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statuscuriosus
24.11.2009, 19:38
1. In welcher Weiterbildungsrichtung bist du tätig und in welchem Jahr deiner Weiterbildung befindest du dich?
Urologie, 3. WBJ
2. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus: wann startest du, wie lange arbeitest du und mit welchen Dingen bist du regelmäßig beschäftigt?
Frühbesprechung 7:00, danach Visite (nur Assistenzarzt ohne OA), Blutabnahmen, dann Entlassungsbriefe fertigstellen, wenn noch Zeit ist, kurz frühstücken gehen, dann entweder in den OP oder alternativ Neuaufnahmen, Notfälle, Ambulanz, Urinuntersuchungen.
Dann wenn möglich kurz mittagessen gehen, anschließend wieder Visite (wieder nur Assistent, einmal pro Woche mittags Chefvisite)
weiterhin Ambulanz, OP und Notfälle sowie ggf. noch Aufnahmen fertigmachen, ca. 15h Nachmittagsbesprechung (findet aber meistens erst später statt), danach alles was liegengeblieben ist sowie Organisatorisches und Briefeschreiben und alles, was noch so aufläuft an Notfällen und in der Ambulanz. Zudem Problempatienten und Operierte nochmal ansehen, Angehörigengespräche immer zwischendurch... Open end, irgendwann entscheidet man, daß man jetzt mal so langsam gehen muß (obwohl es immer noch etwas zu tun gäbe), meist ist das so 17-18h, manchmal auch länger.
3. Wie viel Zeit in Stunden nehmen folgende Dinge schätzungsweise an einem durchschnittlichen Arbeitstag ein:
Visiten vor- und nachbereiten sowie Durchführen: 1-3h je nach Anzahl der Angehörigen, die einen erwarten
Schreiben von Arztbriefen: bis zu 3h
Aufnahmegespräche und Eingangsuntersuchung: ca 2-4h
Gespräche mit Angehörigen: ca. 30 Min. außerhalb der Visiten
Gespräche mit Kollegen: ca. 30 Min., aber sehr schwer zu schätzen
Sonstiger Schriftkram: außer Briefen bis zu 1h
Frühstück 0-20 Min.
Mittagessen: 0-30 Min.
4. Wo liegen bei den unter Frage 2 behandelten Themen die Arbeitsschwerpunkte bei deinen Tätigkeiten?
Patientenaufnahme und -Versorgung, einschl. Notfälle und Ambulanz, Dokumentation. An manchen Tagen auch nur oder fast nur OP-Assistenz
5. Was war das absolute Highlight deiner bisherigen Berufslaufbahn, da das du dich auch heute noch gerne und lebhaft erinnerst?
nichts Besonderes, auch das Stellen von guten Diagnosen und Schnelligkeit beim Abarbeiten der Aufnahmen und Notfälle
6. Welche Erfahrungen und Tipps im Umgang mit dem Pflegepersonal kannst du weiter geben?
Gute Zusammenarbeit mit gegenseitigem Respekt und sich gegenseitig ernst nehmen und als gleichberechtigt Zusammenarbeitende sehen, ich finde, damit fährt man am besten.
Überheblichkeit hat noch keinen weitergebracht und letztendlich ist man in der Zusammenarbeit aufeinander angewiesen.
7. Wie geht man aus deiner Erfahrung geschickt mit den ärztlichen Kollegen aus dem Kreise der Assistenzärzte um? Welche Probleme können hier auftauchen?
Zuviele Frauen in einem Team können eher schaden ;-)
Ansonsten können schlimmstenfalls alle zwischenmenschlichen Probleme auftauchen, die auch sonst im täglichen Leben auftauchen können.
8. Chef- und Oberärzte als Vorgesetzte lassen sich leider nicht umgehen. Wie sind hier deine Erfahrungen im täglichen Umgang im positiven wie auch im negativen Sinne?
In Deutschland finde ich bisher die Hierarchie (im Gegensatz zu meinen Erfahrungen in der Schweiz) immernoch viel zu ausgeprägt.
9. Wie spielt sich konkret die Weiterbildung ab: arbeitest du einfach nur oder gibt es Unterricht durch Ober- und Chefärzte, um den Anforderungen der Weiterbildungsordnung gerecht zu werden? Führst du ein Nachweisheft zur Weiterbildung? Fühlst du dich gut betreut?
Einmal jährlich findet ein Gespräch statt, in dem beiderseits Ziele vereinbart werden und entsprechend im darauffolgenden Jahr ausgewertet wird, was davon man erreicht hat und wenn nein, dann warum nicht etc.
Es gibt ein Logbuch für die Weiterbildung, daß hier allerdings noch nicht zur Anwendung kommt. Generell ist oft zuwenig Zeit zum Fragen, weil einfach zuviel abgearbeitet werden muss.
10. Was sind aus deiner Sicht die Vorteile deines Fachgebietes im Vergleich zu anderen Fachrichtungen? Und andersherum: wo liegen die Nachteile des Gebietes, die man in Kauf nehmen muss?
Vorteil: meistens im Vergleich zur Inneren oder Chirurgie etwas ruhigere Dienste, (aber auch nur meistens, und lange nicht immer!), gute Niederlassungsmöglichkeiten
Nachteil: wie oben geschrieben, ziemlich arbeitsintensive Dienste ( jedoch im Vergleich zu Innere und Chirurgie meist "ruhiger")
11. Wie beurteilst du die Chancen im Hinblick auf deine weitere Karriere nach der Facharztprüfung? Möchtest du eine Kliniklaufbahn anstreben oder dich niederlassen bzw. was hast du vor und wie sieht es dabei speziell für dein Fachgebiet aus?
Habe keine Oberarzt-oder Chefambitionen. Eher sowas wie Aufnahmearzt
( aber dann auf jeden Fall ohne Wochend- und Nachtdienste!!) Ansonsten auch gerne Gemeinschaftspraxis, am liebsten in einem Praxishaus mit vielen anderen Fachgebieten vor Ort.
12. Stress, Überstunden und lange bzw. häufige Dienste gehören leider immer noch zum Berufsalltag. Fühlst du dich häufig gestresst, machst du viele Überstunden oder schiebst häufig Dienste oder geht es bei dir eher locker zu? Wie gehst du persönlich mit Stress und derartigen Belastungen um?
Die Dienste nerven generell und Stress und Überstunden auch. Ich versuche, soviel wie möglich mein Privatleben zu erhalten, auch wenn ich zu oft zu nichts mehr Lust habe. Ich sage mir, halt, daß es nach dem Facharzt für mich definitiv mit den Diensten vorbei ist, und die Zeit ist ja zum Glück absehbar.
13. Auch die Familie darf nicht zu kurz kommen: findest du als Vater oder Mutter Betreuungsangebote für eigenen Nachwuchs oder sonstige Unterstützung für ärztliche Eltern im Berufsleben? Wenn ja, welche? Falls es keine gibt: was konkret könnte dir helfen?
Hm, was würde mir helfen? Endlich ausreichend Assistentenstellen, so daß die Dienste auf ein Minimum reduziert werden und es keine Überstunden mehr geben muss. Des weiteren müsste es jemanden zum Briefeschreiben geben.
Betreuungsabgebote finde ich ebenfalls wichtig, Z.B. klinikeigene KiTa
14. Was möchtest du angehenden Assistenzärzten oder ärztlichen Kollegen als deine zwei wichtigsten Tipps mit auf den Weg geben?
Sich selbst und seine Arbeitszeit möglichst gut organisieren lernen
Unter den Kollegen einen speziellen Ansprechpartner suchen und v.a. : sich gut mit dem Pflegepersonal stellen, das erleichtert vieles und öffnet einem einige Türen
15. Heute nochmals vor deine Berufswahl gestellt: würdest du noch einmal den Beruf des Arztes wählen?
Bin mir nicht sicher, ich glaube eher nicht
1. In welcher Weiterbildungsrichtung bist du tätig und in welchem Jahr deiner Weiterbildung befindest du dich?
Unfallchirurgie, 2. WBJ
2. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus: wann startest du, wie lange arbeitest du und mit welchen Dingen bist du regelmäßig beschäftigt?
Beginn 7:30 bis offiziell 16 Uhr (gelegentlich länger...bis 18 Uhr) - aber relativ gut organisiert so dass man meist pünktlich raus kommt. Man rotiert zwischen Notaufnahme (chir), Stationsarbeit (60-90 Pat zu zweit), Sprechstunde und OP
3. Wie viel Zeit in Stunden nehmen folgende Dinge schätzungsweise an einem durchschnittlichen Arbeitstag ein: Visiten vor- und nachbereiten sowie Durchführen, Diktieren von Arztbriefen, Aufnahmegespräche und Eingangsuntersuchung, Gespräche mit Angehörigen, Gespräche mit Kollegen, Sonstiger Schriftkram, Kaffekränzchen?
a: 4 Stunden
b: 1-2 Stunden
c: macht unsere Arztassistentin (falls sie nicht da ist 2-3 Patienten tgl)
d: 1 Stunde
e: 2 Stunden sonstiges Zeugs (Anträge, Notfallsituationen, Fobi, Rö-Besprechung...)
4. Wo liegen bei den unter Frage 2 behandelten Themen die Arbeitsschwerpunkte bei deinen Tätigkeiten?
Den Hauptteil machen auf der Station definitiv die Visiten incl Verbandswechsel und organisation von Reha, KZP oder Verlegungen aus. Wir müssen leider sehr viel mit den Angehörigen rumdiskutieren bis eine vernünftige Lösung gefunden ist. Wenn wir im OP sind sind wir da den ganzen Tag raus und dürfen viel operieren.
5. Was war das absolute Highlight deiner bisherigen Berufslaufbahn, da das du dich auch heute noch gerne und lebhaft erinnerst?
Eine Notfallsituation eines Jugendlichen mit offener OS-Fraktur der sehr stark runtergeblutet hat, versorgt und danach ziemlich schnell wieder fit - war sehr schön mitanzusehen dass das was man tut so große Erfolge hat.
6. Welche Erfahrungen und Tipps im Umgang mit dem Pflegepersonal kannst du weiter geben?
Wie Du willst dass man Dich behandelt, so sei dann auch...ich hab überhaupt keine Probleme mit dem Pflegepersonal, ich mag alle sehr gern und wir verstehen uns gut.
7. Wie geht man aus deiner Erfahrung geschickt mit den ärztlichen Kollegen aus dem Kreise der Assistenzärzte um? Welche Probleme können hier auftauchen?
Probleme: Wir wollen alle den FA machen und brauchen unsere OP´s - Problemlösung bei uns: OP WOchen alle sind zufrieden
Ansonsten wird bei uns jedes Problem offen angesprochen, so kommt vielleicht mal kurz Stress auf aber grundsätzlich ist die Stimmung bei uns gut.
Wir haben alle ein Telefon und wenn einer mal ein Problem hat kann er jederzeit jeden (auch OÄ) anrufen und hat jemanden an der Seite...
8. Chef- und Oberärzte als Vorgesetzte lassen sich leider nicht umgehen. Wie sind hier deine Erfahrungen im täglichen Umgang im positiven wie auch im negativen Sinne?
Wir sind insgesamt ein junges Team mit jungen OÄ und auch nem jungen Chef. Diese Bemühen sich im Rahmen ihrer Zeit um ne gute Fobi und geregeltes Arbeitsleben. Telefonisch sind sie für jede Frage zu haben und auch den Chef kann man wegen "Kleinkram" anrufen ohne das es Ärger gibt...so wie ich es mir gewünscht hab.
9. Wie spielt sich konkret die Weiterbildung ab: arbeitest du einfach nur oder gibt es Unterricht durch Ober- und Chefärzte, um den Anforderungen der Weiterbildungsordnung gerecht zu werden? Führst du ein Nachweisheft zur Weiterbildung? Fühlst du dich gut betreut?
Unterricht gibt es nicht, wir haben 1x/woche ne interne Fobi. Wir arbeiten nicht streng nach Logbuch, sammeln aber unsere OP´s und schauen regelmäßig durch was noch fehlt. Im OP wird sehr darauf geachtet das man viel selber operiert. Es hängt aber letztendlich an einem selber sich drum zu kümmern dass man alle Anforderungen erlernt. Nachgeschmissen wird nix, man muß schon selber fragen - aber für mich persönlich ist das voll ok.
Den OP Katalog bekomme ich an diesem Haus sicher voll, obwohl wir nur 4 Jahre Weiterbildungsermächtigung haben...
10. Was sind aus deiner Sicht die Vorteile deines Fachgebietes im Vergleich zu anderen Fachrichtungen? Und andersherum: wo liegen die Nachteile des Gebietes, die man in Kauf nehmen muss?
Vorteile: Ich finde es schön direkt zu sehen wie ich dem Patienten geholfen habe (Bsp: Arm gebrochen - Platte drauf, Pat nach 2 tagen heim), weiterhin sehe ich es als Vorteil oftmals nicht schwerkranke Patienten zu haben, sondern "einfach nur" ne Fraktur. Nachteile sind definitiv das man leider schnell zum "Fachidioten" wird. Man muß sich selber bemühen auch mal ausserhalb seines Spektrums etwas zu lernen...
11. Wie beurteilst du die Chancen im Hinblick auf deine weitere Karriere nach der Facharztprüfung? Möchtest du eine Kliniklaufbahn anstreben oder dich niederlassen bzw. was hast du vor und wie sieht es dabei speziell für dein Fachgebiet aus?
Ich möchte den FA machen, lege aber auch großen Wert auf Familie. Ich habe noch etwas Zeit und werde sehen was passiert...
12. Stress, Überstunden und lange bzw. häufige Dienste gehören leider immer noch zum Berufsalltag. Fühlst du dich häufig gestresst, machst du viele Überstunden oder schiebst häufig Dienste oder geht es bei dir eher locker zu? Wie gehst du persönlich mit Stress und derartigen Belastungen um?
Wir haben im Schnitt 7 Nachtdienste und auf Station ist der Stress für mich persönlich überschaubar. Ich komm damit gut zurecht und fühle mich nur selten überfordert...
13. Auch die Familie darf nicht zu kurz kommen: findest du als Vater oder Mutter Betreuungsangebote für eigenen Nachwuchs oder sonstige Unterstützung für ärztliche Eltern im Berufsleben? Wenn ja, welche? Falls es keine gibt: was konkret könnte dir helfen?
Habe noch keine Kinder, aber denke das ist schon unter einen Hut zu kriegen...
14. Was möchtest du angehenden Assistenzärzten oder ärztlichen Kollegen als deine zwei wichtigsten Tipps mit auf den Weg geben?
Man sollte sich bewusst sein, dass es ein anstrengender Beruf ist der manchmal an die Reserven geht. Man sollte sich vorher überlegen ob man sich das zutraut...Alles in allem ist es ein schöner Beruf und ich würde es wieder tun...
15. Heute nochmals vor deine Berufswahl gestellt: würdest du noch einmal den Beruf des Arztes wählen?
Definitiv JA
Neurönchen
16.01.2010, 13:50
Uns interessieren Antworten auf folgende Fragen - schon an dieser Stelle ein ganz herzlichen Dank für eure Antworten:
1. In welcher Weiterbildungsrichtung bist du tätig und in welchem Jahr deiner Weiterbildung befindest du dich?
Neurologie, 1.WBJ (9 Monate)
2. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus: wann startest du, wie lange arbeitest du und mit welchen Dingen bist du regelmäßig beschäftigt?
Beginn Normalstation 8:00-offen (offiziell 16:30), meist 17:30-18:00, Stroke-Team F 7:30-16:00, S 13:00-21:30, WE 9:30-20:15 meist ohne wesentliche Überstunden, Notaufnahme 8:00-16:30 bis Übernahme durch Dienstarzt.
Ein Tag auf Normalstation: 8:00 Übergabe durch Pflege und wichtige Probleme klären, 8:30 Frühbesprechung und Radio-Demo bis 9:30, dann Visite allein (Montag mit OA Mittwoch mit Chef) bis 12:00, Mittagessen (wir gehen IMMER Mittagessen), ggf. FoBi, dann neue Patienten aufnehmen, 15:00 OA-Besprechung der neuen Patienten und Probleme, 16:00 Arztbriefe, Papierkram und Angehörigengespräche bis open end.
3. Wie viel Zeit in Stunden nehmen folgende Dinge schätzungsweise an einem durchschnittlichen Arbeitstag ein: Visiten vor- und nachbereiten sowie Durchführen, Diktieren von Arztbriefen, Aufnahmegespräche und Eingangsuntersuchung, Gespräche mit Angehörigen, Gespräche mit Kollegen, Sonstiger Schriftkram, Kaffekränzchen?
Visite Normalstation 2-3 Stunden, Stroke 2 Stunden, Arztbriefe 2 Stunden, Aufnahmen 1,5h, Angehörige 1h
4. Wo liegen bei den unter Frage 2 behandelten Themen die Arbeitsschwerpunkte bei deinen Tätigkeiten?
Visite und Aufnahmen gefolgt von Doku Doku Doku und Arztbriefen
5. Was war das absolute Highlight deiner bisherigen Berufslaufbahn, da das du dich auch heute noch gerne und lebhaft erinnerst?
Als mich eine Patientin auf Station besuchte, um uns zu zeigen, wie sie laufen kann. Sie lag bei uns 3 Monate mit cerebraler HIV-Toxoplasmose, konnte nicht sprechen, sich nicht bewegen, hatte eine ausgeprägte Tetraspastik und trotz monatelanger Therapie hat sich zunächst nichts verbessert. Als es dann langsam bergauf ging haben wir sie in die Neuroreha zu einem Rehaversuch geschickt. Weitere 4 Monate später kam sie uns besuchen, zwar im Rollstuhl, konnte aber kurze Strecken laufen, war ihre PEG los, konnte wieder Sprechen und vorallem Lachen.
5 Tage Peking mit dem Chef für ein Studienprojekt
6. Welche Erfahrungen und Tipps im Umgang mit dem Pflegepersonal kannst du weiter geben?
Im Großen und Ganzen super, hatte bisher keine Probleme, sind großteils per du und man trifft sich mit dem/der einen oder anderen sogar mal privat. Gab selten mal wirklich Stunk und wenn, konnten wir das immer gleich klären.
7. Wie geht man aus deiner Erfahrung geschickt mit den ärztlichen Kollegen aus dem Kreise der Assistenzärzte um? Welche Probleme können hier auftauchen?
Mit den Assi-Kollegen verstehe ich mich annähernd vollständig hervorragend. Wir sind wirklich ein Team. Probleme werden stets sofort oder bei den Assi-Besprechungen thematisiert, so halten sich aufkommende Probleme meist nicht lang. Manchmal kommt es zu Problemen, weil einige extrem fleissig und andere sehr faul sind (vorlallem im Stroke-Team sehr relevant), aber wir haben uns angewöhnt, uns gegenseitig Feedback zu geben. Sollte jemand mit der Arbeit des anderen nicht zufrieden sein, wird das sofort gesagt und meist ohne langes Gesicht angenommen.
8. Chef- und Oberärzte als Vorgesetzte lassen sich leider nicht umgehen. Wie sind hier deine Erfahrungen im täglichen Umgang im positiven wie auch im negativen Sinne?
Mit den Oberärzten sehr entspannt und locker. Man isst zusammen Mittag, teilweise kommen OÄ zu Assistententreffen, es wird viel gescherzt, im HIntergrund kann man immer anrufen, gemotzt wird quasi nie (bis auf einen kolerischen OA, der eigentloch nett ist, aber gelegentloch und ohne wírklichen Anlass ausflippt). Unser Chef ist etwas zwängelig und steif und verlangt sehr viel auch Engagement auch außerhalb der eigentlichen Dienstzeiten, aber auch mit ihm komm ich momentan gut aus.
9. Wie spielt sich konkret die Weiterbildung ab: arbeitest du einfach nur oder gibt es Unterricht durch Ober- und Chefärzte, um den Anforderungen der Weiterbildungsordnung gerecht zu werden? Führst du ein Nachweisheft zur Weiterbildung? Fühlst du dich gut betreut?
Gut betreut fühle ich mich, es immer jemand da, den man fragen kann. Die Supervision ist auf jeden Fall da. Strukturiertes "Teaching" gibt es bei uns nur selten, aber man kann immer fragen und bekommt dann auch kompetente und ausführliche Erklärungen und Tipps. Sonst gibt es bei uns ein Curriculum mit wöchentlichen Fortbildungen mit von uns bestimmten Themen, wo jeder einen Vortrag halten muss (das letzte halbe Jahr Neurointensiv, jetzt Wiederholung Neuroanatomie...), nebst 1x im Semester Fallvorstellung mit 2 anderen Neurokliniken aus der Gegend und fachfremden Fortbildungen im Haus. Die Rotationen sind zeimloch geplant, soweit das die BEsetzung zulässt, man kann davon ausgehen: 6 Monate Normalstation, 1-2 Jahre Stroke, bei Wunsch zus. 6 Monate Neurointensiv, 3-4 Monate Doppler, erneut Normalstation (je nachdem wieviel Zeit übrig bleibt), mind. 3 Monate EMG, und Evozierte Potentiale und EEG befundet man die ganze Zeit sowieso. Wer bei uns die volle WB macht kriegt eingetlich auch alles mit.
10. Was sind aus deiner Sicht die Vorteile deines Fachgebietes im Vergleich zu anderen Fachrichtungen? Und andersherum: wo liegen die Nachteile des Gebietes, die man in Kauf nehmen muss?
Voteil? Hm, man muss es wirklich mögen, Neuro ist halt auch einfach sehr akademisch, und Neurologen beschäftigen sich sehr lange mit dem Patienten und der körperlichen Untersuchung, das ist schonmal definitiv ein Vorteil. Nachteil, man muss als Neurologe in der Tat etwas zwängelig sein, sonst bringt es irgendwie nix. Man kann sowieso in den seltensten Fällen im klassischen Sinne "heilen", also muss man wirklich das maximale herausholen wollen. Die Patienten sind in aller Regel schwer krank, andere Fächer schütteln manchmal nur den Kopf, wenn sie über die Wachstation laufen. Andererseits muss man auch Grenzen ziehen können, wann man jemanden dann einfach gehen lassen muss (solche Situationen erlebe ich täglich auf Stroke). Wer gerne handwerklich arbeitet, ist in der Neuro falsch, die einzige "invasive" Maßnahme ist die LP.
11. Wie beurteilst du die Chancen im Hinblick auf deine weitere Karriere nach der Facharztprüfung? Möchtest du eine Kliniklaufbahn anstreben oder dich niederlassen bzw. was hast du vor und wie sieht es dabei speziell für dein Fachgebiet aus?
Wollte eigentlich immer in die Praxis, aber mittlerweile könnte ich mir auch noch eine kleine Klinikkarriere vorstellen, mal gucken.
12. Stress, Überstunden und lange bzw. häufige Dienste gehören leider immer noch zum Berufsalltag. Fühlst du dich häufig gestresst, machst du viele Überstunden oder schiebst häufig Dienste oder geht es bei dir eher locker zu? Wie gehst du persönlich mit Stress und derartigen Belastungen um?
Naja, Überstunden werden bei uns schon gescheffelt (vorallem auf Normalstation), dürfen sie aber aufschreiben (wenn auch nur bis max. 10 Arebtisstunden/d) und bekommen sie dann alle 6-9 Monate ausgezahlt. Schichtdienst auf Stroke ist ok, doof sind nur die Stroke-Wochenenden zusätzlich zur normalen Dienstbelastung (max. 1x/Monat). 24h-Diesnte sind die Hölle, da man max 3-4 Stunden schlafen kann und echt Streß hat in der Notaufnahme, aber mehr als 4 24h Dienste/ Monat kommen selten vor. Manchmal muss man eine Art "Visitendienst" machen. Aber im Großen und Ganzen ist es ok, fühle mich selten richtig am Ende.
13. Auch die Familie darf nicht zu kurz kommen: findest du als Vater oder Mutter Betreuungsangebote für eigenen Nachwuchs oder sonstige Unterstützung für ärztliche Eltern im Berufsleben? Wenn ja, welche? Falls es keine gibt: was konkret könnte dir helfen?
Habe keine Familie
14. Was möchtest du angehenden Assistenzärzten oder ärztlichen Kollegen als deine zwei wichtigsten Tipps mit auf den Weg geben?
Arbeite vorallem da, wo du dich auch sozial wohlfühlst, allein das Fach ist nicht entscheidend.
15. Heute nochmals vor deine Berufswahl gestellt: würdest du noch einmal den Beruf des Arztes wählen?
Ich habe mir während dem Studium oft Sorgen gemacht, ob ich den richtigen Beruf wähle oder nicht. Letztlich bin ich völlig zufrieden, ich wüsste nicht, was ich anderes machen soll. Arztberuf ist ein toller Beruf, trotz der widirgen äußeren Umstände. Auch finanziell läßt es sich vom Arztgehalt doch ganz gut leben. Ich bin zufrieden.
1. In welcher Weiterbildungsrichtung bist du tätig und in welchem Jahr deiner Weiterbildung befindest du dich?
1.WBJ Pathologie
2. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus: wann startest du, wie lange arbeitest du und mit welchen Dingen bist du regelmäßig beschäftigt?
Steht eine Obduktion an: Start um kurz vor 8 Uhr mit dem Studium der Krankengeschichte des Verstorbenen. Dann Obduktion, Abgabe, Bericht verfassen. Danach um ca 11 Uhr Zuschnitt.
Keine Obduktion:
Start um kurz vor 8 Uhr mit evtl noch nicht korrigierten Befunden, Präsentationen für Demos vorbereiten. Kaffee und Schwätzchen mit den Kollegen. Die Zivis verhauen, bis sie endlich ihre Arbeit machen (;-)), um ca 9 Uhr Start mit Zuschnitt der Präparate.
Je nachdem, wie operationswütig die Kliniker sind oder wieviel Praxiseingang wir haben, dauert der Zuschnitt bis ca 11:30-12:30.
Dann Mikroskopieren. Für mich als Anfängerin zb Gallenblasen, Bandscheiben, NNH, Appendices, verschiedene Arten von Entzündungen, Cysten, Fisteln, versch. CA's (außer HNO, Auge, Neuro). Diktieren der Befunde.
Mittagessen, Nachmittagszuschnitt, zwischendrin eine Runde Klatsch und Tratsch, Besprechen der Befunde mit FA.
Schluss ca 17 Uhr (offiziell 16:30).
3. Wie viel Zeit in Stunden nehmen folgende Dinge schätzungsweise an einem durchschnittlichen Arbeitstag ein: Visiten vor- und nachbereiten sowie Durchführen, Diktieren von Arztbriefen, Aufnahmegespräche und Eingangsuntersuchung, Gespräche mit Angehörigen, Gespräche mit Kollegen, Sonstiger Schriftkram, Kaffekränzchen?
Fällt fast alles aus außer:
- Befunde diktieren und korrigieren:~2h
- Gespräche mit Kollegen: Immer wieder - beim Zuschnitt, beim Befund besprechen, beim Mittagessen, einfach mal so, beim Vorbereiten von Präsentationen, wenn ich alleine nicht weiter weiß...
- Kaffekränzchen: 20 min. Außerdem beim Mikroskopieren Kaffeetrinken .
4. Wo liegen bei den unter Frage 2 behandelten Themen die Arbeitsschwerpunkte bei deinen Tätigkeiten?
Zuschnitt und Obduktion, Mikroskopieren einfacher histol. Präparate.
5. Was war das absolute Highlight deiner bisherigen Berufslaufbahn, da das du dich auch heute noch gerne und lebhaft erinnerst?
Kein richtiges Highlight, aber immer wieder spannende "Fälle":
-Obduktion eines Mannes, der an einer Aortoösophagealen Fistel verstarb und dessen Magen sowie Dünndarm mit Blut austamponiert war.
- Ein Darm mit einem kolorektalen Karzinom, als R1-Resektat gesandt, das sich als perforierte Sigmadivertikulitis herausstellte. Schöne Nachricht für den Patiente. :-)
- Cystisches Teratom, in dem ich massenhaft Zähne fand.
6. Welche Erfahrungen und Tipps im Umgang mit dem Pflegepersonal kannst du weiter geben?
Eher MTAs: Ihr Können und ihre Erfahrungen wert schätzen, Kollegen respektieren, sich zu Beginn vorstellen, regelmäßig Kaffee kochen und ab und zu mal einen Kuchen backen.
7. Wie geht man aus deiner Erfahrung geschickt mit den ärztlichen Kollegen aus dem Kreise der Assistenzärzte um? Welche Probleme können hier auftauchen?
Kann ich so nicht beurteilen. Sind ein extrem kleines Team.
8. Chef- und Oberärzte als Vorgesetzte lassen sich leider nicht umgehen. Wie sind hier deine Erfahrungen im täglichen Umgang im positiven wie auch im negativen Sinne?
Siehe Frage 7. Wir duzen uns alle und verstehen uns gut. Manchmal ist zuviel freundschaftlicher Umgang allerdings auch schwierig.
9. Wie spielt sich konkret die Weiterbildung ab: arbeitest du einfach nur oder gibt es Unterricht durch Ober- und Chefärzte, um den Anforderungen der Weiterbildungsordnung gerecht zu werden? Führst du ein Nachweisheft zur Weiterbildung? Fühlst du dich gut betreut?
Ich arbeite und bekomme, wenn die Zeit da ist, Einzelunterricht. Oder ich muss eben fragen. Fortbildungen in dem Sinne gibt es nicht, allerdings viele interdisziplinäre Konferenzen.
10. Was sind aus deiner Sicht die Vorteile deines Fachgebietes im Vergleich zu anderen Fachrichtungen? Und andersherum: wo liegen die Nachteile des Gebietes, die man in Kauf nehmen muss?
Arztzimmer, geregelte Arbeitszeiten, keine Nacht- und Woe-Dienste.
Man muss Patho mögen, man ist viel alleine und man hat keine Patienten. Für mich alles Vorteile. Denke aber, dass es vielen zu langweilig ist bzw nicht zu den "richtigen" ärztlichen Berufen gezählt wird.
11. Wie beurteilst du die Chancen im Hinblick auf deine weitere Karriere nach der Facharztprüfung? Möchtest du eine Kliniklaufbahn anstreben oder dich niederlassen bzw. was hast du vor und wie sieht es dabei speziell für dein Fachgebiet aus?
Ich möchte mal in eine pathologische Praxis einsteigen. Meines Wissens nach sind Pathologen gesucht. :-)
12. Stress, Überstunden und lange bzw. häufige Dienste gehören leider immer noch zum Berufsalltag. Fühlst du dich häufig gestresst, machst du viele Überstunden oder schiebst häufig Dienste oder geht es bei dir eher locker zu? Wie gehst du persönlich mit Stress und derartigen Belastungen um?
Hab ich nicht.
13. Auch die Familie darf nicht zu kurz kommen: findest du als Vater oder Mutter Betreuungsangebote für eigenen Nachwuchs oder sonstige Unterstützung für ärztliche Eltern im Berufsleben? Wenn ja, welche? Falls es keine gibt: was konkret könnte dir helfen?
Hab noch keine Familie.
14. Was möchtest du angehenden Assistenzärzten oder ärztlichen Kollegen als deine zwei wichtigsten Tipps mit auf den Weg geben?
1.: Macht Patho.
2.: Macht kein Patho, damit ich später eine gute Stelle in einer Praxis kriege. ;-)
15. Heute nochmals vor deine Berufswahl gestellt: würdest du noch einmal den Beruf des Arztes wählen?
Patho immer wieder. Niemals Klinik.
DerDuderino
02.02.2010, 21:24
1. In welcher Weiterbildungsrichtung bist du tätig und in welchem Jahr deiner Weiterbildung befindest du dich?
1.WBJ Urologie
2. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus: wann startest du, wie lange arbeitest du und mit welchen Dingen bist du regelmäßig beschäftigt?
Hängt von der Unterabteilung ab - gegenwärtig Ambulanz :
7:00 Arbeitsbeginn - Tages- und Aufnahmenplan sichten ,ggf. schonmal Untersuchungen anmelden Rö-Scheine ausfüllen.
7:30- ca. 8:00 (plus minus 20 Min) Frühbesprechung - Bericht des Diensthabenden, OP-Plannachträge & - änderungen Organisatorisches, Journalclub
8-14:30 : geplante Aufnahmen , nicht geplante Aufnahmen (auch als Notfälle bekannt), ambulante Patienten (Kontrollen, Chemopatienten, OP-Planungen) Konsile (ein 95jähriger mit PSA 5 ist kein Notfall der sofort konsiliarisch gesehen werden muss :-wand ) Außenkonsile (haben so einen schicken Katheterkoffer mit einer kleine aber feinen Auswahl ;-) ) Blasenspiegeln , Fisteln wechseln/füllen, Prostaten stanzen, Urodynamik beurteilen, ganz viel Ultraschall (abdominal oder transrektal), mit Glück mal dazwischen Mittagessen
14:30 - 15:00 Spätbesprechung - geplante OPs des folgenden Tages vorstellen, Konsilpatienten ansprechen, besondere Probleme auf den Stationen, noch in Arbeit befindliche Notfälle , OPs des Tages (was wurde gemacht ? Probleme ?
15-16:00 siehe zwei Einträge vorher + Dokumentieren der bearbeiteten Fälle für die Abrechnung und evtl. Briefe oder auch noch einen Notfall zuende bearbeiten.
3. Wie viel Zeit in Stunden nehmen folgende Dinge schätzungsweise an einem durchschnittlichen Arbeitstag ein: Visiten vor- und nachbereiten sowie Durchführen, Diktieren von Arztbriefen, Aufnahmegespräche und Eingangsuntersuchung, Gespräche mit Angehörigen, Gespräche mit Kollegen, Sonstiger Schriftkram, Kaffekränzchen?
Visiten - fallen in der Ambulanz nicht an
Aufnahmegespräche/Eingangsuntersuchungen : ca. 65%
Diktieren : 2,5%
Gespräche mit Kollegen : 10 %
sonstiger Schriftkram Befunden hinterhertelefoneiren ect. : 20%
Kaffeetrinken : 2,5%
4. Wo liegen bei den unter Frage 2 behandelten Themen die Arbeitsschwerpunkte bei deinen Tätigkeiten?
Aufnahmen/Eingangsuntersuchungen
Befunde zusammensuchen
Schriftkram
5. Was war das absolute Highlight deiner bisherigen Berufslaufbahn, da das du dich auch heute noch gerne und lebhaft erinnerst?
Eine TIN rausgefischt zuhaben die sonst untergegangen wäre ...
6. Welche Erfahrungen und Tipps im Umgang mit dem Pflegepersonal kannst du weiter geben?
Freundlich aber bestimmt wenn nötig - Erfahrung respektieren und akzeptieren, sich nicht einspannen lassen...
7. Wie geht man aus deiner Erfahrung geschickt mit den ärztlichen Kollegen aus dem Kreise der Assistenzärzte um? Welche Probleme können hier auftauchen?
Jeder ist anders - und jeder hat Interessen und Ziele - die manchmal eben nicht alle in einer Abteilung zur Deckung zubringen zu sind - sich mit seinem direkten Team arangieren und ansosten maßvoll aber nicht duckmäuserisch gucken wo man bleibt.
8. Chef- und Oberärzte als Vorgesetzte lassen sich leider nicht umgehen. Wie sind hier deine Erfahrungen im täglichen Umgang im positiven wie auch im negativen Sinne?
Teilweise flache Hierarchien , tw. aber auch nicht , teilweise große Bereitschaft Wissen weiterzugeben aber oft Mangel an Zeit/Musse
9. Wie spielt sich konkret die Weiterbildung ab: arbeitest du einfach nur oder gibt es Unterricht durch Ober- und Chefärzte, um den Anforderungen der Weiterbildungsordnung gerecht zu werden? Führst du ein Nachweisheft zur Weiterbildung? Fühlst du dich gut betreut?
Arbeit first - Weiterbildung ergibt sich zum Teil aus Zufällen und häufig von Alt zu Neuassistenten
10. Was sind aus deiner Sicht die Vorteile deines Fachgebietes im Vergleich zu anderen Fachrichtungen? Und andersherum: wo liegen die Nachteile des Gebietes, die man in Kauf nehmen muss?
Vorteile :Übersichtliches aber breit aufgestelltes Fachgebiet - Notfälle (die man häufig schnell und gut lösen kann und die nur selten wirklich immanent lebensbedrohlich sind) alles Altergruppen (von Baby bis zum Greis) , eine spannende Onko, interessante OPs (von klein und schnell bis lang und aufwenig) endoskopische Möglichkeiten.
Nachteile : Naja man arbeitet jeden Tag mit und tw. in Urin ... wer das nicht abkann ist in der Uro falsch. Generelle chirurgische Nachteile (früh anfangen, lange arbeiten, direkterer Umgangston)
11. Wie beurteilst du die Chancen im Hinblick auf deine weitere Karriere nach der Facharztprüfung? Möchtest du eine Kliniklaufbahn anstreben oder dich niederlassen bzw. was hast du vor und wie sieht es dabei speziell für dein Fachgebiet aus?
frei nach Lammbock : Schaun mer mal...
12. Stress, Überstunden und lange bzw. häufige Dienste gehören leider immer noch zum Berufsalltag. Fühlst du dich häufig gestresst, machst du viele Überstunden oder schiebst häufig Dienste oder geht es bei dir eher locker zu? Wie gehst du persönlich mit Stress und derartigen Belastungen um?
Noch äußert kulante Regelungen bzgl. Überstunden, die 24h Dienste nerven halt schon (es brennt seit 3 Tagen beim Wasserlassen aber dann muss das unbedingt um 3 Uhr Nachts ein Arzt sehen ....) Teilweise schon stressig...
13. Auch die Familie darf nicht zu kurz kommen: findest du als Vater oder Mutter Betreuungsangebote für eigenen Nachwuchs oder sonstige Unterstützung für ärztliche Eltern im Berufsleben? Wenn ja, welche? Falls es keine gibt: was konkret könnte dir helfen?
Hab noch keine Familie.
14. Was möchtest du angehenden Assistenzärzten oder ärztlichen Kollegen als deine zwei wichtigsten Tipps mit auf den Weg geben?
Macht euch nicht wahnsinnig - es ist ein Job keine Berufung
Auch wenns oft nicht so aussieht - die anderen kochen auch nur mit Wasser
15. Heute nochmals vor deine Berufswahl gestellt: würdest du noch einmal den Beruf des Arztes wählen?
Nein - zuwenig Teamarbeit und zuviel Einzelkämpfer - und zuviel Pathos
Ophtalmoplegie
05.02.2010, 10:30
1. In welcher Weiterbildungsrichtung bist du tätig und in welchem Jahr deiner Weiterbildung befindest du dich?
Pädiatrie, 2. WBJ
2. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus: wann startest du, wie lange arbeitest du und mit welchen Dingen bist du regelmäßig beschäftigt?
Beginn 7.30 Uhr Visite auf Neugeborenenstation mit U1, U2, Entlassungen Blutentnahmen etc.
Dann Frühstück, ab ca. 9.15 Uhr Visite. Danach Zugänge aufnehmen, Briefe schreiben, ständig irgendwelche Telefonate, Mittagessen, Entlassungen, Elterngespräche, zwischendrin ambulante Kinder, Sonos, Blutentnahmen etc... Feierabend 16 Uhr (immer pünktlich, Chef achtet drauf! :-dafür)
3. Wie viel Zeit in Stunden nehmen folgende Dinge schätzungsweise an einem durchschnittlichen Arbeitstag ein: Visiten vor- und nachbereiten sowie Durchführen, Diktieren von Arztbriefen, Aufnahmegespräche und Eingangsuntersuchung, Gespräche mit Angehörigen, Gespräche mit Kollegen, Sonstiger Schriftkram, Kaffekränzchen?
Visite: 1-1,5h
Aufnahmen/Untersuchungen: 2-2,5h
Briefe/Schreibzeug: ca 2h
Gespräche: ca 1h
Pausen: ca. 45min
4. Wo liegen bei den unter Frage 2 behandelten Themen die Arbeitsschwerpunkte bei deinen Tätigkeiten?
Untersuchungen, Technik (Sono, BE, Flexülen, K-Urin, pH-Metrie etc.), Briefe
5. Was war das absolute Highlight deiner bisherigen Berufslaufbahn, da das du dich auch heute noch gerne und lebhaft erinnerst?
hmm...
6. Welche Erfahrungen und Tipps im Umgang mit dem Pflegepersonal kannst du weiter geben?
Nicht anbiedern, freundlich sein, und (grad zu Anfang) drauf hören, was die Schwestern sagen.
7. Wie geht man aus deiner Erfahrung geschickt mit den ärztlichen Kollegen aus dem Kreise der Assistenzärzte um? Welche Probleme können hier auftauchen?
Probleme: wenn man anspricht, was los ist, sollte es eigentlich keine geben. Kann mit Assistenten, die gleich weit sind zuweilen jedoch schon in einer Art "Wettstreit" münden, wer was schon wie gut kann...
8. Chef- und Oberärzte als Vorgesetzte lassen sich leider nicht umgehen. Wie sind hier deine Erfahrungen im täglichen Umgang im positiven wie auch im negativen Sinne?
Nur gute Erfahrungen! Die Oberärztin lädt einen durchaus auch mal zu nem Frühstück bei sich ein oder kauft einem, weil man Dienst hat, eine Schneeschaufel :-dance
Mein Chef ist genau 10 Jahre älter als ich, macht super teaching und möchte, dass man sich "sein Gebiet" aussucht. Da darf man dann auch völlig frei Weiterbildungen besuchen; entsprechende Patienten werden einem dann aber auch übertragen :-oopss
Was ich super finde, ist, dass er Wert auf die Arbeitszeit legt und Überstunden dadurch echt Mangelware sind :-)
9. Wie spielt sich konkret die Weiterbildung ab: arbeitest du einfach nur oder gibt es Unterricht durch Ober- und Chefärzte, um den Anforderungen der Weiterbildungsordnung gerecht zu werden? Führst du ein Nachweisheft zur Weiterbildung? Fühlst du dich gut betreut?
Betreuung ist super! Unterricht in Form von Bedside-teaching. Nur so als Beispiel: In der Sonosprechstunde vom Chef ist im wöchentlichen Wechsel immer einer der beiden Assistenten. Alle Kinder dort kann man nochmal nachschallen (inkl. Echokardiographie!) Nachweisheft in dem Sinne nicht. Für nachweispflichtige Untersuchungen hab ich ne Excel-Tabelle...
10. Was sind aus deiner Sicht die Vorteile deines Fachgebietes im Vergleich zu anderen Fachrichtungen? Und andersherum: wo liegen die Nachteile des Gebietes, die man in Kauf nehmen muss?
Vorteil: Mit Kindern arbeiten. Klingt banal, bietet aber jeden Tag so viel Schönes. Wird jeder bestätigen, der in der Päd arbeitet. Viele "dankbare" Krankheitsbilder. Weiterer Vorteil: recht breit gefächert, was das Patientenalter und auch die Krankheitsbilder angeht.
Nachteil: Wenn man sich ansieht, in was für Familienverhältnisse manche Kinder (Neugeborene) gehen oder welche Einstellung manche Eltern zu ihren Kinder und ihrem "Elternsein" haben, kann einem schlecht werden... :-kotz
11. Wie beurteilst du die Chancen im Hinblick auf deine weitere Karriere nach der Facharztprüfung? Möchtest du eine Kliniklaufbahn anstreben oder dich niederlassen bzw. was hast du vor und wie sieht es dabei speziell für dein Fachgebiet aus?
Würde nach dem Facharzt gern noch ne Subspezialisierung (Endokrinologie/Diabetologie) machen. Ob Klinik auf Dauer,weiß ich noch nicht...
12. Stress, Überstunden und lange bzw. häufige Dienste gehören leider immer noch zum Berufsalltag. Fühlst du dich häufig gestresst, machst du viele Überstunden oder schiebst häufig Dienste oder geht es bei dir eher locker zu? Wie gehst du persönlich mit Stress und derartigen Belastungen um?
Dienste haben wir recht konstant 6 im Monat.Kann zum Teil belastend sein, man geht ja aber nach Hause danach und kann sich ausruhen. Ist schon okay. Dass man nachts und am WE arbeiten muss, wusste man ja schon vor dem Studium, also kein Grund, sich zu beschweren ;-)
13. Auch die Familie darf nicht zu kurz kommen: findest du als Vater oder Mutter Betreuungsangebote für eigenen Nachwuchs oder sonstige Unterstützung für ärztliche Eltern im Berufsleben? Wenn ja, welche? Falls es keine gibt: was konkret könnte dir helfen?
Bin leider noch kein Papa
14. Was möchtest du angehenden Assistenzärzten oder ärztlichen Kollegen als deine zwei wichtigsten Tipps mit auf den Weg geben?
Neben dem Job das Leben nicht vergessen. "Soziales Wohlbefinden" sollte wichtiges Auswahlkriterium beim Arbeitsplatz sein!
15. Heute nochmals vor deine Berufswahl gestellt: würdest du noch einmal den Beruf des Arztes wählen?
Logisch!!
nauenaue
14.03.2010, 00:04
1. In welcher Weiterbildungsrichtung bist du tätig und in welchem Jahr deiner Weiterbildung befindest du dich?
WB Allgemeinmedizin, 3.Jahr in Allgemeinmedizinisch/Internistischer Praxis als Assi
2. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus: wann startest du, wie lange arbeitest du und mit welchen Dingen bist du regelmäßig beschäftigt?
Start 8.30 Sprechstunde bis ca 12.30. Uhr dann kurze Pause, dann Hausbesuche, ab 13.30 wieder sprechstunde bis ca 16.00. Regelmäßig Sono, Akupunktur, EKG, Ergo, Infusionen anlegen, kleine Wundversorgung
3. Wie viel Zeit in Stunden nehmen folgende Dinge schätzungsweise an einem durchschnittlichen Arbeitstag ein: Visiten vor- und nachbereiten sowie Durchführen, Diktieren von Arztbriefen, Aufnahmegespräche und Eingangsuntersuchung, Gespräche mit Angehörigen, Gespräche mit Kollegen, Sonstiger Schriftkram, Kaffekränzchen?
Behandlungsfälle vor- und Nachbereiten ca 1 h, Schriftkram ca 30 min, Ausführliche Anamnesen, Ganzkörperstatus ca 45 min
4. Wo liegen bei den unter Frage 2 behandelten Themen die Arbeitsschwerpunkte bei deinen Tätigkeiten?
Sprechstunde mit Anamnese u Untersuchung, Behandlung
5. Was war das absolute Highlight deiner bisherigen Berufslaufbahn, da das du dich auch heute noch gerne und lebhaft erinnerst?
Ich erinnere mich eher an schockierende Erlebnisse, die gabs reichlich.
6. Welche Erfahrungen und Tipps im Umgang mit dem Pflegepersonal kannst du weiter geben?
Freundlicher und respektvoller Umgang klappt meistens prima, gerade am Anfang kann man von deren langjähriger Erfahrung profitieren und eine Menge lernen, am Besten einige kompetente Ansprechpartner suchen.
Bloß nicht als Superarzt aufspielen, darauf reagieren fast alle allergisch und auch nicht allzu persönlich werden...
7. Wie geht man aus deiner Erfahrung geschickt mit den ärztlichen Kollegen aus dem Kreise der Assistenzärzte um? Welche Probleme können hier auftauchen?
Probleme gibt es bei Ellenbogendenken oder egozentrischem Verhalten mancher Kollegen. Freundlich aber authentisch bleiben, gerne mal Hilfe anbieten aber sich nicht ausnutzen lassen. Ist manchmal eine Gratwanderung...
8. Chef- und Oberärzte als Vorgesetzte lassen sich leider nicht umgehen. Wie sind hier deine Erfahrungen im täglichen Umgang im positiven wie auch im negativen Sinne?
Wenn sie ok sind, prima, dann klann sich eine sehr gute Zusammenabeit entwickeln, vor allem wenn man ehrliches Interesse zeigt.
Wenn ich mit jemand wichtigem so gar nicht klarkomme oder die Atmosphäre unerträglich ist, würde ich über kurz oder lang wieder gehen. Ansonsten nicht zu persönlich nehmen, eine Macke hat fast jeder.
9. Wie spielt sich konkret die Weiterbildung ab: arbeitest du einfach nur oder gibt es Unterricht durch Ober- und Chefärzte, um den Anforderungen der Weiterbildungsordnung gerecht zu werden? Führst du ein Nachweisheft zur Weiterbildung? Fühlst du dich gut betreut?
Sehr gut betreut,
Die Sprechstunde und Hausbesuche mache ich alleine, aber ich kann jederzeit die Kollegen fragen bzw. Fälle durchsprechen, wenn etwas unklar ist. Über Untersuchungen führe ich ein Nachweisheft.
10. Was sind aus deiner Sicht die Vorteile deines Fachgebietes im Vergleich zu anderen Fachrichtungen? Und andersherum: wo liegen die Nachteile des Gebietes, die man in Kauf nehmen muss?
Vorteile vielseitiges Patientengut mit einem breiten Erkrankungsspektrum, sehr abwechslungsreich, gut mit dem Privatleben vereinbar,
Nachteile: Der von diversen Behörden auferlegte Schriftkram, Regresse, etc...
11. Wie beurteilst du die Chancen im Hinblick auf deine weitere Karriere nach der Facharztprüfung? Möchtest du eine Kliniklaufbahn anstreben oder dich niederlassen bzw. was hast du vor und wie sieht es dabei speziell für dein Fachgebiet aus?
Ich möchte in einem MVZ arbeiten oder niederlassen und auf AKupunktur/TCM spezialisieren
12. Stress, Überstunden und lange bzw. häufige Dienste gehören leider immer noch zum Berufsalltag. Fühlst du dich häufig gestresst, machst du viele Überstunden oder schiebst häufig Dienste oder geht es bei dir eher locker zu? Wie gehst du persönlich mit Stress und derartigen Belastungen um?
Während der Klinikzeit war ich permanent gestresst und überfordert, ständig krank und nach 1 Jahr im burn-out. Habe dann erstmal eine PAuse eingelegt.
Arbeit in der Praxis kann zeitweise auch mal stressiger sein, ist aber insgesamt viiiel entspannter.
Stressbewältigung: reichlich Yoga, Atementspannung, Achtsamkeit u Schlafen
und natürlich Freunde, Familie, alles was spaß macht
13. Auch die Familie darf nicht zu kurz kommen: findest du als Vater oder Mutter Betreuungsangebote für eigenen Nachwuchs oder sonstige Unterstützung für ärztliche Eltern im Berufsleben? Wenn ja, welche? Falls es keine gibt: was konkret könnte dir helfen?
Ich habe einen 2 Jährigen Sohn. Betreuungsmöglichkeiten sind nicht das Problem evtl mal auf dem Land nur zeitlich eingeschränkt verfügbar.
Was dringenst verbesserungswürdig ist, sind die Möglichkeiten in Teilzeit zu arbeiten, auch weniger als 50%. Das scheint für die Kliniken bisher ein Riesenproblem zu sein, zumal auch die Weiterbildungsordnung mind. 50% vorsieht. Im Rahmen einer Praxistätigkeit ist das kein Problem aber Klinikarbeit in Teilzeit bedeutet immer noch reichlich Überstunden, Nacht- und Wochenenddienste. Da muß sich unbedingt was ändern!!
Das wichtigste ist immer, ob das Kind es mitmacht, wenn die Eltern 30, 40 oder 60 Wochenstunden arbeiten + nachts und am WE. Nicht jedes Kind läßt sich rund um die Uhr fremdbetreuen und nicht alle Eltern wollen die Kindererziehung komplett irgendwelchen anderen Personen überlassen.
Aus Sicht des Kindes sind die Eltern immer noch die wichtigsten Bezugspersonen, je kleiner desto eher sind die Eltern gefragt. Sehr frühe und lange Fremdbetreuung finde ich nicht richtig.
14. Was möchtest du angehenden Assistenzärzten oder ärztlichen Kollegen als deine zwei wichtigsten Tipps mit auf den Weg geben?
Bleibt authentisch und laßt Euch nicht verheizen
15. Heute nochmals vor deine Berufswahl gestellt: würdest du noch einmal den Beruf des Arztes wählen?
Oh, es gibt noch so viele andere interessante Berufsfelder. Vielleicht eher nicht
1. In welcher Weiterbildungsrichtung bist du tätig und in welchem Jahr deiner Weiterbildung befindest du dich?
Orthopädie (Basis Chirurgie 2. WBJ)
2. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus: wann startest du, wie lange arbeitest du und mit welchen Dingen bist du regelmäßig beschäftigt?
Beginn 7.30 Uhr Visite, Entlassungen, Tagesklinik etc.
Bis um 12 Uhr Stationsarbeit, dann Mittagsessen und danach assistieren bei OP.
3. Wie viel Zeit in Stunden nehmen folgende Dinge schätzungsweise an einem durchschnittlichen Arbeitstag ein: Visiten vor- und nachbereiten sowie Durchführen, Diktieren von Arztbriefen, Aufnahmegespräche und Eingangsuntersuchung, Gespräche mit Angehörigen, Gespräche mit Kollegen, Sonstiger Schriftkram, Kaffekränzchen?
Visite: 1h
Aufnahmen/Untersuchungen: 1h
Briefe/Schreibzeug: Normalerweise 1 Stunde
Gespräche: ca 30 min
Pausen: ca. 15min
4. Wo liegen bei den unter Frage 2 behandelten Themen die Arbeitsschwerpunkte bei deinen Tätigkeiten?
Untersuchungen, Konsil, Aufnahmen
5. Was war das absolute Highlight deiner bisherigen Berufslaufbahn, da das du dich auch heute noch gerne und lebhaft erinnerst?
gar nichts.... Hackenhalten event?? heheh
6. Welche Erfahrungen und Tipps im Umgang mit dem Pflegepersonal kannst du weiter geben?
Der Arzt sagte wir müssen immer 'JA' sagen..
7. Wie geht man aus deiner Erfahrung geschickt mit den ärztlichen Kollegen aus dem Kreise der Assistenzärzte um? Welche Probleme können hier auftauchen?
Die OÄ sind den ganzen Tag im OP. Auf alles was in die Station passiert muß der Assistenzarzt sich allein (meistens) kümmert..
8. Chef- und Oberärzte als Vorgesetzte lassen sich leider nicht umgehen. Wie sind hier deine Erfahrungen im täglichen Umgang im positiven wie auch im negativen Sinne?
Mein Chefarzt interessiert mehr für seinen Ruf wie für unsere Weiterbildung.
Die OÄ wollen immer operieren.. (Ziel-Jagd was die mit der Firmen gesprochen hatten. Ein OA erklärte das nach 2 Jahre, bei 800 Endoprothesen, die Firma kauft für ihn ein AUDI R8).
9. Wie spielt sich konkret die Weiterbildung ab: arbeitest du einfach nur oder gibt es Unterricht durch Ober- und Chefärzte, um den Anforderungen der Weiterbildungsordnung gerecht zu werden? Führst du ein Nachweisheft zur Weiterbildung? Fühlst du dich gut betreut?
Gar nichts. Wenn man sich interessiert, dann kann er allein auf Seminare fragen und event. sich anmelden. Die bezahlen eine Woche im Jahr Wieterbildung. Ich habe den OA gefragt ' Warum zeigt ihr nichts?' er antwortete: 'Hier zeigt keiner. Du muß allein lesen und zu Hause üben!' und ich sagte: 'was üben? Kniespiegelung bei meiner Frau?'
10. Was sind aus deiner Sicht die Vorteile deines Fachgebietes im Vergleich zu anderen Fachrichtungen? Und andersherum: wo liegen die Nachteile des Gebietes, die man in Kauf nehmen muss?
Vorteil: Man lernt viel weil er allein am Meer schwimmt.
Nachteil: Er lernt nicht alles richtig. Viele Überstunden arbeiten. Keine gute Weiterbildung.
11. Wie beurteilst du die Chancen im Hinblick auf deine weitere Karriere nach der Facharztprüfung? Möchtest du eine Kliniklaufbahn anstreben oder dich niederlassen bzw. was hast du vor und wie sieht es dabei speziell für dein Fachgebiet aus?
Ich glaube Klinikaufbahn ..
12. Stress, Überstunden und lange bzw. häufige Dienste gehören leider immer noch zum Berufsalltag. Fühlst du dich häufig gestresst, machst du viele Überstunden oder schiebst häufig Dienste oder geht es bei dir eher locker zu? Wie gehst du persönlich mit Stress und derartigen Belastungen um?
Dienste mindestens 6 im Monat (kann sein bis zum 10!!). Am nächsten Tag nicht früher als 11 Uhr nach Hause gehen. Überstunden im Jahr ca 250 - 300. Die sind mit 5 Euro brutto bezahlt.
13. Auch die Familie darf nicht zu kurz kommen: findest du als Vater oder Mutter Betreuungsangebote für eigenen Nachwuchs oder sonstige Unterstützung für ärztliche Eltern im Berufsleben? Wenn ja, welche? Falls es keine gibt: was konkret könnte dir helfen?
Keine Chance. Hier muß man erst arbeiten. Wenn jemand sagt ich muß Halbzeit arbeiten weil ich das Recht habe, die sagen 'JA' aber die Mentalität ist andere...
14. Was möchtest du angehenden Assistenzärzten oder ärztlichen Kollegen als deine zwei wichtigsten Tipps mit auf den Weg geben?
Wir sind erst Menschen und dann Ärzte.
15. Heute nochmals vor deine Berufswahl gestellt: würdest du noch einmal den Beruf des Arztes wählen?
Sicher, auch ohne Geld, aber die Mentalität hier ist ganz schlecht. Am nächsten Februar bin ich woanders.:-dance
Hmm... noch kein Radio hier? Bitte :-winky
Macht einer von Euch Kinder- Jugendpsychiatrie oder Psychiatrie? Würde mich brennend interessieren:)
Hier auf Wunsch ein Psycho ;-):
1. In welcher Weiterbildungsrichtung bist du tätig und in welchem Jahr deiner Weiterbildung befindest du dich?
Psychiatrie und Psychotherapie: am 01.07. sind 3 Jahre rum
2. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus: wann startest du, wie lange arbeitest du und mit welchen Dingen bist du regelmäßig beschäftigt?
Start: 8 Uhr
Ende: 17 Uhr (Stationsarbeit), da ich aber in der Forschung ziemlich aktiv bin, ist bei mir meist 19- 20 Uhr Schluss
Beschäftigt bin ich auf Station mit Visite, Aufnahmen, Einzelgesprächen mit Patienten + Angehörigen und sehr, sehr viel Schreibkram
3. Wie viel Zeit in Stunden nehmen folgende Dinge schätzungsweise an einem durchschnittlichen Arbeitstag ein: Visiten vor- und nachbereiten sowie Durchführen, Diktieren von Arztbriefen, Aufnahmegespräche und Eingangsuntersuchung, Gespräche mit Angehörigen, Gespräche mit Kollegen, Sonstiger Schriftkram, Kaffekränzchen?
Visite: mit Nachbesprechung max. 1,5 h (ich bin jemand, der Visiten nicht sehr ausdehnt)
Einzelgespräche: je nach Bedarf unterschiedlich, vielleicht 1,5 h pro Tag, was aber auf der Psychotherapie-Station ganz anders aussieht, da sind es ca. 4-5 h pro Tag
Angehörige: habe Sprechzeiten mit 4h / Woche eingerichtet, aber oft schieb ich auch mal ein Gespräch dazwischen
Kollegen: nicht so viel, da ich alleine auf meiner Station bin, vll. 0,5 h pro Tag
Schriftkram inkl. Briefe: 3 h pro Tag
Aufnahmen: 1-2 h
4.Wo liegen bei den unter Frage 2 behandelten Themen die Arbeitsschwerpunkte bei deinen Tätigkeiten?
momentan bei Visite und Gesprächen mit Patienten und Angehörigen (aber keine psychotherapeutischen Gespräche) und natürlich Schreibkram
5.Was war das absolute Highlight deiner bisherigen Berufslaufbahn, da das du dich auch heute noch gerne und lebhaft erinnerst?
mein erstes paper als Erstautor :-blush
Ich finde immer total bunte schizophrene Patienten sehr beeindruckend und natürlich auch, dass man sie meistens relativ normal entlässt
6.Welche Erfahrungen und Tipps im Umgang mit dem Pflegepersonal kannst du weiter geben?
Ich habe vor allem am Anfang viel auf die Tipps der Schwestern/Pfleger gehört und mach das auch heute noch, da sie meistens echt viel Erfahrung haben und vor allem in der Akutpsychiatrie gut wissen wie man mit bestimmten Patienten umgehen muss, um eine Eskalation zu vermeiden.
Es ist aber auch wichtig, als Arzt klare Ansagen zu machen.
7.Wie geht man aus deiner Erfahrung geschickt mit den ärztlichen Kollegen aus dem Kreise der Assistenzärzte um? Welche Probleme können hier auftauchen?
Kollegialität ist sehr wichtig, d.h. dass bei Vertretungen nicht immer die Gleichen einspringen und die anderen sich drücken, das bringt sonst dicke Luft. Man kann sich nicht mit jedem gleich gut verstehen, aber Intrigen sind Mist. Regelmäßige Treffen außerhalb der Klinik sind dagegen sehr nützlich ;-)
8.Chef- und Oberärzte als Vorgesetzte lassen sich leider nicht umgehen. Wie sind hier deine Erfahrungen im täglichen Umgang im positiven wie auch im negativen Sinne?
Es gibt sehr engagierte OÄ, die sehr oft auf Station sind und auch selbst mit Angehörigen sprechen etc. und leider auch solche, die 1 Mal pro Woche kurz zur Visite kommen und sich kurz Zugänge anschaun und sonst nicht zu sehen sind. Ändern kann man es als Assi nicht. Und unser Chef interessiert sich leider auch meist nur für die Bettenbelegung und kommt ein Mal im Monat zur Visite. Es ist ihm leider egal, wie belastet seine Assis auf Grund chronischem Arztmangel sind, die die da sind, bekommen noch eins auf den Deckel. Aber auch das kann man zwar ansprechen und sich dadurch noch unbeliebter machen, ändern kann man es auch nicht ...
9.Wie spielt sich konkret die Weiterbildung ab: arbeitest du einfach nur oder gibt es Unterricht durch Ober- und Chefärzte, um den Anforderungen der Weiterbildungsordnung gerecht zu werden? Führst du ein Nachweisheft zur Weiterbildung? Fühlst du dich gut betreut?
Es gibt Weiterbildungen in Form von Dozenten, die von außerhalb kommen und im Sommersemester 1 mal pro Woche was erzählen, ist manchmal ganz gut, manchmal sinnlos. OÄ geben Seminare für PJler und Famulanten, aber nicht für Assis. Im Wintersemester gibt es gar keine Weiterbildung, da wir dann alle mit der Lehre ziemlich eingespannt sind, alles in allem total schlechte Weiterbildung würd ich mal sagen.
10.Was sind aus deiner Sicht die Vorteile deines Fachgebietes im Vergleich zu anderen Fachrichtungen? Und andersherum: wo liegen die Nachteile des Gebietes, die man in Kauf nehmen muss?
Vorteilhaft sind die Arbeitszeiten mit wenig Überstunden, auch hat man Zeit, sich mit den Patienten ausgiebig zu beschäftigen, man kann sich zudem auch mit dem sozialen Umfeld beschäftigen. Außerdem ist jede Anamnese anders, was es für mich sehr spannend macht.
Nachteil: Man ist oft der "seelische Mülleimer" und muss viel einstecken, Akutpatienten beleidigen zudem sehr oft und es gibt durchaus auch bedrohliche Situationen, man muss also sehr gut abschalten können und nicht die ganzen Stories mit nach Hause nehmen.
11.Wie beurteilst du die Chancen im Hinblick auf deine weitere Karriere nach der Facharztprüfung? Möchtest du eine Kliniklaufbahn anstreben oder dich niederlassen bzw. was hast du vor und wie sieht es dabei speziell für dein Fachgebiet aus?
Ich möchte auf jeden Fall in der Klinik bleiben und mich nicht niederlassen. Ich würde gerne nach dem Facharzt eine Stelle haben, bei der ich während der Arbeitszeit auch forschen kann und das nicht alles in meiner Freizeit machen muss, da bin ich aber nicht so zuversichtlich, dass es die wirklich gibt.
12.Stress, Überstunden und lange bzw. häufige Dienste gehören leider immer noch zum Berufsalltag. Fühlst du dich häufig gestresst, machst du viele Überstunden oder schiebst häufig Dienste oder geht es bei dir eher locker zu? Wie gehst du persönlich mit Stress und derartigen Belastungen um?
Wir haben zum Glück nicht so viele Dienste, nur 3 mal 24h- Dienste pro Monat, Überstunden würden sich in Grenzen halten wenn ich nicht forschen würde, aber so bin ich schon jeden Tag bis 19 oder 20 Uhr oder länger da und am WE auch oft, aber das mach ich ja freiwillig. Ich versuch mich als Ausgleich regelmäßig mit Freunden zu treffen oder auch mal einen Tag lang am WE gar nichts zu tun, dadurch tank ich wieder auf.
13.Auch die Familie darf nicht zu kurz kommen: findest du als Vater oder Mutter Betreuungsangebote für eigenen Nachwuchs oder sonstige Unterstützung für ärztliche Eltern im Berufsleben? Wenn ja, welche? Falls es keine gibt: was konkret könnte dir helfen?
Bin noch keine Mama, aber die es bei uns sind, kommen denk ich ganz gut klar, weil ja 17 Uhr Schluss ist und es wohl auch einige Kitas gibt, die so lange auf haben. Es gibt wohl auch eine Kliniks-Kita, die auch Kinder nimmt wenn man Dienst hat.
14.Was möchtest du angehenden Assistenzärzten oder ärztlichen Kollegen als deine zwei wichtigsten Tipps mit auf den Weg geben?
Jeder fängt mal an !
In der Ruhe liegt die Kraft !
Jeder, der wirklich nur klinisch arbeiten möchte, sollte sich nicht an einer Uni-Klinik bewerben !
15.Heute nochmals vor deine Berufswahl gestellt: würdest du noch einmal den Beruf des Arztes wählen?
Ich glaub schon, macht ja Spaß :-)
1. In welcher Weiterbildungsrichtung bist du tätig und in welchem Jahr deiner Weiterbildung befindest du dich?
Neurologie, 2. WBJ
2. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus: wann startest du, wie lange arbeitest du und mit welchen Dingen bist du regelmäßig beschäftigt?
Offizieller Arbeitsbeginn 8 Uhr, die meisten von uns sind allerdings schon ab halb acht da um schonmal einen Überblick über die Neuaufnahmen der Nacht und vom Spätdienst zu bekommen.
8.10 Frühbesprechung mit Vorstellung der Aufnahmen ab 16.30 Uhr d. Vortages
Danach kurz Zeit um Briefe zu korrigieren und zu unterschreiben.
8.40 Röntgen-Demo, diese dauert meist bis ca. 9.30Uhr.
Ab 9.30 Stationsarbeit mit Visite vorbereiten, durchführen und nachbereiten. 2x/Woche OA-Visite, offiziell 1x/Woche Chefvisite, findet aber immer seltener statt. Zwischendrin Chaos-Bewältigung.
Ca. 12/13 Uhr Mittagessen mit den anderen Kollegen.
Dann Aufnahme der elektiven Patienten, Anmelden von Untersuchungen, LP's, Rehas anmelden, in der Weltgeschichte rumtelefonieren, mit Angehörigen sprechen.
Irgendwann nachmittags kommt dann der OA, man bespricht alle neuen Patienten und schaut sie nochmal gemeinsam an, überlegt gemeinsam das Procedere und legt Entlassungen d. nächsten Tages fest
Danach dann Erledigen aller Arbeiten die noch liegengeblieben sind, Entlassungen vorbereiten (Kurzentlasser).
Meist ist es dann so 18-19 Uhr wenn man nach Hause geht (am Anfang noch deutlich später...)
Arztbriefe müssen zu Hause am Abend oder am Wochenende diktiert werden
Alternativ Spätdienst: Man kommt mittags und ist in der Aufnahme bis 21.30
3. Wie viel Zeit in Stunden nehmen folgende Dinge schätzungsweise an einem durchschnittlichen Arbeitstag ein: Visiten vor- und nachbereiten sowie Durchführen, Diktieren von Arztbriefen, Aufnahmegespräche und Eingangsuntersuchung, Gespräche mit Angehörigen, Gespräche mit Kollegen, Sonstiger Schriftkram, Kaffekränzchen?
- Visiten: 2,5-3h
- Diktieren 1-2h (meist in der Freizeit)
- Aufnahmegespräche u. Eingangsuntersuchung: je nachdem wieviele Aufnahmen man bekommt 1-3h
- Angehörige: 1h
- Gespräche m. Kollegen: 30 min
- sonstiger Schriftkram: 1h
- Kaffeekränzchen: Was ist das ;) Ab und zu setze ich mich wenn morgens etwas Zeit ist mal bei den Schwestern dazu
4. Wo liegen bei den unter Frage 2 behandelten Themen die Arbeitsschwerpunkte bei deinen Tätigkeiten?
- Je nach Dienst Stationsarbeit bzw. Notaufnahme
5. Was war das absolute Highlight deiner bisherigen Berufslaufbahn, da das du dich auch heute noch gerne und lebhaft erinnerst?
- Diagnosen die man durch eine gute Untersuchung schon in der Aufnahme stellen konnte
- Schwerkranke junge Patienten z.b. mit SAB oder Schlaganfall die am Ende durch unsere Therapie wieder völlig gesund die Klinik verlassen (eher selten der Fall aber es gibt sie)
6. Welche Erfahrungen und Tipps im Umgang mit dem Pflegepersonal kannst du weiter geben?
- Von Anfang an versuchen ein kollegiales Verhältnis aufzubauen, nicht überheblich sein und sich für was besseres halten. Wenn sie einen erstmal nicht mehr mögen hat man es schwer
- Auf das Urteil erfahrener Schwestern vertrauen
7. Wie geht man aus deiner Erfahrung geschickt mit den ärztlichen Kollegen aus dem Kreise der Assistenzärzte um? Welche Probleme können hier auftauchen?
Auch hier ist Kollegialität und gegenseitige Unterstützung wichtig. Probleme gibts bei uns vor allem durch unterschiedliche Arbeitsgeschwindigkeiten... wenn einige alles für den nächsten liegen lassen führt das unweigerlich zu Mißmut.
8. Chef- und Oberärzte als Vorgesetzte lassen sich leider nicht umgehen. Wie sind hier deine Erfahrungen im täglichen Umgang im positiven wie auch im negativen Sinne?
- Verhältnis zu den Oberärzten insgesamt sehr gut, dort flache Hierarchie, OA's sind immer erreichbar und ansprechbar
- Verhältnis zum Chef leider sehr schwierig für alle. Wer gut mit ihm klarkommt hat keine Probleme, wenn er jemanden nicht mag, hat man's sehr schwer. Ihm sind unsere völlige Überlastung und die vielen offenen Stellen ziemlich egal solange der Laden irgendwie läuft. Statt Anerkennung gibts nur regelmäßige Standpauken
9. Wie spielt sich konkret die Weiterbildung ab: arbeitest du einfach nur oder gibt es Unterricht durch Ober- und Chefärzte, um den Anforderungen der Weiterbildungsordnung gerecht zu werden? Führst du ein Nachweisheft zur Weiterbildung? Fühlst du dich gut betreut?
- Alle 2 Wochen Fortbildung im Wechsel mit der Psychiatrie
- Eine Zeitlang gabs noch wöchentlich eine Fortbildung Themen der Elektrophysiologie und Doppler.
- Kongresse oder Kurse werden meist voll bezahlt
10. Was sind aus deiner Sicht die Vorteile deines Fachgebietes im Vergleich zu anderen Fachrichtungen? Und andersherum: wo liegen die Nachteile des Gebietes, die man in Kauf nehmen muss?
- Vorteile: Ein wirklich interessantes Fach mit Patienten im Alter von 18-99 mit unterschiedlichsten Erkrankungen, z.T. auch sehr seltene Dinge. Man kann nur durch eine körperliche Untersuchung schon sehr genau eine Verdachtsdiagnose stellen
- Nachteile: Viele "Psychos" die eigentlich nix haben, häufig frustrierend zum einen dadurch dass Erkrankungen nicht heilbar sind zum anderen weil viele Patienten völlig uneinsichtig/incompliant sind, viele chronisch-kranke Patienten die immer und immer wieder kommen, viele Pflegefälle, unzählbar viele Überstunden die nicht dokumentiert oder ausgeglichen werden...
Für Leute die gerne invasiv arbeiten sicher nicht das richtige Fach.
11. Wie beurteilst du die Chancen im Hinblick auf deine weitere Karriere nach der Facharztprüfung? Möchtest du eine Kliniklaufbahn anstreben oder dich niederlassen bzw. was hast du vor und wie sieht es dabei speziell für dein Fachgebiet aus?
- Ich muss erstmal schauen ob ich überhaupt dabei bleibe, da für mich momentan die Nachteile und die Arbeitsbelastung überwiegen. Die Niederlassungsmöglichkeiten sind sicherlich gut, würde ich dann auch anstreben.
12. Stress, Überstunden und lange bzw. häufige Dienste gehören leider immer noch zum Berufsalltag. Fühlst du dich häufig gestresst, machst du viele Überstunden oder schiebst häufig Dienste oder geht es bei dir eher locker zu? Wie gehst du persönlich mit Stress und derartigen Belastungen um?
- Wie schon gesagt, Überstunden sind an der Tagesordnung. Der Stressfaktor ist ebenfalls sehr hoch, sowohl auf Station durch tägliche Überbelegung und dadurch bestehender Druck die Betten wieder leer zu bekommen als auch in der Aufnahme durch die Massen an Patienten, unter denen z.b. schwerkranke Notfälle sind. Für mich persönlich ist es schwierig mit dem STress fertigzuwerden, daher überleg ich wie gesagt das Fach zu wechseln.
13. Auch die Familie darf nicht zu kurz kommen: findest du als Vater oder Mutter Betreuungsangebote für eigenen Nachwuchs oder sonstige Unterstützung für ärztliche Eltern im Berufsleben? Wenn ja, welche? Falls es keine gibt: was konkret könnte dir helfen?
Hab keine Familie bislang, bei uns arbeiten aber 4 Teilzeitkräfte, was einigermaßen gut funktioniert.
14. Was möchtest du angehenden Assistenzärzten oder ärztlichen Kollegen als deine zwei wichtigsten Tipps mit auf den Weg geben?
Schaut euch das Fach und die Klinik gut an bevor ihr dort anfangt, sprecht vorher mit Assistenten dort.
15. Heute nochmals vor deine Berufswahl gestellt: würdest du noch einmal den Beruf des Arztes wählen?
Ja
Jeannychen
23.05.2010, 20:01
Hmm... noch kein Radio hier? Bitte :-winky
In zwei Monaten kann ich darüber berichten... Bis jetzt habe ich Erfahrungen in Inneren Medizin.
Lg. Jeannychen
1. In welcher Weiterbildungsrichtung bist du tätig und in welchem Jahr deiner Weiterbildung befindest du dich?
Orthopädie/Unfallchirurgie (momentan im 1. Jahr Basisweiterbildung)
2. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus: wann startest du, wie lange arbeitest du und mit welchen Dingen bist du regelmäßig beschäftigt?
Start: 7.10 Uhr
Ende: ca. 16.00 Uhr
7.10 Uhr: Besprechung: Neuaufnahmen vom Vorabend, Röntgenbilder, Vorfälle vom Vorabend
7.45 Uhr: Auf Station Blutentnahmen und Entlassungsbriefe prüfen, verbessern und E-Gespräche führen
8.45 Uhr: Kurze Kaffee- und Frühstückspause mit den Stationsschwestern
9.00 Uhr: Visite
11.30 Uhr: Aufklärungen, Anmelden von Untersuchungen, Krankengymnastik, Sozialdienst...
12.00 Uhr: Kurvenvisite und evtl. Anordnungen die vergessen wurden, Reha- und sonstige Anträge
12.30 Uhr: Briefe diktieren (kann je nach Entlassungen von 30 min bis 3h Dauern)
15.00 Uhr: Mittagsbesprechung (Röntgenbilder, stat. Aufnahmen, OP-Plan vom Tag und Folgetag, Bericht von Stationen)
16.00 Uhr: Feierabend
3. Wie viel Zeit in Stunden nehmen folgende Dinge schätzungsweise an einem durchschnittlichen Arbeitstag ein: Visiten vor- und nachbereiten sowie Durchführen, Diktieren von Arztbriefen, Aufnahmegespräche und Eingangsuntersuchung, Gespräche mit Angehörigen, Gespräche mit Kollegen, Sonstiger Schriftkram, Kaffekränzchen?
Visite: ca. 2-2,5 Stunden
Diktieren: ca. 2 Stunden (kann auch 30 min, oder 3h Dauern)
Aufnahmegespräche und Eingangsuntersuchungen: gar nicht (wird vom Assistent in der Ambulanz erledigt)
Gespräche mit angehörigen: so gut wie gar nicht (keine Nachfragen)
Gespräche mit Kollegen: Rund um die Uhr
Schriftkram: ca 1 Stunde
Kaffekränzchen: morgens 15 min. mit den Schwestern und nachmittags 15 min. mit Kollegen
4. Wo liegen bei den unter Frage 2 behandelten Themen die Arbeitsschwerpunkte bei deinen Tätigkeiten?
Überwiegend Stationsarbeit, manchmal auch ganztags im OP
5. Was war das absolute Highlight deiner bisherigen Berufslaufbahn, da das du dich auch heute noch gerne und lebhaft erinnerst?
Der erste Tag, an dem ich keinen "ANSCH***" im OP bekommen habe. Das hat natürlich nicht angehalten. Man wird aber immun dagegen...
6. Welche Erfahrungen und Tipps im Umgang mit dem Pflegepersonal kannst du weiter geben?
Erfahrene Schwestern sind Gold wert!!!
Immer freundlich und KOLLEGIAL sein. Man muss nicht den Arzt raushängen. Das kann auch nach hinten losgehen.
Aber: nicht blind vertrauen.
7. Wie geht man aus deiner Erfahrung geschickt mit den ärztlichen Kollegen aus dem Kreise der Assistenzärzte um? Welche Probleme können hier auftauchen?
Am Besten ist es mit den Kollegen offen zu reden und die Probleme sofort zu lösen. Man arbeitet miteinander und nicht gegeneinander. Natürlich sieht die Realität meistens anders aus. Aber man kann auch mal den kürzeren ziehen. Vorsicht ist gegeben WIE und WEM man etwas sagt. Es gibt ja das bekannte Vitamin B bei manchen Kollegen und den Draht zum OA... Trotzdem sollte man sich (besonders von Erfahrenen Kollegen) nicht unterdrücken lassen...
8. Chef- und Oberärzte als Vorgesetzte lassen sich leider nicht umgehen. Wie sind hier deine Erfahrungen im täglichen Umgang im positiven wie auch im negativen Sinne?
Bei uns herrscht eine sehr, sehr flache Hierarchie. Daher würde ich bei dieser Frage das "leider nicht umgehen" weglassen. Natürlich wird man immer wieder mal fertig gemacht. Aber das ist selten der Fall (überwiegend im OP).
9. Wie spielt sich konkret die Weiterbildung ab: arbeitest du einfach nur oder gibt es Unterricht durch Ober- und Chefärzte, um den Anforderungen der Weiterbildungsordnung gerecht zu werden? Führst du ein Nachweisheft zur Weiterbildung? Fühlst du dich gut betreut?
Na ja. Das mit der Weiterbildung lässt zu wünschen übrig. Fortbildung und Unterricht machen wir 1 mal wöchentlich für ca. 30 min. Man muss sich eher selber um seine Weiterbildung kümmern.
10. Was sind aus deiner Sicht die Vorteile deines Fachgebietes im Vergleich zu anderen Fachrichtungen? Und andersherum: wo liegen die Nachteile des Gebietes, die man in Kauf nehmen muss?
Vorteile: Man befasst sich mit dem Patienten und nicht mit immer wieder neuen Studien über eine Krankheit
Nachteile: Es wird gezielt gehandelt (OP) und der Patient wird nicht als ganze Einheit gesehen.
11. Wie beurteilst du die Chancen im Hinblick auf deine weitere Karriere nach der Facharztprüfung? Möchtest du eine Kliniklaufbahn anstreben oder dich niederlassen bzw. was hast du vor und wie sieht es dabei speziell für dein Fachgebiet aus?
Ich habe noch fast die ganze Weiterbildung vor mir. Noch ist es zu früh zum entscheiden.
12. Stress, Überstunden und lange bzw. häufige Dienste gehören leider immer noch zum Berufsalltag. Fühlst du dich häufig gestresst, machst du viele Überstunden oder schiebst häufig Dienste oder geht es bei dir eher locker zu? Wie gehst du persönlich mit Stress und derartigen Belastungen um?
Über Überstunden kann ich mich nicht beklagen. Ich bin eher im minusbereich. Ich muss aber an 2 Wochenenden im Monat Dienst schieben. Hinzu kommen die Nachtdienste und Rufdienste an Wochentagen. Insgesamt kann ich mich nicht beklagen.
13. Auch die Familie darf nicht zu kurz kommen: findest du als Vater oder Mutter Betreuungsangebote für eigenen Nachwuchs oder sonstige Unterstützung für ärztliche Eltern im Berufsleben? Wenn ja, welche? Falls es keine gibt: was konkret könnte dir helfen?
Bin weder Vater, noch Mutter, aber von meinen Kollegen weiß ich, dass die Betreuung miserabel ist, da es keine gibt!!!
14. Was möchtest du angehenden Assistenzärzten oder ärztlichen Kollegen als deine zwei wichtigsten Tipps mit auf den Weg geben?
Erstens: Es kommen schwierige Zeiten auf dich zu. Nach dem PJ wird man ins kalte Wasser geschmissen.
Zweitens: Du bist nicht Gott.
15. Heute nochmals vor deine Berufswahl gestellt: würdest du noch einmal den Beruf des Arztes wählen?
NEIN
Annabell Lee
17.09.2010, 16:26
1. In welcher Weiterbildungsrichtung bist du tätig und in welchem Jahr deiner Weiterbildung befindest du dich?
Herzchirurgie 3. WBJ
Ich habe da noch eine Frage: Was sind die Voraussetzungen, dass sie einen in so einem begehrten und anspruchsvollen Fach nehmen? Bestimmte(s) Art/Thema/Note der Doktorarbeit, Notwendigkeit von Publikationen, Noten im Examen? Wenn man flexibel bezüglich des Ortes ist und bereit, auch zu forschen, wie realistisch ist es dann eine Stelle zu bekommen, auch wenn man nicht unbedingt der totale Überfliegerstudent ist?
Melon_Man
17.09.2010, 19:22
@Annabell Lee
Du scheinst schlecht informiert, Herzchirurgie mag anspruchsvoll sein, aber begehrt sicherlich nicht! Gibt in Deutschland nicht viele Kliniken in dem Bereich die keine offenen Stellen haben!
Annabell Lee
02.10.2010, 20:43
Radiologie und Neurochirurgie fehlen noch-könnte da bitte bitte wer was dazu schreiben? Danke!
Jeannychen
03.10.2010, 13:07
Hmm... noch kein Radio hier? Bitte :-winky
In zwei Monaten kann ich darüber berichten... Bis jetzt habe ich Erfahrungen in Inneren Medizin.
Lg. Jeannychen
Da ich dieses Versprechen im Mai gemacht habe, jetzt bin ich an der Reihe:-):
1. In welcher Weiterbildungsrichtung bist du tätig und in welchem Jahr deiner Weiterbildung befindest du dich?
2. WBJ Radiologie (nach Inneren-Ausflug)
2. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus: wann startest du, wie lange arbeitest du und mit welchen Dingen bist du regelmäßig beschäftigt?
7.00: Arbeitsbeginn
9.00-9.15: Frühstück
12.30-13.00: Mittag
16.00: Arbeitsende - am Freitag sogar schon 14.45.
Die Arbeit ist etwas davon abhängig, wo man eingeteilt ist. In bin noch im konventionellen Bereich - seit kurzem kam noch US dazu.
Im konventionellen Bereich Befunden die Röntgenbilder und die angeordnete Durchleuchtungen durchzuführen. Zusätzlich die vorstationäre Patienten zur AAG/PTCA aufklären. Evtl. Mammographie noch dazu.
Aktuell muss ich diese Arbeit mit US kombinieren und irgendwie die Mengen bewältigen.
In ruhigeren Zeiten besuche ich noch die unterschiedliche Demos - dort kann man viel lernen!
3. Wie viel Zeit in Stunden nehmen folgende Dinge schätzungsweise an einem durchschnittlichen Arbeitstag ein: Visiten vor- und nachbereiten sowie Durchführen, Diktieren von Arztbriefen, Aufnahmegespräche und Eingangsuntersuchung, Gespräche mit Angehörigen, Gespräche mit Kollegen, Sonstiger Schriftkram, Kaffekränzchen?
Viele davon entfallen in der Radiologie.
In dem konventionellen Bereich habe ich die Durchleuchtungen/Phlebos - die muss ich hinterher auch selbst befunden. Zeitaufwand ist unterschiedlich, 1/2-1 Stunde kommt schon vor.
Später in der AAG wird sicherlich anders.
Befundung ist auch davon abhängig, wie weit man in dem Bereich eingearbeitet/erfahren ist. Am Anfang habe ich max. 40 Befunde/Tag geschafft - heute sind dies deutlich mehr.
Insgesamt, wenn ich meine Innere-Zeit mit Radio vergleiche: ich arbeite viel entspannter, sogar wenn ich viel zu tun habe. Was in der Arbeitszeit nicht geschafft wurde, wird am nächsten Tag gemacht, oder wenn es dringend ist, dann in der Bereitschaft (was sehr selten ist).
4. Wo liegen bei den unter Frage 2 behandelten Themen die Arbeitsschwerpunkte bei deinen Tätigkeiten?
s.o.
5. Was war das absolute Highlight deiner bisherigen Berufslaufbahn, da das du dich auch heute noch gerne und lebhaft erinnerst?
Ich habe davon 3:-blush - eine sogar ist noch aus internistischer Zeit:
1. Mein erster Nachtdienst: nix geschlafen und kurz vor 5 eine akute "Magenblutung", die sich als Varizenblutung entpuppte und war damit bis zur Frühbesprechung beschäftigt (8.15). Der Patient hatte in Endo zeitweise kaum bis keinen Kreislauf - und er hat doch auf eigene Füßen das Krankenhaus verlassen. Der Lob vom OA (war der Hintergrund), dass ich dies gut gemacht habe war einfach super!!!
2. In Röntgen-Thorax habe ich Verschattung beschrieben und CT angeraten. Mein FA diskutierte mit mir, ich solle bitte die Leute nicht kränker machen als sie sind, aber dann habe ich irgendwie mich durchsetzen können. Pat. hat CT bekommen: Treffer!
3. Streberweise habe ich mich für ein Referat freiwillig gemeldet, da mich das Thema interessierte. Am Ende des Referats sagte der CA, es sei ein sehr schönes Referat gewesen, strukturiert, gut vorgetragen und er habe keine weitere Fragen/Bemerkungen.
OK, danke, freut mich. Hinterher hat sich rausgestellt, dass er bisher an ALLE Referate was auszusetzen/bemängeln hatte. Danach war der initiale Lob natürlich noch besser.
6. Welche Erfahrungen und Tipps im Umgang mit dem Pflegepersonal kannst du weiter geben?
Immer nett und höflich sein. Wenn man etwas kritisieren/beklagen möchte, dann immer vorsichtig und nicht einfach rummeckern. Die eigene Schwäche/Unerfahrenheit nur bis eine bestimmte Grenze zugeben. Jedoch, in bestimmten Situationen die Schwestern doch daran erinneren, dass ihr die Ärzte seid!
In der Innren hatte ich sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen - war leider stark stationsabhängig!! In der Radio habe ich bisher eher gute Erfahrungen, aber bin ich auch sehr zurückgehaltend geworden.
7. Wie geht man aus deiner Erfahrung geschickt mit den ärztlichen Kollegen aus dem Kreise der Assistenzärzte um? Welche Probleme können hier auftauchen?
Wir kommen miteinander gut aus und bekommt man schnell Hilfe, wenn die andere Leerlauf haben. Welche Probleme können auftauchen? Tja, schwer einzuschätzen. Ich denke, am ehesten sind Probleme in der Dienstplanung. Einige Kollegen möchten nicht, dass neue Leute dazukommen (sprich: viele Dienste, viel Geld) - andere möchten jedoch weniger Dienste machen und freuen sich für neue Leute im Dienstsystem.
8. Chef- und Oberärzte als Vorgesetzte lassen sich leider nicht umgehen. Wie sind hier deine Erfahrungen im täglichen Umgang im positiven wie auch im negativen Sinne?
Am Anfang hatte ich riesigen Stress mit einem OA, woraufhin ich fast gleich wieder gekündigt habe. Wir haben aber dies untereinander geklärt und seitdem läuft die Zusammenarbeit zwischen uns.
Insgesamt von den OÄ/FÄ kann ich nur eher positiv reden. Kleinigkeiten gibt es immer (z.B. in der Supervision unangemessene Ton, eine OÄ steht überhaupt nicht hinter uns) und wenn man die kennt, dann versucht man auch dies auszuweichen (z.B. Befunde freizugeben schickt man einem anderen zu)
Vor meine Einstellung gab es ein CA-Wechsel, was ich denke, dem Institut sehr gut getan hat. Bisher komme ich mit ihm gut aus.
9. Wie spielt sich konkret die Weiterbildung ab: arbeitest du einfach nur oder gibt es Unterricht durch Ober- und Chefärzte, um den Anforderungen der Weiterbildungsordnung gerecht zu werden? Führst du ein Nachweisheft zur Weiterbildung? Fühlst du dich gut betreut?
Wir haben jede Woche einmal 1/2 AiW-Weiterbildung und jede 2. Woche Fortbildung innerhalb des Institutes. Besuch der Demos sind angeraten, die wir jedoch selten genießen können. Fortbildungskurse werden i.d.R. zur Hälfte bezahlt.
Mit der Supervision klappt es nicht so, wie ich mir das wünsche - dies erfolgt i.d.R. nur über das System (Befunde werden mit Bemerkungen zurückgeschickt). Wenn man größere Fehlern leistet, dann wird schon persönlich darauf aufmerksam gemacht. Ich kann jedoch jederzeit jemanden dazu rufen und fragen.
Nachweisheft müssen wir nicht führen, wir bekommen monatlich die statistische Zusammenfassung über unsere Arbeit: Untersuchungsanzahl, welche, wieviel Untersuchung an den unterschiedlichen Arbeitsplätzen/Geräten.
10. Was sind aus deiner Sicht die Vorteile deines Fachgebietes im Vergleich zu anderen Fachrichtungen? Und andersherum: wo liegen die Nachteile des Gebietes, die man in Kauf nehmen muss?
Vorteile gibt es viele: deutlich bessere Arbeitsbedingungen inkl. Arbeitszeiten. Der Nachteil ist das Ansehen der Radiologen, die in diesem Haus etwas schlechter ist als ich mir das wünsche. Ich habe die Hoffnung im neuen CA - wenn er so weitermacht, dann könnte dies was werden.
Der Nachteil für mich persönlich ist, dass ich gerne NA fahren würde, aber z.Z. fehlen mir noch Monate dazu und ich weiß nicht, ob ich dies je nachholen könnte, aber das ist eine andere Geschichte.
11. Wie beurteilst du die Chancen im Hinblick auf deine weitere Karriere nach der Facharztprüfung? Möchtest du eine Kliniklaufbahn anstreben oder dich niederlassen bzw. was hast du vor und wie sieht es dabei speziell für dein Fachgebiet aus?
Es wird hier auf FA/OA aus eigener Reihe gesetzt. Ich möchte mich (aus heutigem Sicht) NICHT niederlassen. Ich möchte lieber an einer Klinik bleiben. Um nach meiner FA-Prüfung hier bleiben zu können sehe ich als fast sicher an.
12. Stress, Überstunden und lange bzw. häufige Dienste gehören leider immer noch zum Berufsalltag. Fühlst du dich häufig gestresst, machst du viele Überstunden oder schiebst häufig Dienste oder geht es bei dir eher locker zu? Wie gehst du persönlich mit Stress und derartigen Belastungen um?
Dies war u.a. ein Grund aus der Inneren zu wechseln - da hatte ich sehr viele Überstunden, z.T. nicht mal erfasst, die erfasste Überstunden wurden nicht bezahlt und es gab kaum Möglichkeit diese Überstunden abzubummeln.
Hier gibt es so gut wie keine Überstunden (in 3 Monaten konnte ich ins. 8 Stunden zusammensammeln). Es wird sehr darauf geachtet. Natürlich gibt es Situationen, wo diese nicht vermeidbar sind, aber es ist halb so wild und gut erträglich.
Dienste gibt es bei uns 24 Stunden-Dienste und am Tag danach frei nach Dienst. Außerdem wurde vor kurzem bei MRT Spätdienst eingeführt bis 19 Uhr - dafür fängt man auch entsprechend später an. Diese Probleme belasten mich noch nicht, da ich noch nicht "dienstfit" bin. Die andere Kollegen scheinen z.T. schwer belastet dadurch sein, aber ich denke, wenn wir alle Assistenzärzte Dienste machen, wird sich die Sache etwas entspannen. Hoffentlich werden die 2 freie Assi-Stellen auch bald besetzt und dann wird die Sache auch weiter entspannter.
13. Auch die Familie darf nicht zu kurz kommen: findest du als Vater oder Mutter Betreuungsangebote für eigenen Nachwuchs oder sonstige Unterstützung für ärztliche Eltern im Berufsleben? Wenn ja, welche? Falls es keine gibt: was konkret könnte dir helfen?
Ich habe (noch) kein eigenes Kind, sofern ist dies bei noch kein Problem.
Ich habe jedoch schon mitgekriegt, dass das Klinikum mit einer Kita in der Nähe kooperiert und dorthin gehen die Kinder der Mitarbeiter. Ich denke, dies wäre hier für mich auch kein Problem.
14. Was möchtest du angehenden Assistenzärzten oder ärztlichen Kollegen als deine zwei wichtigsten Tipps mit auf den Weg geben?
1. Dienste sind ätzend, lästig und (waren für mich) pure Stress - aber ich habe dort eines gelernt: im Dienst lernt man am meisten!!!
2. Dass ihr am Anfang etwas mehr Zeit braucht, das ist normal - jedoch lässt euch nicht ausnutzen! Überstunden fleißig aufschreiben. Auch auf vernünftige Umgang innerhalb der Abteilung/im Haus achten. Auf einge gute Weiterbildung bestehen. Nicht euch krank machen lassen!!!!!
Wenn es gar nicht läuft einfach kündigen und neue Stelle suchen!
15. Heute nochmals vor deine Berufswahl gestellt: würdest du noch einmal den Beruf des Arztes wählen?
Eindeutig: JAAAAA!
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