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capablanca1
23.10.2009, 19:15
ich denke das wichtigste ist es, dem Patienten mit Respekt zu begegnen.
Wenn ich sehe, wie oft in den vorangehenden Beiträgen das Wort "Omi" oder "Opi" benutzt wird, finde ich das zum:-kotz
Bandwurm
23.10.2009, 20:14
Sorry capablanca, das ist nicht respeklos. Omi und Opa ist politisch vielleicht nicht korregt, aber statt Omi zu schreiben nette alte Frau zwischen 70 und 90 meistens mit altersbedingten leichten Abbauerscheinungen, ist doof. Ausserdem mag ich meine Omi und meinen Opi.
capablanca1
23.10.2009, 21:04
Sorry capablanca, das ist nicht respeklos. Omi und Opa ist politisch vielleicht nicht korregt, aber statt Omi zu schreiben nette alte Frau zwischen 70 und 90 meistens mit altersbedingten leichten Abbauerscheinungen, ist doof. Ausserdem mag ich meine Omi und meinen Opi.
klar, ich mag meine Omi und meinen Opi auch. Aber ich bezweifel, dass die beiden von irgendjemandem, den sie nicht kennen, als solche bezeichnet werden möchten.
Wenn ich von älteren Patienten spreche, dann spreche in von Herr X oder Frau Y und nicht von der nervigen Omi oder dem nervigen Opi. Für mich ist das absolut respektlos.
Christoph_A
23.10.2009, 21:57
Tja, dann laß uns mal drüber reden, wenn Du ein paar Jährchen mit den netten älteren Herrschaften in der Arbeit verbracht hast.
Finde die Ausdrücke Opi und Omi weder respektlos noch unpassend, sind ja eher positiv besetzt-wenn ich negativ werden will, benutz ich andere Ausdrücke....
klar, ich mag meine Omi und meinen Opi auch. Aber ich bezweifel, dass die beiden von irgendjemandem, den sie nicht kennen, als solche bezeichnet werden möchten.
Wenn ich von älteren Patienten spreche, dann spreche in von Herr X oder Frau Y und nicht von der nervigen Omi oder dem nervigen Opi. Für mich ist das absolut respektlos.
Es geht nicht darum die reichlich betagte und tüddelige Frau Erna Mustermann aus Castrop-Rauxel mit "Komm mal mit Omi, gibt gleich nen kleinen Pieks und dann geht's auch gleich rauf aufs Schüsselchen..." in echt anzusprechen und bloßzustellen.
Wir reden hier im Forum über fiktive, abstrahierte & zurecht anonymisierte Fälle im Allgemeinen. Das Wort "Omi" erleichtert dabei allen Teilnehmern das Gespräch, weil jeder ein Bild vor Augen hat (AZ, ZOPS, Begleiterkrankungen, Gesprächsverlauf usw.), wie bei "LAD in GAZ"...
capablanca1
23.10.2009, 22:46
Tja, dann laß uns mal drüber reden, wenn Du ein paar Jährchen mit den netten älteren Herrschaften in der Arbeit verbracht hast.
Finde die Ausdrücke Opi und Omi weder respektlos noch unpassend, sind ja eher positiv besetzt-wenn ich negativ werden will, benutz ich andere Ausdrücke....
ich hab schon vor Beginn meines Studiums 5 Jahre mit alten Menschen gearbeitet (3 Jahre Ausbildung zum Altenpfleger und 2 Jahre Stationsarbeit). Vielleicht bin ich deshalb auch ein bischen sensibilisiert für dieses Thema.
Schon während meiner Arbeit als Altenpfleger hat mich diese Respektlosigkeit gegenüber alten Menschen tierisch aufgeregt. Und jetz als (demnächst;-)) Assistenzarzt regt mich das immer noch auf.
Wobei das ja meist nicht absichtlich gemacht wird, sondern deshalb passiert, weil man nicht drüber nachdenkt, was man sagt oder weil es einfach Usus ist, so über alte Menschen zu sprechen.
capablanca1
23.10.2009, 22:56
Das Wort "Omi" erleichtert dabei allen Teilnehmern das Gespräch, weil jeder ein Bild vor Augen hat (AZ, ZOPS, Begleiterkrankungen, Gesprächsverlauf usw.), wie bei "LAD in GAZ"...
sorry, aber ich muss auch nicht das Wort "Tussi" benutzen, wenn ich von einer Frau spreche oder das Wort "Spasti", wenn ich von einem Behinderten spreche.
Ich möchte hier einfach nur ein bischen dafür sensibilisieren, dass sich viele alte Menschen durch solche Subjektive einfach diskriminiert fühlen.
Autolyse
23.10.2009, 23:45
Was schwebt dir denn vor? Ein Sprachungetüm wie die mobile ethnische Minderheit mit gestörtem Verhältnis zu fremdem Eigentum?
Christoph_A
24.10.2009, 00:00
Achja, irgendein wohlklingender, politisch korrekter Ausdruck wird sich da schon finden lassen. Vielleicht sollte man in diesem Zusammenhang auch mal über ne Anti- Diskriminierungsbehörde in jedem größeren Krankenhaus nachdenken-könnte ja aus eingesparten Arztstellen finanziert werden :-keks
Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen im Greisenalter SEHR SEHR SEHR gerne als Oma und Opa bezeichnet werden und von ihren Enkeln erzählen. Natürlich spricht man diese Menschen mit dem Namen an, aber in Ihrer Funktion sehen diese sich gerne als Großeltern, zumal sie bereits pensioniert sind und durch ihr Großerltern-dasein eine Aufgabe haben.
Omi ist kein negativer Begriff. Tussi ist ein an sich negativer Begriff, weil dies eine zickige, aufs Äußere reduzierte, unfreundliche mit seltsamen Ansprüchen ausgestattete Person darstellt. Und Spasti ist diskriminierend, weil es sich auf die Erkrankung bezieht. Mir wäre nicht bekannt, dass Oma-sein eine Erkrankung darstellt.:-meinung
Praia-do-Forte
24.10.2009, 11:41
da stimm ich Sabbel zu.
Ich persönlich spreche ältere Herren und Damen auch nicht direkt mit Omi und Opi an ;-) diese Begriffe sind aber wie schon erwähnt überhaupt nicht negativ besetzt. Viele Patienten in dem Alter erinnern mich eher an meine Großeltern, aus diesem Grund bin ich wahrscheinlich auch eher noch ein bißchen netter und hab noch mehr Respekt :-notify
dreamchaser
24.10.2009, 14:46
Soll ich mich dann etwa auch gleich darüber beschweren, wenn mich ein charmanter 88-jähriger Herr "Schnuckelchen" nennt?? Das war sicherlich nicht respektlos oder ähnliches gemeint...er war einfach 60 Jahre älter als ich, hat mich in meiner Funktion respektiert. Und es kommt ja durchaus vor, dass man von eben diesen älteren Herrschaften als "Kindchen" bezeichnet wird (Schwestern(schülerinnen) zwar häufiger als Ärztinnen, kommt aber vor - und sie nennen einen ja tatsächlich so und nicht nur in Umschreibungen), da beschwere ich mich ja auch nicht gleich.
Es kommt wie immer auf den Ton an und mann kann das alles nicht verallgemeinern.
John Silver
26.10.2009, 20:21
Es mag durchaus sein, daß die Bezeichnung "Omi" bzw. "Opi" als Diskriminierung ausgelegt werden kann; aber wenn man es darauf anlegt, kann man jeden Mist für jeden anderen Mist, u.a. Diskriminierung, halten. Es ist nicht wichtig, was man sagt, sondern wie man es meint. Wenn wir von "Omi" oder "Opi" sprechen, meinen wir es keineswegs negativ oder herablassend, also gibt es keinen Grund für Aufregung. Solange jemand Patienten gut behandelt, und zwar fachlich und menschlich, und sich einzig die Schwäche leistet, alte Frauen gelegentlich gegenüber Dritten als "Omis" zu bezeichnen, ist jemand, der sich darüber aufregt, ein Korinthenkacker.
Feuerblick
03.11.2009, 18:38
@Rechtverdreht: Es hätte dir freigestanden, die wichtigen Infos (die übrigens außer wenigen rechtlichen Tatsachen wieder nur genau das enthielten, was du schon mehrfach geschrieben hattest) hier zu posten. Immerhin habe ich den Thread ja extra wieder geöffnet, oder?
Des weiteren: Wer in einem öffentlichen Forum postet, der muss damit rechnen, dass er nicht nur Zustimmung erfährt sondern durchaus auch mal Gegenwind spürt. Wenns dir danach schlecht geht, dann ist das weiß Gott nicht unsere Schuld und zeigt nur, dass du anscheinend weiterhin Therapiebedarf hast, weil dich schon die virtuellen Gespräche in einem Forum runterziehen können.
Und zum Thema zurück:
@Espressa: Wenn ich mir unsere vielen Sicca-Patienten anschaue und vor allem anhöre, dann könntest du da schon recht haben :-oopss Es gibt durchaus genug ältere Menschen, die zum Arzt gehen, weil im Wartezimmer sooo schön geklatscht und getratscht werden kann.
Espressa
03.11.2009, 18:43
Und zum Thema zurück:
@Espressa: Wenn ich mir unsere vielen Sicca-Patienten anschaue und vor allem anhöre, dann könntest du da schon recht haben :-oopss Es gibt durchaus genug ältere Menschen, die zum Arzt gehen, weil im Wartezimmer sooo schön geklatscht und getratscht werden kann.
Es fällt vor allem dann auf, wenn man Leuten verkündet, sie wären gesund, keine ToOohdes-Entzündung, sogar die Brillenwerte würden stimmen, und nein, grünen Star hätten sie auch nicht. Manche sind regelrecht enttäuscht! Man möchte doch ein bisschen Therapie und irgendwie wichtig sein usw...
Und das ist bestimmt auch ein Faktor. Manche kommen extra um die Empathie abzuholen, manche wollen einfach nur blanke Abklärung. Und wenn man nicht sehr aufpasst, unterscheidet man nicht ausreichend zwischen den beiden Gruppen...
Feuerblick
03.11.2009, 18:48
Es fällt vor allem dann auf, wenn man Leuten verkündet, sie wären gesund, keine ToOohdes-Entzündung, sogar die Brillenwerte würden stimmen, und nein, grünen Star hätten sie auch nicht. Manche sind regelrecht enttäuscht! Man möchte doch ein bisschen Therapie und irgendwie wichtig sein usw...
Und das ist bestimmt auch ein Faktor. Manche kommen extra um die Empathie abzuholen, manche wollen einfach nur blanke Abklärung. Und wenn man nicht sehr aufpasst, unterscheidet man nicht ausreichend zwischen den beiden Gruppen...Wenn solche Leute nicht gerade nachts um drei mit ihrer Todessicca (seit drei Wochen) bei mir aufschlagen, bekommen sie auch ihre Portion Empathie oder ihre ernsthafte Abklärung. Meist merkt man ja, wen man vor sich hat. Nachts schaff ich das allerdings nicht, da hab ich genug mit mir und meinem Kreislauf (weil nicht vorhanden) zu tun :-D
Das Problem ist, dass es so viele Patienten gibt, die nur glücklich sind, wenn sie mit dem Rezept in der Hand die Praxis/die Ambulanz verlassen. Ich empfehle dann immer munter TEM und schreibe das auch brav auf ein grünes Rezept, da der Hinweis, dass die Kasse das nicht übernehme außer Unverständnis und Wut auch echtes Bedauern auslöst, weil ja eben der rote Zettel nicht mit rausgetragen werden kann.
Aber es stimmt, man muss aufpassen, dass man nicht das andere Extrem, also die Gruppe der Übervorsichtigen erwischt, denn die dürfen nicht mal ein bisschen LIPCOF haben ;-)
Feuerblick
03.11.2009, 19:13
Das Problem ist, dass es so viele Patienten gibt, die nur glücklich sind, wenn sie mit dem Rezept in der Hand die Praxis/die Ambulanz verlassen. Ich empfehle dann immer munter TEM und schreibe das auch brav auf ein grünes Rezept, da der Hinweis, dass die Kasse das nicht übernehme außer Unverständnis und Wut auch echtes Bedauern auslöst, weil ja eben der rote Zettel nicht mit rausgetragen werden kann.
Aber es stimmt, man muss aufpassen, dass man nicht das andere Extrem, also die Gruppe der Übervorsichtigen erwischt, denn die dürfen nicht mal ein bisschen LIPCOF haben ;-)
TEM sind immer klasse. Patienten, die mir besonders besorgt vorkommen, bekommen zur Not auch ein paar EDOs mit. Das hilft ungemein. Auch die lange und breite Erklärung von Sinn und Zweck der Lidrandhygiene hilft oft weiter... :-top Gibts bestimmt in anderen Fachgebieten auch solche "Behandlungen" :-oopss
Und zum Thema zurück:
@Espressa: Wenn ich mir unsere vielen Sicca-Patienten anschaue und vor allem anhöre, dann könntest du da schon recht haben :-oopss
Aber sicher doch :)))
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