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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rhesus Prophylaxe



HonorisCausa
22.11.2009, 13:51
Hallo zusammen,

mein Pharmabuch und meine Transfusionsunterlagen sind leider keine Hilfe bei dem Thema:

Wenn man D-negativen Müttern die Rhesus-Prophylaxe spritzt, also Anti-D-Immunglobulin, wie groß ist dann die Gefahr, dass es zu einer Hämolyse beim ungeborenem Kind kommt? IgG ist ja bekanntlich Plazentagängig und könnte theoretisch diese Nebenwirkung auslösen?!

VG HC

Muriel
22.11.2009, 13:55
Gibt man das denn nicht postpartal? Dachte ich immer.

HonorisCausa
22.11.2009, 13:57
also wenn während der Schwangerschaft plötzlich ein AK aufkommt wird die Prophylaxe auch während der SS gegeben, oder nicht?

Ines-Lucia
22.11.2009, 14:10
nein da bringts ja dann nichts mehr. durch die spritze würde man die AK nur noch erhöhen.

Gast26092018
22.11.2009, 14:14
Während der Schwangerschaft tritt in der Regel kein fetales Blut in den mütterlichen Kreislauf über. Daher wird die Mutter bei der ersten Schwangerschaft zunächst nicht immunisiert, sie bildet keine Anti-D-Antikörper und das erste Kind bleibt gesund. Während der Geburt kommt es aber meist zur Vermischung von kindlichem und mütterlichem Blut, worauf die Mutter sensibilisiert wird und Antikörper gegen das Rhesus-Antigen bildet. Eine Sensibilisierung kann aber auch bei vorangegangenen Fehlgeburten oder Bluttransfusionen erfolgt sein. Das nun vorhandene Immungedächtnis führt bei einer weiteren Schwangerschaft zur erneuten und verstärkten Bildung von Anti-D-Antikörpern (Boosterung). Diese können (nach T-Zell-Hilfe und Immunglobulinklassenswitch der Anti-D-Antikörper von IgM zu IgG) durch die Plazenta in den kindlichen Kreislauf übertreten und binden an die Rh-positiven Erythrozyten des Kindes.
Wie lange dauert es denn bis IgM zu IgG wird?

HonorisCausa
22.11.2009, 14:18
nein da bringts ja dann nichts mehr. durch die spritze würde man die AK nur noch erhöhen.

OK, also Gabe während der SS nicht erst nach AK-Anstieg, sondern auch zur Prophylaxe, dennoch bleibt die Frage nach den möglichen NW dabei erhalten:

"Zur Vorsorge wird rhesus-negativen Schwangeren in der 28. – 30. Schwangerschaftswoche eine Dosis Anti-D-Immunglobulin verabreicht. So wird eine Sensibilisierung während der Schwangerschaft verhindert.

Nach der Geburt eines rhesus-positiven Kindes erhält die Mutter erneut eine Dosis Anti-D-Immunglobulin. Dadurch wird die Sensibilisierung durch D-positives Blut, das während der Geburt in den Kreislauf der Mutter gelangt ist, verhindert. Das Immunglobulin soll 2 – 72 Stunden nach der Geburt gespritzt werden."

Ines-Lucia
22.11.2009, 14:30
die dosis, die da gespritzt wird ist einfach viel kleiner, als wenn die körpereigene immunreaktion unkontrolliert AK massenweise produzieren würde.