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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pausen waehrend Vorlesungen - dafuer/dagegen



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pottmed
25.10.2009, 11:41
Schon mal im KH gewesen ? So viel dann zum Thema Pausenregelungen....

Und zum Thema Effizienz, der Prof denkt vielleicht an Zeiteffizienz, ala "ich habe auch noch was besseres zu tun, als hier VO zu halten". Schon mal daran gedacht....

Der zweite Gedanke könnte ja auch sein, "ich mache eine VO, damit die Studenten wissen was wichtig ist, nacharbeiten müssen sie es sowieso, wozu also eine Pause".

Der Großteil der Studenten denkt im Übrigen wahrscheinlich so, daher auch das mittlerweile recht deutliche Ergebnis der Umfrage.

hipo
25.10.2009, 11:58
Schon mal im KH gewesen ?

klaro! Und da gab es genug Pausen.



Und zum Thema Effizienz, der Prof denkt vielleicht an Zeiteffizienz, ala "ich habe auch noch was besseres zu tun, als hier VO zu halten". Schon mal daran gedacht....

Aber Fragen am Ende der Vorlesung beantworten tun sie meistens. Und scheinen, wenigstens in meiner Uni, dabei auch nicht sonderlich genervt zu sein.



Der Großteil der Studenten denkt im Übrigen wahrscheinlich so, daher auch das mittlerweile recht deutliche Ergebnis der Umfrage.

Irgendwie bringen die aber wenig ueberzeugenden Argumente.

pottmed
25.10.2009, 12:28
klaro! Und da gab es genug Pausen.


Auch für den Chirurgen bei einer komplizierten OP ?



Aber Fragen am Ende der Vorlesung beantworten tun sie meistens. Und scheinen, wenigstens in meiner Uni, dabei auch nicht sonderlich genervt zu sein.

Die Fragen müssten Sie aber auch beantworten, wenn Sie eine Pause machen müssten, ergo wird die VO für sie noch länger



Irgendwie bringen die aber wenig ueberzeugenden Argumente.

Naja, dein einziges Argument ist die zitierte Studie, der will ich auch gar nicht widersprechen, ich kenne es ja von mir selber, aber daher nach mehr Pausen zu schreien ist mir noch nicht eingefallen.

Entscheidend ist auch nicht was wir für Argumente haben, sondern ob Du mit deinen Argumenten irgendeinen Prof überzeugen könntest.

Und selbst wenn Du Studiengebühren zahlen würdest, wäre deine Uni immer noch kein Dienstleister, da mit deinen Studiengebühren nicht viel mehr als der administrative Aufwand gedeckt wird. Dann gibt es vielleicht noch ein Semesterticket und ein paar zusätzliche Kurse, damit ist deine Studiengebühr weg. So viel zum Thema Dienstleister-Argumentation :-keks

CYP21B
25.10.2009, 15:48
Ich habe nach dem Physikum die Uni gewechselt und hier gibt es vermehrt Vorlesungen mit nur 45min Dauer. Das empfinde ich eigentlich als sehr angenehm, da es eben kleinere "Häppchen" sind. 90 min können zuweilen schon sehr lang werden, allerdings liegt das dann meist entweder am Stoff oder am Dozenten. So würden diese auch bei 45min nicht viel besser ausfallen. Allerdings ist die Motivation sich dann in 45min zu konzentrieren besser wie wenn es 90 min sind. Ein Nachteil der kürzeren Dauer ist jedenfalls, dass durch die Ortswechsel und dafür vorgesehenen Pausen recht viel Zeit verloren geht.

hipo
25.10.2009, 16:21
Auch für den Chirurgen bei einer komplizierten OP ?


Chirurgen haben keine Moeglichkeit Pause zu machen. Haetten Sie es, sollten sie es tun, denn ab ner bestimmten Zeit nimmt die Wahrscheinlichkeit auf Fehler nun mal zu. Das Problem ist hier nicht abwesend, sondern ungeloest.
Konzentration trainieren ist nur begrenzt moeglich.

Und nebenbei noch mal: nur ein Bruchteil der Medizinstudenten wird ueberhaupt Chirurg.



Die Fragen müssten Sie aber auch beantworten, wenn Sie eine Pause machen müssten, ergo wird die VO für sie noch länger


Es koennten ja auch zwei kuerzere Fragenrunden sein, statt einer langen. Koennen sich ja auch nur Fragen zu der Haelfte des Stoffes angehaeuft haben.



Entscheidend ist auch nicht was wir für Argumente haben, sondern ob Du mit deinen Argumenten irgendeinen Prof überzeugen könntest.


Noch gehts mir erst mal nur um die Frage, ob die Forderung gerechtfertigt waere und und ich will schauen wieviel Tragflaeche es dafuer gibt. Die Umsetzung ist ne andere Frage.



Und selbst wenn Du Studiengebühren zahlen würdest, wäre deine Uni immer noch kein Dienstleister, da mit deinen Studiengebühren nicht viel mehr als der administrative Aufwand gedeckt wird. Dann gibt es vielleicht noch ein Semesterticket und ein paar zusätzliche Kurse, damit ist deine Studiengebühr weg. So viel zum Thema Dienstleister-Argumentation :-keks

Wieviel Studiengebuehren bestreiten koennen, haengt natuerlich von der Hoehe der Studiengebuehren ab, aber vor allem auch von dem Studiengang. Psychologiestudenten sind z.b. viel genuegsamer als Chemiestudenten (Materialien, Klassengroesse). Ich will mich nicht auf Medizinstudenten beschraenken. Ich hatte auch nur angedeutet dass man mit entsprechenden Studiengebuehren mehr Richtung Dienstleistung argumentieren koennte.

Muriel
25.10.2009, 16:28
Ob der Schrei nach Studiengebühren, damit man 10min Pause machen darf, gerechtfertigt sei, lasse ich mal dahin gestellt...
Klar, 90min durchgehend Konzentration zu zeigen auf etwas, dass Dir dargeboten wird, bei dem Du passiv bist aber möglichst viel mitnehmen sollst, ist schwierig, aber durchaus machbar. Der beste Weg ist meiner Meinung nach immer noch, zu selektieren, welche VL sich lohnen, bei denen dann mal 90min die Pobacken zusammenkneifen und zum Rest einfach nicht hingehen.

Coxy-Baby
25.10.2009, 17:01
Der beste Weg ist meiner Meinung nach immer noch, zu selektieren, welche VL sich lohnen, bei denen dann mal 90min die Pobacken zusammenkneifen und zum Rest einfach nicht hingehen.

Da bleibt nur eins zu sagen: AMEN, denn so ist es..

hipo
31.10.2009, 19:48
Ob der Schrei nach Studiengebühren, damit man 10min Pause machen darf, gerechtfertigt sei, lasse ich mal dahin gestellt...

Dass ich nach Studiengebuehren geschrien habe finde ich in den Mund gelegt. Studiengebuehren sind an vielen Unis Realitaet, das hat unterschiedlichste Konsequenzen.



Klar, 90min durchgehend Konzentration zu zeigen auf etwas, dass Dir dargeboten wird, bei dem Du passiv bist aber möglichst viel mitnehmen sollst, ist schwierig, aber durchaus machbar.

Und ich bin eben davon ueberzeugt, dass 90 Min Konzentration nicht moeglich ist. Lies den Lancet-Artikel, oder

Students pay attention!: Combating the vigilance decrement to improve learning during...
Young et al. Active Learning in Higher Education.2009; 10: 41-55

oder

Re-setting the concentration levels of students in higher education: an exploratory study
Burke et al.,Teaching in Higher Education, Volume 13, Number 5, October 2008 , pp. 571-582(12)

oder achte mal auf den Lautstaerkepegel waehrend meiner Biovorlesung.

Das ist keine persoenliche Schwaeche sondern das ist einfach so und dann sollte man damit umgehen. Tolles Beispiel fuer niederlaendischen (und auch schweizer, franzoesischen und angelsaechsischen?) Pragmatismus...


Der beste Weg ist meiner Meinung nach immer noch, zu selektieren, welche VL sich lohnen, bei denen dann mal 90min die Pobacken zusammenkneifen und zum Rest einfach nicht hingehen.

Das mache ich auch. Aber das loest das Problem nicht. Auch die spannenden und wichtigen gehen naemlich 90 min.

hipo
31.10.2009, 19:54
Da es an meiner Uni bei diesem Thema aehnlich viele Gegenstimmen und Unentschlossene gibt (:-nix) ist Werbung machen wahrscheinlich angebrachter als Forderungen stellen.

Autolyse
01.11.2009, 23:12
Also ich habe in den Vorlesungen alle 45 Minuten 15 Minuten Pause. Böse bin ich nicht drum.

epeline
01.11.2009, 23:52
bin jetzt zu faul alles zu lesen, wollte aber trotzdem mit senfen ;)

also bei uns gabs bis jetzt immer ne pause nach 45-60 minuten.
allerdings werden wir immer gefragt.
wenn die mehrheit lieber durchzieht, wird durchgezogen.
selektieren kann man ja trotzdem ;)

meine meinung: ich bin nicht böse um ne pause, find sie sogar ganz angenehm, besonders, da manche hörsäle so eng sind, dass man die beine keinen zentimeter bewegen kann, da ist die chance, mal aufstehen zu können doch recht angenehm. anonsten bin ich auch in der lage 90 min durchzuhalten, wenn es mich wirklich interessiert, merk ich gar nicht, wie die zeit vergeht. zu langweiligen sachen geh ich eh nicht hin ;)

(da fällt mir ein, dass wir recht wenige vl haben, die so lange gehen, glaub das kommt max. 1x am tag vor)

MediJulia
02.11.2009, 13:12
Also wir hatten in der Vorklinik oft nur 45 Minuten Vorlesung und dann 15 Minuten Pause. Jetzt haben wir meist 90 Minuten und dann 15 Minuten Pause.
Ganz ehrlich, finde ich besser, denn wenn wir jetzt auch jedes Mal nach 45 Minuteneine Pause hätte, würde man ja gar nicht mehr nach Hause kommen bzw. zum Lernen, weil sich dann schon die Vorlesungen bis ewig in die Länge ziehen.

Ich finde schon, dass man sich daran gewöhnen kann die 90 Minuten durchzuhalten. Wenn eine Vorlesung langweilig ist, dann ist sie es auch, wenn sie zweigeteilt ist, außer dass man vllt. die Pause zum Verschwinden nutzen könnte ;-)
Wenn wir nicht Medizin sondern etwas anderes studieren würden, dann müssten wir immer 90 Minuten durchhalten, weil das bei den meisten anderen Studiengängen so üblich ist. :-meinung

epeline
02.11.2009, 13:51
wir sind ja auch schon groß ;)

papiertiger
02.11.2009, 17:38
Dass man 90 Minuten durchhalten kann mag ja sein.


Es gibt allerdings Untersuchungen, die stark darauf hindeuten, dass es schlicht nicht möglich ist, sich länger als 45-60 Minuten am Stück hinreichend (also so, dass man möglichst viel aus der Vorlesung mitnimmt) aufs Zuhören zu konzentrieren. Insofern find ich die Pausen in den Vorlesungen (die bei uns,zumindest in den Vorlesungen die ich besuche, mehrheitlich auch durchgezogen werden) sehr sinnvoll - nicht nur weil ich Raucher bin :-P


(fürs Quellen suchen bin ich grad zu faul, aber es gibt sie, kann ich bei Bedarf nachholen)

epeline
02.11.2009, 18:01
dass es diese untersuchungen gibt, bestreitet keiner, ich hab darüber sogar fürs abi eine facharbeit geschrieben, und hatte quellen, die die konzentrationsfrist sogar auf 20 minuten runtersetzten. auch medi-learn gibt ja in den physikums-tipps an, nach 1h ne pause zu machen um fehler zu vermeiden.
ABER: die länge der pause korreliert nicht mit ihrem resultat.
2 minuten pause reichen vollkommen.
und ich denke eben, dass man diese 2 minuten in der pause auch so mal abschalten kann. ihr könnt mir doch nicht erzählen, dass ihr in der vl die ganze zeit hochkonzentriert seid, nicht ein wort sagt und jedes wort mitschreibt.
15 minuten pause verlängern sich mit aufstehen und hinsetzen auf 30 minuten. und das ist einfach ineffizient.
sich einfach mal strecken, kurz abschalten lockern einen doch auch auf. ich weiß nicht, wieso man dann gleich <120 leute aufscheuchen muss

hipo
04.11.2009, 14:14
und hatte quellen, die die konzentrationsfrist sogar auf 20 minuten runtersetzten.

ABER: die länge der pause korreliert nicht mit ihrem resultat.
2 minuten pause reichen vollkommen.

und ich denke eben, dass man diese 2 minuten in der pause auch so mal abschalten kann. ihr könnt mir doch nicht erzählen, dass ihr in der vl die ganze zeit hochkonzentriert seid, nicht ein wort sagt und jedes wort mitschreibt.

15 minuten pause verlängern sich mit aufstehen und hinsetzen auf 30 minuten. und das ist einfach ineffizient.
sich einfach mal strecken, kurz abschalten lockern einen doch auch auf. ich weiß nicht, wieso man dann gleich <120 leute aufscheuchen muss

wow! mal jemand der mal richtig was dazu gelesen hat. Meiner Meinung hast du hier auch das staerkste Argument gegen Pausen nach 45 min gegeben! Denn in der Tat finden einige Untersuchungen, dass die Konzentration schon viel frueher weg ist. ABER: Du schlaegst vor, deswegen statt in einer groessen gemeinschaftlichen Pause (ich denke mehr an 10 min) jeder privat 2 min ab zu nicken. Ignoriert man das Problem dann nicht weiterhin?

Und dass aus einer kurzen Pause gleich 30 min werden muessen ist natuerlich uebertrieben.


Noch was: Forschung und Meinung der Studenten
scheinen hier ja etwas auseinander zu gehen. (Zu quatschen fangen am
Ende der Vorlesung allerdings auch die Studenten an, die meinen, dass
sie keine Pause brauchen). Auf jeden Fall meine ich mittlerweile, dass
Pausen nicht fuer alle Vorlesungen gleich sinnvoll waeren. Bei Vorlesungen wo man passiv viel aufnehmen muss (z.b. meine Vorlesungen Biologie oder Chemie), wahrscheinlich sinnvoller als bei Vorlesungen mit mehr Interaktion (wie z.b.in meinem Histologie-Seminar wo Studenten fragen beantworten, zeichnen, nachfragen) oder bereits vorhanden Unterbrechungen (z.B. Experimente bei Physik).


PS: hast du fuer die aussage, dass 2 min reichen Literatur? Ueberhaupt wuerde ich mich ueber Literatur freuen.

epeline
04.11.2009, 14:18
vielleicht warens auch 3 minuten
steht in den medi-learn lerntipps ;)

aber ich will sehen, wie du es schaffst, 150 stunden sich innerhalb von 15 minuten aus dem hörsaal zu befördern, auf insgesamt 5 toiletten zu verteilen und ein drittel davon noch rauchen zu lassen. anschließend setzen sich wieder alle^^
viel spaß

ps: die idee an sich find ich nicht schlecht. ich halte sie nur für nicht praktikabel. da die größenordnungen im hörsaal anders sind als in der schule, in der nur 20-25 schüler mal kurz aufstehen. da waren die pausen auch kürzer

hipo
04.11.2009, 14:58
aber ich will sehen, wie du es schaffst, 150 stunden sich innerhalb von 15 minuten aus dem hörsaal zu befördern, auf insgesamt 5 toiletten zu verteilen und ein drittel davon noch rauchen zu lassen. anschließend setzen sich wieder alle


Also im Moment wird laut unserem Stundenplan von uns sogar erwartet, dass 360 Studenten in 15 min aufstehen, davon die haelfte in ein mehrere 100 meter entferntes Gebaeude eilt und dort Platz nimmt. 16 Minuten nach dem offiziellen Ende der ersten Vorlesung wurde heute dort dann die Tuer zugeschlossen. (Kein Scherz)

In den Pausen muss ja nicht jeder aufstehen. Ich persoenlich faende schon ein paar Bissen Kaeseschnitte in Frieden super.

Logo
04.11.2009, 15:26
Vielleicht hat es schon jemand geschrieben oder auch nicht...

Ich glaube du überbewertest Vorlesungen total. Irgendwann relativiert sich das Pensum recht schnell, weil man nur noch sehr selektiv die Vorlesungen besucht - wenn überhaupt. Oder man geht eben in den 15min. Pause in Ruhe Mittagessen/Kaffeetrinken und kommt ne halbe Stunde später zur Vorlesung zurück...
Essen, trinken und Reden ist auch während der Vorlesung möglich - besonders wenn diese schlecht ist - von der Sorte gibt es genug.

Alles ist möglich.

Studie hin oder her - irgendwie kann man es auch von einem (Medizin-) Studenten erwarten sich -bei Bedarf, Lust & Laune- mal eben 90min am Stück zu konzentrieren ohne "für kleine Mädchen zu müssen" etc. Das schaffen Schüler auch... Im OP steht man auch manchmal länger zumindest halbwegs konzentriert rum und isst in der Pause schnell zwischen Tür & Angel das angekaute Brötchen das da noch rumliegt...

:-nix

hipo
04.11.2009, 15:43
@ Logo: Ich finde, dass du resigniert klingst. Bin froh, dass ich noch nicht an diesem Punkt bin.

und 2. zu "und spaeter im OP dann" ... noch ein allerletztes Mal: nur ein Bruchteil (10%?) der Medizinstudenten wird mal Chirurg. (FAZ-Artikel http://www.faz.net/s/Rub1A09F6EF89FE4FD19B3755342A3F509A/Doc~E2455B730921B4E21A09C8C5C73380CBD~ATpl~Ecommon ~Scontent.html)

UND: Chirurgen haben das gleiche Problem, nur ist es hier weniger gut zu loesen. Bei Operationen konnte niemals jemand ueber eine Pausenregelung entscheiden. Bei Vorlesungenen hat man diesen Spielraum.

Der eine bedenkliche aber unveraenderbare Zustand rechtfertigt nicht den anderen ebenfalls bedenklichen aber veraenderlichen. Diese Argumentation ist einfach laecherlich.


so .. und jetzt wird fuer den Rest des Abends nur noch Physik gemacht...