wenn man sie aus der Situation isoliert.
airmaria
15.12.2002, 23:49
... wieso sollte ich nicht zu meinen Aussagen stehen... wo ist das Problem?
"Mary" airmaria
Original geschrieben von airmaria
... wieso sollte ich nicht zu meinen Aussagen stehen... wo ist das Problem?Ich beziehe mich vor allem auf Kochs Aussage, die offen antisemitisch war und mir der Du dem Anschein nach bislang keine Probleme hast!
Überleg' doch mal: wenn selbst Koch es für angebracht hält, seine Aussage zurückzuziehen, sollte Dir das, insofern Du Dich als Demokrat und "Nicht- Antisemit" bezeichnest, doch zu denken geben - wenn schon alle anderen Argumente (v.a. den Vorwurf der Bagatellisierung) nichts gebracht haben!
Rugger
airmaria
15.12.2002, 23:58
Original geschrieben von luckyblue
Gerade weil du in Anlehnung an Koch fragst, was denn an dem Vergleich Reiche/Juden nicht in Ordnung sei, steuerst du aber nicht gerade etwas zur differenzierten Auseinandersetzung bei. Hier werden erstens die Verbrechen der Nazis für Belange der Gegenwart instrumentalisiert (sprich bagatellisiert) ...
Also ob diese Aussage nicht eher für einen ordentlichen und nachdrücklichen (leider wohl auch nur zeitlich begrenzten) Schub in der Auseinerdersetung mit diesem Thema gesorgt hat, mag ich einfach mal so dahinstellen.
Ist ein gewisses Maß an Übertreibung nicht ein wunderschönes und zulässiges Mittel, was jeder von uns täglich anwendet?
... und am schönsten wirkt es bei den Erbsenzählern!
:-)) :-)) :-))
"Mary" airmaria
Froschkönig
15.12.2002, 23:59
Mal abgesehen davon, was man davon hält : Jeder Politiker, der sich zu einem wie auch immer gearteten Vergleich mit dem Nazi-Regime hinreißen ließ, sieht sich alleine von seinen Parteikollegen dazu genötigt, das zurückzuziehen.
Ob das diesen oder einen anderen Sachverhalt angeht :
Politiker sollten öfter ein wenig besser nachdenken, wenn unsere Landesvertreter immer im nachhinein irgendwas zurückziehen, finde ich das einfach nur lächerlich. Das hätten sie sich überlegen sollen, bevor sie es sagten, aber denen geht es anscheinend wie mir :
Woher soll ich wissen was ich denke, bevor ich höre, was ich sage.....
Original geschrieben von airmaria
Ist ein gewisses Maß an Übertreibung nicht ein wunderschönes und zulässiges Mittel, was jeder von uns täglich anwendet?Ok, Du willst es nicht einsehen, ich geb's auf, deshalb nun endgültig mein Abschied aus dieser Diskussion.
Rugger
airmaria
16.12.2002, 00:05
Original geschrieben von Rugger
Ich beziehe mich vor allem auf Kochs Aussage, die offen antisemitisch war und mir der Du dem Anschein nach bislang keine Probleme hast!
Überleg' doch mal: wenn selbst Koch es für angebracht hält, seine Aussage zurückzuziehen, sollte Dir das, insofern Du Dich als Demokrat und "Nicht- Antisemit" bezeichnest, doch zu denken geben...
Erstens: bitte erkläre mir, was Du genau unter antisemitisch verstehst.
Zweitens: willst Du mich nun für ganz blöd verkaufen? Natürlich meinte Koch seine Aussage genau so, wie er sie gesagt hat (wie viele Politiker vor Ihm in ähnlichen Situationen bereits auch).
Er zieht sie nur unter dem Druck der Öffentlichkeit zurück, um sein politisches Dasein zu retten...
Das einzig merkwürdige daran ist, daß es hier und da tatsächlich einem Politiker so gelingt, seine Karriere zu retten, obwohl jeder weiß, daß die Entschuldigung nur aus diesem Grunde erfolgt...
Wir sind schon ein ziemlich komisches Volk!
:-)) :-)) :-))
"Mary" airmaria
airmaria
16.12.2002, 00:10
Original geschrieben von Rugger
... ich geb's auf, deshalb nun endgültig mein Abschied aus dieser Diskussion.
Hiergeblieben!
Ich rede mit Dir und habe Dich etwas gefragt!
So geht das nicht!
:-)) :-)) :-))
"Mary" airmaria
Ok, ich gebe zu, daß es vollkommen inkonsequent ist, nun doch wieder zu antworten, aber wenn Mary mich nun schon direkt anspricht, bin ich ihm wohl doch eine Antwort schuldig:
Original geschrieben von airmaria
Erstens: bitte erkläre mir, was Du genau unter antisemitisch verstehst.Ich werde mich jetzt hier nicht auf eine Definitionsdiskussion (oder, in anderen Worten, Korinthenkackerei) einlassen, nur soviel: die Bagatellisierung des Holocausts ist eindeutig antisemitisch.
Zweitens: willst Du mich nun für ganz blöd verkaufen? Natürlich meinte Koch seine Aussage genau so, wie er sie gesagt hat (wie viele Politiker vor Ihm in ähnlichen Situationen bereits auch).
Er zieht sie nur unter dem Druck der Öffentlichkeit zurück, um sein politisches Dasein zu retten...Ach nee?! Das ist ja gerade der Punkt! Aber denkst Du wirklich, daß er auch zurückgezogen hätte, wenn die Empörung unbegründet gewesen wäre?!
Das einzig merkwürdige daran ist, daß es hier und da tatsächlich einem Politiker so gelingt, seine Karriere zu retten, obwohl jeder weiß, daß die Entschuldigung nur aus diesem Grunde erfolgt...
Wir sind schon ein ziemlich komisches Volk!Leider vergisst die Öffentlichkeit viel zu schnell (gerade auch bei Koch -> Unterschriftenkampagne, Schauspielerei im Bundesrat, Schwarzgeldaffäre etc.), oder, noch schlimmer, ist stillschweigend einverstanden... Aber das ist nun wieder ein Thema für einen neuen Thread.
Rugger
luckyblue
16.12.2002, 00:29
und am schönsten wirkt es bei den Erbsenzählern!
... 123, 124, 125.
Endlich kann ich schlafen;-)
Noch eine Anmerkung, die ein wenig off Topic ist:
wo sind denn bitte die Anfeindungen und der Haß gegen die Reichen? Ja, sie sollen mehr Steuern zahlen (sage das jetzt mal ganz wertfrei - bitte jetzt keine Diskussion darüber an dieser Stelle!), aber damit hat es sich doch auch schon... Ganz im Gegenteil, unsere Gesellschaft ist doch fasziniert mit (und höchstens ein bißchen neidig auf) Reichtum; siehe die einschlägigen Fachblätter (Bild, Bunte, Gala etc.).
Allein schon unter diesem Aspekt kann man doch wohl doch die vermeintliche Stigmatisierung der Reichen in Deutschland nicht auf eine Ebene mit dem Tragen des Judensterns und allem was daraus folgte, stellen. Aber ich wiederhole mich...
Rugger
airmaria
16.12.2002, 00:32
die Bagatellisierung des Holocausts ist eindeutig antisemitisch
Hey Rug, da stimme ich Dir ja mal zu :-)) ! Nur bezüglich des Bagetellisierens dürfte es wohl noch erhebliche Differenzen geben:
ach ja, ich vergaß, alles was man mit dieser Zeit vergleicht ist ein Verbrechen an den Juden!
Aber denkst Du wirklich, daß er auch zurückgezogen hätte, wenn die Empörung unbegründet gewesen wäre?!
Klar! Ich halte es ja für unbegründet :-)) !
Leider vergisst die Öffentlichkeit viel zu schnell ...
... ich stimme Dir schon wieder zu, aber glücklicherweise hat die Aussage von Koch dazu geführt, daß sich einige mal wieder daran erinnern :-))
"Mary" airmaria
airmaria
16.12.2002, 00:39
Original geschrieben von Rugger
wo sind denn bitte die Anfeindungen und der Haß gegen die Reichen?
Warst Du schonmal auf einer Gewerkschaftsversammlung? Oder hast Du schonmal in der Fabrik gearbeitet, am Band gestanden, and der Stanze Knöpfchen gedrückt...
Ach ne, die Bagetellisierung der "Gefühle" der dort malochenden Menschen gehört ja zum guten Ton!
"Mary" airmaria
Original geschrieben von airmaria
...ach ja, ich vergaß, alles was man mit dieser Zeit vergleicht ist ein Verbrechen an den Juden! ???
Klar! Ich halte es ja für unbegründet ! Da bist Du hoffentlich der Einzigste!
... ich stimme Dir schon wieder zu, aber glücklicherweise hat die Aussage von Koch dazu geführt, daß sich einige mal wieder daran erinnern ??? Du meinst, Koch hat die Aussage gemacht, um endlich mal wieder ein wenig Spannung in den hessischen Landtagswahlkampf zu bringen?!
Rugger
Original geschrieben von airmaria
Oder hast Du schonmal in der Fabrik gearbeitet, am Band gestanden, and der Stanze Knöpfchen gedrückt...
Ach ne, die Bagetellisierung der "Gefühle" der dort malochenden Menschen gehört ja zum guten Ton!Ja, habe ich. Tue ich irgendwo auch immer noch, wenn man die Arbeit im RD auch mitzählt (da bekommt man nämlich auch so einiges erzählt) Habe aber von derartigen Ressentiments nichts mitbekommen (da sind es dann doch eher die bösen Ausländer und Juden). Meinst Du denn, daß sich die erwähnten Fachblätter so gut verkaufen würden, wenn sich die Leute nicht für die Reichen&Schönen interessieren würden?
R.
Ps. Mary, wahrscheinlich hast Du bei Opel am Band gestanden, als da noch Joschka agitiert hat... :-D
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