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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vorbestrafung und Approbation



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CityRocker
21.10.2009, 12:11
hallo zusammen

ich war längere Zeit nicht mehr online habe aber gerade gesehen das noch ziemliches feedback auf meinen letzten eintrag gekommen ist.
die kotzsmileys sind entgegen der meinung einiger weniger gerechtfertigt.
das was die breite Masse darüber denkt denkt auch mein bester kumpel über sich selbst. Es war eine absolute fahrlässigkeit von ihm und er hasst sich selbst dafür das er nicht mehr vorsicht hat walten lassen.
zu erwähnen wäre trotzdem noch das der anfang allen übels in einer krankhaften internetnutzung liegt in der er im laufe der jahre immer tiefer
versunken ist. die meisten leute, gerade akademiker können solches verhalten gar nicht erst verstehen. er ist seiner sucht erlegen wie es sonst nur junks passiert. seinen alltag verbrachte er zuletzt damit bis zu 12 stunden am tag sinnlos im netz abzugehen.
er zockte online, er war in krankhaftem ausmaß in den communities unterwegs, er sah sich alle möglichen pornos auf youporn an, überprüfte andauernd e-mails, recherchierte dauerhaft news und infos über google und zog in tauschbörsen herunter was er unter die finger bekommen konnte. ihm ging es nicht darum was er zog sondern das er zog. er realisierte bis zuletzt noch nicht einmal das andere seinen ordner weiterbenutzt haben.
ging davon aus das nichts freigegeben wird weil seit den musik-klagen sowas erst eingestellt werden muss und er die standard-einstellung behalten hat.
die konsequenzen hat er aufgetischt bekommen und das auch zurecht. das denke nicht nur ich sondern auch er selbst.
ein psychiatrisches erstgespräch erbrachte das er im internet unter einer störung der impulskontrolle leidet. keine sexuelle neigung und kein bewusstes handeln. mein kumpel hat sich durch das internet selbst krank gemacht und sich immer tiefer in die sch***sse geritten, war wie im wahn im netz unterwegs. ausserhalb des internets ist alles i.o., nur der drang im www zu surfen ist immer noch massiv. er hat sich prof. hilfe geholt um das netz irgendwann wie jeder andere nutzen zu können.
andere bekommen es schliesslich auch hin keinen mist zu bauen auch wenn sie lange und häufig im netz sind.
naja soviel von mir. kritik ist absolut okay schliesslich hat da einer massiv den vogel abgeschossen. aber mit mehr hintergrundinfo kann man wahrscheinlich ein bisschen besser nachvollziehen wie so ein absturz zustande kommen kann auch wenn man immer den stereotypen im kopf hat. immerhin bin ich froh darüber das er seine probleme anpackt. andere weigern sich trotz bestrafung das hauptproblem aus der welt zu schaffen.
bin gespannt wie negativ oder positiv ihr meine message auffasst.
eine bagatelle war es nicht. möchte das extra nochmal betonen.
sowas ist nie gut und akzeptabel und keiner denkt darüber gut.
aber wenn man mit einem menschen 15 jahre durch dick und dünn gegangen ist lässt man ihn nicht einfach fallen.
würdet ihr anders handeln?

greetz

easy

Jugtail
22.10.2009, 19:24
zu erwähnen wäre trotzdem noch das der anfang allen übels in einer krankhaften internetnutzung liegt in der er im laufe der jahre immer tiefer versunken ist. seinen alltag verbrachte er zuletzt damit bis zu 12 stunden am tag sinnlos im netz abzugehen.
er zockte online, er war in krankhaftem ausmaß in den communities unterwegs, er sah sich alle möglichen pornos auf youporn an, überprüfte andauernd e-mails, recherchierte dauerhaft news und infos über google und zog in tauschbörsen herunter was er unter die finger bekommen konnte.


Und das alles neben dem Medizinstudium?

pottmed
22.10.2009, 20:43
finde ich auch faszinierend, wie hat der Gute denn überhaupt einen Schein zusammen gebracht ?

Espressa
23.10.2009, 20:43
Meine Beileidswünsche dem armen Kumpel. Ehrlich. Im Grunde krank und somit genauso wie all die anderen an nicht nachvollziehbaren psychischen Erkrankungen Leidenden hilfebedürftig.
Ob Unzurechnungsfähigkeit hier ein mildernder Umstand ist?
Wenn auch - dann wäre er wohl auch nicht gerade für den Arztberuf geeignet.

Traurige Geschichte, aber so wie du es jetzt beschreibst nicht ein einmaliger Ausrutscher, sondern insgesamt eine pathologische Person...

FranzMüller
24.10.2009, 12:57
Ich kann dir sagen dass es schlecht aussieht.

Hab vor Medizin zu studieren und mal ein bisschen in euren Foren gestöbert und deinen Beitrag interessiert gelesen.
Da ich nen Anwalt in der Familie habe, der auf Strafrecht spezialisiert ist, hab ich ihn mal drauf angesprochen.

Es ist so, dass es nach dem Heilkundegesetz in Deutschland eine Berufssperre von 3 Jahren gibt wenn man auf dem "Belegblatt 0" vorbestraft ist.
Nach diesen 3 Jahren darf man 2 Jahre mit Beruferlaubnis in angestellter (also nicht-selbstständiger) Position arbeiten WENN ein Gutachter bestätigt, dass die betroffene Person psychisch uneingeschränkt gesund und fit ist.
Nach diesen 2 Jahren bekommt man seine Approbation (zurück), wenn alles einwandfrei gelaufen ist.
Auch wenn man nicht 2 Jahre in angestellter Position tätig sein will, kann man die gesamten 5 Jahre anders verbringen und ist dann wieder Approbationsberechtigt, falls das Gutachten positiv ausgeht.

Und in dem von dir beschriebenen Fall ist das Problem, dass psychische Faktoren eine Rolle spielen: ,,...das er im internet unter einer störung der impulskontrolle leidet"
Und genau das könnte ihm das Genick brechen, denn das zeigt, dass er psychisch nicht unbeirrbar fit ist. Für den Arztberuf eben ein hohes Risiko.
Ob das natürlich dem Gutachter später durch Aktenlage bekannt ist oder nicht, weiss man nicht.

In diesem Sinne: viel Erfolg