Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : starke Gehbehinderung - Befreiung vom Pflegepraktikum?!
Autolyse
05.09.2009, 12:31
Das Argument halte ich so für nicht ganz angemessen. Es kann regelmäßig vor Aufnahme des Studiums nicht Voraussetzung sein Detailkenntnisse der Approbationsordnung sowie örtlicher Regelungen für die Integration anderweitig begabter(:-))) zu besitzen, zumal man als Studienbewerber kaum alle Möglichkeiten des Informationsflusses nutzen können dürfte, denn gerade von uninformierte oder schlecht informierter Seite wird gerne und viel Blödsinn verzapft.
Feuerblick
05.09.2009, 12:39
Ähm... die Notwendigkeit eines Pflegepraktikums ist durchaus auch schon Menschen VOR Antritt ihres Studiums bekannt und WENN ich eine wie auch immer geartete Einschränkung habe, dann erkundige ich mich selbstverständlich vorher, ob ich den Anforderungen des Studiums genüge...
Nur so als Beispiel: Ich habe (trotz damals noch nicht verbreitetem Internetzugang) es tatsächlich geschafft, mich vor Bewerbung um einen Ausbildungsplatz zu erkundigen, ob ich denn mit meinem Augen"fehler" diesen Beruf überhaupt ausüben darf. Damals war ich 18, gerade kurz vorm Abi und nein, es gab kein allwissendes Google oder Wiki...
Heißt also: Du bist ganz schön alt...:-)):-)):-))
Feuerblick
05.09.2009, 13:44
Rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrichtich!:-top:-))
Ähm... die Notwendigkeit eines Pflegepraktikums ist durchaus auch schon Menschen VOR Antritt ihres Studiums bekannt und WENN ich eine wie auch immer geartete Einschränkung habe, dann erkundige ich mich selbstverständlich vorher, ob ich den Anforderungen des Studiums genüge...
Nur so als Beispiel: Ich habe (trotz damals noch nicht verbreitetem Internetzugang) es tatsächlich geschafft, mich vor Bewerbung um einen Ausbildungsplatz zu erkundigen, ob ich denn mit meinem Augen"fehler" diesen Beruf überhaupt ausüben darf. Damals war ich 18, gerade kurz vorm Abi und nein, es gab kein allwissendes Google oder Wiki...
sind halt net alle so geniale leute mit weitblick wie du funkel, dazu kommt noch, wer sagt das sie das problem schon zu BEGINN ihres studiums hatte??
Eure Diskussion über die Notwendigkeit von frühzeitigem Weitblick ist ja sehr interessant, aber wahrscheinlich für die Threaderstellerin derzeit nicht besonders hilfreich :-notify
Halten wir doch einfach mal die Fakten fest (bevor wir hier abdriften):
1. Krankenpflegedienst und Famulatur sind feste Bestandteile des Medizinstudiums (siehe ÄApprO (http://bundesrecht.juris.de/_appro_2002/BJNR240500002.html)), eine Befreiung oder Ausnahmeregelung ist vom Gesetzgeber her nicht vorgesehen
2. Die Threadstellerrin muss bei der Anmeldung zum Physikum den Krankenpflegedienst also nachweisen, näheres regelt das zuständige Landesprüfungsamt (für Göttingen der NIZzA (http://www.aekn.de/web_aekn/home.nsf/ContentView/Beratung_landespruefungsamt))
Am Rande: Es gibt an der UMG mehrere schwer behinderte Studenten, die auch ihr Pflegepraktikum erfolgreich absolviert haben. Wenn ich einen Kontakt herstellen soll, Sarahlein88, dann schreib mir ne PN. Eine Freundin von mir hatte die gleichen Probleme
Feuerblick
05.09.2009, 14:25
sind halt net alle so geniale leute mit weitblick wie du funkel, dazu kommt noch, wer sagt das sie das problem schon zu BEGINN ihres studiums hatte??Sie schreibt, dass sie im zweiten Fachsemester ist und dass es in Präpkurs und BC-Praktikum unter anderem auch Möglichkeiten gab, um ihre Gehbehinderung irgendwie zu kompensieren. UND dass noch mehrere OPs notwendig sein werden. Klingt also nicht nach einem kürzlich aufgetretenen Problem, oder?
Und nein, Weitsicht wird heute in der Tat nicht mehr sonderlich groß geschrieben...
@Gersich: Jau, so isses.
EDIT: Es war das CHEMIE-Praktikum (ist das nicht im ersten FS???)
Sie schreibt, dass sie im zweiten Fachsemester ist und dass es in Präpkurs und BC-Praktikum unter anderem auch Möglichkeiten gab, um ihre Gehbehinderung irgendwie zu kompensieren. UND dass noch mehrere OPs notwendig sein werden. Klingt also nicht nach einem kürzlich aufgetretenen Problem, oder?
Und nein, Weitsicht wird heute in der Tat nicht mehr sonderlich groß geschrieben...
glauben ist nicht wissen!
BC hat sie definitiv noch nicht gemacht, nur so nebenbei...
nur weil es mit deiner weltanschauung von weitsicht nicht in einklang passt, finde ich die reaktion nachwievor daneben!
BetterCallSaul
05.09.2009, 14:30
"Ich musste mich auch anstrengen, niemand darfs leichter haben. Pech gehabt"
Zusammenfassung des BlaBlas da oben.
Feuerblick
05.09.2009, 14:33
Und ich finde es total daneben, dass du mir hier Dinge unterstellst, die ich so nicht gesagt habe. Ich hatte lediglich zu bemerken GEWAGT, dass man solche Probleme gut hätte im Vorfeld klären können. Immerhin gibts genügend Informationsquellen.
Wo dein Problem ist, weiss ich nicht, ist mir aber auch gelinge gesagt egal. :-???
Die Antwort ist sowieso klar: Sie wird nicht ums Pflegepraktikum herumkommen und sie wird sich selbst um eine Lösung bemühen müssen, weil es keine Sonderregelungen gibt bzw. weil Sonderregelungen eben individuell geschneidert werden müssen. Und leider kann es sein, dass sie nun Semester verliert, weil sie ja schon im zweiten FS ist und das Praktikum nun einmal drei Monate dauert. Da beisst die Maus keinen Faden ab...
@Shoma: Nee, aber vielleicht sollte jeder mal lernen, dass man im Leben nicht alles vor den Allerwertesten getragen bekommt. Von mir aus kann sie ihre Sonderregelung haben... hätte sie aber auch schon VOR dem Studienbeginn haben können.
BetterCallSaul
05.09.2009, 14:38
Klar kann mans lernen, wenn sie's allerdings einfacher hinkriegt, nur zu. "Schein" ist jetzt unter uns gesprochen auch sehr relativ, Termi und Sozio sind auch "Scheine" per definitionem, aber ob sie den Namen verdienen is ne andere Frage.
Auch wenn Umstände (sprich körperliche Einschränkungen) schon länger bekannt sind, kann und sollte man ihr imho hier wirklich keine Vorhaltungen machen.
Schließlich sagt sie selber, dass sie das KPP machen möchte(!), aber bisher keine Klinik gefunden hat, die es ihr ermöglicht. Und sich deshalb hier erkundigt, ob es z.B. Ausnahmeregelungen gibt. Man kann nicht alles vorhersehen und vorausplanen. Probleme muss man lösen, wenn sie da sind. Evtl. gibts ja auch noch in 3 Jahren Probleme im chirurgischen PJ. Soll sie deshalb jetzt die Kliniken anschreiben und sich erkundigen?
Und diese "Ich-war-schon-viel-härter-" oder "Ich-war-viel-vorausschauender-Mentalität" bringt hier niemanden weiter und nervt mich persönlich im Real-Life wie auch hier :-keks
Also, ich würde auch entweder über die Klinikchefs (vor allem auch an kleineren Kliniken) gehen, bzw. versuchen über FSR / Studiendekan etwas an der eigenen Uniklinik zu erreichen.
Viel Erfolg dabei!
flopipop
05.09.2009, 16:25
Und nein, Weitsicht wird heute in der Tat nicht mehr sonderlich groß geschrieben...
jaaa, da kommt er endlich, der "hilfsbereite" zeigefinger....:-oopss
Hoppla-Daisy
05.09.2009, 18:57
Wer missverstehen will, der versteht auch miss :-meinung. Tatsache ist, dass hier niemand, der in irgendeiner Weise behindert ist, an seinem Studium gehindert werden soll (dass Funkel und ich das auch nicht so sehen, wie uns hier tatsächlich unterstellt werden soll, brauch ich wohl nicht zu betonen!!!). Tatsache ist aber auch, dass sich Menschen mit einem Handycap meist bereits weit im Vorfeld darüber informieren, wie was wo geht.
Natürlich ist es Mist, wenn man sein Physikum erst später macht, weil es gerade eben gesundheitlich nicht so gut klappt. Aber ein Drama ist es auch nicht - nur wenn man eines daraus macht.
Und wenn hier jemand schreibt wie es ihm oder ihr in einer ähnlichen Situation ergangen ist oder wie man damit umgegangen ist, dann wird einem sofort "mir ist es aber viel schlechter ergangen" unterstellt. Das einzige, woran ich mich persönlich ein wenig gestoßen habe, war die Tatsache, dass hier evtl. nach Wegen gesucht wird, sich um das Pflegepraktikum herumzumogeln. Nun mag gewiss wieder kommen "boah, böse Unterstellung", aber so kam es mir nun mal vor. Eben weil offenbar jetzt erst das Problem Pflegepraktikum richtig bewusst wird. Wie gesagt, viele andere Studenten haben auch ihre Probleme mit ihrer Gesundheit und müssen einige Dinge echt nach hinten schieben, weil es im Moment einfach nicht geht. Aber man sollte eben bei festgeschriebenen Dingen nicht auf Entgegenkommen bauen, wenn man eine Sonderregelung für sich in Anspruch nehmen möchte (welche es in diesem Fall ja de facto nun mal nicht gibt).
Anderes Beispiel, andere Provokation: Schwangere dürfen auch an gewissen Kursen nicht teilnehmen. Aber erlässt man ihnen deshalb den Kurs und gibt ihnen den Schein einfach so? Nein. Ich wiederhole mich: Man sagt ihnen "bekommen sie ihr Kind, dann können sie auch den Kurs machen". Egal, ob man 2 Semester vor dem Physikum steht. An vielen Unis dürfte dann ein Schieben unumgänglich sein (vielfach erlebt übrigens!).
Lange Rede, kurzer Sinn: Ist euch schon mal in den Sinn gekommen, dass andere Mitstudenten das vielleicht als ziemlich ungerecht empfinden könnten, zumal es sich offenbar um ein passageres gesundheitliches Problem handelt? Dass es für Behinderte (und das per definitionem langfristig gehandicapte Personen) andere Regelungen gibt, darüber dürfte es eigentlich keine Diskussion geben. Tja, gibt es aber, weil uns DAS eben unterstellt wird, dass wir hier auf die besondere Situation Behinderter pfeifen würden.
@Gersig: Ganz meiner Meinung. Nicht nach Sondergenehmigungen, sondern nach Lösungen suchen :-).
Sarahlein88
05.09.2009, 21:26
oh gott, jetzt musste ich mich hier erst einmal durchkämpfen!!!
Ich will mal zusammenfassend antworten:
Mein Knieproblem an und für sich ist schon länger bekannt, richtig, allerdings ist es durch eine unvorhersehbare Infektion NACH Studienbeginn erst so gekommen, dass ein Gehen ohne UAGs nicht mehr möglich ist, das konnte ich ja nicht ahnen....
Wie ich auch schon schrieb ,ich WILL das Praktikum ja auch machen , aber ich wurde halt von mehreren Kliniken auch dem UMG abgehlehnt, ginge nicht in meinem Zustand... darum mache ich mir JETZT , wo ich weiß , dass sich an meinem Zustand vorläufig nichts ändert Gedanken, ob es halt nicht eventuell eine Ausnahmeregelung gibt, das hat nichts mir davor drücken zu tun... Ich bin mir sicher, dass dieses Praktikum eine unglaublich wichtige Erfahrung ist - sonst wäre das ja auch nicht Pflicht und ich möchte diese Erfahrung auch nur ungern missen!!!
Aber ich will halt nicht das ganze Studium aufgeben - was im übrigen mein LEBENSTRAUM ist ... Es ist ja nicht gesagt, dass der Zustand jetzt auf immer so bleiben wird... es weiß halt niemand, auch kein Arzt *seufz*
Wenn es eine Möglichkeit ergibt, dass ich trotz meiner Gehbehinderung eine Station finde die mich das Praktikum machen lässt trotz der Einschränkungen, würd ich sofort machen!!! Ich fände es ja auch ungerecht gegenüber von den Mitstudenten wenn ich das nicht machen würde, aber wenn es keinen anderen Weg gibt? Ich will nicht einfach aufgeben :-(
Gersig, ich habe dir eine PN geschrieben, es wäre sehr nett, wenn du mir Kontakte herstellen könntest!!!!
Ich werde mich mal an das zuständige Landesprüfungsamt wenden, danke für den Hinweis, und da nach horchen...
Edit: und achso , ich habe einen GdB von 30% , der Verschlimmerungsantrag und der Antrag auf das Merkzeichen G laufen!!
Michael72
06.09.2009, 10:34
Huhu Sarahlein,
weiter oben stand der Vorschlag, für's KPP auf die UAGs zu verzichten und Dich stattdessen in einen Rollstuhl zu setzen. Das halte ich nach wie vor für die beste Idee. Das würde Dir ermöglichen im KPP (und allen weiteren Praktika) alle normalen Arbeiten zu verrichten. Ich habe im Semester auch einen Kommilitonen im Rolli, der hat's ja schliesslich auch geschafft. Und da wo ich gerade famuliere gibt es einen OA im Rolli. Das Problem ist bei Dir ja eher, dass Du mit UAGs nichts tragen kannst und, verzeih den Ausdruck, nur unsicher und fallgefährdet in der Gegend rumstehst. Deshalb: nimm den Rolli und frag nochmal an!
LG
Michael
Sarahlein88
06.09.2009, 17:13
Hallo Michael,
Danke für den nochmaligen Hinweis - das habe ich irgendwie übergangen beim Lesen. Das wäre natürlich auch eine Möglichkeit, da kann ich zwar auch nicht alles machen , aber doch so einiges. Werde da vielleicht noch mal bei der PDL anfragen, ob das gehen würde, dann brauch ich halt nur nen Rolli aber den können die mir ja bestimmt leihweise zur Verfügung stellen. Ansonsten habe ich mir überlegt, dass ich evt. auch über meinen behandelnden Arzt gehen könnte - werde im UMG behandelt von nem leitenden Oberarzt , der auch weiß das ich Medizin studiere, vielleicht kann der ja ein gutes Wort für mich einlegen...
Ich werde dann also erstmal noch einmal Kontakt mit dem Klinikum suchen und dann mal weiter sehen. Vielen Dank für eure Hilfe, ich werde mal weiter berichten!!
Also, bei einigen hier kann ich mir nur verzweifelt an den Kopf fassen...
Im Übrigen sollte man mal die Kirche im Dorf lassen: Es geht hier nicht darum, dass jemand den Biochemie-Schein geschenkt haben will oder vom PJ befreit werden möchte.
Konstruktive Vorschläge wurden ja schon unterbreitet: Entweder du machst das alles im Rollstuhl oder du suchst dir - möglicherweise über den Chefarzt - eine Stelle, wo du körperlich nicht allzu stark gefordert bist. In jedem Fall solltest du aber mal mit deinem LPA sprechen.
Ich find's unerhört, dass du abgelehnt wurdest. Bei wie vielen Krankenhäusern hast du denn angefragt? Ich würde da schon erwarten, dass man sich bei so etwas belanglosem wie dem Pflegepraktikum gemeinsam um eine Lösung bemüht und dich nicht im Regen stehen lässt.
Sarahlein88
16.10.2009, 14:35
Hallöchen,
ich wollte dann doch mal eine positive Wendung mitteilen.
Nachdem das LPA wenig kooperativ war (was ja auch nicht anders zu erwarten war...) habe ich meinen Kniedoc hier im Uniklinikum angemailt. Der hat mit jemandem vom Pflegecontrolling gesprochen. Und dieser Mensch wird mit mir für mich einen geeigneten Platz finden , muss den dann Montag mal kontaktieren. Bin in jedem Fall sehr froh, dass es einen Schritt voran geht und bin gespannt was dieser Mann für mich finden wird.
Danke euch für eure vielen Tipps und werde natürlich weiter berichten!
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