Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : OSCE
_-_ Objective Structured Clinical Examination _-_
Die Uni Witten/Herdecke ersetzt das Physikum und das erste Stex durch Prüfungen am PC. Die Tests bestehen nicht mehr aus MC Fragen, sondern die Kandidaten müssen am Rechner virtuelle Patienten untersuchen.
Die Studenten durchlaufen Parcours, in denen sie mit ärztlichen Alltagssituationen konfrontiert werden und müssen Diagnosen stellen, Patientengespräche führen etc.
Was haltet Ihr davon?
Findet Ihr einen solchen Test besser, weil es keine MCs mehr geben könnte? Oder meint Ihr, der ganze Aufwand, der dafür betrieben werden müsste, ist den Nutzen nicht wert?
Würde mich über feedback freuen. :-winky
maja
PS: Den kompletten Artikel gibts hier: (http://www.n-tv.de/3087482.html)
Da kann ich mich außnahmsweise mal kurz fassen:
wenn der Test wirklich objektiv ist, finde ich ihn absolut Klasse.
Und da er wohl auch viel näher an der Realität dran zu sein scheint, ist er defintiv den Aufwand auch wert.
Rugger :-top
Sebastian1
16.12.2002, 11:26
Der OSCE-Test gehört zu neuen Prüfungsformen, die im Rahmen der neuen AO und insbesondere von Reformstudiengängen in Zukunft viel häufiger als nur in Staatsexamina autauchen werden.
Diese Prüfungsform findet - mit großem Erfolg - in anderen Ländern, insb. Holland (Maastricht) und den USA schon lange statt. Vernünftig konzipiert ist so ein test auf jeden Fall valide, reliabel, objektiv und reproduzierbar. Andere nennenswerte Prüfungsformen, die in Zukunft mehr oder weniger an Gewicht gewinen werden: Osler, Progress Test, Triple Jump, Portfolio.
Unter diesen Stichworten kann man sich sicher schonaml informieren. Ich poste gerne was genaueres zu diesen Formen, habe jetzt aber meine Unterlagen grade nicht verfügbar...mache es also die Tage mal, ok?
Gruß,
Sebastian
Hört sich ganz gut an, aber was hat Patientenuntersuchung mit dem Physikum zu tun? So sehr ändert sich doch der Prüfungsstoff auch wieder nicht.
rolexralf
16.12.2002, 19:35
Hmm... genau das war auch mein erster Gedanke. Wie will man die theoretischen Inhalte von Physikum und 1. Stex auf einen "Patienten" übertragen? Im Einzelfall mag das gehen, aber solange sich an den geprüften Inhalten nicht viel ändert, glaube ich kaum, dass sich das sinnvoll umsetzen lässt.
Anders sieht es evt. beim 2. Stex aus. Das liese sich sicherlich wesentlich patientenzentrierter gestalten und die erwähnte Möglichkeit ist zumindest ein interessanter Gedanke.
Im Rahmen des Reformstudienganges wird der OSCE auch in Berlin durchgeführt. Während der Erstesemesterwoche hatten wir als Regelstudis die Möglichkeit an einem "Spaß-OSCE" teilzunehmen und so diese Testform kennenzulernen.
Ich finde den OSCE eine echt gute Idee, allerdings NUR als Ergänzung zu anderen Prüfungen. AUch im Reformstudiengang läuft nicht alles nur über den OSCE, da gibt es noch weitere Prüfungen.
Objektivität ist ganz sicher nicht gegeben, da doch die Bewertung der einzelnen Stationen von Menschen durchgeführt wird und die können nun mal, so sehr sie auch wollen, nicht völlig objektiv sein.
Ersa
DanielOliver
18.12.2002, 13:44
Was die Objektivität angeht, so ist natürlich ein gründliches Training der Prüfer und eine genaue Definition der zu erbringenden Leistungen, zum Beispiel im Rahmen einer Checkliste, Voraussetzung.
Atürlich braucht man für verschiedene Lernziehle verschiedene Prüfungsformen, aber für die Bereich Skills ist der OSCE im Moment eindeutig der Goldstandard. Wissen und Attitudes werden auch gleich mitgeprüft.
Daniel
Hm,
also für mich klingt das ganze zumindest im Ansatz erstmal sehr gut. Wie die Umsetzung ist, ist dann ne andere Frage.
Aber wahrscheinlich habt ihr Recht, dass das alles mehr in der Klinik bringt als in den vorklinischen Fächern.
Naja, bleibt mal abzuwarten, wie so die Meinungen sind, wenn das Dingens mal richtig zum Einsatz gekommen ist.
BieneMaja
19.12.2002, 21:01
Hallo zusammen,
also ich finde auch, dass sich das ziemlich gut anhört...!
Soll denn dann das komplette Physikum in dieser Form stattfinden, also ohne mündliche Prüfung???
Ab wann soll das denn so stattfinden? Wenn das nicht allzu lange dauert, dann werde ich vielleicht erstmal Mutter und mache dann das verdammte Physikum.... :-D :-D :-D
Naja, ist nicht so wirklich ernst gemeint, aber in der Form hätte ich weniger Angst...
Original geschrieben von Pascal
Hört sich ganz gut an, aber was hat Patientenuntersuchung mit dem Physikum zu tun? So sehr ändert sich doch der Prüfungsstoff auch wieder nicht.
Ich studiere in Witten/Herdecke und glaube ich muß ein paar Missverständnisse aus der Welt räumen: Wir schreiben als Ersatz für Physikum und erstes Stex natürlich auch theoretische Prüfungen, den MEQ. Wir müssen nur nicht kreuzen, sondern antworten ausführlich. Unsere Antworten werden dann mit einem vorher festgelegten Erwartungshorizont abgeglichen. Dadurch, daß der Modellstudiengang sehr praxisnah konzipiert ist, werden von Semester zu Semester auch zunehemnd klinische Fragestellungen mit aufgenommen.
Als zweite Standbein für den Ersatz Physikum und 1. Stex kommen dann die OSCE´s. Hier müssen wir an etwa 20 Simulationspatienten (nicht vor dem Computer!) in limitierter Zeit (5-10Min/Patient)Untersuchungen aufgrund von klinische Fragestellungen durchführen. Ein Prüfer beurteilt diesen Untersuchungsgang quantitativ und qualitativ anhand einer Checkliste.
Bei Fragen mailt mir einfach :-top
Gruß, Jann
Das klärt immer nochnicht die Frage was das mit der Vorklinik zu tun haben soll. Nicht das ich falsch verstanden werde. Mag sehr gut sein und sinniger die Ausbildung. Es geht mir eher darum, daß man das was das Physikum abfragen soll, sinnvoll oder nicht, eher schlecht am Patienten abfragen kann. Sachen fürs 1. Stex schon eher.
Sebastian1
03.02.2003, 12:16
Löse dich bei diesen fragen von der sturen Unterteilung Klinik/Vorklinik. Die Verzahnung von theroetische-vorklinischem, theoretisch-klinischem und praktisch-klinischem Wissen ist die Kombination, die nicht nur in den Prüfungen, sondern natürlich auch in den Lehrveranstaltungen Raum finden soll. Sonst machts ja auch keinen Sinn.
Gruß,
Sebastian
Es geht doch gar nicht darum das ich so liebend gerne die Trennung beibehalten will. Es geht darum, das Die Theoretischen Grundlagen nunmal das Physikum sind. Meine Frage war wie diese Sachen in Patientensimulationen abgefragt werden sollen. Ich denke das können sie nicht in dem Umfang wie es fürs Physikum vorgeschrieben ist. Das ich es für schwachsinn halte was man da nicht alles an Grundlagen wissen muß fürs P. ist doch ne ganz andere Kiste.
Die Grundlagen werden nicht in den OSCE´s abgefragt, sondern in den MEQ`s! Die MEQ`s ersetzten zu genau den gleichen Teilen Physikum und 1. Stex, wie die OSCE`s.
Gruß,
Jann
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