Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bereit sein mitten in der Nacht - Interview zum ersten Nacht-/Bereitschaftsdienst.
1. Wie lange warst du schon als Assistenzarzt tätig, bevor es der erste „eigene Nachtdienst/Bereitschaftsdienst“ wurde? In welchem Fachgebiet arbeitest du?
nach 4 Wochen Innere
2. Welche prinzipielle Art von Diensten gibt es bei euch und wie unterscheiden sie sich?
Es gibt einen Hausdienst über 21 h (in der Woche) bzw. 24 h am Wochenende, der alle Stationen + die stationär aufzunehmenden Patienten der NA und alle Notarztpatienten betreut und einen Ambulanzdienst für die ambulanten Patienten der NA.
3. Wie hast du dich auf den ersten Nachtdienst/Bereitschaftsdienst vorbereitet?
Gar nicht richtig. War einen Tag vorher in der NA, um zu wissen, wer dort wie arbeitet und wo alles ist. Und vorher alle wichtigen Telefonnummern aufgeschrieben.
4. Hast du dir zum Nachtdienst/Bereitschaftsdienst etwas Bestimmtes eingepackt, was du sonst nicht zur Klinik mitnimmst?
Nur die üblichen Sachen, Zahnbürste, Shirt zum Schlafen.
5. Warst du vorher gespannt oder sogar aufgeregt?
Aufgeregt sicher, und ich hatte Angst, was auf mich zukommt.
6. Wie verlief die Nacht? Kamst du dazu großartig nachzudenken oder ging alles superschnell vorbei? War die Arbeit stressig oder hast du dich manchmal gelangweilt?
Nacht war besch... Hab zwar alles soweit gemeistert, aber toll wars nicht, weil mein erster Patient mit nem Herzinfarkt ankam und reanimiert wurde und am Ende starb...und meine Sterbequote in dem Dienst bei 66% lag :-(
7. Drohten dir irgendwann die Augen zuzufallen. Wie hast du dich wach gehalten? Hattest du Gelegenheit zu schlafen und – wenn ja – wie viel?
Nee, ich war die ganze Nacht hellwach, da mich die REA so aufgewühlt hat, dass ich nicht schlafen konnte.
8. Was gab es für dich und deine Kollegen zu essen?
Ich glaub, in dem Dienst gabs nur die selbstgemachte Schnitte, sonst wird öfters Pizza oder Döner gegessen.
9. War im Nachtdienst/Bereitschaftsdienst etwas ganz anders für dich als im Tagdienst?
Ja, natürlich. Man hat nicht immer jemanden direkt bei der Hand. Es gibt zwar nen Hintergrunddienst, den man anrufen kann, aber den will man auch nicht unbedngt um 3 Uhr wecken oder wegen jeder Kleinigkeit fragen.
10. Hast du dich über etwas besonders gefreut oder besonders geärgert?
Ich hab mich gefreut, als es vorbei war. :-)
11. Was hast du gemacht, als du wieder zu Hause warst? Konntest du leicht einschlafen, nachdem du ins Bett gegangen bist? Wie ging es dir nach dem Schlafen den Rest des Tages?
Ich hab ein bißchen geschlafen, ca. 1,5 Stunden. Danach fühlte ich mich so durchgekaut, dass den ganzen Tag nix mehr geworden ist. Mittlerweile schlafe ich nur noch sehr selten nach dem Dienst, weils mir nach dem Aufwachen meistens mies geht.
12. Wie stehst du inzwischen zu Nachtdiensten/Bereitschaftsdiensten? Sind sie für dich belastend, sind sie dir egal, oder freust du dich auf sie?
Belastend sind sie auf jeden Fall, der nächste Tag ist immer im Eimer, da es nie komplett ruhige Nächte gibt. WEnn die "richtigen" Schwestern da sind, kann es aber auch durchaus mal Spaß machen.
13. Welche Tipps würdest du anderen geben wollen, denen der erste Nachtdienst/Bereitschaftsdienst bevorsteht?
Nicht verrückt machen lassen, auch wenns doof klingt. Es ist immer jemand erreichbar, den man fragen kann, ob telefonisch oder im Haus. Und lieber einmal mehr fragen wenn man sich nicht sicher ist...sonst kann der Hintergrunddienst schon mal sauer werden.
....: Das war spitze! :-top
Ganz herzlichen Dank allen, die bereits diese Fragen zum ersten Dienst beantwortet haben - super, dass ihr euch die Zeit genommen habt.
:-winky Danke & Weiter so! :-winky
Im Namen der MEDI-LEARN Redaktion
Jens
capucine
10.10.2009, 16:53
Wie lange warst du schon als Assistenzarzt tätig, bevor es der erste „eigene Nachtdienst/Bereitschaftsdienst“ wurde? In welchem Fachgebiet arbeitest du?
nach 2 1/2 Monaten in der Paediatrie
2. Welche prinzipielle Art von Diensten gibt es bei euch und wie unterscheiden sie sich?
Es gab in dieser Stelle einen Hausdienst (24 h), der fuer Aufnahmen ueber die Rettungsstelle und drei Stationen zustaendig war sowie einen zweiten erfahrenen Intensivkollgen auf INT/ Neo im Haus.
3. Wie hast du dich auf den ersten Nachtdienst/Bereitschaftsdienst vorbereitet?
Gar nicht richtig. Hatte mich vorher ueber die Kliniksstandards fuer die wichtigten allgemeinpaed Krankheitsbilder (dh Antibiose, Infusionstherapie) informiert, da ich meine WB Zeit auf der Onko begonnen habe und zu diesem Zeitpunkt keine bzw sehr wenig Allgemeinpaed sah.
4. Hast du dir zum Nachtdienst/Bereitschaftsdienst etwas Bestimmtes eingepackt, was du sonst nicht zur Klinik mitnimmst?
Nur die üblichen Sachen, Zahnbürste, Shirt zum Schlafen.
5. Warst du vorher gespannt oder sogar aufgeregt?
Sehr, sehr aufgeregt, denn wie gesagt war ich auf der Onko und sah die ganzen akut kranken Kinder nicht, so dass mir einfachste Diagnosen Respekt abverlangten.
6. Wie verlief die Nacht? Kamst du dazu großartig nachzudenken oder ging alles superschnell vorbei? War die Arbeit stressig oder hast du dich manchmal gelangweilt?
Es ist nicht viel passiert am Anfang - keine Neuaufnahme. Ich hatte bloss einen entgleisten Diabetiker zu meistern und eine unser onkologischen Patienten entwickelte einen septischen Schock, mit dem ich mich ueberfordert fuehlte, aber mein Intensivkollege hat mir gute Tipps gegeben, das ging dann!
7. Drohten dir irgendwann die Augen zuzufallen. Wie hast du dich wach gehalten? Hattest du Gelegenheit zu schlafen und – wenn ja – wie viel?
Ich habe glaube ich ca 4 h geschlafen, nachdem die Patientin etwas stabilisiert war, aber kaum eine Auge zugetan.
8. Was gab es für dich und deine Kollegen zu essen?
Weiss ich nicht mehr, ahbe wohl mit dem Schwestern Abendbrot gegessen wie so oft dann spaeter- Stulle etc
9. War im Nachtdienst/Bereitschaftsdienst etwas ganz anders für dich als im Tagdienst?
Ja, natürlich. Die Tatsache ploetzlich ganz alleine zu entscheiden, wenn auch der Hintergrund nicht weit ist bzw ein Intensivkollegen sogar vor Ort. Einerseits will man selbstaendig arbeiten , andererseits hat man Angst Fehler zu machen in neuen Situationen dh fast jeder vor allem wenn es brenzlig wird. Aber der Hintergrund stand immer zur Verfuegung, wenn ich auch ein doofes Gefuehl hatte, um 2 h anzurufen...
10. Hast du dich über etwas besonders gefreut oder besonders geärgert?
Ich hab mich gefreut, als es vorbei war.
11. Was hast du gemacht, als du wieder zu Hause warst? Konntest du leicht einschlafen, nachdem du ins Bett gegangen bist? Wie ging es dir nach dem Schlafen den Rest des Tages?
Damals gab es noch kein Nachhausegehen nach dem Dienst also Arbeit "normal" bis ca 18 h den naechsten Tag auf Station. Ich war voellig durch den Wind. Spater ging das dann, ich habe das ja noch fast 2 Jahr in dieser Art gemacht, bevor es an diesem Haus endlich geaendert wurde und man nach dem Dienst nach Hause gehen konnte.
12. Wie stehst du inzwischen zu Nachtdiensten/Bereitschaftsdiensten? Sind sie für dich belastend, sind sie dir egal, oder freust du dich auf sie?
Ja, sie sind belastend wobei 4 Dienste im Monat ok sind, mehr als 7 aber definitiv nerven (aktuelle Situation). Kommt darauf an, ob Hausdienst oder Notaufnahme mit wie viel Aktivitat. Ich habe mittlerweile viele Modelle kennen gelernt. Wenn man ein paar Stunden (mind 3 h) schlafen kann, dann leg ich mich nochmal zu Hause ca 2-3 h hin und machen an den Abenden immer noch was, treffen mich mit Freunden, gehe zum Sport, um von der "freien" Zeit zu profitieren. Ich war auch schon oft direkt nach dem Dienst in Ausstellungen, um morgens den geringen Andrang hier in Paris in den Museen zu nutzen und mein Hirn zu Abwechslung auch mal mit Kultur zu fuellen. Wenn ich gar nicht schlafen konnte, dann brauch ich ,ber Erholung sonst ist vor allem der folgende Arbeitstag im Eimer!
13. Welche Tipps würdest du anderen geben wollen, denen der erste Nachtdienst/Bereitschaftsdienst bevorsteht?
Es wird alles halb so schlimm, aber nicht zoergern den Hintergrund oder einen erfahrenen Kollegen zu fragen. Manche Dinge weiss man erst mit Erfahrung und denkt als Anfaenger gar nicht dran. Hausprotokolle beachten, auch wenn man nichts davon haelt, denn sonst wird die Uebergabe mit dem Chef am naechsten Morgen ggf ungemuetlich.
1. Wie lange warst du schon als Assistenzarzt tätig, bevor es der erste „eigene Nachtdienst/Bereitschaftsdienst“ wurde? In welchem Fachgebiet arbeitest du?
Ca. 3-4 Monate nach Arbeitsbeginn in der HNO. bedingung für Dienste war, daß man schon ein paar Tracheotomien gemacht hatte ujnd auch Tonsillektomien (um dann im Notdiesnt Blutstillung machen zu können).
2. Welche prinzipielle Art von Diensten gibt es bei euch und wie unterscheiden sie sich?
1 Vordergrund und ein OA im Hintergrund. Mittlerweile keine 24h mehr. In der Woche von 16:00-9:30 und am Wochenende von 9-17:00 und 17-9:00.
3. Wie hast du dich auf den ersten Nachtdienst/Bereitschaftsdienst vorbereitet?
In der Woche ein paar mal länger geblieben und schon mal den Dienstpieper genommen (wegen dem "Feeling") am Wochenende 1-2 mal mitgelaufen und den anderen Ablauf im Dienst gesehen. Vor allem alle technischen Geräte noch mal erklären lassen, die man im normalen Dienst nicht selber bedient (Vor allem Audio und Vesti).
4. Hast du dir zum Nachtdienst/Bereitschaftsdienst etwas Bestimmtes eingepackt, was du sonst nicht zur Klinik mitnimmst?
Essen, Kuschelkissen, Wecker. Ein Buch.
5. Warst du vorher gespannt oder sogar aufgeregt?
Ja klar. Und vor dem 2. Dienst auch und vor dem 3. Irgendwann wird es besser. Aber auch jetzt gibt es immer noch Dienste vor denen ich nervös bin, wenn ich weiß, daß wir kritische Patienten auf Station haben.
6. Wie verlief die Nacht? Kamst du dazu großartig nachzudenken oder ging alles superschnell vorbei? War die Arbeit stressig oder hast du dich manchmal gelangweilt?
Der erste Dienst war relativ ruhig. War damal ein Samstag. hatte mir mit der Kollegin den 24h Dienst halbe/halbe geteilt und nur die Nacht gemacht. Das war ganz angenehm. Mußte erst ab 22:00 übernehmen. Hatte 2 Nasenbluter und ein bischen Laufkundschaft.
7. Drohten dir irgendwann die Augen zuzufallen. Wie hast du dich wach gehalten? Hattest du Gelegenheit zu schlafen und – wenn ja – wie viel?
Hatte gesxhlafen, aber sehr unruhig. Mehrfach das Diensttelefon kontrolliert, ob es auch geht.
8. Was gab es für dich und deine Kollegen zu essen?
Hatte noch zu Hause gegessen.
9. War im Nachtdienst/Bereitschaftsdienst etwas ganz anders für dich als im Tagdienst?
Alles was sonst einfach geht, geht im Nachtdienst anders. Kein Transportdienst mehr. Unter vielen Rufnummern erreicht man keinen mehr. Anordungen für Labor und Röntgen müssen immer angekümdigt und auf Notfall gesetzt werden. Viele Abläufe sind anders. Manche spezielle Schwestern arbeiten nur nachts, die hat man früher nie gesehen.
10. Hast du dich über etwas besonders gefreut oder besonders geärgert?
Hatte eine Schwester auf unserer Monitorstation gefragt ob wir alle Patienten über die nacht bekommen. Sie meinte ich schon und du?
11. Was hast du gemacht, als du wieder zu Hause warst? Konntest du leicht einschlafen, nachdem du ins Bett gegangen bist? Wie ging es dir nach dem Schlafen den Rest des Tages?
Wollte eigentlich wach bleiben. Bin aber um 14:00 auf dem Sessel beim fernsehen eingeschlafen.
12. Wie stehst du inzwischen zu Nachtdiensten/Bereitschaftsdiensten? Sind sie für dich belastend, sind sie dir egal, oder freust du dich auf sie?
In der Woche sind sie manchmal ganz angenehm weil man den Vormittag davor und danach frei hat. Aber schlimme Dienste bringen mich immer noch aus dem Rhythmus.
13. Welche Tipps würdest du anderen geben wollen, denen der erste Nachtdienst/Bereitschaftsdienst bevorsteht?
Lauft vorher schon mal im Dienst mit, schreibt es als Überstunden auf. Nimmt den Dienstpieper mal jemanden ab. Dann merkt man auch mal welche dummen Anfragen auf dem Dienstpieper ankommen und zu den man eine Antwort parat haben muß. Frag einen Kollegen nach ner Nummer falls mal organisatorische Fragen auftauchen, bei dem man den Hintergrund nicht anrufen will. Und vor dem 1. Dienst nicht verückt machen, es gibt immer noch einen Hintergrund.
Berlinerin
23.10.2009, 22:51
1. Wie lange warst du schon als Assistenzarzt tätig, bevor es der erste „eigene Nachtdienst/Bereitschaftsdienst“ wurde? In welchem Fachgebiet arbeitest du?
- 2 Monate
- Innere Medizin
2. Welche prinzipielle Art von Diensten gibt es bei euch und wie unterscheiden sie sich?
Zu Beginn meiner Tätigkeit klassische 24 h Dienste, wobei wir nur 1 Diensthabenen für unsere 90 Betten Innere + 4 Intensivbetten haben. Inzwischen haben wir 11 h/ 13h – Dienste, d.h. tagsüber bleibt einer für 11 h, der Nachtdienst bleibt 13h. Die Nächte werden als Blöcke mit einer Woche frei im Anschluß absolivert. Die Dienste haben Bereitschaftsstufe D .
3. Wie hast du dich auf den ersten Nachtdienst/Bereitschaftsdienst vorbereitet?
1 Woche Einarbeitung in Ambulanz und auf der mit zu betreuenden Intensivstation. Bücher waren vor Ort, „Spickzettel“ mit den wichtigsten klinikinternen Standards in der Kitteltasche.
4. Hast du dir zum Nachtdienst/Bereitschaftsdienst etwas Bestimmtes eingepackt, was du sonst nicht zur Klinik mitnimmst?
Kopfkissen, Waschzeug und Abendessen ;o)
5. Warst du vorher gespannt oder sogar aufgeregt?
Ja, sehr. Es hat auch etwa 1 Jahr gebraucht bis ich ohne innere Anspannung meinen Dienst absolvieren konnte und auch mal wirklich ein bisschen geschlafen habe wenn es die Arbeit erlaubte.
6. Wie verlief die Nacht? Kamst du dazu großartig nachzudenken oder ging alles superschnell vorbei? War die Arbeit stressig oder hast du dich manchmal gelangweilt?
Es ging alles schnell vorbei, es ist zum Glück nichts Schlimmes passiert. Aber es war wahnsinnig anstrengend, schon allein wegen der Anspannung.
7. Drohten dir irgendwann die Augen zuzufallen. Wie hast du dich wach gehalten? Hattest du Gelegenheit zu schlafen und – wenn ja – wie viel?
Man hat einen so hohen Adrenalinspiegel, dass man wach bleibt. Das war kein Problem. Schlafen konnte ich in dieser Nacht nicht vor Aufregung. Ob ich es vom Arbeitsaufwand gekonnt hätte, weiß ich leider nicht mehr (ist 3,5 J. her).
8. Was gab es für dich und deine Kollegen zu essen?
Jeder versorgt sich selbst. Ab und zu bestellt man zusammen eine Pizza oder dgl, aber eher selten, da man selten gemeinsame Zeit zum Essen hat.
9. War im Nachtdienst/Bereitschaftsdienst etwas ganz anders für dich als im Tagdienst?
Ja, nachts ist eine eigene Welt im Krankenhaus. Es ist Art ruhiger, stiller, weniger turbulent als tagsüber. Das kann einem aber auch Angst machen, insbesondere wenn man alleine mit ner Schwester vor nem 2 m großen Betrunkenen steht, der randaliert… Außerdem ist man alleine verantwortlich für ca. 90 Patienten, hat niemanden dem man mal eben schnell ein EKG zeigen kann und muß alleine eigene Entscheidungen treffen, und sei diese auch nur dass man um 3 Uhr morgens seinen Oberarzt wecken muß…
10. Hast du dich über etwas besonders gefreut oder besonders geärgert?
Nicht dass ich wüsste. Ich war ein bisschen stolz, es hinter mich gebracht zu haben und es einigermaßen hinbekommen zu haben.
11. Was hast du gemacht, als du wieder zu Hause warst? Konntest du leicht einschlafen, nachdem du ins Bett gegangen bist? Wie ging es dir nach dem Schlafen den Rest des Tages?
Ich war so fertig, dass ich geschlafen habe wie ein Baby… Bis heute kann ich nach den Diensten ganz gut schlafen. Nach dem Dienstblock habe ich aber immer ein Gefühl wie „JetLag“, ich komme mit dem Umstellen sehr schlecht zurecht.
12. Wie stehst du inzwischen zu Nachtdiensten/Bereitschaftsdiensten? Sind sie für dich belastend, sind sie dir egal, oder freust du dich auf sie?
Dass es inzwischen bei uns keine 24 h Dienste mehr gibt finde ich sehr gut, 13 h sind deutlich erträglicher als 24. Allerdings sind mehrere Nächte am Stück auch nicht Ohne, insbesondere wenn man in allen keinen Schlaf abbekommt.
Die Dienste sind inzwischen „Routine“ was den Stressfaktor angeht, aber ich finde Nachtarbeit ist eine wahnsinnige Belastung für den Körper, ich kann das nicht gut. Angenehm sind nur die freien Tage danach. Außerdem leidet das Privatleben enorm darunter.
13. Welche Tipps würdest du anderen geben wollen, denen der erste Nachtdienst/Bereitschaftsdienst bevorsteht?
- sich die Telefonnummern von erfahrenen, netten Kollegen geben lassen – für alle Fragen während des Dienstes wegen denen man sich nicht traut, den Oberarzt anzurufen
- ansonsten alle Abläufe erklären lassen und die Klinikstandards kennen, das hilft dann schon für die meisten Fälle
- Sich gut mit Schwestern und Kollegen der anderen Abteilungen stellen – die können einem sehr oft viel helfen!
aschenputtel1977
24.01.2010, 10:37
1. Wie lange warst du schon als Assistenzarzt tätig, bevor es der erste „eigene Nachtdienst/Bereitschaftsdienst“ wurde? In welchem Fachgebiet arbeitest du?
Pädiatrie und wir haben gigantische 2 Wochen Schonfrist bis zum ersten Dienst.
2. Welche prinzipielle Art von Diensten gibt es bei euch und wie unterscheiden sie sich?
Wir haben als Level-1-Haus einen Schichter, wenn da auf ITS was beatmetes oder sehr kleines ist, muss der Bereitschaftsdienster die Nacht im Haus verbringen, sonst ist man ab 20 Uhr zu Hause in telefonischer Bereitschaft.
Wir hatten was Kleines, also waren in meinem ersten halben Jahr Drin-Dienste angesagt, sprich 7:30 bis mindestens 8:00 am nächsten Morgen. Der oberärztliche Hintergrund ist zu Hause im Normalfall. Wenn der Bereitschaftsdienst zu Hause schlafen kann, hat der Schichtdienst auf der ITS 3 Stationen, Kreißsaal und Notfallambulanz, das kann schonmal sehr nervig werden.
3. Wie hast du dich auf den ersten Nachtdienst/Bereitschaftsdienst vorbereitet?
Nicht besonders.
4. Hast du dir zum Nachtdienst/Bereitschaftsdienst etwas Bestimmtes eingepackt, was du sonst nicht zur Klinik mitnimmst?
Nein.
5. Warst du vorher gespannt oder sogar aufgeregt?
Schrecklich, irre, total, es war furchtbar.
6. Wie verlief die Nacht? Kamst du dazu großartig nachzudenken oder ging alles superschnell vorbei? War die Arbeit stressig oder hast du dich manchmal gelangweilt?
Wir können uns meist über Arbeit nicht beklagen... Und so war es auch da. Ich hab s nicht mehr so genau im Kopf, aber nach 16:00, also wenn alle anderen weg sind, waren es 25 Patienten, davon 7 Aufnahmen.
7. Drohten dir irgendwann die Augen zuzufallen. Wie hast du dich wach gehalten? Hattest du Gelegenheit zu schlafen und – wenn ja – wie viel?
Prizipiell kann man schlafen, aber ich hatte Angst, dass ich mindestens einen lebensgefährlichen Zustand bei meinen Ambulanzen übersehen hatte und konnte deswegen nicht schlafen.
8. Was gab es für dich und deine Kollegen zu essen?
Das, was sich jeder mitbringt. Aber ich hab sehr nette Schwestern und meistens darf man da auf jeder Station am Mitternachtsessen teilhaben....
9. War im Nachtdienst/Bereitschaftsdienst etwas ganz anders für dich als im Tagdienst?
Alleine entscheiden zu müssen...
10. Hast du dich über etwas besonders gefreut oder besonders geärgert?
Na ja nur das übliche. Mit was die Leute ihre Kinder NACHTS in die NOTFALLambulanz schleppen.
11. Was hast du gemacht, als du wieder zu Hause warst? Konntest du leicht einschlafen, nachdem du ins Bett gegangen bist? Wie ging es dir nach dem Schlafen den Rest des Tages?
Ich konnte leicht schlafen und dann gings mir auch wieder gut.
12. Wie stehst du inzwischen zu Nachtdiensten/Bereitschaftsdiensten? Sind sie für dich belastend, sind sie dir egal, oder freust du dich auf sie?
Mittlerweile bin ich im Schichtdienst, und die Nachtschichtwochen mit den Spätdienstwochen vorher sind belastend.... Aber das Arbeiten nachts gefällt mir eigentlich ganz gut. Es ist in Ordnung. Aber freuen wäre schamlos übertrieben-
13. Welche Tipps würdest du anderen geben wollen, denen der erste Nachtdienst/Bereitschaftsdienst bevorsteht?
Großzügig den Hintergrund kontaktieren, dafür ist man Anfänger und der HIntergrund da... Speziell bei uns auf das Bauchgefühl der Schwestern hören, die haben meistens Recht. Und- nicht aus dem Konzept bringen lassen.
:D
1. Wie lange warst du schon als Assistenzarzt tätig, bevor es der erste „eigene Nachtdienst/Bereitschaftsdienst“ wurde? In welchem Fachgebiet arbeitest du?
2,5 Monate, HNO (40 Betten)
2. Welche prinzipielle Art von Diensten gibt es bei euch und wie unterscheiden sie sich?
da wir nur 5,5 Assistenten sind, gibts täglich nen 24h Dienst
3. Wie hast du dich auf den ersten Nachtdienst/Bereitschaftsdienst vorbereitet?
war die Zeit vorher in der Ambulanz, um mir Notfälle mit anzuschauen. Und bin 3x bis 24h mit nem erfahrenen Kollegen dageblieben und hab die Pat erstmal "anbehandelt" bevor er/sie das geprüft hat ob meine Behandlung so okay war.
4. Hast du dir zum Nachtdienst/Bereitschaftsdienst etwas Bestimmtes eingepackt, was du sonst nicht zur Klinik mitnimmst?
Zahnbürste/Duschgel, frische Wäsche fürn nächsten morgen:-)
5. Warst du vorher gespannt oder sogar aufgeregt?
Ging so, ich mein klar ist man schon aufgeregt. hab immer gehofft dass nix schlimmes passiert. letztendlich haben einen auch vorher alle Kollegen beruhigt. und mein Hintergrund-OA meinte nur: "wenn Sie unsicher sind, immer aufnehmen". Da wusste ich wenigstens, dass es keinen "Anschiss" gibt, auch wenn ich jemanden mit ner Lappalie aufgenommen hätte. Schiss hatte ich nur, da wir tagsüber einen bekannten Tumor-Patienten aufgenommen hatten, der ausgedehnte Halsmetastasen hatte und wo alle nur darauf gewartet haben, dass ihm die Carotis hochgeht. Zum Glück ist das NICHT passiert!
6. Wie verlief die Nacht? Kamst du dazu großartig nachzudenken oder ging alles superschnell vorbei? War die Arbeit stressig oder hast du dich manchmal gelangweilt?
Insgesamt nur 1-2h im Dienstzimmer gewesen (was für die HNO eher wenig ist). Waren 23 Patienten von 17-7h, viel "Kleinkram", allerdings auch eine Mittelgesichtsfraktur (hat mich damals total gestresst, heute (1,5 Jahre später) bringt mich das nicht mehr aus der Ruhe als nächtliche Ohrenschmerzen) und ein Patient, der betrunken an nem Weidezaun hängengeblieben war und sich die halbe Ohrmuschel glatt abgetrennt hatte. Das war mal ne tolle Aktion, dem nachts um 3h das Ohr zu replantieren. Is aber echt super geworden (dank cooler OP-Schwester), auch wenn ich dafür bisschen länger gebraucht hab. Und später hab ich vom Patienten ne Flasche champagner geschenkt bekommen, Mann hab ich da wie ein König gefühlt nach 3 Monaten Assistenzzeit :-)
7. Drohten dir irgendwann die Augen zuzufallen. Wie hast du dich wach gehalten? Hattest du Gelegenheit zu schlafen und – wenn ja – wie viel?
Geschlafen fast gar nicht. einmal kurz eingeschlafen für ne halbe Std vielleicht. So richtig müde war ich nicht. Wahrscheinlich noch Rest-Adrenalin im Blut
8. Was gab es für dich und deine Kollegen zu essen?
Das, was ich mir mitgebracht hatte: Nudelauflauf für die Mikrowelle. Mjam:-))
9. War im Nachtdienst/Bereitschaftsdienst etwas ganz anders für dich als im Tagdienst?
Klar, allein schon weil man halt allein ist. zum Glück war in meinem ersten Dienst ne Nachtschwester da (bei uns läuft der Notdienst über eine der Stationen), die schon seit 30Jahren HNO Nachtdienst macht. Das war ne riesige Hilfe!
10. Hast du dich über etwas besonders gefreut oder besonders geärgert?
Weder noch. Irgendwie war alles ander sund spannend und jede Behandlung ein (Erfolgs-)Erlebnis. Gefreut habe ich mich höchstens über den Applaus der Kollegen in der Frühbesprechung am nächsten morgen
11. Was hast du gemacht, als du wieder zu Hause warst? Konntest du leicht einschlafen, nachdem du ins Bett gegangen bist? Wie ging es dir nach dem Schlafen den Rest des Tages? Bin mit nem guten Freund in die Stadt frühstücken gegangen und hab mich dann für 3-4h hineglegt. so richtig kaputt war ich aber irgendwie nicht.
12. Wie stehst du inzwischen zu Nachtdiensten/Bereitschaftsdiensten? Sind sie für dich belastend, sind sie dir egal, oder freust du dich auf sie?
Teils teils. einerseits sind sie praktisch, weil man am nächsten Tag mal Zeit hat, zB Behördengänge zu tätigen und ausserdem bringen sie doch einiges an barem Geld (bei uns mtl ca 800-1000Euro netto) Andererseits bin ich mittlerweile auch oft ziemlich angefressen wenn Leute kommen die einfach NICHT ernsthaftes haben und einem deshalb der Schlaf geraubt wird. Das kann einem die Laune wirklich verderben, auch für den nächsten Tag.
13. Welche Tipps würdest du anderen geben wollen, denen der erste Nachtdienst/Bereitschaftsdienst bevorsteht?
3x tief durchatmen, für wichtige Sachen en kleinen Zettel in der Kitteltasche vorbereitet haben, DES PFLEGEPERSONALS RATSCHLÄGE ERNST NEHMEN (die wissen oft 100x mehr als ein Anfänger), und: nicht scheuen, den OA anzurufen, auch wenn er (wie bei uns) zu Hause ist und nicht in der Klinik. Er hat schließlich auch Dienst und nicht frei! ;-) Und nem Anfänger wird oft einiges verziehen
und: man lernt NIE aus
RELAX!
Rumpelstilzchen
06.05.2010, 21:34
1. Wie lange warst du schon als Assistenzarzt tätig, bevor es der erste „eigene Nachtdienst/Bereitschaftsdienst“ wurde? In welchem Fachgebiet arbeitest du?
Anästhesie, 17 Monate
2. Welche prinzipielle Art von Diensten gibt es bei euch und wie unterscheiden sie sich?
Tagdienst, Spätdienst und Vordergrund für die Assistenten/Fachärzte, Hintergrunddienste für die Oberärzte
3. Wie hast du dich auf den ersten Nachtdienst/Bereitschaftsdienst vorbereitet?
Eigentlich gar nicht … genug geschlafen die Nacht davor, das war’s. Ich kann nicht beeinflussen, was da nachts auf mich zukommt.
4. Hast du dir zum Nachtdienst/Bereitschaftsdienst etwas Bestimmtes eingepackt, was du sonst nicht zur Klinik mitnimmst?
was zu essen, Zahnbürste, Wechselwäsche
5. Warst du vorher gespannt oder sogar aufgeregt?
beides
6. Wie verlief die Nacht? Kamst du dazu großartig nachzudenken oder ging alles superschnell vorbei? War die Arbeit stressig oder hast du dich manchmal gelangweilt?
Prämedikationen bis ca. 23 Uhr, dann noch ein wenig Stationsarbeit auf Intensiv, Besuch im Kreißsaal, um sicherzugehen, dass keine Überraschungen drohen. Streß nicht mehr als sonst, Langeweile sicher nicht.
7. Drohten dir irgendwann die Augen zuzufallen. Wie hast du dich wach gehalten? Hattest du Gelegenheit zu schlafen und – wenn ja – wie viel?
Völlig aufgekratzt um eins ins Bett, geschlafen von halb zwei bis zehn vor sechs, dann hochgeschreckt und als erstes den Funker kontrolliert, ob er noch funktioniert.
8. Was gab es für dich und deine Kollegen zu essen?
mitgebrachtes von zuhause
9. War im Nachtdienst/Bereitschaftsdienst etwas ganz anders für dich als im Tagdienst?
Nur dass ich allein im Haus war und nicht so einfach meinen Oberarzt wegen jedem Scheiß anrufen konnte. (Zitat: "Sie rufen mich bitte nicht an, wenn der Patient ein Kalium von 3,3 hat, aber Sie rufen mich an, wenn er stehenbleibt"
10. Hast du dich über etwas besonders gefreut oder besonders geärgert?
weder noch
11. Was hast du gemacht, als du wieder zu Hause warst? Konntest du leicht einschlafen, nachdem du ins Bett gegangen bist? Wie ging es dir nach dem Schlafen den Rest des Tages?
Gegessen, ab ins Bett, fünf Stunden geschlafen, den Rest des Tages völlig verpeilt in der Gegend rumlaufen.
12. Wie stehst du inzwischen zu Nachtdiensten/Bereitschaftsdiensten? Sind sie für dich belastend, sind sie dir egal, oder freust du dich auf sie?
Notwendiges Übel, das besser bezahlt werden könnte.
13. Welche Tipps würdest du anderen geben wollen, denen der erste Nachtdienst/Bereitschaftsdienst bevorsteht?
Ruhig bleiben, genug zu essen mitnehmen, den Hintergrund lieber einmal zu viel als zuwenig anrufen, mit erfahrenen Pflegern Dienst machen.
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.