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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gedankentraube: Was ist Clustering?



Jens
08.01.2003, 16:45
Hallo zusammen,
hier mal wieder für den Infopool ein Text über die Schreibtechnik des Clusterns samt Beispiel von mir (Cluster zum Thema "Winter" das ich heute morgen gemacht habe).

Wer mag, kann dies gerne einmal fuer sich ausprobieren und darueber berichten, wie er mit der Technik zurechtkommt.

<html><div align="center"> <table border="0" cellpadding="2" width="410"> <tr> <td style="background-color: #FFFFFF"> <p align="justify"><font face="Courier New"><b><font size="3">Cluster-Methode zur Ideenfindung<br> </font> </b><font size="2"><br> <b>A: Allgemeines zum Begriff Cluster</b><br> <span style="font-size: 10.0pt; mso-fareast-font-family: Times New Roman; mso-bidi-font-family: Times New Roman; mso-ansi-language: DE; mso-fareast-language: DE; mso-bidi-language: AR-SA">Der Begriff “cluster&quot; stammt aus dem Englischen und bedeutet: Anhäufung, Haufen, Traube oder Bündel. Mit dieser Schreibtechnik nach G. Rico ist es leichter, einen Anfang für seine Texte finden und zum anderen kommen fast wie von selbst Texte oder Ideen für Texte zustande. Das Cluster ist die Kurzschrift Deines bildlichen Denkens: ein Ideennetz, das um ein Kernwort herum angeordnet wird.</span><br> <br> <b>B: Wie funktioniert das Clustern?<br> </b>Ein Cluster entsteht, indem zunächst ein Wort in die Mitte eines weißen Blattes geschrieben und umkreist wird. Nun versuche darauf zu achten, an welche Worte, Bilder, Gedanken dieser Kernbegriff Dich erinnert: das Kernwort löst innerhalb eines Gedankenstromes verschiedene Assoziationen (Erinnerungen, Begriffe, Gedanken, Bilder) aus.&nbsp;<br> <br> Notiere alles, was Dir zu dem Kernwort in der Mitte des Blattes einfällt in einem eigenen Kreis um Ihren Ausgangspunkt: Wörter, Sätze, Liedanfänge, Gedichte, auch scheinbar Absurdes oder Verrücktes, Metaphern, Gedichtszeilen, Sprichwörter o.ä.. Schreibe Deine Einfälle rasch auf, jeden in einen eigenen Kreis, und lassen Sie die Kreise vom Mittelpunkt aus ungehindert in alle Richtungen ausstrahlen, wie es sich gerade ergibt.<br> <br> Verbinde jedes neue Wort oder jede neue Wendung durch einen Strich oder Pfeil mit dem vorigen Kreis. Wenn Dir etwas Neues oder Andersartiges einfällt, verbinde es direkt mit dem Kern und gehen von dort nach außen, bis diese aufeinanderfolgenden Assoziationen erschöpft sind. Dann beginne mit der nächsten Ideenkette wieder beim Kern.&nbsp;<br> <br> Versuche weder zu werten noch dich zu konzentrieren, sondern schreib einfach und rasch los und lass Dich von den auftauchenden Gedanken treiben.<br> <br> All diese Assoziationen werden aufgeschrieben, umkreist und durch eine Linie mit dem Kern oder dem entsprechenden Wort, welches Folge-Assoziation auslöste verbunden. Nacheinander entstehen nun Verknüpfungen von Assoziationen, so dass sich von innen nach außen um das Kernwort herum Ideenketten in Form von Zweigen bilden.&nbsp;<br> <br> Wenn eine Assoziationspause entsteht oder man die erste Phase beenden möchte, kann mit der Verbindung von Assoziationssträngen (Pfeile malen, Striche) begonnen werden. Baue das Cluster weiter aus, indem Du Einfälle, die zusammengehören, durch Striche oder Pfeile verbindest.</font> </font><p align="justify"><font size="2" face="Courier New">Überlege nicht lange, welcher Strang wohin strebt, sondern lasse jeder Assoziation ihren eigenen Platz finden.<br> <b><br> </b></font> <p align="justify"><font face="Courier New"><b><font size="2">C: Kurz die Grundsätze</font> </b></font></p> <ul> <li> <p align="justify"><font size="2" face="Courier New">Wichtig ist, entspannt dem Strom der Gedanken zu folgen, die sich einstellen</font></li> <li> <p align="justify"><font size="2" face="Courier New">Das Kernwort kommt in die Mitte des Blattes und wird umkreist. Jeder Einfall (Idee) wird sofort in einen eigenen Kreis geschrieben</font></li> <li> <p align="justify"><font size="2" face="Courier New">Die neuen Wörter (Ideen) werden um den Kern kreisförmig angeordnet und mit einem Strich mit diesem verbunden.</font></li> <li> <p align="justify"><font size="2" face="Courier New">Eine gänzlich neue Idee wird direkt mit dem Kern verbunden. Von ihr aus werden die dazugehören- den Assoziationen nach außen ergänzt.</font></li> <li> <p align="justify"><font size="2" face="Courier New">Wenn der Ideenstrom auf einem Ast erschöpft ist, wird mit der nächsten Ideenkette wieder beim Kern begonnen.&nbsp;</font></li> <li> <p align="justify"><font size="2" face="Courier New">Wenn Dir vorübergehend nichts mehr einfällt, dann „dusel“ ein wenig: setze Pfeile ein oder ziehen Sie die Kreise dicker. Diese entspannte Empfänglichkeit ruft meistens eine Welle neuer Assoziationen hervor.</font></li> <li> <p align="justify"><font size="2" face="Courier New">Jede Assoziation erhält ihren eigenen Platz. So wird die Folgeidee aus dem Kernwort im nächsten Assoziationsschritt zu einem neuen Kernwort, um das sich neue Ideen und Gedanken bündeln lassen, das Cluster wächst nach aussen</font></li> <li> <p align="justify"><font size="2" face="Courier New">Es entsteht eine Art Traube aus verschiedenen Assoziationsgruppen</font></li> </ul> <p align="justify"><font face="Courier New"><font size="2"><b>E: Sinn des Clusterns<br> </b><span style="mso-fareast-font-family: Times New Roman; mso-bidi-font-family: Times New Roman; mso-ansi-language: DE; mso-fareast-language: DE; mso-bidi-language: AR-SA">Die eingehende Betrachtung des fertigen Clusters vermittelt vielen das Gefühl &quot;Ich weiß jetzt, was ich schreiben will!&quot; : Jene Begriffe des Clusters werden den Schreibimpuls geben, die die stärkste Erinnerung oder das dominanteste innere Bild enthalten. Lasse also das Cluster kurz wirken. Irgendein Element daraus wird zum ersten Satz animieren, in irgendeiner Kette von Verknüpfungen aus dem gesamten Cluster erkennt man Sinnzusammenhänge, eine Schreibidee, einen Textschwerpunkt. Dies wird zum Ausgangs für den dann folgenden Text, die restlichen Begriffe brauchen nicht, können aber auch verwendet werden.</span></font> </font></p> </td> </tr> </table></div></html>

Unten ein Bild. Zunächst habe ich einfach das Wort "Winter" in die Mitte eines leeren Blattes geschrieben. Danach alle Einfälle und Einfälle zu den Einfällen notiert und umkreist. Schliesslich bei Versiegen der Gedanken/Ideen/Bilder wieder beim Kernwort "Winter" losgelegt und geschaut, was nun noch für Gedanken, Worte etc. auftauchten. Das ganze schnell und fix ohne Nachzudenken (ich glaube rund 10 minuten).

Wenn ich vergleiche, was ich um 9:30 und was ich um 9:40 zum Thema "Winter" wusste bzw. mir dazu einfiel, fand ich das Ausprobieren dieser Technik ziemlich eindruecklich.

Aus dem Cluster habe ich allerdings noch keinen Text o.ä. verfasst.

Wer mag, kann ja ebenfalls mal probieren, ein Cluster zum Thema "Winter" anzufertigen.

Cu
Jens

Froschkönig
26.09.2003, 23:49
Also sowas wie das freud´sche "freie Assoziieren" für angehende Schriftsteller :-)